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Kindle Touch im Praxistest

Mittwoch, Januar 18th, 2012

Noch sind die beiden neuen Flagschiffe der Kindle-Flotte, der Kindle Touch und der Kindle Fire in Europa nicht offiziell erhältlich. Wer sich trotzdem in den USA oder über Direktimport einen solchen E-Reader besorgt, muss mit Überraschungen rechnen. Beim Kindle Touch funktioniert alles bestens: Man kann seine gekauften E-Books mit dem Amazon-Account abgleichen, neue E-Books direkt kaufen, eigene E-Books (nach der Konvertierung ins Format Mobipocket) via USB-Verbindung vom PC hochladen etc. Schwierigkeiten macht nur das Firmen-WLAN an der Hochschule. Es ist ein kleiner Schönheitsfehler, dass das iPhone als Hotspot hinhalten muss, um eine Verbindung herstellen zu können.

Der Kindle Touch bietet – wie schon der Nook 2 – eine sehr brauchbare Multitouch-Funktion. Die Mini-Tastatur der Vorgängermodelle ist verschwunden, die nur sehr schwer bedienbar war. Die virtuelle Tastatur, die zur Texteingabe eingeblendet wird, ist für Smartphone-Geübte recht gut benutzbar. Die Darstellung der E-Books erfolgt auf dem 6-Zoll-Bildschirm in ausgezeichneter Qualität. Texte ohne Bild lassen sich so sehr bequem und entspannt lesen. Und das ist denn auch der grosse Vor- und Nachteil der aktuellen E-Ink-Reader-Modelle: sie sind wirklich gut geeignet zum Lesen von E-Books, aber für mehr leider nicht. Schon bei PDF-Dokumenten stösst der kleine Bildschirm an seine Grenzen. Bei einem einspaltigen A4-Dokument sind die Buchstaben entweder zu klein, oder man muss über die Lupenfunktion mühsam auf der Seite von links nach rechts und von oben nach unten scrollen. Und leider lassen sich PDF-Dokumente nicht ohne Weiteres ins E-Book-Format Mobipocket konvertieren (auch nicht in EPUB, wohlgemerkt). Der installierte Webbrowser ist unter der Rubrik Experimental zu finden. Zu überzeugen vermag das Experiment jedoch nicht – ein Webbrowser in Graustufen wird sich nicht durchsetzen können. Toll ist bei den Kindles natürlich die Integration in den Amazon Kindle Store mit mittlerweile gegen 1 Mio. E-Books, davon etwa 56‘000 in deutscher Sprache. In den USA kommt die Ausleihfunktion dazu, wofür man ein Amazon Prime-Abonnement benötigt. Mit 79 $ pro Jahr ist man dabei und kann dann aus mittlerweile auch schon 50‘000 Buchtiteln zur Ausleihe wählen (quasi mit Flatrate) oder auch Videos ausleihen (aber dafür ist der Kindle Touch nicht geeignet…). Bibliotheken spielen mit diesem Modell ganz klar keine Rolle mehr bei der Buchausleihe.

Insgesamt bestätigt sich die Einschätzung, wonach die E-Ink-Reader in Richtung Nische im Tiefpreissegment tendieren. 

Auch wenn der Kindle Touch also offiziell in Europa noch nicht erhältlich ist, kann ein in den USA gekauftes Gerät bestens genutzt werden. Ganz anders verhält es sich mit dem Kindle Fire, dem supergünstigen Tablet aus dem Hause Amazon. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag…

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E-Book-Reader im Test: Kindle 3

Freitag, September 24th, 2010

Jetzt ist der Kindle 3 also auch in der Schweiz erhältlich. Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Kindle spürbar verbessert wurde und nun zu einem attraktiv tiefen Preis angeboten wird – zumindest in den USA. Dort ist das Modell mit WiFi (ohne 3G-Anbindung) für nur noch $139.- zu haben. In der Schweiz ist das Gerät für Fr. 239.- zu haben, das Modell mit 3G für 299.- (bei Digitec). Mit der massiven Preisreduktion hat Amazon eine Entwicklung eingeläutet, die den e-Ink-Readern neben den Tablets einen Platz sichern sollen.

Auffällige Neuerung ist die Reduktion der Grösse des Readers, ohne dass der Bildschirm kleiner geworden wäre. Damit konnte auch das Gewicht verringert werden (um 40 Gramm), so dass der Reader insgesamt handlicher und praktischer wirkt. Der Bildschirm wirkt tatsächlich brillanter als bei seinem Vorgänger, gemäss Angaben von Amazon ist der Kontrast um 50% erhöht worden. Der gewöhnungsbedürftige Joystick der letzten Kindle-Reihe wurde nun durch ein Pfeilkreuz ersetzt. Doch auch mit dieser neuen Lösung bleibt die Navigation ein Schwachpunkt des Kindle, vor allem im Vergleich mit den Touchscreen- oder gar den Multitouch-Geräten. Alle externen Anschlüsse und der Einschaltknopf sind an die Unterseite gewandert, was sicher kein Nachteil ist. Übersichtlicher sind auch die neuen Buttons für Home, Menu und Back, die rund um das Navigations-Viereck angeordnet sind.

Die verkürzten Ansprechzeiten des Bildschirms fallen nicht wirklich auf. Da bringt die Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell noch zu wenig, denn der Bildschirm flackert nach wie vor bei jedem Umblättern auf. Das mag zwar im Vergleich zu anderen e-Ink-Readern verbessert worden sein, aber wer sich ans iPad gewohnt ist, empfindet das als störend. Die Vorzüge der alten Kindle-Modelle sind natürlich geblieben: sehr gute Lesbarkeit des Bildschirms für Graustufen, kaum Blendeffekt und sehr lange Akkulaufzeiten.

Grössenvergleich Kindle 3 und Kindle 2

Grössenvergleich Kindle 3 und Kindle 2

Insgesamt kann ich mich dem Urteil der meisten Rezensenten anschliessen. Das Upgrade bedeutet eine spürbare Verbesserung bei gleichzeitig deutlich niedrigerem Preis.

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Kindle for iPhone im Test

Mittwoch, Dezember 16th, 2009

Die Serie über das iPhone als eReader muss aus aktuellem Anlass ergänzt werden: Amazon bietet nun Kindle for iPhone auch in Europa an. Und ich muss sagen, die nahtlose Integration über Whispernet ist schlicht umwerfend. Zunächst werden einmal alle Bücher (nicht aber abonnierte Zeitungen oder Zeitschriften), die ich im Kindle Store gekauft habe, auf alle meine registrierten Geräte übertragen: sowohl auf den Kindle, wie auch auf Kindle für PC und Kindle fürs iPhone. Ich habe also alle (gekauften) Dokumente jederzeit auf jeder Plattform zur Verfügung.
Wenn ich es richtig verstanden habe, nimmt Whispernet jene Verbindungsart, die gerade zur Verfügung steht: das LAN beim PC, das WLAN oder die Telefonverbindung beim iPhone. Absolut überzeugend ist die Synchronisation der letzten Lesestelle: wenn man im eBook auf dem Kindle für PC gelesen hat, die Anwendung schliesst und dann das iPhone zur Hand nimmt, fragt die Applikation, ob man bei der zuletzt gelesenen Passage (“Location”) weiterlesen möchte. Und umgekehrt erscheint der Dialog auf dem PC, wenn man nach der Lektüre auf dem iPhone wieder Kindle für PC öffnet. Diese nahtlose Intergration ist echt genial. Leider funktioniert sie mit meinem Kindle US-Version nicht, sollte es aber mit der Kindle International Edition.
Noch nicht geklappt hat die Synchronisation der Notizen, die ich auf dem iPhone sehr einfach und intuitiv anbringen kann, oder mit den Bookmarks, die ich sowohl mobil wie auch auf dem PC setzen kann. Wenn man neue Bücher für Kindle for iPhone kaufen will, muss das im Kindle Store ausgeführt werden. Diesen kann man entweder vom PC aus über den Browser aufrufen oder über die zusätzliche iPhone Applikation Amazon.com.

Screenshots: Kindle for iPhone mit Seitenansicht und Dialog für Anzeige der zuletzt gelesenen Stelle
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Erfahrungen mit dem Kindle 1

Mittwoch, April 1st, 2009

In den USA ist der Kindle 2 zurzeit ein grosses Thema. Bei uns gibt es aber noch nicht einmal das Vorgängermodell offiziell zu kaufen. Die ETH-Bibliothek hat sich letzten Herbst ein Exemplar beschafft, und ich habe es getestet. Es war nicht gerade Liebe auf den ersten Blick…
Das Handling des Geräts ist furchtbar umständlich. Der Einschaltknopf befindet sich auf der Rückseite, und immer, wenn ich ihn betätige, fällt der Kindle aus dem “schönen” gefütterten Etui. Diese Hülle ist in Verbindung mit der Fixiereinrichtung am Gerät selber die blanke Katastrophe. Punkto Benutzerfreundlichkeit lässt sich der Kindle fast nur noch verbessern: die Knöpfe sind so angebracht, dass ich das Gerät nicht anfassen kann, ohne ungewollt umzublättern. Das Click-Wheel zur Navigation ist nach der ersten Angewöhnung durchaus brauchbar. Die Schrift – wohl das Wichtigste an der Sache – ist sehr gut lesbar. Sie lässt sich mit einem schwer auffindbaren (vor allem, wenn man kurzsichtig ist und die Schrift vergrössern möchte…) Knopf auf der Tastatur vergrössern oder verkleinern. Dadurch verändert man auch den Umbruch der Seiten. Entsprechend wird bei den eBooks keine Seitenzahl angegeben, sondern eine “Location”. Worauf sich die bezieht (Zeile? Absatz?) ist mir nicht klar. Entsprechend schwierig ist die Orientierung in einem längeren Text. Im Gegensatz zum Sony prs-505 erlaubt der Kindle die Volltextsuche in den gespeicherten Dokumenten. Das funktioniert gut und bietet einen direkten Zugriff auf Informationen.
Aber wie kommt denn ein Text ausserhalb der USA überhaupt auf den Kindle? In den USA kann man eine eigenes WLAN “Whispernet” verwenden, um Bücher bei Amazon zu kaufen. Theoretisch sollte man auch über den USB-Anschluss eBooks in den Formaten .txt, .mobi und .prc auf den Kindle laden können. Ich habe das nach einigen erfolglosen Versuchen aufgegeben und danach den Kindle in der Schublade verschwinden lassen. Bis sich ein IT-Mitarbeiter (Danke, Greg!) gemeldet hat, der mir sagte, es müsste gemäss Herstellerangaben möglich sein (read the f*ing manual!). Tatsächlich beschreibt Amazon auf der Hilfe-Seite, wie man vorgehen muss und warnt, dass es auch zu Problemen mit der Netzwerkkennung führen könne. Ich habe in der Folge mehrere Netzlaufwerke getrennt, den PC mit und ohne eingeschaltetem Kindle neu gestartet – Fehlanzeige! Dann habe ich es zu Hause auf dem Mac probiert – und siehe da, es hat funktioniert! So konnte ich einen eigenen Text und im Shop bezogene (kostenlose) Bücher im Mobipocket-Format auf den Kindle laden.

Na ja, die grosse Liebe wird das nicht, zwischen dem Kindle (1) und mir. Aber nach dem Erfolgserlebnis mit den hochgeladenen Texten werde ich es mal mit dem Kindle 2 versuchen und  hoffe auf eine benutzerfreundliche Hardware. Aber der grosse Nachteil des in sich geschlossenen proprietären Systems wird auch beim Kindle 2 nicht durch eine verbesserte Usability aufgewogen.

eBook-Reader an der CEBIT

Freitag, März 6th, 2009

Heise berichtet über “Die versteckten E-Book-Reader” an der CEBIT und zeigt, dass es neben Kindle 2 und Sony noch andere Varianten gibt. Im Artikel werden Produkte von Foxit, Bebook, Netronix und iRex vorgestellt.

Golem.de berichtet wiederum über den Txtr, eBook-Reader von Wizpac. Das Video dazu hat leider Werbung, weshalb ich es nicht in meine Seite einbaue…

und wenn wir schon beim Thema sind: Amazon hat in den USA die Kindle-Applikation fürs iPhone veröffentlicht. Somit sind in den USA die 240’000 Bücher im Kindle-Store auch übers iPhone zu beziehen. Danke an elektrolese.

eBook-Reader von Plastic Logic (update 2)

Mittwoch, Februar 11th, 2009

Plastic Logic hat auf der Consumer Electronics Show den ultradünnen Prototyp eines neuen eBook-Readers vorgestellt. Er bietet einen grossen Bildschirm (A4). Die Technologie wurde von den Cambridge University Cavendish Laboratory entwickelt und soll 2010 marktreif sein. Sarah berichtet auf elektrolese auch über einen Prototypen von Samsung.

Update vom 27.1.09: Engadget berichtet, dass der e-reader nicht vor 2010 marktreif sei. Man müsse sich schon noch mindestens 12 Monate mit herkömmlichem Papier herumschlagen, bevor das Warten ein Ende habe. Auf der Webseite von InfoWorld gibt es ein Video mit einem Interview und einer Demo des Plastic Logic Document Reader. Allerdings scheint mir die Demo etwas gar statisch und zu sehen ist eher ein Mockup als ein Prototyp in Aktion…

Dem Thema Plastic Logic vs Kindle widmet Engadget eine grössere Story und meint: ist 2009 das Jahr, das das Ende des Prints einläutet?

Update 2 vom 11.2.09: golem.de berichtet, dass Plastic Logic erste Partner vorgestellt hat. Dazu gehören die Financial Times, USA Today, Fictionwise, Ingram Digital, LibreDigital und Zinio.

Was ist neu am Kindle 2?

Dienstag, Februar 10th, 2009

Mark Hendrickson hat für Techcrunch den am 24.2.09 erscheinenden Kindle 2 begutachtet. Sein Fazit: es handelt sich um eine mässige Verbesserung. Der neue Kindle ist etwas leichter, schneller, hat mehr Speicherkapazität und ist weniger hässlich.

All-in-all, the new Kindle is a modest step up from the first generation, introducing nothing too radical to the design or functionality but improving the device in a variety of incremental ways.

Die Zahl der in den USA verfügbaren Titel liegt bei 230’000. Wichtig auch der Hinweis, dass Amazon daran arbeitet, Kindle-Bücher auch für andere Mobilplattformen verfügbar zu machen.


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