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mobile Version des Blogs Innovation@ETH-Bibliothek

Donnerstag, Dezember 2nd, 2010

Mit dem Plugin WPtouch für WordPress ist es tatsächlich ein Kinderspiel, eine mobile Version eines Blogs zu erstellen. Mit ein paar Klicks lässt sich der mobile Auftritt ansprechend konfigurieren. Man kann Farbe und Schrift der Titel und Hintergründe einstellen und das Menu einrichten. Wenn man in der PC-Version der Blogbeiträge jeweils ein Artikelbild definiert, kann dieses als Thumbnail in der Beitragsübersicht angezeigt werden.

Über die Einstellungen kann man steuern, ob die mobile Version automatisch oder nach manueller Eingabe angezeigt wird. Unterstützt werden (nicht getestet) alle gängigen Smartphones (Android, Blackberry, WebOS, iPhone). In jedem Fall findet sich am Schluss der Seiten ein Button, mit dem das “mobile theme” ein- oder ausgeschaltet werden kann. Und die mobile Version bietet noch spezielle Features: so kann man die Beiträge nicht nur kommentieren, sondern aus der Anwendung heraus über Twitter und E-Mail verschicken oder auf Del.icio.us und anderen Plattformen abspeichern.

Screenshots vom iPhone: drei Seiten der mobilen Version, generiert mit WPtouch

Viel Spass mit der mobilen Version des Blogs!

Calibre zur Verwaltung von eBooks

Mittwoch, Februar 17th, 2010

Dem Thema Management-Tools für die eBooks habe ich ja schon früher einen Beitrag gewidmet. Mittlerweile habe ich die Software Calibre recht intensiv genutzt und kann sie wirklich empfehlen. Calibre bietet sehr umfangreiche Funktionen zum Management der eBooks. Zentral ist die Funktion zur Konvertierung verschiedener Ausgangsformate (PDF, Word, HTML, TXT) sowohl in EPUB als auch in MOBI-Formate. Weiter kann man die Metadaten der eBooks bearbeiten und so eine Struktur in seine Kollektion bringen. Die auf dem PC (oder Mac) gespeicherten eBooks lassen sich dann sehr einfach auf die verschiedenen eReader übertragen. Das hat mit fast allen getesteten Geräten funktioniert: vom Kindle über die Sony-Modelle bis hin zum nook und dem iRex Digital Reader. Calibre übernimmt also die Funktion des “Hub” für die Synchronisierung der eBooks mit unterschiedlichsten Lesegeräten. Ein Wermutstropfen bleibt: bei DRM geschützten eBooks kann auch Calibre nicht weiterhelfen.
Calibre schafft auch die Synchronisierung mit dem iPhone – gerade im Hinblick auf den iPad sehr interessant. Calibre bietet einen integrierten Webserver an, den man mit der iPhone App Stanza ansteuern kann. Voraussetzung dafür ist, dass der PC und das iPhone am selben WLAN angeschlossen sind. Das war der Grund, weshalb es bei mir zunächst nicht geklappt hat. Am einfachsten ist es, wenn man PC und iPhone an ein Netz ohne Firewall und notwendiger Authentifizierung (auch nicht über VPN) verbindet. In meinem Fall hat es mit dem “public” Netz der Hochschule funktioniert. Stanza erkennt die eBooks im EPUB-Format in Calibre, die sich dann in die Stanza-Bibliothek herunterladen lassen.

Screenshots: Stanza erkennt eine freigegebene Calibre-Bibliothek im Netz. Einzelne oder alle eBooks können aufs iPhone geladen werden.

Mit Calibre lassen sich von einem eBook gleich mehrere unterschiedliche Formate verwalten, wie der Screenshot von der Calibre-Anwendung zeigt.

Screenshot: Links unten sieht man die unterschiedlichen Formate, die Calibre zu einem eBook verwaltet.

Von hier aus kann man dann das gewünschte Format auf den jeweiligen Reader übertragen, also das MOBI auf den Kindle oder den iRex, die EPUB-Version auf den Sony-Reader oder den nook. Ein anderes Kapitel ist dann noch das Umformatieren der eBooks. Dazu später mehr…

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Kindle for iPhone im Test

Mittwoch, Dezember 16th, 2009

Die Serie über das iPhone als eReader muss aus aktuellem Anlass ergänzt werden: Amazon bietet nun Kindle for iPhone auch in Europa an. Und ich muss sagen, die nahtlose Integration über Whispernet ist schlicht umwerfend. Zunächst werden einmal alle Bücher (nicht aber abonnierte Zeitungen oder Zeitschriften), die ich im Kindle Store gekauft habe, auf alle meine registrierten Geräte übertragen: sowohl auf den Kindle, wie auch auf Kindle für PC und Kindle fürs iPhone. Ich habe also alle (gekauften) Dokumente jederzeit auf jeder Plattform zur Verfügung.
Wenn ich es richtig verstanden habe, nimmt Whispernet jene Verbindungsart, die gerade zur Verfügung steht: das LAN beim PC, das WLAN oder die Telefonverbindung beim iPhone. Absolut überzeugend ist die Synchronisation der letzten Lesestelle: wenn man im eBook auf dem Kindle für PC gelesen hat, die Anwendung schliesst und dann das iPhone zur Hand nimmt, fragt die Applikation, ob man bei der zuletzt gelesenen Passage (“Location”) weiterlesen möchte. Und umgekehrt erscheint der Dialog auf dem PC, wenn man nach der Lektüre auf dem iPhone wieder Kindle für PC öffnet. Diese nahtlose Intergration ist echt genial. Leider funktioniert sie mit meinem Kindle US-Version nicht, sollte es aber mit der Kindle International Edition.
Noch nicht geklappt hat die Synchronisation der Notizen, die ich auf dem iPhone sehr einfach und intuitiv anbringen kann, oder mit den Bookmarks, die ich sowohl mobil wie auch auf dem PC setzen kann. Wenn man neue Bücher für Kindle for iPhone kaufen will, muss das im Kindle Store ausgeführt werden. Diesen kann man entweder vom PC aus über den Browser aufrufen oder über die zusätzliche iPhone Applikation Amazon.com.

Screenshots: Kindle for iPhone mit Seitenansicht und Dialog für Anzeige der zuletzt gelesenen Stelle
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Vergleich von iPhone und eInk-eReader

Montag, Dezember 7th, 2009

Zum Abschluss der kleinen Beitragsreihe über das iPhone als eReader möchte ich es mit den gängigen eReadern vergleichen, die auf der eInk-Technologie basieren. Es geht dabei letztlich um die Frage, ob ein multifunktionales Gerät gegenüber dedizierten eReadern das Rennen machen wird. Wobei sich diese Frage natürlich auch auf anderen Gebieten stellt: gerade heute habe ich einen Bericht über das iPhone als Navi gelesen. Und für mich ist klar: ein separates Navigationsgerät hätte ich nie gekauft – aber auf dem iPhone brauche ich die Funktion sehr häufig. Aber hier jetzt der Vergleich in Bezug auf einige wichtige Kriterien:

Angebot an eBooks
Insgesamt ist das Angebot fürs iPhone grösser als für die einzelnen eReader. Die Auswahlmöglichkeit von Büchern im App Store von Apple ist jedoch denkbar schlecht. Hier sind Amazon und Barnes & Noble weit voraus. Damit die eBooks im App Store erfolgreich sein sollen, braucht es mehr als eine ständig wachsende Anzahl. Apple müsste hier auch für Bücher all das bieten, was man im Bereich Musik kennt: neben einer guten Suche gehört sicher die Kategorisierung nach Genres dazu. Fürs iPhone wäre eine separate Applikation nützlich, welche analog zur App iPod für Musik und Video die Nutzung von eBooks auf dem iPhone unterstützen würde.

Verwaltung der eBooks
Auf dem iPhone benötigt man mehrere Applikationen, um alle Angebote nutzen zu können. Je mehr solcher Plattformen man nutzt, desto mehr vermisst man eine zentrale Management-Software für alle eBooks – so wie es sie für Musik bereits gibt. Sony ist mit der eBook Library der einzige Anbieter mit einer zufriedenstellenden Verwaltungssoftware. Auf dem iPhone könnte Stanza eine solche Rolle spielen, vor allem wenn man die verschiedenen Formate in ein einheitliches Format bringen könnte. Wegen der unterschiedlichen DRM scheint das jedoch unmöglich. Beim Kindle fehlt ein solches Verwaltungstool völlig.
Aus meiner Sicht ist das Datenmanagement ein entscheidender Erfolgsfaktor, wie sich vor Jahren bei der Musik gezeigt hat. Am Anfang von Apples Erfolgsmodell stand die Software iTunes zum Rippen von CDs und zur Verwaltung der Musik.

Dateiformate
Das iPhone kann mit Hilfe der unterschiedlichen Applikationen so ziemlich jedes Format lesen. Aber eben, man braucht DocumentsToGo für Textdokumente und PDF, Kindle für Amazons azw-Formate, Stanza für EPUB etc. Die verschiedenen eigenständigen eBooks als Applikationen fürs iPhone können prinzipiell völlig proprietäre Formate sein. Die offene Frage beim iPhone ist aber weniger, welche Formate gelesen werden können, sondern auf welche andere Plattformen die Inhalte transferiert werden können. Momentan ist es so, dass ein fürs iPhone gekauftes eBook tatsächlich nur auf dem iPhone gelesen werden kann. Einzelne Anbieter bieten aber mehrere mögliche Downloadformate, so dass ein gekauftes Werk in mehreren Versionen für die verschiedenen Geräte bezogen werden kann, so z.B. B&N oder Amazon.

Funktionen
Bei den Funktionen zum Blättern und Navigieren hat das iPhone die Nase vorn. Nicht jede Applikation nutzt jedoch wirklich intuitive Formen. Aber das iPhone setzt hier ganz klar Massstäbe, die dazu führen, dass viele Nutzer auch versuchen, den Kindle wie einen Touchscreen zu bedienen und über die bescheidenen Möglichkeiten des Sony Touch enttäuscht sind.

Interaktion
Gerade für die Nutzung im wissenschaftlichen Umfeld wäre es von entscheidender Bedeutung, dass die Texte annotiert werden können, dass Anmerkungen und Zitate in die eigentliche Arbeitsumgebung auf den PC übernommen werden können. Das ist weder beim iPhone noch bei den dedizierten eReadern wirklich der Fall. Beim iPhone ist ein Hindernislauf über verschiedene Funktionen und Applikationen nötig, um eine Anmerkung in ein Word-Dokument zu übertragen. Und bei den eReadern bietet nur der Sony touch (angeblich) eine Synchronisation von Notizen auf dem eReader mit Word auf dem PC. Mir persönlich ist dies bisher aber noch nicht gelungen. Offenbar macht hier das DRM öfters Schwierigkeiten.

Bildschirm
Der kleine Bildschirm ist sicher ein Nachteil des iPhone gegenüber den 5-6-Zoll Bildschirmen von Kindle, Sony und anderen. Dafür ist er beeindruckend gut geeignet, um multimediale Inhalte darzustellen. Im Zeitalter der Medienkonvergenz ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Und umgekehrt ist gerade dies ein möglicherweise entscheidender Negativpunkt für die eInk-Technologie. Auch wenn erste Modelle in Farbe existieren oder Dualbildschirme angekündigt sind (der eDGe von enTourage soll im Februar 10 herauskommen), dürfte es schwierig sein, die relativ träge Technologie für die Darstellung bewegter Inhalte einzusetzen. Momentan dauert ein Seitenaufbau eine halbe Sekunde und ist begleitet von einem Flimmern. Das mag für Bücher noch kein Problem sein. Aber ich gehe davon aus, dass ohnehin die Zeitungsverlage in den nächsten ein bis zwei Jahren dem eReader zum entscheidenden Durchbruch verhelfen werden – wie Hearst mit seinem Skiff und Time Inc. mit einer Studie zu einem Tablet gerade gezeigt haben. Und die Zeitungen folgen ganz klar dem Trend nach Integration multimedialer Inhalte. Sie werden kaum auf eine Technologie setzen, die genau diese Möglichkeit verbaut.

Akku-Laufzeit
Auf der Plusseite der eInk-Technologie ist ganz klar die extrem lange Laufzeit des Akkus, was wiederum ein Hauptmanko des iPhone darstellt. Ich persönlich gehe davon aus, dass sich Apple darüber aber keine allzu grossen Sorgen macht. Die Akkus werden sich laufend verbessern, so dass sich das Thema in den nächsten Jahren von selbst weitgehend entschärft. Genau so hat sich seinerzeit das Problem des grossen Speicherbedarfs gelöst.

Preis
Der Preis der Geräte muss natürlich auch in Erwägung gezogen werden. Die Schmerzgrenze für eReader liegt bei 200 Euro, haben Kundenbefragungen ergeben. Wobei diese Grenze für die verschiedenen Kundensegmente unterschiedlich ist. Aber für den Durchbruch gerade bei jungen Leuten liegt sie wohl doch deutlich unter 200 Euro. Hier liegen die Vorteile klar beim iPhone. Es ist zwar bedeutend teurer, aber man kauft es nicht als eReader, sondern als Mobilphone – oder als mobiles Webdevice – oder als elektronische Agenda – oder als mobile Gamestation und so weiter.

Coolness-Faktor
Last but not least spielt auch der Coolness-Faktor eine wichtige Rolle. Wer den Kindle 1 einmal in Händen gehalten hat, weiss, warum der Kindle eher ein Gerät für ältere Leute ist… Die neuen eReader wie nook oder QUE könnten schon eher an der Vorreiterschaft des iPhone rütteln. Momentan gilt aber das iPhone nach wie vor fast unbestritten als das coolste Gadget der Gegenwart. Am ehesten dürfte wohl Apple selbst an diesen Erfolg anknüpfen können, wenn das gerüchtehalber in der Pipeline befindliche Tablet das Objekt der Begierde wird.

Fazit
Ich gehe davon aus, dass nicht ein dedizierter eReader das Rennen machen wird, sondern ein multifunktionales Gerät, das das Lesen von eBooks in die gewohnte Arbeitsumgebung integriert. Steve Jobs sagte dazu in der New York Times: “But I think the general-purpose devices will win the day. Because I think people just probably aren’t willing to pay for a dedicated device”. Ich gehe davon aus, dass es dabei allerdings weniger um den einmaligen Kauf eines solchen Geräts geht, sondern viel mehr darum, dass man nicht mehrere Geräte mit sich herumtragen und Dokumente auf verschiedenen Plattformen verwalten will. Zudem denke ich, dass das Rennen nicht auf dem Gebiet der eBooks, sondern auf dem Feld der elektronischen Zeitungen und der multimedialen Inhalte entschieden wird. Hier spielt die Musik!

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Kollaborative Plattformen fürs iPhone: Txtr

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Txtr ist ja in erster Linie als neuer eReader im Gespräch, der dieser Tage bestellt werden kann. Und zu diskutieren gibt auch der Entscheid der Firma, das Gerät nun doch ohne WLAN auszuliefern, um die Kosten auf unter 300 Euro zu senken. Aber txtr ist nicht nur das Gadget, sondern auch eine Plattform, die ich hier etwas näher betrachten möchte.
Gewisse Ansätze für Kollaboration findet man zwar auch bei Stanza (vlg. letzten Beitrag). Weiter ausgebaut wurde dieses Element bei txtr, das eine Plattform zum Bezug und zum Austausch von Texten bietet. Zum einen kann man eine wachsende Zahl von deutschsprachigen eBooks über die Website http://www.txtr.com käuflich erwerben. Txtr hat eine grosse Content-Allianz geschmiedet und führt die Angebote von libri.de, Ciando und Ingram in seinem Programm. Anschliessend kann man die Bücher mit der iPhone-Applikation txtr synchronisieren. Zum andern kann man aber auch eigene Texte über den Upload auf der Website oder ein spezifisches Tool zu seinen Texten hochladen. Funktioniert hat das im Test mit PDF und EPUB-Dokumenten. Der Clou bei der Sache: eigene und freie Texte kann man anschliessend auf der Plattform mit Freunden teilen.


Screenshot: txtr fürs iPhone mit Verwaltung und Download von Texten

Die Kombination eines grossen Angebots an eBooks und eigenen Texten mit der Verbindung zu Funktionen eines sozialen Netzwerks erscheint mir vielversprechend.

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eReader-Applikationen fürs #iPhone: #Stanza

Montag, November 30th, 2009

Die beliebteste Applikation für das Kaufen und Lesen von eBooks auf dem iPhone ist aber Stanza, ein Produkt von Lexcycle. Pikanterweise wurde Stanza von Amazon gekauft, womit nicht klar ist, ob der Konkurrent zu Kindle iPhone noch eine Zukunft hat. Stanza bietet Zugriff auf verschiedene eBook Stores. Neben bekannten Verlagen wie Fictionwise oder Random House nutzen auch kleinere Verlage diese Plattform. Insgesamt sind rund 100‘000 Titel verfügbar. Spannend ist die zusätzliche Möglichkeit, eigene Texte vom persönlichen PC aus mit Stanza zu synchronisieren und in die „Bibliothek“ auf dem iPhone zu integrieren. Eine Schnittstelle zur Software Calibre soll es sogar erlauben, alle möglichen Formate via Calibre in ein von Stanza lesbares EPUB-Format umzuformatieren und dann auf das iPhone zu spielen.

Screenshots: Auswahl von eBooks in verschiedenen Shops auf Stanza

Stanza bietet ähnliche Funktionen zum Lesen der eBooks wie der erwähnte eReaderPro an. Wie bei diesem können auch Notizen eingefügt werden und Wörter in einem Wörterbuch nachgeschlagen werden. Die Notizen sind allerdings auf die Verwendung innerhalb der Software beschränkt. Eine Integration in Worddokumente oder ähnliches ist sehr kompliziert (Copy-Paste in ein Word-Dokument via DocumentsToGo und anschliessender Synchronisation mit dem PC) und somit praktisch nicht anwendbar.

Screenshots: Einfügen einer Notiz in Stanza und deren Darstellung im Text.

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Applikationen zum Kaufen und Nutzen von eBooks fürs #iPhone: eReaderPro

Donnerstag, November 26th, 2009

eReaderPro mit Zugang zum Shop von Barnes & Noble
Mittlerweile sind einige Applikationen im iTunes Store erhältlich, welche die beschriebenen Schwächen der eBooks als einzelne Applikationen beheben wollen. Drittanbieter können in ihren iPhone Apps direkt Produkte verkaufen, ohne Umweg über den App Store. Das nutzen unter anderen Amazon und Barnes & Noble mit einem eigenen Zugang zu ihren grossen eBook Stores aus. Kindle iPhone gibt es bislang erst in den USA, doch ist davon auszugehen, dass mit der Öffnung des Kindle Store für internationale Kunden auch die iPhone Applikation frei erhältlich sein wird. Offizielle Aussagen dazu gibt es nicht, doch wurde das von Amazon-Vertretern auf Anfrage mündlich bestätigt. Für Kunden in Europa werden zurzeit ca. 200‘000 eBooks im Kindle Store angeboten, allerdings nur englischsprachige. Noch grösser ist der Store von B&N, der über 1 Mio elektronischer Bücher, Zeitungen und Zeitschriften enthalten soll. Zwar ist auch hier die Lieferung an Kunden ausserhalb der USA nicht möglich, doch gibt es die Applikation eReaderPro von B&N, die das erlaubt.

Nicht nur die Auswahl und Kaufabwicklung wird durch die Applikation erleichtert. Der eReaderPro verfügt auch über zusätzliche Funktionen zur Darstellung von eBooks und zum Lesen. Über die Einstellungen können die Farbe des Hintergrunds, die Schrift und die Schriftgrösse und vieles mehr verändern. Zum Umblättern kann man nicht nur – wie beim iPhone üblich – über den Bildschirm wischen, sondern auch eine Scrollfunktion aktivieren, wodurch der Text langsam von unten nach oben läuft.


Funktionen des eReaderPro: Metadatenverwaltung und Einstellungen

Bei der Applikation FileMagnet, die zum Lesen aller möglichen Formate und zur Synchronisation mit Dokumenten auf dem PC oder Mac eingesetzt werden kann, reagiert das Scrollen sogar auf die Neigung des iPhone: je stärker man es neigt, desto schneller fliesst der Text über den Bildschirm. Der Phantasie der Entwickler sind hier wenig Grenzen gesetzt. Der Bewegungssensor des iPhone liesse es auch zu, dass man durch Schütteln des Geräts blättert. Je nach Applikation werden unterschiedlichste Methoden zum Blättern geboten: Klicken auf Pfeile, antippen der linken oder rechten Bildschirmhälfte, antippen oben oder unten (je nachdem wird nach vorne oder rückwärts geblättert), Antippen einer Seitenecke, die wie angeknickt dargestellt wird und so weiter und so fort.
Unter dem Strich ist klar, dass punkto Funktionsumfang das iPhone den dezidierten eReadern weit überlegen ist.

Applikationen zum Kaufen und Nutzen von eBooks fürs #iPhone: Textunes

Donnerstag, November 26th, 2009

Textunes mit Leseproben

Es gibt Applikationen, welche die Schwäche bei der Auswahl von eBooks im iTunes Store (siehe letzten Beitrag) beheben wollen. Textunes ist eine gerade für diesen Zweck sehr nützliche Applikation. Sie bietet eine Auswahl deutschsprachiger eBooks nach Genres und Neuerscheinungen, Inhaltsverzeichnisse und einige Seiten als kostenlose Leseproben an. Es fehlt einzig (wie auch sonst bei den eBooks im iTunes Store) die Angabe der Seitenzahl. Für den Kaufentscheid wäre das aber noch ein wichtiges Argument. Wenn man nach dem Lesen der Leseproben das eBook kauft, bezieht man es wie oben beschrieben direkt im iTunes Store. Im Format entsprechen die Bücher von Textunes auch den beschriebenen eBooks als Applikationen.


screenshot: Auswahl von Büchern in Textunes

eBooks als Apps fürs iPhone

Donnerstag, November 19th, 2009

Die im letzten Beitrag erwähnten rasant zunehmenden eBooks im iTunes App Store möchte ich zuerst betrachten. Hier ist jedes eBook eine eigene Applikation mit individuellen Eigenschaften. Theoretisch kann jedes dieser eBooks andere Eigenschaften aufweisen, eigene Funktionen zum Blättern oder für Notizen enthalten. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass die eBooks hier in einem komplett proprietären Format vorliegen und sich auf keine anderen Geräte übertragen lassen. Apple spielt dabei die Rolle des Buchhändlers, der die Werke von Autoren, welche von Verlagen herausgegeben werden, an die Endkunden bringen will. Die Händler neigen dazu, ihre Produkte in einer Form anzubieten, die den Kunden möglichst an den Händler binden (Stichwort: Vendor lock-in).
Apple verfolgte diese Strategie schon bei der Musik solange, bis die Kunden sich mit ihrer Forderung nach offenen Formaten durchsetzten – und bis die Vormachtstellung des Apple-Pakets zementiert war. Die grosse Kunst von Apple ist, dass sich die Kunden dabei äusserst wohl fühlen. Der Schreibende nimmt sich hier nicht aus…

Die kostenlose Software iTunes von Apple für Mac und Windows ist in der Apple-Welt Dreh- und Angelpunkt für alle elektronischen Medien, auch für die Applikationen und somit für die eBooks. Beim durchschlagenden Erfolg im Bereich Musik spielte iTunes eine zentrale Rolle. Die Software war bedeutend besser als die Konkurrenzprodukte und ist immer noch das Mass aller Dinge beim Konsum und Verwaltung von Musik sowie der Synchronisation mit dem mobilen Gerät, dem iPod. Der damit verbundene iTunes Store wiederum ist die weltweit führende Plattform für den Kauf digitaler Musik. Die Software und der Store dienen nun auch als Plattform für die Applikationen fürs iPhone, der nächsten Erfolgsgeschichte von Apple. Die Applikationen sind ein entscheidender Erfolgsfaktor, der das iPhone gegenüber der Konkurrenz abhebt. Bei diesen Applikationen gibt es nun auch eine Rubrik „Bücher“, in der sowohl eBooks als auch Applikationen zum Konsumieren von eBooks angeboten werden. Der Vergleich der Möglichkeiten zur Suche von eBooks im iTunes Store mit denjenigen für Musik zeigt, wie rudimentär jene sind. Man kann wohl eine Suche über Titel und Autor machen und in der Rubrik Bücher nach Neuzugängen und meistgekauft sortieren – aber das wars schon. Es gibt keine Genres oder anderen differenzierten Auswahlmöglichkeiten. Wenn man das mit Amazon vergleicht, ist der iTunes Store noch bei den allerersten Schritten im Hinblick auf einen Buchshop.

Screenshot von iTunes mit dem iTunes Store, Rubrik Bücher
Die Titel können entweder über iTunes auf dem PC oder Mac gekauft und dann mit dem Endgerät (iPhone/iPod touch) synchronisiert oder direkt aus dem App Store – einer Applikation von Apple fürs iPhone – gekauft und online heruntergeladen werden. Die Synchronisation mit der iTunes-Bibliothek findet dann in umgekehrter Richtung beim nächsten Anschliessen des iPhone statt. Die Übertragung auf mehrere registrierte iPods oder iPhones ist möglich.


Screenshots: App Store auf dem iPhone mit der Rubrik Bücher und einem ausgewählten Buch.
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Das iPhone als eReader

Mittwoch, November 18th, 2009

Ende Oktober führte die Meldung für Aufregung, wonach die eBooks mittlerweile die grösste Katagorie bei den neu eingereichten Applikationen im iTunes Store seien und die Games überholt hätten (Quelle: Flurry). Ist das iPhone auf dem Weg, die gängigen eReader zu überholen? Bedrängt es die eReader in ihrem eigenen Bereich so wie es bei den mobilen Gamekonsolen schon passiert ist?

Zunächst muss man die Meldung von Flurry etwas relativieren. Zwar hat die Menge an eBooks stark zugenommen, aber mehr als 10‘000 eBooks sind noch nicht im iTunes Store im Angebot. Und es ist natürlich bedeutend einfacher, ein eBook zu produzieren als ein neues Game oder andere Software. Zudem sagt die Menge nichts aus über die Qualität. Und ich wage zu behaupten, dass die eBooks im App Store noch nicht die wirklich attraktiven Inhalte bieten.
Auch die Nachfrage scheint noch übersichtlich zu sein. An seinem Vortrag an den 3. E-Book-Tagen an der BSB München erwähnte ein Verlagsvertreter, dass auf 10 verkaufte eBooks für den Sony eReader eines für das iPhone käme. Und wenn man bedenkt, dass in der ersten Jahreshälfte 2009 in Deutschland nur gerade 65‘000 eBooks verkauft worden sind, relativiert sich diese Zahl noch mehr.

Gemäss meiner These, wonach das Gerät nur ein Element für den Erfolg eines eReaders ausmacht, möchte ich die verschiedenen Aspekte des iPhone als eReadr vom Angebot bis hin zur Distribution betrachten und dann mit den gängigen eReadern vergleichen. Der Vergleich spielt sich auf dem Hintergrund der grundsätzlichen Frage ab, ob die dezidierten Geräte (also die spezialisierten eReader, heute auf der eInk-Technologie basierend) oder andere Mobilgeräte, die nebst vielen anderen Funktionen auch das Lesen von eBooks anbieten, sich künftig durchsetzen werden. Das iPhone spielt hier die Rolle des mobilen Alleskönners unter den Smartphones. Daneben können aber auch andere Geräte, insbesondere die Netbooks, letztlich das Rennen machen.

Dazu werde ich in nächster Zeit eine kleine Reihe auf dem Blog veröffentlichen. Den Anstoss dafür gab mein Vortrag an der TU Hamburg Harburg vom 4. November, in dem ich über das iPhone als eReader berichtet habe. Die Powerpoint-Präsentation dazu ist auf Slideshare veröffentlicht:

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