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#Kindle in Europa erhältlich – und getestet

Montag, Oktober 19th, 2009

Amazon hat in den letzten Tagen angekündigt, dass der Kindle jetzt auch nach Europa komme. Tatsächlich können bereits heute schon Bücher aus dem Kindle-Store gekauft und auf den Kindle geladen werden. Ich habe es konkret mit meinem Kindle DX ausprobiert, den ich vor einiger Zeit via eBay gekauft hatte. Man muss das Gerät bei Amazon registrieren und eine Kreditkartennummer angeben. Zuvor war der Kauf von Büchern aus dem Kindle-Store nur über eine US-Kreditkarte möglich, nun klappt das auch mit meiner Schweizer Rechnungsadresse. An und für sich sollte Zentraleuropa gut durch Whispernet abgedeckt sein, wie die Karte der Abdeckung zeigt. Whispernet sollte das bestehende 3G, EDGE oder GPRS-Netz nutzen. Die Lieferung soll ausserhalb der USA mit 99 Cent in Rechnung gestellt werden. Mit dem Kindle DX hat der drahtlose Bezug der gekauften Titel in der Umgebung der ETH Zürich heute nicht geklappt. Aber man kann sich ein gekauftes Dokument auch auf den PC laden und von dort aus synchronisieren. Das hat tadellos funktioniert.

Nun habe ich nicht nur ein Buch aus der riesigen englischsprachigen Auswahl des Kindle-Store gekauft, sondern auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung abonniert. Hier hoffe ich dann natürlich auf die drahtlose Lieferung am Morgen. Die Zeitung kommt in komplett neuem Layout daher. Sie wird dem kleinen Bildschirm (ich wunderte mich schon, wie das beim 6-Zoll-Bildschirm aussehen würde) angepasst, verliert dadurch aber auch den Eindruck einer Zeitung. Ich vermisse den schnellen Überblick, den das klassische Zeitungslayout vermittelt oder den Newsticker, wie wir ihn von Webangeboten her kennen. Da sehe ich also noch durchaus Optimierungspotential.

Wenn ich die Informationen richtig interpretiere, ist übrigens nur der Kindle 2 offiziell für Europa erhältlich, nicht aber der Kindle DX.

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Lehren und Lernen mit den digitalen Möglichkeiten der ETH-Bibliothek

Dienstag, August 25th, 2009

Im Rahmen des E-Learning-Podcasts der ETH ist ein Interview mit Rudolf Mumenthaler zu den elektronischen Dienstleistungen und zum Innovationsmanagement der ETH-Bibliothek erschienen. Produziert wird der Podcast von NET, dem Network for Educational Technology der ETH Zürich. 

http://blogs.ethz.ch/net/category/podcasting/

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#Kindle drahtlos nutzen

Donnerstag, August 13th, 2009

Für die Nutzung der eBook Reader ist entscheidend, wie die eBooks auf den Reader gelangen. Amazon bietet für den Kindle bekanntlich das proprietäre WiFi-Netz “Whispernet” an. In Europa hat man nichts davon, da der Dienst vorläufig nur in den USA angeboten wird. Angeblich ist die Einführung des Kindle in Deutschland an den unterschiedlichen Vorstellungen von Amazon und der Telecom-Firmen über den Preis für die Nutzung des Mobilfunknetzes für Whispernet gescheitert. Auf einer Reise in die USA hatte ich nun Gelegenheit, Whispernet im Einsatz zu erleben. Und ich bin ziemlich begeistert, muss ich zugeben. Zuerst muss ich vorausschicken, dass ich mich in einer Grossstadt (Boston) aufgehalten habe. Whispernet ist, so viel ich weiss, nicht flächendeckend zu haben. Man muss sich also schon vor der Abreise in die Wildnis oder in die Berge mit eBooks eindecken.

Auffallend war, wie schnell sich der Kindle DX mit dem Kindle-Store verbunden hat und die Buchtitel geladen hat. Der Stromverbrauch ist auch nicht übermässig gestiegen. Der Kindle hat eine längere Zeit ohne Neuaufladung gut überstanden. Das mitgebrachte Kabel konnte im Koffer bleiben.

Einmal mit dem Kindle-Store verbunden kommt eine Stärke des Amazon-Pakets voll zum Tragen: das riesige und qualitativ absolut hochstehende Angebot an eBooks. Allerdings nur in englischer Sprache. Es gibt kein einziges Buch in deutscher Sprache, was angesichts der Beschränkung auf den US-Markt verständlich ist, aber mir halt doch negativ aufgefallen ist. Aber auf Englisch gibt es eine fast unbgrenzte Auswahl an aktuellster Literatur, ob Belletristik oder Fachbücher. Und man lädt die Bücher schnell mal im Hotelzimmer, im Café oder im Flughafen. Kleiner Wermutstropfen: wer keine Kreditkarte mit US-Adresse besitzt, kann keine Bücher kaufen und keine Zeitungen oder Zeitschriften abonnieren. Bei den Büchern kann man sich aber jeweils ein Sample von ein paar Seiten herunterladen. Dadurch hat man immerhin einen Eindruck von der Qualität der eBooks. Und da würde ich bei reinem Text die Höchstnote vergeben.

Und ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn ich morgens aufstehe und mir die neuste Ausgabe der abonnierten Tageszeitung direkt über Whispernet auf den Kindle laden könnte. Nicht übel die Vorstellung. Leider konnte ich es mangels US-Kreditkarte nicht testen. Aber auch die begrenzte Nutzung hat mich darin bestätigt, dass der Kindle DX ein weiterer Schritt in eine Zukunft ist, in der sich unsere Lesegewohnheiten dramatisch verändern werden. Es fehlen noch zwei-drei wichtige Elemente für den Durchbruch, aber der wird in den nächsten Monaten erfolgen, da bin ich mir schon ziemlich sicher.

#Kindle DX in der Praxis

Dienstag, Juli 7th, 2009

Der erste positive Eindruck hat sich in der Praxis bestätigt: Der Kindle DX bedeutet einen grossen Schritt in Richtung alltagstauglichem eBook Reader. Neben dem grösseren Display, welches das Lesen von Pdf-Dokumenten erlaubt, die nur als Bilddatei verfügbar sind, ist es vor allem die Offenheit für das Pdf-Format, das entscheidende Vorteile bringt. Das Lesen mit dem Kindle DX ist wirklich sehr angenehm. Bei einem genügend grossen Angebot an interessanten eBooks im entsprechenden Format kann ich mir langsam vorstellen, den Kindle einer Tasche von Büchern, die ich in die Ferien mitschleppen muss, vorzuziehen.

ABER: Ich schliesse mich der Meinung von Tim O’Reilly an, der in seinem Beitrag “Why Kindle Should Be An Open Book” die Öffnung gegenüber Standards und die Absage an DRM fordert – oder der Kindle wird sich als Sackgasse erweisen. Ein lesenswerter Artikel von Giles Slade skizziert ein anderes Szenario: Eebs: A History of Future Publishing.  eBooks müssen sich von ihren gedruckten Vorbildern lösen und sich auf den sinnvollen Einsatz der technischen Möglichkeiten konzentrieren, dann werden sie zu einem eigenständigen Medium, den Eebs. Slade sieht den Kindle gegenüber dem Sony klar im Vorteil. Das sehe ich auch so. Aber es gilt die eingangs zitierte Bemerkung: der Kindle hat nur eine Zukunft, wenn er von DRM und geschlossenen Formaten befreit wird.

UND: Nicht existent ist eine vernünftige Verwaltung der Buchtitel auf dem Kindle oder auf dem PC. Hier bewegt sich der Kindle noch tief in der Steinzeit. Und hier sehe ich den eigentlichen Haken an der Sache: Apple hat es im Bereich Musik vorgemacht. Der Erfolg des iPod ist nicht (nur) seinem Design und seinen technischen Möglichkeiten, auch nicht nur dem Marketing zu verdanken. Entscheidend ist die Integration der ganzen Beschaffung und Verwaltung der Medien. Der entscheidende Erfolgsfaktor für den iPod war und ist iTunes, das Apple in einer zweiten Phase für die Windows-Plattform geöffnet hat. Über iTunes kauft und verwaltet man alle Inhalte. Man legt Wiedergabelisten (auch intelligente) an, gruppiert und bewertet die Songs und synchronisiert sie dann mit beliebigen iPods und iPhones. Und hier hat Amazon den Zug vielleicht schon verpasst. Wenn ich mehr als 30 eBooks auf meinem PC oder meinem Kindle habe, verliere ich bei der rudimentären Filestruktur schon die Übersicht. Ich kann einzelne Dokumente nicht gruppieren oder kategorisieren.

#Kindle DX im Test

Mittwoch, Juli 1st, 2009

Erstaunlich schnell wurde der neue Kindle DX geliefert. Auch wenn er in absehbarer Zeit nicht in Europa erhältlich ist, kann man den Kindle problemlos über eBay kaufen.

Vorneweg der erste Eindruck: Nicht übel! Eigentlich sogar sehr gut! Gegenüber dem Kindle 2 fallen folgende Punkte positiv auf:

  • Der Kindle DX liest problemlos PDF-Dokumente. Das heisst, dass ich alle meine eigenen Texte, von der Bibliothek lizenzierte eBooks (meist kapitelweise) oder frei erhältliche PDF-Dokumente (ohne DRM) auf den Kindle DX laden kann. Man ist also nicht mehr vom Mobipocket-Format abhängig.
  • Der Bildschirm ist so gross, dass auch reine Bild-Dokumente (PDF ohne OCR) gut gelesen werden können. Der Bildschirm ist mehr als doppelt so gross wie beim Kindle 2 oder beim Sony PRS. Der Effekt für die Lesbarkeit der Dokumente ist enorm. Waren bei den kleineren Modellen ältere Texte, die nicht OCR hinterlegt hatten, völlig unlesbar, erscheinen auf dem DX auch die digitalisierten alten Drucke in sehr gut lesbarer Form. Bei “normalen” Texten muss bei gleicher Schriftgrösse weniger geblättert werden.
  • der Kindle DX erkennt (auf Wunsch) automatisch, wenn die Anzeige im Querformat erfolgen soll. Das erhöht die Lesbarkeit nochmal, denn durch Kippen wird die Schrift  auf die Bildschirmbreite angepasst und vergrössert. Einziger Nachteil: die Tasten fürs Umblättern sind dann unten am Bildschirmrand und nicht mehr so einfach zu erreichen.
  • Eine schlichte Lederhülle schützt den Kindle DX. Die weisse Oberfläche ist ohne Hülle sehr schnell verschmutzt.

Nachteile? Die Vorteile haben natürlich ihren Preis, bei eBay-Händlern aktuell 468 Euro. Hinzu kommen noch Versandkosten. Gegenüber dem Kindle 2 fällt auf, dass die Tasten am linken Rand (vor- und zurückblättern) weggefallen sind. Ich weiss noch nicht, ob ich sie vermissen werde… Die Tastatur am unteren Rand hat eher leichter zu bedienende Knöpfe als das Vorgängermodell. Die Zahl der Knöpfe ist reduziert, da der Nummernblock als Tastenbelegung in die QWERTY-Tastatur integriert ist.

Vergleichen wir einen von der ETH-Bibliothek digitalisierten älteren Text, nämlich die Geschichte der Vermessungen in der Schweiz von Rudolf Wolf, auf den beiden Kindle-Geräten. Nur der Kindle DX zeigt das Dokument im PDF-Format an. Für den Kindle 2 muss es zunächst ins Mobipocket-Format umgewandelt werden (mit MobiPocket Creator). Das Resultat ist ein nicht wirklich lesbares Dokument. Das PDF als Bild lässt sich auf dem Kindle 2 nicht vergrössern und erscheint negativ (schwarzes Blatt mit weisser Schrift), wogegen derselbe Text auf dem Kindle DX sehr gut leserlich ist (siehe unten). Einen anderen Versuch unternehme ich mit einem Mobipocket-Dokument aus dem Gutenberg-Projekt. Auf beiden Readern ist der Text von Georg Büchner, Dantons Tod, einwandfrei zu lesen. Nur hat auf dem DX ungefähr drei Mal so viel Text Platz, was weniger Blättern und mehr Komfort bedeutet.

Hier die Grössenverhältnisse im Bild: Links der Kindle 2 mit einer Seite aus einem eBook, rechts der Kindle DX im Querformat mit einem alten Buch im PDF-Format.

Fazit: Der Kindle DX überzeugt mit einem sehr gut lesbaren Bildschirm und der Öffnung gegenüber dem PDF-Format. Ich freue mich auf die Lektüre unterwegs…


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