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Energieversorger sind gefordert

23.11.2009 von

Der globale Klimawandel mit seinen gravierenden Folgen ist eine der grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Nachhaltiges Handeln ist gefragter denn je und gerade Energieversorger sind hier besonders gefordert – für sie ist Nachhaltigkeit Verpflichtung. Der Stromverbrauch in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt und wird weiter zunehmen. Die Industrieländer im Allgemeinen und wir Schweizer im Speziellen verbrauchen zu viel Energie und belasten damit die Ressourcenreichweite und die Umwelt über Gebühr. In der Stromproduktion sind es vor allem fossile Energieträger wie Kohle, Öl und in geringerem Umfang Gas, die CO₂freisetzen. Klimaschonende Lösungen sind gefragt und die Minderung von Treibhausgasen muss für die Stromproduzenten Hauptgegenstand aller Bemühungen sein.

Verantwortung übernehmen für nachhaltige Stromversorgung

Mir ist es wichtig, dass die Axpo als Energieunternehmen in öffentlicher Hand ihre Verantwortung für eine nachhaltige Stromversorgung ernst nimmt. Mit der Wasserkraft steuert bereits heute eine erneuerbare Energiequelle rund 55% zur Schweizer Stromproduktion bei. Bei den neuen erneuerbaren Energien sind wir mit Kleinwasserkraftund Biomasse bereits heute der grösste Schweizer Produzent. Axpo unterstützt das Ziel des Bundes, 6 Prozent des für 2030 prognostizierten Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien decken zu können. Dazu streben wir einen massiven Zubau an Kapazitäten im In- und Ausland an. Biomasse, Kleinwasserkraft und zukünftig auch Geothermie stehen dabei in der Schweiz im Vordergrund, da diese Energiequellen kaum von Wettereinflüssen abhängig sind und zuverlässige Bandenergie liefern. In Solar- und Windenergie planen oder prüfen wir Investitionen an klimatisch besser geeigneten Standorten. Denn nachhaltig heisst nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich zu handeln.

Verzicht auf Grosskraftwerke undenkbar

Die Zahlen zeigen, dass trotz massivem Zubau der erneuerbaren Energien sowie Stromspar- und Energieffizienz-Massnahmen die sich abzeichnende Stromlücke in einem überblickbaren Zeitraum bei Weitem nicht geschlossen werden kann. Mittelfristig können wir daher nicht auf Grosskraftwerke verzichten. Sicherheit, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit stehen hier ebenfalls im Vordergrund. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir die Kernenergie, die heute rund 40% der Stromproduktion in der Schweiz abdeckt, auch weiterhin brauchen – gerade, weil sie praktisch CO₂-frei ist.

Gemeinsam Lösungen suchen

Mit dem Bekenntnis zu den Vorteilen der Kernenergie – die Nachteile sind uns sehr wohl auch bewusst – setzt die Axpo sich Diskussionen und Kritiken aus. Ich bin überzeugt, dass eine nachhaltige Lösung für die Zukunft der Schweizer Energiewirtschaft nur im Dialog und Austausch mit allen Anspruchsgruppen erreicht werden kann. Deshalb sucht und fördert Axpo seit mehreren Jahren aktiv den Dialog um Energiethemen. In der Energiebranche, mit Politikern und Journalisten, in Wirtschaft und Gesellschaft und ganz besonders mit kritischen NGOs. Gemeinsam diskutieren, kritisch hinterfragen und Know-How austauschen führt letztlich zumindest zu einem bessern Verständnis, zu einem Erkenntnisgewinn und hoffentlich auch zu gemeinsamen Lösungen. Der Dialog regt zudem Bürgerinnen und Bürger dazu an, den eigenen Umgang mit Energie zu hinterfragen und einen bewussteren Energiekonsum anzustreben.

Zum Autor

Gastautor Heinz Karrer ist CEO der Axpo Holding AG.

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Kommentare (17) >Alle Kommentare aufklappen>Alle Kommentare zuklappen

Hallo Pascal,
—————————————————
Die Erde ist ja kein geschlossenes System, daher können wir das Klimaproblem eben doch gut mittels erneuerbarer Energien lösen, auch wenn es einige Zeit dauern wird und die Widerstände der grossen Energieversorger zu überwinden sind.
————————————————–

na ja,

Also ich wuerde das eher so formulieren

1) Von der Sonne kommt ein stetiger Energiefluss der gegen den 2. Hauptsatz der Thermodynamik wirkt.

2) Damit kann ein stabiles System ueber viele hunderte Millionen funktionieren.

3) Sobald man ueber „die Kosten“ lebt. Also der Abbau der Energie millionen mal schneller geht als der Aufbau (siehe unsere Erdoel Nutzung) ist unsere Erde praktisch doch ein abgeschlossenes System.

4) Deshalb wenn man so will, wenn man mit einer Umwandlung von rund 0.1% des einfallenden
Sonnenlichts happy ist (durchschnittliche Umwandlung in Biomasse uebers Jahr und die Kontinente im Mittel) .. dann ist es ok

wenn nicht.. ja dann koennen wir uns im grossen Stil auf das ein Sparen vorbereiten (wie die Griechen heute im kleinen Still!

michael

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

„Ewiges Wachstum auf einem begrenzten Planeten kann es nicht geben sowohl wegen der begrenzten Resourcen (Uran eingeschlossen) als auch wegen des Klimaproblems.“

Die Erde ist ja kein geschlossenes System, daher können wir das Klimaproblem eben doch gut mittels erneuerbarer Energien lösen, auch wenn es einige Zeit dauern wird und die Widerstände der grossen Energieversorger zu überwinden sind.

Problematisch bleibt damit noch der Verbrauch von begrenzten Ressourcen, wobei über eine Abkehr vom Wegwerfprinzip hin zu einer cradle-to-cradle-Wirtschaft und smarte Raumnutzungskonzepte die Grenzen des Wachstums noch deutlich herausgeschoben werden können.

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Lieber Herr Karrer
Der Klimawandel zur Zeit des mitteralterlichen Optimums und als man auf „Grünland“ Ackerbau betrieb, hatte, so die Geschichte keine Folgen für die Menschheit. Wie ich Ihnen bereits persönlich mitteilte, gibt es nach wie vor keinen experimentellen Nachweis, dass CO2 irgendetwas mit der bereits wieder abklingenden Erderwärmung zu tun hat. Es ahndelt sich also um Hirngespinnste von Panikmachern, welche ab Montag in Kopenhagen versuchen die Welt zu veräppeln.
Ich bitte Sie um mehr Physik und weniger Horror!
Herzliche Grüsse
Paul Bossert

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

>Kommentar von Andreas Schwab. 24.11.2009, 18:03
Sehr geehrter Herr Dr. Schwab,

>Ich versuche mich in der Physik und momentan stehen die >Zeichen auch ganz gut, dass der Versuch bis zum Bachelor
> klappt.

Ich wuensche Ihnen viel Erfolg und Spass beim erfolgreichem Studium!

>Aber bestimmt wissen Sie über Energie und Ressourcen besser >Bescheid als ich.

Ich glaube es kommt darauf sich selber kritisch und wissenschaftlich mit den verschiedenen Hypothesen auseinander zu setzen!
(Wer glaubt genug zu wissen wird schnell ein Fundamentalist!)

>Vielleicht haben Sie recht, dass wir Energie sparen sollten.

Ich wuerde sagen es geht nicht ums „recht haben“ sondern darum:

Gibt es ein Problem mit Energie-Resourcen, deren Nutzung mit exponentiellem Wachstum ohne Ende
und den Folgeproblemen wie das CO2 Problem zum Beispiel.

Wenn ja, und alle „Zeichen“ die man beobachtet, deuten auf einen gewaltigen Sturm an der alles was wir bei der Energienutzung kennen veraendern wird.

Wenn das stimmt dann muss man sich als Individuum, als soziale Gruppe, Gemeinschaft, Land (Volk) und Weltbuerger mit einem Umdenken anfangen. Man sollte versuchen die „Zeichen“ zu verstehen.

Falls die Aussage nicht stimmt, ja dann machen wir einfach weiter so wie bisher. Also Wachstun ueber alles! Je mehr desto besser und lassen die Verrueckten sparen und sich einschraenken.

Falls man auch nur einige der Probleme als real anerkennt, ja was dann?

>Allerdings sollte das jeder selbst tun und nicht der Staat den >Bürgern verordnen.

Klar, aber was macht man wenn das nicht funktioniert?
Im Strassenverkehr hat man Ampeln eingefuehrt
Echt nervig oder? Funktioniert aber auch innerhalb der Grenzen.

>Es darf eben nicht nach dem Motto “wir sind grün, du darfst >nicht mehr in den Urlaub fahren” gehen.

Einverstanden! Nach welchem Motto sollte man als Weltgemeinschaft und Land reagieren?

Wie im Strassenverkehr? Gleiche Rechte fuer alle (ausser fuer „Mercedes etc“ Fahrer mit eingebauter Vorfahrt?)?

>Ich unterstelle Ihnen dieses Motto auch nicht, aber genau nach >diesem Motto läuft es oft. Man will die Glühbirne verbieten. Man >will gewisse Autos verbieten. Man will Geld um die “guten Ziele” >umzusetzen.

Mit der „Gluehbirne“ haben wir ein interessantes Beispiel.
Was ist eigentlich der Sinn von dieser Massnahme?
Und warum kann so was ganz einfach per Gesetz und ohne langjaehrige Diskussionen eingefuehrt werden?

>Ich fürchte, dass dann die Freiheit mal zu kurz kommen könnte >und versuche deshalb den Klimaaktivismus (wobei es oft nur ein >medialer ist) etwas zu bremsen.

Tja, haengt von der Definition „Freiheit“ ab.
Freiheit fuer 1.4 Milliarden Chinesen und 1.1 Milliarden Inder und 1 Milliarde Afrikaner etc genauso wie ein durchnittlicher Schweizer zu leben?

alles schwierige Fragen oder. Als Grundlage so einer Diskussion koennte in der Wissenschaft zum Beispiel der Artikel
von G. Hardin dienen (1968):

The Tragedy of the Commons

by Garrett Hardin, 1968

Published in Science, December 13, 1968
http://www.garretthardinsociety.org/articles/art_tragedy_of_the_commons.html

viel Spass beim lesen und darueber nachdenken.

mit besten Gruessen

Michael

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@Thomas Leitlein
Auf die Windenergie aus dem Aargau freue ich mich, auch wenn ich nicht ganz glauben kann, dass sie ein konventionelles Kraftwerk ersetzen kann.
Augehorcht habe ich bei folgendem Satz aus ihrem Beitrag:
„der Systemansatz der Axpo entspringt einer veralteten Wirtschaftswissenschaft“.
Vielleicht braucht es tatsächlich einen radikal anderen (System-)Ansatz wenn wir die Klimaschutz-Vorgaben erfüllen wollen, die an anderer Stelle hier in den Blogs widergegeben wurden. Kathy Ricklin schrieb z.B. die Schweiz müsse bis 2050 80% weniger CO2-ausstossen um die Klimavorgaben zu erfüllen. Am konkreten Beispiel bedeutet dies, dass ein einziger Flug von Zürich zu den kanarischen Inseln und zurück (also ein Ferienflug) das CO2-Budget, dass dann einer Einzelperson pro Jahr noch zusteht, aufbrauchen würde. Bedeutet das letztlich nicht, dass Sparen eine ganz wesentliche Komponente zukünftiger Anstrengungen sein muss.
Müsste Herr Karrer etwa in der Zukunft nicht mehr froh darüber sein, dass immer mehr Strom gebraucht wird sondern im Gegenteil diejenigen Personen belohnen, die weniger Strom verbrauchen?
So etwas würde tatsächlich ein radikales Umdenken (und Umhandeln) bedeuten.

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Sehr geehrte Mitblogger
Viele Prognosen beruhen auf Annahmen und Extrapolationen für die Zukunft. Wo wir heute noch mit Wasser Atomenergieanlagen kühlen und damit Wasserdampf, ein Treibhausgas, produzieren, kann in naher Zukunft schon der Produktionsstillstand drohen. Ohne Gletscher verlieren wir die natürlichen Speicher, vergangene Sommer haben dieses Phänomen schon gezeigt. Wer den Wasserspiegel des Bodensees etwas verfolgt, kann feststellen, dass dieser sich auch immer mehr absenkt. Wir haben es mit globalen Effekten zu tun, welche uns auch treffen. Was Sonne und Wind angeht können wir feststellen, dass diese auch Schwankungen unterliegen, doch sparen sie Wasser ein, wenn die Anlagen als Gesamtenergieanlage geschaltet sind. Die Schweiz ist in einer hervorragenden Position, denn sie hat Wasser, Sonne, Wind und Biomasse heute schon gleichmässig verteilt.
Was aber erstaunlich ist, sind die Lösungsansätze nach altem Muster. Jede Technologie wird für sich gerechnet. So kann es nicht gehen, der Systemansatz der Axpo entspringt einer veralteten Wirtschaftswissenschaft. Das neue Ziel muss glaubwürdig nachhaltig sein und mit den bestehenden nationalen
Energieressourcen auskommen. Dabei sind dann Windenergieanlagen und Solaranlagen ein wichtiger Baustein im Zusammenspiel mit den grossen hydraulischen Speichern.
Besser jetzt in schonende Technik investieren, als später nur noch teure Brennstoffe importieren. Auch Uranvorräte sind endlich, nur nicht dessen Spaltprodukte.
Mit freundlichen Grüssen
Thomas Leitlein
Präsident
Förderverein Windenergie Aargau

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Sehr geehrter Herr Dr. Dittmar

Ich habe Ihre Papers leider noch nicht lesen können. Ich möchte Ihenen aber schon mal meinen Respekt bekunden. Ich versuche mich in der Physik und momentan stehen die Zeichen auch ganz gut, dass der Versuch bis zum Bachelor klappt. Aber bestimmt wissen Sie über Energie und Ressourcen besser Bescheid als ich.

Vielleicht haben Sie recht, dass wir Energie sparen sollten. Allerdings sollte das jeder selbst tun und nicht der Staat den Bürgern verordnen.

Es darf eben nicht nach dem Motto „wir sind grün, du darfst nicht mher in den Urlaub fahren“ gehen. Ich unterstelle Ihnen dieses Motto auch nicht, aber ganau nach diesem Motto läuft es oft. Man will die Glühbirne verbieten. Man will gewisse Autos verbieten. Man will Geld um die „guten Ziele“ umzusetzen.

Ich fürchte, dass dann die Freiheit mal zu kurz kommen könnte und versuche deshalb den Klimaaktivismus (wobei es oft nur ein medialer ist) etwas zu bremsen.

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Sehr geehrter Herr Karrer,

Seit wann? Wie soll das jetzt funktionieren mit der Stromluecke?
Beim Axporama konnte man vor einem Jahr noch sehen wie die Stromluecke im Winter (ab 2012)
mit einem Gaskraftwerk im Sommer geschlossen wird. Bis die Kernkraft im Jahr 2022(oder so) dann die Arbeit uebernimmt.

Siehe auch ..
Axpo homepage steht aber unter (2006)
http://www.axpo.ch/axpo/de/kernenergie_multi/medien/medienmitteilungen/2006/juli_2006/die_stromluecke_kommtfrueheralserwartet.html

Gas-Kombikraftwerke: Politische Rahmenbedingen fehlen

Bis in der Schweiz ein neues Kernkraftwerk in Betrieb genommen werden kann, bieten Gas-Kombikraftwerke die wohl einzige Übergangslösung. So klärt Axpo in einer Vorstudie mögliche Standorte ab. Obwohl die Dringlichkeit gegeben ist, sind in der Schweiz die Fragen betreffend CO₂-Kompensation noch nicht geklärt. Heinz Karrer: «Leider fehlen in der Schweiz verbindliche politische Rahmenbedingungen, um zeitgerecht Projekte realisieren zu können.» Konkret braucht es ein klares, schweizweit einheitliches und rasches Bewilligungsverfahren für Gas-Kombikraftwerke, sowie ein EU-kompatibles CO₂-Regime für die gesamte Dauer der Laufzeit.

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Sehr geehrter Herr Dittmar

Aufgrund der geltenden CO2-Kompensations-Vorschriften hat Axpo die GuD-Pläne in der Schweiz sistiert. Zur Deckung der Stromlücke setzen wir auf einen umweltschonenden und wettbewerbsfähigen Strommix: Neben der Wasserkraft und den Neuen Energien zählt die Kernenergie zu den Grundpfeilern der Axpo Strategie.

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Sehr geehrter Herr Ragaller

Als Nachteile der Kernenergie sieht Axpo unter anderem die sehr zeit- und kostenintensive Planung und Realisierung, die ca. 15 Jahre dauert. Zudem hat die Kernenergie in Teilen der Bevölkerung im Zusammenhang mit der nuklearen Entsorgung sowie der Sicherheitsfrage Akzeptanzprobleme. Dennoch bin ich der Meinung, dass Kernenergie vor allem aufgrund ihrer sehr geringen CO2-Emission sowie langfristig tiefen Stromgestehungskosten nebst Wasserkraft und den erneuerbaren Energien die klimafreundlichste und wettbewerbsfähigste Technologie ist, die sich abzeichnende Stromlücke zu decken. Die Minimierung der CO2-Emissionen hat für uns gerade in Anbetracht des Klimawandels hohe Priorität.

Das Beispiel in Finnland mit Olkiluoto 3 zeigt, wie wichtig Know-how, definierte, abgestimmte Pro-zesse und Datenmanagementsysteme im Zusammenhang mit der Lizenzierung und dem Detail-Engeneering zwischen Lieferanten, Betreiber und Aufsichtsbehörden sind. Wir gehen davon aus, dass auch hier jedes weitere Projekt von den Erfahrungen der ersten profitieren wird. Daher arbei-tet Resun AG, die Planungs- und Projektentwicklungsgesellschaft für die beiden Ersatzkernkraft-werke in Mühleberg und Beznau, eng mit den Kraftwerksherstellern und den Behörden zusammen, um eine grösstmögliche Planungssicherheit bei den Kosten zu erreichen.

Weitere Informationen zu den Technologien und ihren Vor- und Nachteilen sowie den aktuellen Geschäftsbericht, aus dem Sie die Kostenstruktur entnehmen können, finden Sie auf unserer Ho-mepage (www.axpo.ch).

Ich bin gleicher bzw. anderer Meinung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Lieber Herr Andreas Schwab,

>Ich moechte Ihrem Statement nicht widersprechen, dass es >ewiges Wachstum (ich nehme an Sie meinen es im >Stromverbrauch?) auf einem endlichen Planeten nicht geben >wird.

Nein es ging nicht nur um den Strom!
Glauben Sie tatsaechlich man kann auf diesem kleinen Planeten mit 10 Milliarden Menschen, Autos
und etc leben (und auch noch gut?).

>Ich wage aber anzuzweifeln, ob das die richtige Frage ist.

Was waere dann die richtige Frage in diesem Blog bezueglich der endlichen Resourcen und das Co2 Problem in der Atmosphaere?

>Sollten wir nicht einfach sagen: “noch gibt es genuegend Uran >und wenn das Uran dann einmal ausgeht sind wir vielleicht mit >der Fusion weiter und vielleicht mit den neuen Erneuerbaren”

Vielleicht ist es eine Illusion mit dem genuegend Uran und der Fusion? (schauen sie vielleicht mal diesen link und die 4 Publikationen (ja sorry sind von mir) zum Thema an http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/24414/)

>Etwas allgemeiner ausgedrueckt, sollen wir die Energiezukunft >wirklich jetzt planen oder sollen wir nicht eher dem Fortschritt >vertrauen und der Anpassungskraft, die einem freiheitlichen >System innewohnt?

Ja das ist ja genau das Problem
Wir machen das ja schon lange so!
In etwa nach dem Motto:

„Profit now pay later“ oder „nach uns die Sinflut“

Eine vernuenftige und vorsichtige Politik waere Handeln und Entscheidungen nach heutigem Stand des Wissen zu treffen. Wenn revolutionaere Entdeckungen neue Wege oeffnen kann man ja einfach die Richtung aendern!

Das waere Verantwortungsvolles handeln!

Oder mit Einstein

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

und
„Intellectuals solve problems; geniuses prevent them.“

mit besten Gruessen

Michael

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@Jürg Buri
Dass viele Leute mit Erneuerbaren Energien nur positive Merkmale verbinden -wie Sie das tun- hat meiner Meinung nach damit zu tun,
1) dass diese Energieformen neu und ihr Verhalten im praktischen Betrieb wenigen bekannt sind und
2) dass über sie nicht neutral berichtet sondern geworben wird.

Ich möchte deshalb bewusst provokativ einmal einige problematische Aspekte aufführen:
-Wind- und Sonnenenergie sind nur intermittierend verfügbar. Es gilt der Grundsatz: Für jedes kW Windenergie oder Photovoltaikenergie muss ein kW an konventioneller Energie als Backup/Standby zur Verfügung stehen (Dann brauchen sie eben ein Gaskraftwerk, das im Notfall angeworfen werden kann)
-Solarthermische Anlagen sind in dieser Hinsicht günstiger, da oft ein Wärmespeicher dazugehört, brauchen aber recht viel Wasser (z.B. Andasol in Spanien). (Ohne Wasser geht’s zwar auch wird aber teuerer und ist weniger effizient)
-Geothermische Kraftwerke sind bisher enttäuschend was die erschlossene Wärmeenergie angeht, mehr als 10 MW thermische Leistung sind die Aussnahme und das bei exorbitanten Erschliessungskosten
3) Das schöne Ziel der dezentralen Energieversorgung erreichen sie noch am ehesten mit Blockheizkraftwerken (auch fossile Energien) nicht aber mit Wind oder Sonne im grossen Stil. Windenergie von der Nordseeküste soll mit neuen Hochspannungsleitungen nach Süden geleitet werden, was prompt lokalen Widerstand provoziert
4) Sobald Erneuerbare Energien eine bedeutenden Anteil an der Gesamtenergieversorgung haben, brauchen sie ein Smart-Grid als Netz, um mit den Lastwechseln fertig zu werden, dazu kommen Pumpspeicherkraftwerke und Gaskraftwerke für den Fall einer längeren Flaute (kein Wind/keine Sonne für längere Zeit)
5) Will man mit Sonnenenergie Gigawatt-Leistungen zur Verfügung stellen müssen riesige Flächen mit „Apparaturen“ zugedeckt werden. Der Landbedarf ist hierbei das kleinste Problem, viel problematischer ist der Materialbedarf. Verknappungen würden wohl den Baupreis in die Höhe schiessen lassen, würde man das Projekt Desertec (Energie aus der Wüste) beispielweise in wenigen Jahren Bauzeit realisieren wollen.
6) Die Lebensdauer von Windturbinen ist immer noch um die 15 Jahre, diejenige von Photovoltaikanlagen um die 25 Jahre. Das hat eine positive Seite: Dann können sie nämlich immer wieder mit der neuesten Technik nachrüsten, bedeutet aber auch hohe Investitionskosten pro Kilowatt und Jahr.
7) Die Effizienzverbesserungen (vor allem von Photovoltaikanlagen) mit denen immer wieder geworben wird, im Sinne dass schon in wenigen Jahren Grid-Parity erreicht werden soll, werden überschätzt, weil ein wesentlicher Anteil der Kosten einer Photovoltaikanlage gar nicht auf die Photovoltaik sondern auf die Anlagenkosten (immerhin muss die Anlage Stürmen widerstehen) zurückgehen.

Mir ist bewusst, dass Ihnen all das bekannt ist – vielen Normalbürgern ist es sicher nicht bekannt. Bekannt ist es auch den Leuten aus dem Bundesamt für Energie, die unmissverständlich von der Notwendigkeit von neuen Grosskraftwerken sprechen und die im Gegensatz zum Mann von der Strasse an einen recht niedrigen Anteil alternativer Energiequellen bis 2030 glauben.

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Lieber Herr Karrer

Erlauben Sie mir den ETH-Klimabloggern den Blick auf die Axpo Klimapolitik etwas zu weiten:

1. Der neue Axpo Pumpspeicher im Kanton Glarus wird dereinst aus 2000 GWh Pumpstrom 1500 GWh lukrativen „Spitzenstrom“ machen. Die Produktion dieses Pumpstroms verursacht ca 800’000 Tonnen CO2 – im Ausland.
2. Die Axpo plant in Italien 7 Gaskraftwerke.
3. Dafür hat die Axpo im 2008 Gaslieferverträge über 5,5 Milliarden Kubikmeter/J abgeschlossen. Das Volumen des Vertrages wird auf 19 Mia € geschätzt, die Laufzeit beträgt 25 Jahre.
4. Erdgas ist eine fossile Ressource wie Erdöl oder Kohle. Ein Gaskraftwerk emittiert ca 300-350 Gramm CO2 pro Kilowattstunde – auch in Italien.
5. Auch die angeblich unverzichtbaren Atomkraftwerke verursachen CO2-Emissionen. Unabhängige Forscher schätzen 30-100 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, je nach Uranerzqualität und Einsatz fossiler Energien beim Uranabbau und beim Bau der Atommülllager. Damit emittiert der heutige CH-AKW-Park zwischen 780’000 und 2’620’000 T CO2.
6. Wer drei alte kleine AKW (9 Mia KWh) mit 2 neuen EPR (ca. 25 Mia KWh) ersetzt, erhöht nicht nur die Klimabelastung, sondern lässt die Strahlengefahren und die Erblasten (Atommüll, Rückbau) wachsen. Zu den ökonomischen Risiken sagte die City Group vor 10 Tagen: „New Nuclear – The Economics Say No“. http://www.citigroupgeo.com/pdf/SEU27102.pdf

Angesichts dieser Gegebenheiten tönt der Satz „Der globale Klimawandel mit seinen gravierenden Folgen ist eine der grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft“ wenig glaubwürdig. Volkswirtschaftlich attraktiver, klimapolitisch wirksamer und versorgungstechnisch um Ellen stabiler sind die Erneuerbaren Energien und die eingesparten Kilowattstunden.

Mit Gruss
Jürg Buri, Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung SES

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Ich möchte hier ein Beispiel dafür anbringen, auf welches ich vor kurzem auf Spiegel-Online gestoßen bin, daher zum Schluß für alle, die Interesse an dem Artikel haben, werde ich die URL zum Nachlesen nennen.

In der gesamten Klimawandeldiskussion versuche ich ja immer den Part des Nichtnaturwissenschaftler einzunehmen. Daher werde ich kurz skizziert ein Projekt/Produkt anmerken, welches für eben den gesunden Menschenverstand und Erfindergeist steht, der insbesondere die schweizer und deutsche Nachkriegswirtschaft auszeichnet. Es ist meiner Ansicht ein gelungenes Modell, wie eigentlich bekannte Technologie, in diesem Fall die Wasserradtechnologie, unter neuen Rahmenbedingungen sinnvoll wird. Gerade auch für ein wasserreiches Land wie die Schweiz ist dies eine prädestinierte Technologie erneuerbarer Energieerzeugung. Sie ist dazu auch dezentral einsetzbar und flexibler und unabhängiger als dies die Windrad- oder die Photovoltaiktechnolgie ist, die eben auf Wind und Sonneneinstrahlung angewiesen sind.

Desweiteren ist das Modell der vorgestellten Wasserradtechnologie dazu geeignet, kostengünstig auch in Drittweltländern eingesetzt zu werden. Damit wird es u.a. dem Konzept des JI/CDM des Kyoto-Protokolls gerecht und es kann, aufbauend auf die nun vorhandenen Energieversorgung, ein Sozialisierungs- und Demokratisierungsprozeß in Gang setzen, in Folge dessen sich eben diese Ländern aus ihrer bisherigen Situation weiterentwickeln können. Sozusagen eine Form pragmatischer Entwicklungshilfe, dies sollte auch allen Unkenrufen einer neuen Kolonisierung entgegenwirken.

Für alle zum Nachlesen, die URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,661710,00.html

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@ Michael Dittmar:
Ich moechte Ihrem Statement nicht widersprechen, dass es ewiges Wachstum (ich nehme an Sie meinen es im Stromverbrauch?) auf einem endlichen Planeten nicht geben wird.
Ich wage aber anzuzweifeln, ob das die richtige Frage ist. Sollten wir nicht einfach sagen: „noch gibt es genuegend Uran und wenn das Uran dann einmal ausgeht sind wir vielleicht mit der Fusion weiter und vielleicht mit den neuen Erneuerbaren“
Etwas allgeminer ausgedrueckt, sollen wir die Energiezukunft wirklich jetzt planen oder sollen wir nicht eher dem Fortschritt vertrauen und der Anpassungskraft, die einem freiheitlichen System innewohnt?

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Sehr geehrter Herr Karrer

Sie schreiben, sie (die Axpo) seien sich der Nachteile der Kernenergie «… sehr wohl auch bewusst». Mich würde interessieren, wo Sie deren Nachteile sehen. Falls Sie die Zeit finden würde ich es schätzen, wenn Sie das näher ausführen können.

Dabei würde ich mich gerne noch weitergehend informieren, was die aktuelle Kostenplanung betrifft. Wo finde ich solche Informationen – und macht die Axpo die aktuelle Kostenstruktur schon während der Planungsphase öffentlich zugänglich? Und wie stellt die Axpo sicher, dass es bezüglich der Kosten nicht zu einem Olkiluoto made in Switzerland kommt?

Besten Dank
Jürgen Ragaller

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Guten Tag Herr Karrer,
Sie schreiben
>Der globale Klimawandel mit seinen gravierenden Folgen ist eine der >grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft.

Wenn dem so waere warum wollen Sie dann die Stromluecke mit einem Gaskraftwerk ohne Gas verhindern (steht leider nicht in ihrem Artikel kann man aber uebrall bei der Axpo lesen) anstatt zu sagen

Warum sagen sie nicht einfach:

Ewiges Wachstum auf einem begrenzten Planeten kann es nicht geben sowohl wegen der begrenzten Resourcen (Uran eingeschlossen) als auch wegen des Klimaproblems.

Daraus folgt, ob wir wollen oder nicht, wir muessen den Kurs aendern.

michael

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