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SharePoint auf dem iPad

Donnerstag, Juni 23rd, 2011

Die Integration von Sharepoint auf dem iPad ist möglich, wenn auch über einige Umwege…

Ich muss vorausschicken, dass wir an der ETH-Bibliothek (und auch in anderen Verwaltungsbereichen der ETH Zürich) SharePoint von Microsoft für die Dokumentenverwaltung und das Intranet einsetzen. Das hat für den Remote-Zugriff auf die Geschäftsunterlagen grosse Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Fileablage. Aber so richtig gut funktioniert das ja nur mit Internet Explorer und auf Windows-Systemen. Oder etwa doch nicht? Im Zusammenhang mit der Frage, inwiefern das iPad  auch zum Arbeiten taugt, ist die Integration in SharePoint also zumindest an unserer Hochschule entscheidend.

Mit dem Safari-Browser auf dem iPad kann man direkt auf SharePoint zugreifen, sich einloggen und die gewünschten Dokumente ansehen. So weit, so gut. Ich kann mit einer entsprechenden App (Pages, QuickOffice, DocsToGo u.a.) die Office-Dokumente öffnen und bearbeiten. Interessanterweise übernimmt DocsToGo sogar die spezielle Schrift ETH Light, die ich sonst nicht aufs iPad übertragen kann. Auch das ist so weit in Ordnung. Nun kommt aber erst das eigentliche Problem: Wie kriege ich die bearbeiteten Dokumente wieder auf SharePoint zurück? Möglichst als neue Version des Originaldokuments?

Dazu braucht man nun die App SharePlus Pro. Man kann sehr einfach den Zugang auf die verschiedenen SharePoint-Server einrichten, das Passwort eingeben und hat dann eine mobile Sicht auf dieBibliotheken, Kalender etc. in SharePoint. Die Dateien lassen sich hier auschecken und betrachten, aber nicht inhaltlich verändern. Für die Bearbeitung von Office-Dokumenten braucht man eine der oben genannten App.

Dokument auf SharePoint hochladen

Wer sich ein wenig mit dem iPad und der Speicherung der Dateien auf dem Gerät beschäftigt hat, weiss, dass genau dies der entscheidende Unterschied zur gewohnten PC- oder Mac-Umgebung ist. Man kann nicht einfach eine Datei von der Festplatte hochladen. Was passiert also mit dem via Safari heruntergeladenen Dokument? Wenn das Dokument nach dem Bearbeiten wieder auf SharePoint gespeichert werden soll, ist DocsToGo die App der Wahl.

Zunächst wird das Dokument lokal in der App gespeichert, hier mit dem Befehl „speichern unter…“ im Ordner „/Lokale Dateien/“.

 

Abb. 1: Menü Speichern unter… in der App DocsToGo

Aber in SharePoint ist damit das Dokument noch nicht… DocsToGo (oder auch Dropbox) bietet nun die Möglichkeit, ein lokal abgelegtes Dokument über die Funktion „Öffnen mit…“ in SharePlus zu öffnen. Der Hinweis auf Dropbox ist insofern wichtig, als von hier aus mit einer beliebigen App bearbeitete Dokumente nach SharePlus übertragen werden können – aber es wäre noch ein Schritt mehr als über DocsToGo.

Beim Öffnen mit SharePlus wird das File in die Ablage „Lokale Dateien“ der App SharePlus kopiert (siehe Abb.2, Nr.1). In einem nächsten Schritt kann das Dokument dann in die gewünschte Dokumentbibliothek oder einen Ordner auf SharePoint hochgeladen werden.

Dazu öffne ich den gewünschten Ordner auf SharePlus (Abb.2, Nr.2) und wähle über den Plus-Button rechts oben die Funktion „Hinzufügen Dokument“ (Abb.2, Nr.3).

 

Abb. 2: SharePlus auf iPad: 1. Ablage „lokale Dateien“, 2. SharePoint-Seite, 3. Button „Dokument hinzufügen“

Nun kann ich mit „Dokument auswählen“ eine lokale Datei selektieren, sie mit Titel und Eigenschaften (gemäss SharePoint-Umgebung) versehen und in den SharePoint-Ordner hochladen (Abb.3). Nun steht das neue Dokument auf SharePoint zur Verfügung.

 

Abb.3: Neues Dokument in SharePlus erstellen – Dokument auswählen von lokale Dateien

Angelpunkt für die Bearbeitung der Files – quasi den Ersatz für die fehlende Ordnerstruktur auf dem iPad – bildet also die Funktion Lokale Dateien in SharePlus.

Nochmals, Schritt für Schritt:

Benötigt werden dafür die kostenpflichtigen Apps SharePlus Pro sowie DocsToGo Premium – vermutlich klappt es auch mit der billigeren DocsToGo Office Suite.

  1. Office-Dokument in DocsToGo öffnen und bearbeiten
  2. Dokument speichern unter… lokale Daten
  3. Lokale Daten in DocsToGo wählen, Datei öffnen mit… SharePlus
  4. Gewünschte Seite/Ordner in SharePlus ansteuern
  5. „Hinzufügen Dokument“ anklicken, Dokument auswählen aus lokale Dateien
  6. Dokumenteigenschaften bearbeiten und sichern.

Das Hochladen neuer Dokumente ist aber nur eine der Funktionen, die man beim Arbeiten mit SharePoint regelmässig braucht. Eine andere Anforderung ist das Auschecken bestehender Dokumente, die verändert und dann in einer neuen Version wieder hochgeladen werden sollen.

Checkout von Dokumenten und Erstellen einer neuen Version

In SharePlus kann ein Dokument ausgecheckt werden. Dazu wählt man in der App ein Dokument auf SharePoint aus und geht zur Funktion „Bearbeiten“. Hier können die Eigenschaften bearbeitet (Element bearbeiten) oder das Dokument ausgecheckt werden. Damit während der Bearbeitung niemand anderes das Dokument verändern kann, wird es ausgecheckt. Das Dokument wird anschliessend wie oben beschrieben in DocsToGo geöffnet und bearbeitet. Dann mit speichern unter… lokal gesichert. Dann öffnet man das ursprüngliche Dokument mit SharePlus und wählt im Menü Bearbeiten die Option Element bearbeiten. Nun kann das veränderte Dokument hochgeladen werden und somit die alte Version ersetzt werden. Nachdem das Dokument wieder eingecheckt und mit einem optionalen Kommentar zur Version versehen worden ist, steht es den übrigen SharePoint-Nutzern wieder zur Verfügung.

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eReader in Bibliotheken

Dienstag, Mai 10th, 2011

An der informare! habe ich einen Vortrag zum Thema “machen eReader in Bibliotheken Sinn?” gehalten. Es ging dabei zunächst um eine Einschätzung der zu erwartenden Entwicklung, anschliessend um die voraussichtlichen Konsequenzen für die Bibliotheken. Im englischen Sprachraum ist der Durchbruch der E-Books bereits erfolgt. Im deutschen Sprachraum fehlen noch die aktuellen Angebote, zudem sind sie tendenziell überteuert. Die kürzlich erfolgte Öffnung des Amazon Kindle Stores für Deutschland dürfte aber ein wichtiger Schritt in Richtung eine attraktiven Angebots sein. Bei den Geräten ist auf Seite der E-Ink-Reader nicht allzu viel passiert in jüngster Zeit. Klar ist, dass sich diese dedizierten E-Book-Reader in Richtung Tiefpreissegment bewegen. Bei den multifunktionalen Tablets sind zahlreiche Geräte angekündigt (nun auch ein Android-Tablet von Amazon), aber erst wenige auf dem Markt erschienen. Apple hat mit dem iPad 2 wiederum die Nase vorn, doch dahinter sind mit dem Motorola Xoom und dem Playbook von RIM ernst zu nehmende Konkurrenten aufgetreten. Auch mitdem Samsung Galaxy 10.1 wird zu rechnen sein. Aber der Vorsprung von Apple vor allem im Bereich Apps ist schon sehr gross.



Unter dem Strich können wir aus Bibliothekssicht den sicheren Schluss ziehen, dass unsere Kunden immer häufiger mit mobilen Geräten auf unsere Dienstleistungen und Ressourcen zugreifen werden. Das betrifft also zum einen die Website, zum anderen die elektronischen Ressourcen. Somit müssen sich die Bibliotheken die Frage stellen, ob sie für diese Entwicklung vorbereitet sind. Dies betrifft zum einen den mobilen Zugriff auf ihre Website mit den Rechercheinstrumenten oder auch eigenen Volltextangeboten, zum anderen die Bereitstellung elektronischer Texte – seien es E-Journals oder E-Books. Im letzteren Fall sind die Bibliotheken vom Angebot der Verlage abhängig. Und  dieses muss zum heutigen Zeitpunkt klar als kundenunfreundlich kritisiert werden. Bei der Belletristik ist die Auswahl zu gering und zu wenig aktuell, zudem sind die Preise zu hoch. Bei der wissenschaftlichen Literatur ist das momentan vorherrschende Distributionsmodell (freier Zugang aus der IP-Range einer Hochschule auf die lizenzierten Werke, Download allerdings nur als ein PDF-Dokument pro Kapitel) zwar noch bibliotheksfreundlich, aber keineswegs kundenfreundlich. Wünschenswert sind hier alternative Formate, die sich auch für kleinere Reader eignen (also EPUB), komplette Dokumente sowie integrierte Metadaten, damit die E-Books vernünftig organisiert werden können.

Die Bibliotheken selbst können mit gutem Beispiel vorangehen und die Texte, die sie oder die Hochschulangehörigen selbst produzieren, entsprechend aufbereiten. Ganz allgemein sehe ich im Bereich Unterstützung der Hochschulangehörigen beim elektronischen Publizieren (von Open Access über Archivierung und eben auch Bereitstellung verschiedener Dateiformate) eine wichtige Aufgabe für die Hochschulbibliotheken.

Eine besondere Herausforderung stellen die E-Books mit den gängigen Lizenzmodellen für Bibliotheken mit unterschiedlichen Nutzergruppen (Hochschulangehörige und externe Kunden) dar. Momentan werden externe Kunden, die für die ETH-Bibliothek ein sehr wichtiges Segment darstellen, von der elektronischen Informationsversorgung weitgehend abgeschnitten. Hier müssen neue Lösungen gefunden werden. Zwei Ansätze bieten sich an: Erweiterung der Lizenzen auf externe, eingeschriebene Nutzer mit den entsprechenden Authentifizierungs- und Authorisierungsmassnahmen und/oder die zeitlich limitierte zur Verfügungstellung von elektronischen Dokumenten, die sogenannte Onleihe.

Und wie sieht es jetzt mit den eReadern in Bibliotheken aus? Ich gehe davon aus, dass unsere Kunden ihre eigenen Geräte in die Bibliothek mitbringen werden und dafür geeignete Inhalte fordern werden. Bibliotheken müssen also meiner Ansicht nach nicht eReader verkaufen oder ausleihen. Damit die Kunden die neuen Geräte ausprobieren können, macht es aber durchaus Sinn, eine Auswahl an verschiedenen Devices mit Inhalten zur Verfügung  zu stellen. Aber die Bestückung von E-Book-Readern mit Kollektionen von E-Books, die katalogisiert werden und dann wie gedruckte Bücher ausgeliehen werden, scheint mir etwas anachronistisch. Abgesehen davon sprechen die Lizenzverträge mit den Verlagen gegen eine solche Nutzung.

Mit dem Ausprobieren der Geräte verbunden werden kann die Nutzung von Tageszeitungen. Warum nicht die Lese-Lounge mit iPads (oder anderen Tablets) ergänzen, auf denen aktuelle Titel elektronisch gelesen werden können? Die ETH-Bibliothek bietet dies mit ausgewählten Tageszeitungen, darunter die nur auf dem iPad angebotene The Daily an. Und zudem werden auch Schulungsangebote für die unterschiedlichen Plattformen durchgeführt.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass sich die Bibliotheken darauf einstellen müssen, dass die Kunden in Zukunft verstärkt mobil auf ihre Inhalte zugreifen wollen. Und dafür müssen sie vorbereitet sein und geeignete Dienstleistungen anbieten. Dies geht allerdings nicht ohne die kommerziellen Anbieter von E-Books.

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Reference Management auf dem iPad

Mittwoch, April 20th, 2011

In der Schulungsveranstaltung zum Einsatz des iPad in Studium und Arbeit wurde die Frage gestellt, wie es denn mit Reference Management auf dem iPad aussähe. Ich  möchte diesem Thema einen Blogbeitrag widmen, wobei ich bestimmt nicht alle Tiefen des Themas ausloten kann. Natürlich gibt es bereits Informationen dazu im Web.

Grundsätzlich gilt für Reference Management Systeme (RMS), dass man sich auf eines konzentrieren muss und dieses dann konsequent einsetzt. Wer – wie ich – mal das eine und dann wieder das andere System testet, muss am Schluss seine gespeicherten Inhalte und Notizen wieder auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen. Die schlechte Nachricht ist deshalb, dass die weitverbreiteten Systeme wie EndNote, RefWorks oder Citavi (noch) keine iPad-Version anbieten. Auch für Zotero gibt es (natürlich) keine iPad-Version, da dieses nützliche Tool nur als Firefox-AddOn läuft. Zum Teil lassen sich webbasierte RMS sehr gut auch vom iPad aus nutzen, wie z.B. CiteULike, Connotea oder Delicious. Für einige wenige RMS gibt es bereits Apps für iPhone und iPad.

Mendeley Lite

Mendeley ist eines der beliebtesten RMS für den Desktop und bietet viele Funktionen für wissenschaftliche Communities. Die iPad-App trägt den Zusatz “Lite”, was bedeutet, dass nur ein Bruchteil der Funktionen des Desktops zur Verfügung stehen. Mendeley Lite bietet die Synchronisation mit der Bibliothek auf dem PC sowie die Möglichkeit, die Dokumente auf dem iPad zu lesen und in einem geeigneten Bearbeitungsprogramm (z.B. GoodReader) zu annotieren. Wer also Mendeley bereits einsetzt, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Aber für alle anderen ist Mendeley Lite kein Grund, das RMS zu wechseln. Wir warten aber gespannt auf eine Vollversion, dann müsste diese Aussage vermutlich widerrufen werden…

Screenshot vom iPad: Mendeley Lite mit geöffnetem Dokument und der Möglichkeit, es in anderen Apps zu bearbeiten

  

Papers for iPad

Bei Papers handelt sich ursprünglich um ein Reference Management System für den Mac. Entsprechend kommt ein ernsthafter Einsatz nur für diejenigen in Frage, die ihre Referenzen bereits auf einem Mac verwalten. Papers ist eine relativ teure App ($ 9.99, Fr. 17.-), bietet dafür einiges mehr als andere. Mit Papers kann man (nach Einstellung des Proxy) direkt in lizenzierten Datenbanken recherchieren (Web of Science, IEEE, Google Scholar, JSTOR, ACM, ADS, arXiv, PubMed) und die gefundenen Dokumente samt Metadaten und Volltext in die eigene Bibliothek übernehmen. Dann können die Daten ergänzt und in eigenen Collections geordnet werden. Die Dokumente lassen sich in anderen Apps öffnen, mit anderen Usern teilen oder per Mail weiterschicken. Und natürlich kann man die Bibliothek mit derjenigen auf dem Mac synchronisieren.

Screenshot vom iPad: in Papers geöffneter Text mit Metadaten und markierter Textstelle

Sente Viewer for iPad

Auch die Desktop-Version von Sente läuft nur auf dem Mac. ich habe sie bisher noch nicht installiert und ausprobiert. Die Screenshots legen die Vermutung nahe, dass der Funktionsumfang ähnlich wie bei Papers ist. Eine Suche im App-Store zeigt, dass es noch mehr vergleichbarer Anwendungen aus der Mac-Welt gibt. Ich gehe davon aus, dass dies Nischenprodukte bleiben werden.

Diese kurze Übersicht zeigt, dass ein Angebot an Reference Management Systemen fürs iPad am Entstehen ist. Wichtige Mitspieler sind jedoch auf dieser Plattform noch nicht präsent.

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GoodReader mit Dropbox synchronisieren

Mittwoch, April 13th, 2011

Neulich habe ich vergeblich versucht, ein in GoodReader auf dem iPad annotiertes PDF-Dokument in Dropbox abzuspeichern. Anders als z.B. bei QuickOffice lässt GoodReader ein Abspeichern auf einem der verbundenen online Speicher (Dropbox, Google Docs, iDisk, Sugarsync) nicht zu. Man kann zwar die Dokumente direkt aus diesen Medien laden, aber nach der Bearbeitung nicht zurückspeichern. Mir schien es doch etwas umständlich, mir jedes Mal die veränderte Datei per E-Mail zuzuschicken. Das müsste doch eleganter gehen – und es gibt tatsächlich einen eleganteren Weg.

Der Weg führt – überraschenderweise – über das Manual zu GoodReader (rtfm…). Man kann also in GoodReader den verbundenen Server (Dropbox, iDisk, Sugarsync oder einen über WebDAV oder FTP verbundenen Server) anwählen. Man tippt den Ordner auf dem Server an, den man synchronisieren will. In der Fusszeile des Dialogfelds erscheint nun der Sync-Button. In einem nächsten Schritt kann der Ordner in GoodReader gewählt werden, mit dem die Dateien künftig abgeglichen werden. Nun erscheint der entsprechende Ordner auf Dropbox oder iDisk im Menu “Web Downloads” unter “Remote Sync” mit einem markanten grünen Sync-Button. Wenn man diesen Button antippt, werden die Daten des Ordners auf GoodReader mit jenem auf dem online Speicher abgeglichen. Diese Prozedur funktioniert allerdings nicht mit GoogleDocs.

Screenshot vom iPad: GoodReader mit synchronisiertem Ordner auf Dropbox (links) und den grünen Sync-Buttons für die Aktualisierung

Die in GoodReader eingefügten Annotationen und Highlights werden übrigens mit übertragen. Man kann also nahtlos mit den Dateien auf dem PC oder Mac weiterarbeiten, ohne dass man den Weg über die Synchronisierung mit iTunes gehen muss.

iPad 2 im Praxistest

Dienstag, März 29th, 2011

Kaum hatte ich das neue iPad 2 in den Händen, erlebte es gleich seine Feuertaufe: Bei einer ersten Schulung zum Thema “iPad für Studium und Arbeit” an der ETH-Bibliothek konnte ich das iPad 2 einsetzen und die neue Funktion “Bildschirmsynchronisation” nutzen. Beim iPad 1 konnte nur das Videosignal (Filme, Präsentationen, Diashows) auf einen externen Bildschirm oder Beamer übertragen werden. Vom iPad 2 lassen sich nun alle Inhalte des Bildschirms über einen VGA- oder einen HDMI-Adapter auf externe Screens übertragen. Für den Einsatz im Unterricht genügt die Auflösung des VGA-Ausgangs völlig und man findet in der Regel in den Hörsälen die entsprechende Infrastruktur. Die HDMI-Variante ist dafür eher für den Heimeinsatz am HD-Fernseher geeignet.

Abbildung: iPad 2 mit synchronisiertem Bildschirminhalt auf externem Bildschirm

Tatsächlich ist für mich diese Funktion der entscheidende Vorteil des neuen gegenüber dem alten iPad-Modell. Und sonst? Da wären die beiden Kameras, die sich für Video-Chat eignen. Aber ich muss gestehen, dass ich FaceTime auch bei meinem iPhone bisher nur zum Testen eingesetzt habe. Das dürfte sich auch mit dem iPad nicht ändern. Die Kamera werde ich vermutlich am ehesten für Video-Anrufe auf Skype verwenden.

Sonst bietet das iPad 2 genau dieselben Funktionen wie das iPad erster Generation. Es ist – wie Apple selbst schon das eine oder andere Mal erwähnt hat – leichter (613 gegenüber 730 Gramm), dünner (8.8 gegenüber 13.4 mm) und schneller als das Vorgängermodell. Die höhere Geschwindigkeit ist beim Aufstarten der Apps und bei Ladevorgängen von neuen Seiten gut spürbar. Ich habe aber noch keine rechenintensiven Apps ausprobiert. Bei Games, bei Musik- oder Videoapps dürfte sich die höhere Leistung des Prozessors und der Grafikkarte auszahlen.

Gespannt war ich, wie schnell sich das iPad 2 auf der Grundlage der für ein iPad 1 installierten Anwendungen installieren lässt. Auch wenn mein Setting etwas kompliziert ist (mehrere Geräte, mehrere PCs) war das iPad 2 innert weniger Minuten einsatzbereit. Als nicht nur cool im Aussehen, sondern durchaus nützlich im Einsatz erwies sich das Smart Cover – wobei die helle Oberfläche, die ich gewählt habe, schon fast nach einer Schutzhülle für die Schutzhülle ruft…

Fazit: das iPad 2 bietet einige Verbesserungen, ist schneller und handlicher als das Vorgängermodell. Ein Umstieg lohnt sich aber nur, wer die Kamerafunktion oder die Bildschirmsynchronisation braucht.

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DRM-geschützte E-Books auf dem iPad via Bluefire Reader

Montag, November 15th, 2010

Josh Hadro hat im Library Journal einen einfacheren Weg vorgestellt, wie DRM-geschützte E-Books auf dem iPad oder iPhone gelesen werden können: How To Get Library Ebooks on the iPad/iPhone, No Sync Required. Bei mir hat es im ersten Anlauf geklappt. Allerdings kommt man nicht um gewisse einmalige Vorbereitungen umhin: man braucht zwingend eine Adobe ID und die App Bluefire Reader auf dem iPhone oder iPad. Dann muss das Gerät aus der App heraus für die Adobe ID registriert werden. Wenn das einmal gemacht ist, geht es kinderleicht: Man kann sich das File per Mail zuschicken, im Mailprogramm auf dem iPad herunterladen und dann “öffnen mit…” der App Bluefire Reader. Et voilà! Diese App bietet einiges besseren Lesekomfort als die im früheren Blogbeitrag vorgestellte App txtr.

Noch ein Nachtrag zum neulich beschriebenen Vorgehen bei E-Books aus der Onleihe: Das elektronisch ausgeliehene Buch war dann nach Ablauf der “Leihfrist” tatsächlich nicht mehr lesbar auf dem iPad. Die Datei ist noch da, aber ohne Leseberechtigung.

Vom E-Book-Store aufs iPad in 10 Schritten

Mittwoch, Oktober 27th, 2010

In zehn Schritten bringt man ein mit dem DRM ADEPT von Adobe geschütztes eBook auf das iPad – via die Plattform und App von txtr – oder Bluefire Reader (siehe Kommentar)

1. Adobe ID einrichten

Zunächst richtet man sich eine Adobe ID ein (mehr Informationen auf http://www.adobe.com/de/products/digitaleditions/features/). Man kann sechs PCs und sechs mobile Geräte aktivieren.

2. Adobe Digital Editions installieren

Mit der Software Adobe Digital Editions kann man seinen PC oder Mac registrieren, bzw. aktivieren und DRM geschützte eBooks am Bildschirm lesen.

3. Account bei txtr einrichten

Dann richtet man sich einen kostenlosen Account bei txtr auf http://txtr.com ein. Nach Abschluss der Registrierung erhält man Zugriff auf die Plattform und auf eine persönliche Inbox. Hier werden eigene elektronische Texte sowie gekaufte eBooks online gespeichert. Ich kann jetzt schon im Store eBooks kaufen (nur mit deutscher Kreditkarte, leider), erfreulicherweise viele Titel in Deutsch.

4. App txtr auf iPad installieren

Nun installieren Sie die App txtr aus dem App Store auf Ihrem iPad oder auf dem iPhone (http://itunes.apple.com/de/app/txtr/id298464404?mt=8).

5. iPad registrieren

Unter dem Menu „Settings“ kann die Verbindung zum txtr-Account hergestellt und das Gerät auf die persönliche Adobe ID registriert werden.

6. txtrSychnronizer installieren

Jetzt fehlt nur noch die Verbindung von ihrer Festplatte zur Inbox auf der txtr-Plattform. Entweder man lädt die eigenen Texte und eBooks über die Upload-Funktion hoch (http://txtr.com/#collection/upload) oder man installiert die Synchronisationssoftware txtrSynchronizer (http://txtr.com/#install/synchronizer).

7. eBooks kaufen

Kaufen Sie ein eBook in einem Online-Store. Fast alle unterstützen das Adobe-System, das mit EPUB und PDF funktioniert (aber nicht mit Mobipocket!). Laden Sie das Dokument auf ihre Festplatte und öffnen sie es mit der Software Digital Editions öffnen. Merken sie sich den Speicherort. In Digital Editions kann dieser über das Menu „Lesen“ und die Option „Info zum Medium“ angezeigt werden.

8. eBook auf txtr-Plattform hochladen

Jetzt kann das eBook auf den zwei Wegen (Upload oder Sychronizer) auf die txtr-Plattform  hochgeladen werden.

9. eBook auf iPad herunterladen

Man öffnet die App txtr auf dem iPad oder iPhone und wählt in der Rubrik „Bibliothek“ den Link zum Archiv und weiter den Link zur Inbox. Hier sind alle auf die txtr-Plattform hochgeladenen eBooks und Texte abgelegt. Aus der Inbox kann man das eBook per Knopfdruck aufs mobile Gerät herunterladen.

Screenshots vom iPad: Startbildschirm, Einstellungen und Lesemodus mit der App txtr

10. eBook auf dem iPad lesen

Voilà! Es funktioniert mit eBooks im EPUB- und im PDF-Format, die mit Adobe ADEPT geschützt sind. Der Lesekomfort ist in der txtr-Applikation auf dem iPad weniger gut als in iBooks, auch Annotationen oder Kommentare sind (noch) nicht möglich, aber man will ja nicht rummäkeln.

Das Beste zum Schluss: dieser Weg funktioniert nicht nur bei gekauften eBooks, sondern auch bei über ein Onleihe-System ausgeliehene eBooks. Getestet habe ich das mit dem Anbieter EBL (http://www.eblib.com/) und Ciando (http://www.ciando.com/) mit Hilfe von Testaccounts.

Also: es hat geklappt, wenn auch mit einem komplexen Workaround über txtr. Preisfrage: geht es nicht auch einfacher?

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Wie man Adobe ADEPT geschützte eBooks auf das iPad bringt

Mittwoch, Oktober 27th, 2010

Und es geht doch, über die Plattform txtr.com! Und über Bluefire Reader (siehe Kommentar im zweiten Teil des Blogs)!

Doch fangen wir von vorne an: Das Thema wird in Foren heiss diskutiert und ist für manchen ein Grund, vom Kauf eines iPad abzusehen: fast alle DRM geschützten eBooks nutzen das System ADEPT  von Adobe (für EPUB und PDF). Auf dem PC und Mac lassen sich diese Bücher mit Hilfe der Software Adobe Digital Editions lesen. Verschiedene E-Book-Reader, wie Sony oder NOOK, bieten integrierte Lösungen, um solche eBooks zu lesen. Dazu müssen die Geräte (übrigens auch der PC oder der Mac) für die eigene persönliche Adobe ID registriert werden. Sony macht Werbung für ihre E-Book-Reader, weil sie sogar die Onleihe, also den temporären Zugriff auf DRM geschützte eBooks, ermöglichen. Nur die Kindle-Familie und das iPad stehen abseits: Kindle nutzt ein eigenes Format (AZW) mit eigenem DRM, das nur auf den Kindle-Readern oder mit Kindle-Apps auf Smartphones und Tablets genutzt werden kann. Apple setzt mit iBooks zwar auf den offenen Standard EPUB, doch kommt das Apple-eigene DRM-System FairPlay zum Einsatz. Entsprechend können im Bookstore von Apple gekaufte eBooks nur auf Apple-Geräten gelesen werden.

Nicht nur für Konsumentinnen und Konsumenten ist das ärgerlich. Auch Bibliotheken verzweifeln fast angesichts der verschiedenen proprietären Ansätze, die sich nicht mit den Lizenzmodellen für Bibliotheken vertragen. Es wäre also von grosser Bedeutung, dass die für Bibliotheken verfügbaren Lizenzmodelle mit den trendigen mobilen Geräten kompatibel wären. Die ETH-Bibliothek prüft zurzeit Möglichkeiten, ihren externen Kunden Zugang zu lizenzierten eBooks zu gewähren. Dafür wäre die Onleihe ein möglicher Ansatz. Alle gängigen Anbieter setzen für die Onleihe auf  das Adobe DRM ADEPT. Der Einsatz auf dem iPad ist aber für die ETH-Bibliothek fast schon ein Killerkriterium. Was nutzen ausleihbare eBooks, wenn sie nicht auf dem momentan wichtigsten mobilen Gerät genutzt werden können? In User Foren findet man unterschiedliche Aussagen, auch Abhandlungen darüber, weshalb das iPad und ADEPT prinzipiell unverträglich seien. Aber es gab auch eine heisse Spur, die schliesslich zum Ziel führte: die App txtr ist der Schlüssel oder das Bindeglied zwischen den zwei Welten. Bei txtr handelt es sich um die App zur Plattform von txtr.com. Letztes Jahr als Schaltstelle für den angekündigten (und noch nicht erschienenen) E-Book-Reader txtr gegründet, ist es heute eine selbständige Plattform zum Kaufen und Verwalten von E-Books und anderen elektronischen Texten.

Der Weg vom DRM geschützten eBook auf das iPad ist relativ kompliziert, aber er funktioniert ganz legal. Er wird in zehn Schritten im zweiten Teil des Blogbeitrags beschrieben.

…zum zweiten Teil des Blogbeitrags

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iPad als Notebook-Ersatz?

Montag, August 2nd, 2010

Seit einigen Wochen bleibt mein Notebook in seiner Docking Station im Büro. Ich teste, ob sich das iPad als vollwertiger Ersatz für die mobile Nutzung eignet. Mittlerweile habe ich unterschiedliche Szenarien durchgespielt: Büroalltag mit Arbeit zu Hause am Abend oder Wochenende, Ferien und Tagungsbesuch. Das Fazit in aller Kürze: es funktioniert (weitgehend).

Szenario 1: Tagungsbesuch

Sehr positiv war beim Tagungsbesuch mit eigenem Vortrag das reduzierte Gewicht zu spüren. Mitgenommen habe ich nur das iPad, einen Adapter für Beamer (iPad to VGA) und das Netzladegerät mit Kabel. So ausgerüstet (mit der Präsentation auf einem USB-Stick für den Notfall…) bin ich zur Ticer 2010 nach Tilburg gefahren. Die Arbeit unterwegs an der Präsentation, die ich via Dropbox aufs iPad in die App Keynote geladen hatte, war sehr angenehm. Die Akkulaufzeit ist lange genug, damit man während der ganzen Reise im Flugzeug oder Zug arbeiten kann. Noch während des Vortrags der Vorredner konnte ich die letzten Änderungen vornehmen. Die Präsentation mit dem Adapter über den Beamer hat tadellos geklappt. Allerdings musste ich das iPad auf dem Rednerpult abstellen. Mit dem angeschlossenen Kabel ist die mobile Präsentation eher schwierig. Zudem muss man aufpassen, dass sich der Stecker nicht löst, wenn man das iPad zu stark bewegt. Als mir das bei der Vorbereitung einmal passiert ist, musste ich danach Keynote verlassen und wieder starten, damit das Bild wieder angezeigt wurde. Ich hatte den Eindruck, dass das Bild leicht flimmerte, was möglicherweise an der Auflösung des Beamers lag. Schwierig ist es, die Präsentation vom iPad aus mit anderen zu teilen. Keynote bietet nur die Möglichkeiten an, die Präsentation als Keynote oder PDF via iWork.com oder E-Mail mit anderen zu teilen. Ich habe erfolglos versucht, die Präsentation auf Slideshare hochzuladen. Prinzipiell sollte das per E-Mail-Upload gelingen, doch ich habe es nicht geschafft. Nachträglich möchte ich die Präsentation nun wieder auf dem PC und mit PowerPoint bearbeiten. Das geht nur, wenn ich die Keynote als Zwischenschritt auf einem Mac mit Keynote öffne (via iWork.com oder E-Mail) und dann als PowerPoint exportiere. Fazit: Arbeiten unterwegs ist toll auf dem iPad, aber die proprietären Tools machen den Austausch mit anderen zu einem Hindernislauf.

Was macht man sonst auf einer Tagung mit dem Notebook? E-Mails Lesen klappt mit dem iPad eher besser als mit einem Notebook, die Verbindung ins WLAN der Hochschule Tilburg ist absolut problemlos erfolgt. Konferenztwittern ist easy. Ich verwende dazu die iPad App Twittelator. Faszinierend ist es, die neusten Tweets gleich in Flipboard integriert zu lesen. Notizen mache ich mir auf Notepad Pro. Ich könnte auch Tonaufnahmen in die Notizen integrieren. Was mir nicht gelingt, ist Copy-Paste von Texten ins Notepad Pro. Aber es gibt ja auch noch andere Apps, wie Quickoffice, um in ein einfaches Worddokument zu schreiben oder Pages, um es etwas eleganter im Appleformat zu machen. Bei all diesen Aufgaben fällt negativ ins Gewicht, dass das iPad noch nicht Multitasking unterstützt. Somit muss man die einzelnen Applikationen jeweils schliessen, um in die andere zu wechseln.

Szenario 2: Ferien

Ein echter Web 2.0-Freak würde seine Ferien ja so planen, dass er sich eine Ferienwohnung auswählt, die WLAN-Anschluss aufweist. Ich habe das nicht gemacht – und hatte Glück, dass in unserem Appartement auf der niederländischen Insel Terschelling ein offener Hotspot zugänglich war. Angesichts der exorbitanten Roaming-Gebühren wäre ich sonst offline gewesen. So konnte ich aber wie gewohnt News auf den heimischen Webseiten oder in den Apps auf dem iPad lesen. Als genial erwies sich die App PressReader, die testweise kostenlosen Zugriff auf einige Zeitungsausgaben freier Wahl anbietet. So konnte ich am Sonntagvormittag wie gewohnt meine Sonntagszeitung am Frühstückstisch lesen. Nur konnte ich diesmal keinen Bund mit den anderen Familienmitgliedern teilen.

Dank der freien WLAN-Verbindung konnte ich meine Erlebnisse und auch Fotos auf Facebook teilen – wobei gerade letztes nicht übers iPad möglich ist. Die Fotos kamen nur vom iPhone aus direkt nach Facebook, aber das iPad hat ja schliesslich auch keine Kamera… Ich könnte aber die Bilder ab Digitalkamera mit einem Connector aufs iPad laden. Nach Facebook müsste ich sie dann aber via E-Mail hochladen. Es gibt noch keine Facebook App fürs iPad und somit keinen direkten Weg vom Fotoalbum auf dem iPad nach Facebook.

Was macht man in den Ferien sonst noch gerne? Wettervorhersage konsultieren, Radio hören und bei trübem Wetter vielleicht fernsehen? Beides geht mit unterschiedlichen Apps wunderbar. Ich habe mich mit Zattoo (via VPN-Verbindung auch im Ausland zugänglich) und der App fürs Schweizer Radio DRS bestens auf dem Laufenden halten können. Ach ja, Bücher lesen ist auch noch ein nicht unwichtiger Use Case fürs iPad in den Ferien. Also an den Strand habe ich das iPad tatsächlich nicht mitgenommen. Ich hatte auch Schwierigkeiten, im Vorfeld deutschsprachige Literatur zu finden, die mich interessierte. Schliesslich habe ich via Textunes einen deutschsprachigen Krimi gekauft. Im Amazon Kindle-Store habe ich englischsprachige Literatur gefunden, die sich auf dem iPad bestens lesen liess. Aber zwei aus der Gemeindebibliothek ausgeliehene Krimis hatte ich zusätzlich dabei. Zwischendurch diente das iPad auch als Musikstation: über den externen Lautsprecher kann man in einem Appartement recht gut in Zimmerlautstärke Musik hören. Und klar, für meinen Sohn habe ich noch zwei-drei Games aufs iPad geladen. Hier war das Problem, dass er das Gerät mit mir teilen musste und deshalb weniger zum Spielen gekommen ist, als er gehofft hatte.

Szenario 3: Büroalltag

Im Büroalltag eignet sich das iPad recht gut zum mobilen Arbeiten. Ich habe mir allerdings zum Schreiben längerer Texte eine Bluetooth-Tastatur von Apple besorgt. Das ergibt zwar etwas zusätzliches Gewicht, dafür kann man richtig im Zehnfingersystem schreiben. So kann ich effizient Protokolle schreiben oder mir Notizen von Vorträgen machen. Die Texte, die ich bearbeiten will, speichere ich in Dropbox ab. Zentral sind Apps wie Quickoffice zum Bearbeiten von Texten im Wordformat. Zwar werden Illustrationen in einem Worddokument nicht angezeigt, aber wenn man den Text bearbeitet und anschliessend wieder auf Dropbox hochlädt, sind die Bilder noch im Text. Quickoffice lässt sich auch mit GoogleDocs und der iDisk (von Apple) verbinden.

Entscheidend im Büroalltag sind die Mail- und Kalenderfunktionen, die beim iPad nichts zu wünschen übrig lassen. Die Integration mit Exchange funktioniert bestens. Noch nicht ausprobiert habe ich die Anwendung von Sharepoint, für das es Apps gibt. Das Intranet der ETH-Bibliothek basiert auf Sharepoint. Über den Safari-Browser kann ich auf die Seiten zugreifen und auch Office-Dokumente ansehen oder herunterladen und dann in Quickoffice oder Pages, Numbers oder Keynote bearbeiten. Die Kopie eines bearbeiteteten Dokuments wird lokal in Quickoffice gespeichert und muss dann wieder auf den PC übertragen werden.

In meinem Berufsalltag kommt es vor, dass ich online Informationen im Web aktualisieren muss. Hier bietet der Safari-Browser fast alle Möglichkeiten: auch die Homepage der ETH-Bibliothek kann ich via den Webclient für EZPublish (unser Web CMS) von unterwegs aktualisieren. Twitter, Facebook und ähnliche Tools sind ohnehin ausgezeichnet über das iPad bedienbar.

Fazit:

In ca. 95% der Fälle kann ich mit dem iPad alles tun, wofür ich früher mein Notebook brauchte. Noch mangelhaft ist die nahtlose Integration in die Cloud. Zwar bieten Apps wie Dropbox, ReaddleDocs oder Dienste wie GoogleDocs, iWork.com oder MobileMe (mit iDisk) die Möglichkeit zum Datenaustausch, doch sind sie nicht in alle wichtigen Anwendungen integriert. Keynote auf dem iPad führt in eine Sackgasse, wenn man Dokumente verändert. Nur auf dem Umweg über Keynote auf einem Mac kann ich ein verändertes Dokument wieder in eine PowerPoint-Präsentation umwandeln und dann auf dem PC weiterbearbeiten. In der Kombination von Dropbox und der App Quickoffice ist das mobile Büro jedoch sehr gut ausgestattet. Den fehlenden Printer-Zugriff habe ich übrigens noch nie vermisst… Ich meine, auf meinem Epson-Drucker mit WLAN-Anschluss könnte ich zu Hause drahtlos aus einer Applikation wie ePrint (unterstützt Dokumente auf iDisk) oder ActivePrint (unterstützt Dokument in Box.net) gewünschte Dokumente ausdrucken.

Es gibt aber auch einiges, was das iPad besser als mir bekannte Notebooks kann:

  • das Gewicht ist massiv geringer, auch das Ladegerät ist viel leichter als das Netzteil des Notebooks
  • die Verbindung mit WLAN ist so einfach wie beim iPhone und viel zuverlässiger als bei meinem Notebook (ein Lenovo)
  • E-Mail, Kalender, Twitter und viele Dinge, die man täglich braucht, sind sehr einfach zu nutzen und sehr gut integriert
  • E-Books lesen geht sehr gut, doch ist die Auswahl noch nicht so toll, und das e-Ink-Display eines Sony oder Kindle ist auf Dauer angenehmer
  • Up-to-date bleibt man via unterschiedlichster Apps von Zeitungen, Radiostationen oder zum Fernsehen
  • Flipboard als soziales Magazin ist schlichtwegs überwältigend, gerade auch mit der Integration von Twitter (und eigener Twitterlisten) und Facebook

Andererseits ist auch klar, dass das iPad nicht den PC ersetzen kann. Es ist kein selbständiges Gerät, sondern ein Zusatzgerät zur mobilen Nutzung. Und mein Notebook wird wohl auch künftig meistens in der Dockingstation bleiben…

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Inhalte fürs iPad: eigene Digitalisate

Dienstag, Mai 18th, 2010

In einem Beitrag der NZZ über den iPad-Test an der Universitätsbibliothek Lausanne hiess es, man prüfe, ob man Applikationen fürs iPad entwickeln könne, um die vielen digitalen Inhalte anbieten zu können. Ich habe es andersrum geprüft: inwiefern lassen sich mit den verfügbaren Applikationen die an der ETH-Bibliothek digitalisierten Inhalte anzeigen?
Erste Wahl ist hierbei GoodReader, der bestens mit PDF-Dokumenten umgehen kann.

1. ETH E-Collection: Mit GoodReader lassen sich die PDF-Dokumente vom Dokumentenserver der ETH Zürich einfach herunterladen und anschliessend in Ordnern ablegen. Danach können die Dokumente offline gelesen werden. Alles bestens, also.

2. E-rara.ch: Schon die Webseite sieht mit Safari auf dem iPad wie dafür geschaffen aus. Auch Blättern in den Dokumenten, Darstellen der Thumbnail-Übersicht funktionieren bestens. E-rara.ch bietet zudem die Funktion, komplette PDF-Dokumente herunterzuladen. Auch das klappt mit dem GoodReader so gut, dass man meinen könnte, e-rara sei dafür optimiert worden. Nun kann man offline in den PDF-Dokumenten blättern und über die hohe Auflösung der Digitalisate staunen. Test bestanden!

Screenshot vom iPad: das Webangebot von e-rara.ch mit einer Seite in Detailansicht

3. E-Pics: Die Bilddatenbank E-Pics bietet neben der Funktion für die externe Bildnutzung auch interne Funktionen. Mit der entsprechenden Berechtigung kann man Bilder auch in hoher Auflösung herunterladen. Das hat vom iPad aus bestens funktioniert, wobei das Bild nach dem Download ebenfalls in GoodReader geöffnet wird und von dort in der Fotosammlung abgespeichert werden kann. Hier steht das Bild dann weiteren Applikationen wie Pages oder Keynote zur Verfügung und kann also in Texte oder Präsentationen integriert werden. Tönt nicht schlecht, oder? 

Screenshot vom iPad: Seite Bildangaben mit Downloadfunktion

E-Pics leidet aber unter dem fehlenden Flash auf dem iPad: die Zoomfunktion in der Detailansicht funktioniert deshalb nicht. Ein kleiner zusätzlicher Hinweis: wenn man ein Bild im Browser geöffnet hat, kann man etwas länger aufs Bild tippen, dann erscheint der Dialog, ob es in die Fotosammlung aufgenommen werden soll. Geht übrigens auch beim iPhone. So gelangen die unter Creative Commons-Lizenz veröffentlichten Bilder auch aus der Google-Bildsuche aufs iPad oder iPhone. Ohne eigens entwickelte Applikation.

Fazit: die Online-Angebote der ETH-Bibliothek sind durchaus “iPad kompatibel”. Oder ist es wohl eher umgekehrt?

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