Mittwoch, Dezember 1st, 2010
Oder: die Webseite, die Sie (hoffentlich) nie zu sehen kriegen.
Im Kommunikationskonzept für den Notfall kann Twitter eine wichtige Rolle spielen. Wenn intern alle Stricke reissen und die Server down sind, bleiben die externen Dienste als letzte Möglichkeit, um die Aussenwelt auf dem laufenden zu halten. In einer Bibliothek ist heutzutage der Ausfall der Webserver einer der schlimmsten anzunehmenden Unfälle. Die ETH-Bibliothek hat sich bei der Umstellung auf die neue Homepage und ein neues WebCMS Gedanken gemacht, wie sie sich auf eventuelle Ausfälle vorbereiten kann. Dabei spielt Twitter eine wichtige Rolle. Grundsätzlich werden alle Aktuell-Meldungen auch über Twitter verbreitet. Das bedeutet, dass bei einem Ausfall der Suchmaschine oder wichtiger Dienste die Mitteilung auch über Twitter veröffentlicht wird. Primärer Publikationskanal bleibt jedoch die Homepage. Wenn nun aber der Webserver ausfällt, entfällt dieses Medium. Für diesen Fall wurde eine statische Seite eingerichtet, auf die automatisch umgeleitet wird. Diese Seite wird manchmal durch eine Meldung des Webservers (Service down…) generiert. Besucherinnen und Besucher der Seite bleiben dann in der Regel ratlos zurück.
Die ETH-Bibliothek hat sich für diesen Fall, der bisher erst einmal aufgetreten ist, eine Seite eingerichtet, die keine Fragen offen lässt: grafisch im Design der Homepage gehalten, enthält sie Informationen über den Systemausfall und zusätzlich ein Mashup des Twitterfeeds auf Deutsch und Englisch. Unserer Webmasterin habe ich versprochen, dass ich dieser Seite, die (hoffentlich) nie jemand zu sehen kriegt, einen Blogbeitrag widme, wenn sie die Integration des Twitterfeeds schafft. Und sie hat es getan, mit Hilfe des Profile-Widgets von Twitter (http://twitter.com/about/resources/widgets/widget_profile). Jetzt müssten wir im Notfall nur noch daran denken, unsere Meldungen über den deutschen und englischen Twitter-Account zu publizieren… Und am besten schreibt man sich natürlich bereits jetzt vorsorglich als Follower @ETHBibliothek ein!

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Freitag, April 23rd, 2010
Apps fürs #iPad
Einige Applikationen sind bereits vorinstalliert: Notizen, Kalender, Mail, Safari, Maps, iPod, Videos, Youtube… Aber kein Rechner, keine Uhr, wie beim iPhone – und natürlich auch kein Telefon und SMS.
Es sind schon viele Apps im App Store verfügbar, von denen ich einige installiert und ausprobiert habe: Kindle, Pages, Keynote, Papers, Twitteriffic, Twittelator, iAnnotate PDF, GoodReader, USA Today. Natürlich gibt es bereits viele Spiele, die vom schnellen Prozessor und dem brillanten Bildschirm profitieren. Auch als Musikinstrument steht dem iPad eine rosige Zukunft bevor…
Die Zahl der verfügbaren Apps steigt täglich an, viele gibt es aber erst in der iPhone-Version. Sie laufen zwar auf dem iPad, wirken aber wie eine schwache Emulation und gehen entweder auf dem brillanten Bildschirm fast verloren oder werden bei doppelter Grösse verpixelt. Das kann nur eine Übergangslösung sein für so zentrale Anwendungen wie Facebook, Stanza (!), iDisk (von Apple selbst….), Dropbox, Skype (da stört es noch am wenigsten) und viele andere. Liebe Leute von Lexcycle/Amazon und von Apple: wenn das iPad für die Nutzung von eBooks eingesetzt werden soll, müsst (!) ihr unverzüglich Stanza fürs iPad bringen.
Die Apple-Produkte Pages und Keynote aus der iWork-Suite kosten je 9.99$, sind aber eine wirklich lohnende Anschaffung. Die Möglichkeiten der Interaktion mit der Multitouch-Technologie werden hier sehr gut ausgenutzt. Beide Applikationen bieten praktisch den vollen Funktionsumfang. Wer seine Keynote-Präsentation ab iPad machen will und z.B. den integrierten Laserpointer einsetzen will, braucht allerdings das entsprechende Verbindungskabel. Pages wiederum ist momentan klar das beste Tool, um auf dem iPad Texte zu verfassen, zu formatieren und dann mit seinem PC und/oder mit Kollegen zu teilen.
Fast alle der genannten Apps bieten im Querformat erweiterte Ansichten an, z.T. mit einem zweiten Fenster oder mit einer zusätzlichen Vorschau. Sehr hübsch ist das bei Twittelator gelöst, der in der iPad-Version mein absoluter Favorit bei den Twitter-Clients ist.
Screenshot: Twittelator in der iPad-Version
Eine negative Überraschung ist, dass GoogleDocs nicht im Schreibmodus funktioniert. Man wird auf die mobile Version umgeleitet, die nur den Lesemodus erlaubt. Ich hoffe schwer, dass dies nur eine kurze Übergangsphase ist, denn für die Nutzung der Dokumente unterwegs wäre GoogleDocs absolut zentral. Ich schätze ohnehin, dass das iPad kein Ersatz, sondern eine supermobile Ergänzung zum PC sein wird. Und da ist es entscheidend, dass man die Dokumente in der Wolke ablegen kann. Auch Dropbox ist eine entsprechend wichtige App.
Über das Fehlen von Flash wurde schon viel geschrieben. Konkret bedeutet dies, dass außer mit der App Youtube kaum Videos online angesehen werden können. Auch Dienste wie Blip.fm funktionieren nicht. Erstaunlicherweise wird aber eine Präsentation auf SlideShare angezeigt. Obschon der Newsletter von SlideShare eine Lösung erst für die Zukunft in Aussicht gestellt hat.
> weiter zum Teil 3
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Freitag, Juli 3rd, 2009
Eigentlich ist es klar, dass die verschiedenen Web 2.0-Dienste so miteinander verknüpft sein sollen, dass man eine Mitteilung nur einmal schreibt und sie dann über die verschiedenen Kanäle publiziert wird. Das Unterfangen hat dann aber einige Tücken…
Blogs nach Twitter exportieren
Mit dem Dienst Twitterfeed (www.twitterfeed.com) funktioniert die Synchronisierung mehrerer Blogs in einen beliebigen Twitterfeed problemlos. Man kann verschiedene Blogs sogar mit unterschiedlichen Präfixen kennzeichnen, so dass in Twitter ersichtlich ist, woher der Eintrag kommt. Twitterfeed generiert eine Kurzmeldung und eine Tiny-URL (http://tinyurl.com), die auf den Originalblogeintrag verweist.
RSS nach Twitter exportieren
Eigentlich gibt es dafür dieselbe Methode wie bei den Blogs, via Twitterfeed.com. Lange Zeit akzeptierte Twitterfeed jedoch das RSS-Format des Aktuell-Feeds der ETH-Bibliothek nicht. Mit dem letzten Update von Twitterfeed.com werden auch RSS-Feeds ohne Zeitstempel synchronisiert. Somit war ein erster Zwischenschritt erreicht: alle RSS-Feeds der ETH-Bibliothek werden automatisch in den Twitterfeed der ETH-Bibliothek www.twitter.com/ETHBibliothek gespiegelt.
RSS und/oder Twitter auf Facebook-Pages anzeigen
Eigentlich gibt es ja eine Twitter-Applikation für Facebook (http://apps.facebook.com/twitter/), mit deren Hilfe der nun generierte einheitliche Twitterfeed auf der Pinwand einer Unternehmensseite angezeigt werden könnte. Doch das User-Forum bestätigt meine eigenen frustrierenden Erfahrungen: Ein Twitterfeed kann nur auf der persönlichen Facebook-Seite angezeigt werden, nicht auf einer Unternehmensseite. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Facebook-Applikation Notizen zu verwenden. Aber “Notizen” lässt nur einen einzigen RSS-Feed zu, der dann zusammen mit den manuell verfassten Notizen auf der Pinwand einer Unternehmensseite angezeigt werden kann. Es müsste aber doch jetzt funktionieren, dass ich den RSS-Feed von Twitter übernehme und in die Notizen importiere? Dieser Blogeintrag ist gerade der Test für diesen Weg. Falls es nicht klappt, weiss ich eine kompliziertere Variante, nämlich über eine Yahoo-Pipe. Mit Hilfe des Webdienstes http://pipes.yahoo.com lassen sich tatsächlich sehr komplexe Inhalte zu einem einzigen RSS-Feed bündeln, der sich dann (siehe oben) über Notizen in Facebook integrieren lässt. Aber das ist eigentlich ein allzu grosser Umweg für eine Schnittstelle zwischen Twitter und Facebook…
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Freitag, Juni 12th, 2009
Slides und Videos vom Vortrag von Rudolf Mumenthaler in der Zukunftswerkstatt #zw09 am Deutschen Bibliothekartag in Erfurt #bibtag09 sind jetzt online.
Thema: Erfahrungen der ETH-Bibliothek mit RSS-Feeds, Blogs, Facebook und Twitter.
Die Slides sind auf Slideshare aufgeschaltet:
Zudem gibt es ein Video (in drei Teilen), das auf dem Kanal zw090video auf Youtube aufgeschaltet worden ist. Hier Teil 1 eingebettet:
Und hier die Links zu den Teilen 2 und 3:
Kommunikation 2.0 – Teil 2
Kommunikation 2.0 – Teil 3
Herzlichen Dank dem Team der Zukunftswerkstatt für die Produktion des Videos.
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Dienstag, Juni 9th, 2009
Patrick Danowski hat die Frage in seinem Beitrag am Deutschen Bibliothekartag so gestellt: Chatten Sie noch oder twittern Sie schon?
Tatsächlich war Twittern (nebst dem vorzugsweise dafür eingesetzten iPhone) der heimliche Star am #bibtag09. Wer sich über die Schreibweise wundert: Informationen zum Hashtag gibt es u.a. auf dem Fan-Wiki von Twitter. Was mir besonders auffällt: seit ich regelmässig twittere, vernachlässige ich meinen Blog. Insbesondere ersetzt Twitter bestens die Kurzrezensionen von anderen Blogs. Ich schreibe jetzt nicht mehr einen kurzen Kommentar mit Verweis auf den Blogeintrag, der die Nachrichtenquelle war, sondern “retweete” die Kurzmeldung. Dadurch wird nun Twitter (mit den entsprechenden Applikationen für den Desktop und Mobilgeräte) zum eigentlichen News-Ticker. Patrick Danowski hat an seinem Vortrag gesagt, twittern sei wie Radio hören. Man befindet sich in diesem Datenstrom, kann aber gezielt das herauspicken, was einen wirklich interessiert. Gleichzeitig funktioniert man aktiv auch wie eine Presseagentur, die Kurzmeldungen verfasst und in alle Welt verschickt oder auch Meldungen von anderen aufgreift und weiterleitet.
Die Auswahl der Sender ist dabei viel einfacher als beim Radio: Indem man z.B. auf Twitterfall oder auch bei Tweetdeck oder Seesmic die Anzeige der Feeds auf einen bestimmten Hashtag reduziert. Ich twittere auf jeden Fall weiter! Und bloggen werde ich auch weiterhin.
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Mittwoch, April 22nd, 2009
Ich habe im Januar einen eher zweifelnden Beitrag im Blog geschrieben und mich gefragt, wozu Twitter denn gut sein soll. Seither habe ich Twitter aktiv genutzt, und zwar mit rein professionellen (also bibliothekarisch-informationstechnologischen) Interessen. Fazit: mittlerweile ist Twitter der von mir mit Abstand am meisten genutzte Webdienst. Aber weshalb? Was ist an den 140 Zeichen so interessant?
Punkt 1: Netzwerk
Twitter eignet sich am besten, um sich schnell und unverbindlich ein professionelles Netzwerk aufzubauen. Jemandem auf Twitter zu folgen (follow) ist bedeutend einfacher und unverbindlicher als in Facebook Freund zu werden (und dann alle Intimitäten zu teilen). Wenn jemand zu persönlich wird oder zu viel quatscht, kann man ihn per Knopfdruck still und heimlich wieder “unfollowen”. Sein persönliches Netzwerk kann man übrigens mit dem Tool Twitnest wunderschön visualiseren.
Punkt 2: Up to date sein und bleiben
Twitter ist ein hervorragender News-Ticker. Seit ich Twitter systematisch einsetze, brauche ich meine RSS-Reader (Google Reader, Bloglines) viel seltener. Die mich interessierenden Blogs habe ich in Twitter abonniert, da vermutlich 90% der Blogger auch einen Twitterfeed füttern. Die neuesten Blogeinträge kommen also über den Twitterdienst automatisch rein. Richtig nett wird der Newsticker mit den geeigneten Tools (siehe Punkt 4).
Punkt 3: Reply and Retweet
Die Antwortfunktion versteht sich von selbst. Nützlich ist die Funktion Retweet (RT), mit der man interessante Posts weiterleitet. OK, das ist nicht gerade originell. Aber zur Verbreitung nützlicher Infos an seine Follower ein sehr gut geeignetes Mittel. Ein spannender Link, ein nützlicher Literaturtipp – einfach retweeten.
Punkt 4:nützliche Helfer
Damit das funktioniert, braucht man geeignete Helfer. Es gibt zahllose Tools für Twitter. Meine Favoriten:
- Hashtags: Man kann einen Begriff mit einem #-Symbol kennzeichnen, und der wird dann als sog. Hashtag gefunden. Zum Beispiel auf www.hashtags.org oder direkt in der Twittersuche lässt sich der Begriff suchen. Oder durch Klicken auf einen solchen Hashtag werden gleich die aktuellsten Twitterfeeds zum Thema angezeigt. So kann man z.B. die Twitterfeeds zu einem Kongress kennzeichnen: #elag09 und sich dann alle Posts anzeigen lassen.
- Twitterfeed: unentbehrlich, um RSS-Feeds und Blogs auf seinen Twitterfeed zu spielen. Nur mit dem Format des RSS-Feeds der Aktuell-Meldung der ETH-Bibliothek hat Twitterfeed noch Mühe..
- Twittervision: die Welt als Dorf. So intensiv habe ich das noch nie gesehen, wie bei der geografischen Visualisierung der Twitterströme.
- Twitterrific: wer nicht mobil twittert, ist nur ein halber Twitterer. Twitterrific ist mein ständiger Begleiter als Applikation auf dem iPhone. Es fehlt eigentlich nur die Funktion Retweet.
- Nambu: eine Alternative zu Twitterrific. Bietet zusätzlich auch die Funktion Retweet an. Für Mac und iPhone.
- AlertThingy: Eine Desktopoberfläche für den eigenen Twitterfeed. Jeder neue Twitterbeitrag einer Following-Person wird aktiv angezeigt. Damit wird Twitter zum Newsticker. Man kann nämlich auch die Twitterfeeds von Zeitungen, Nachrichtendiensten etc. abonnieren. Achtung: Ablenkungsgefahr ist relativ gross, wenn es ständig blubbert und das Fenster aktualisiert.
- Seesmic: Noch eine Stufe verschärft: Hier lässt sich ein richtiges Cockpit mit Twitterfeeds anlegen. Besonders spannend: ich kann eine Suche abonnieren und das Ergebnis in einer Spalte stets aktualisiert anzeigen. Auch hier gilt: wer daneben noch arbeiten muss, sollte das Instrument nicht ständig einsetzen… Gibt es erst als Vorversion, lohnt sich aber schon jetzt.
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Mittwoch, Januar 28th, 2009
Bloggst du noch oder twitterst du schon? Ich höre und lese immer öfter, dass Twitter der nächste Megatrend sein soll. Aber was steckt denn hinter Twitter? Wer braucht neben allen anderen Tools und Plattformen denn noch Twitter? Ich habe begonnen, diese Plattform auszuprobieren und damit zu spielen. Mein erster Eindruck: es entspricht eigentlich der Statuszeile in Facebook. Ich kann eingeben, was ich gerade mache – und das ist bei Twitter so tiefsinnig wie bei Facebook… Zudem kann ich Leute suchen, denen ich folge (“follow”). Bei Facebook wird man Freunde und bleibt dann über Statusmeldungen und Pinwand in Kontakt.
So richtig haut mich das nicht aus den Schuhen. Und als Anwendung für die Bibliothek bringt der gute “alte” RSS-Feed mehr. Aber vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen?
Update: Immerhin erfahre ich jetzt, wie ich die Zahl meiner Follower erhöhen kann: Der nach Obama am zweitmeisten “gefolgte” (besser als verfolgte) Twitterer Kevin Rose gibt dazu auf Techcrunch die 10 besten Tipps: Ten Ways To Increase Your Twitter Followers. Ich lese, lerne und versuche zu verstehen…
Update 2: Die Library of Congress hat ihren Twitterauftritt im Blog der LOC mit den Worten angekündigt: “We Tweet, Therefore We Are”. Twitter wird als neuer Kanal zur Vermittlung von News und Content verstanden. Und hier geht es zum Twitter Feed der LOC.
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