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Neuer E-Book-Reader im Test: der COOL-ER

Mittwoch, August 25th, 2010

Das neuste Gerät, das die ETH-Bibliothek einem Praxistest unterzogen hat, ist der bunte COOL-ER. Ein erster Versuch ist daran gescheitert, dass sich im heissen Sommer die Schutzfolio so mit der Rückseite verschmolzen hatte, dass ich beim Entpacken gleich die schöne blaue Farbe und das Logo abriss. Die Ersatzlieferung erfolgte jetzt. Den Test hat unser Gast Christian Winterhalter von der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt. Hier sein Fazit:

Der COOL-ER fällt zunächst durch sein geringes Gewicht auf und liegt gut in der Hand. Die Verarbeitung (billig wirkendes Plastikgehäuse, Haptik der Bedienknöpfe) steht jedoch in einem gewissen Widerspruch zum Preis. Die durch die optische Anlehnung an den iPod suggerierte Benutzerfreundlich­keit wird hingegen in der Praxis nicht eingelöst: die Menüführung ist sehr umständlich und vollzieht sich langsam. Gut ist die Darstellung der Inhalte, die sich leicht in der Grösse (7 Stufen) regulieren lässt. Die Akkukapazität reicht laut Hersteller für 8.000 x Umblättern aus (die Akkuanzeige schwankt jedoch des Öfteren).

Interead hatte unlängst für den Herbst dieses Jahres die Nachfolgemodelle COOL-ER Compact und COOL-ER Connect (mit WiFi) mit mehr Funktionen und zu einem günstigeren Preis angekündigt. Im Juli musste die Firma jedoch Konkurs anmelden, so dass diese nicht mehr auf den Markt kommen werden. Auch das vorgestellte COOL-ER-Modell ist derzeit weder im Direktvertrieb noch über Händler lieferbar.

Eigentlich war das Konzept des COOL-ER ja ganz witzig. Er wirkt frischer als die etablierten E-Book-Reader und ist mit 178 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Allerdings scheint mir der Preis von Fr. 339.- (Listenpreis $ 249.-) viel zu hoch. Die E-Ink-Reader haben meines Erachtens nur eine Chance als preisgünstige Alternative zu den Tablets, was Amazon und Barnes&Noble erkannt haben. Der COOL-ER wirkte leicht und billig, war es aber nicht wirklich. Eine zurückgezogene Grossbestellung soll ihm jetzt zum Verhängnis geworden sein. Auch wenn der COOL-ER ganz vom Markt verschwinden wird, gibt es ihn jetzt im InfoCenter der ETH-Bibliothek zum Testen.

eReaders and Libraries

Dienstag, August 3rd, 2010

An der Ticer Digital Libraries à la carte 2010 in Tilburg habe ich über eReader und ihre Auswirkungen auf Bibliotheken gesprochen. Den Vortrag gibt es auf Englisch via Slideshare:

View more presentations from Rudolf Mumenthaler.

Es war interessant zu hören, dass sowohl in Dänemark (Royal Library) wie auch in den USA (z.B. an der NCSU) eReader (Kindle, iPad) mit E-Books bestückt und ausgeliehen werden. So wie ich das sehe, wäre das lizenztechnisch gesehen nicht erlaubt. Dieselbe Meinung vertritt auch ein Beitrag im Library Law Blog. Ich bin ja sonst auch für die “just-do-it”-Methode, aber bei lizenzierten E-Books würde ich das nicht wagen. Vielleicht erreichen wir ja in Lizenzverhandlungen mit Verlagen eine Einigung. Aber ich tendiere ohnehin eher darauf, dass wir als Bibliothek die Plattform bieten sollten, damit unsere Benutzer die E-Books in dem von ihnen gewünschten Format auf den E-Reader ihrer Wahl herunterladen können. Und die Vorstellung, dass eReader im Bibliothekssystem katalogisiert werden, finde ich auch etwas gewöhnungsbedürftig…

Und noch etwas zur Zukunft der dedizierten E-Book-Reader. Die massiven Preissenkungen bei Nook, Sony und letzte Woche beim Kindle zeigen, dass ihre Zukunft eher in einem Niedrigpreissektor liegt. Die auf E-Ink basierenden Reader können mit den multimedialen Fähigkeiten der Tablets nicht wirklich mithalten – ausser sie konzentrieren sich auf die Funktion, Bücher unterwegs zu lesen und bieten diese sehr günstig an. Dann müssten aber auch noch die E-Books billiger werden.

iPad im Praxistest (Teil 3)

Freitag, April 23rd, 2010

Das #iPad als eReader

Viel geschrieben wurde auch schon über das iPad als eReader. Meine Einschätzung: Lesen kann man die eBooks bestens. Sowohl iBooks wie Kindle für iPad bieten gute Funktionalitäten zum Blättern, zeigen die Texte und Bilder (in iBooks) brilliant an. Die Animationen zum Blättern sind wirklich hübsch. Auch im Freien kann man gut lesen, wobei der Bildschirm bei grellem Sonnenlicht an seine Grenzen stößt. Unterwegs im Zug oder Flugzeug wird das ein großes Vergnügen sein. Aber wer es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich macht, um ein Buch zu lesen, wird dafür bestimmt ein gedrucktes Buch bevorzugen.

Apples Plattform für die eBooks soll ja die Applikation iBooks sein. Diese und den damit verbundenen Bookstore gibt es momentan erst in den USA. Ich konnte die App trotzdem schon testen. Mein Fazit: iBooks ist als geschlossenes System eher einfach ein Verkaufsinstrument für den Bookstore. Anders als bei iTunes, das seinerzeit zunächst als reine Rip- und Verwaltungssoftware für digitalisierte CDs eingeführt worden war, steht bei iBooks zum Vornherein der Verkauf im Vordergrund. Ich kann keine eigenen Dokumente laden. Es gibt im Bookstore zwar auch kostenlose Klassiker, aber der Weg führt immer über den Store. Das sieht, wie schon gesagt, hübsch aus, ist aber ein klassischer Fall von Vendor-Lockin. Nur so zur Erinnerung: iTunes war seiner Zeit als Software zur Verwaltung der eigenen CDs und zum Rippen eingeführt worden, der iTunes Store kam erst viel später. iBooks bietet nur den Store. Eigene Dokumente schaffen es nicht via iBooks auf das iPad. Achtung, Korrektur: offenbar kann man doch eigene eBooks im EPUB-Format aufs iPad laden. Es heißt im App Store: “You can also drag any ePub files from other sources into your iTunes Library and sync your iPad with your computer.” (Nachtrag vom 8.5.2010)

Screenshot: das mitgelieferte eBook Winnie-the-Pooh in der App iBooks

Das Gleiche muss man von der App Kindle sagen. Auch hier kann ich zwar die im Kindle-Store gekauften eBooks wunderbar lesen – allerdings nur schwarz/weiss – aber andere Inhalte lassen sich damit nicht darstellen.

Nur über Stanza kann ich eigene eBooks im Format EPUB aufs iPad laden. Man kann in den gekauften Büchern tatsächlich keine Textpassagen kopieren, nur highlighten oder kommentieren. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Kindle App. Bei den kostenlos erhältlichen Büchern im iBookstore ist dann allerdings die Kopierfunktion aktiv. Bei diesen Werken kann man sich also Textpassagen herauskopieren und in ein Textdokument einfügen.

Mit der App Stanza in der iPhone-Version geht das Kopieren und Einfügen in ein Textdokument (in Pages) in jedem Fall. Anschliessend wiederum kann das Dokument über iWork (www.iwork.com – eine Plattform von Apple) synchronisiert werden. Es lässt sich als Word oder PDF exportieren und auch per Mail austauschen. Dabei kann man das Dokument für eine andere Person frei geben, die es dann im gewünschten Format herunterladen kann.

Ich habe schon früher gesagt, dass ich die Anwendung zum Lesen von Zeitungen und Zeitschriften für entscheidender halte als diejenige für eBooks. Noch stehen keine nennenswerten deutschsprachigen Inhalte zur Verfügung. Ich habe USA Today installiert, und da kommen die Vorzüge des brillanten Bildschirms zum Tragen. Hier wird noch einiges auf uns zukommen. Aber man kann auch einfach die Online-Ausgabe einer Tageszeitung im Browser lesen. Auch das kommt sehr gut zur Geltung, wie der Versucht mit verschiedenen Tageszeitungen zeigt. Kleine Anpassungen im Stylesheet sollten genügen, um die Webseiten voll iPad fähig zu machen….

> weiter zum Teil 4

iPad im Praxistest (Teil 1)

Freitag, April 23rd, 2010

#iPad, Teil 1: die Hardware

Der erste Eindruck verschiedener Personen: “wow! ideales Format;” “der ist aber schwer!” “ist der leicht!” – Man ist sich nicht immer einig, aber der Faszination des iPad kann man sich kaum entziehen. Rund um das Gerät wurde schon viel geschrieben. Die technischen Daten findet man auf der Homepage von Apple. Positiv fällt die lange Laufzeit des Akku auf (um die 10 Stunden bei Vollbetrieb). Den Touchscreen mit der Multitouch-Funktionalität kennt man vom iPhone, nur ist er nun so groß (9.7 Zoll), dass derjenige des iPhone im Vergleich geradezu winzig wirkt.

Was mich fast umhaut, ist die Geschwindigkeit des iPad: ohne Verzögerung startet das Gerät und ist in Sekundenbruchteilen betriebsbereit. Bis der Homescreen bereit ist, dauert es (inklusive Entriegeln, aber ohne Code-Eingabe) handgestoppte 2.3 Sekunden. Im Vergleich zu meinem aktuellen PC (4:30 Minuten oder 270 Sekunden) ist das ein Faktor 100 schneller! Das bringt einen riesigen Vorteil gegenüber PC und Notebook, und der könnte spielentscheidend sein. Schon bisher nutzte ich für kurze Ausflüge ins Web lieber das iPhone als den PC. Und mit dem iPad wird das noch verstärkt der Fall sein, da bin ich mir ganz sicher. Mittlerweile lese ich während des Aufstartens des PCs die neusten Twittermeldungen auf dem iPad.
Die Performance des Browsers ist enorm hoch. Normale Webseiten werden sehr schnell aufgerufen und brillant dargestellt. Bsp: Tagesanzeiger und NZZ online oder das Wissensportal der ETH-Bibliothek (zumindest die Testversion…). Speziell präparierte mobile Seiten braucht es für das iPad nicht.

Die erste lieferbare Generation iPads verfügt nur über WiFi, aber keine 3G-Verbindung. Die Modelle mit beiden Verbindungsmöglichkeiten sollen Ende April ausgeliefert werden. Wer sein Gerät in den USA bestellt, könnte die 3G-Version in Europa vermutlich ohnehin nicht nutzen, so wie das mit den US-Modellen des Kindle der Fall war. Allerdings verfügt die 3G-Version offenbar über einen Fach für eine Micro-SIM-Karte, die sich demnach wohl austauschen lässt. Aber ich würde das Risiko nicht eingehen und bis Ende Mai warten, bis alle Modelle auch i n Europa erhältlich sind. Wer denkt, dass es keinen großen Unterschied mache, ob das iPad mit oder ohne SIM-Karte läuft, irrt sich gewaltig. Ich hatte vor dem iPhone einen iPod Touch. Damit musste ich mir jeweils am Bahnhof oder in den Städten einen Platz suchen, wo ich drahtlosen und hoffentlich kostenlosen Netzzugang hatte. Es gibt keine Push-Dienste, kein SMS. Erst mit dem iPhone wurde das Web für mich zum ständigen Begleiter. Für mich bedeutet dies reales “ubiquitous Computing”. Und so wird es auch mit dem iPad mit (respektive eben ohne) 3G-Modul sein. Ach ja, noch ein kleiner Wermutstropfen, den uns Steve da einschenkt: Tethering funktioniert nicht vom iPad zum iPhone. Man kann also das iPhone nicht als Modem unterwegs nutzen. In den User-Foren hat dies schon zu hitzigen Diskussionen geführt. Es kursiert eine Mail mit der Antwort von Steve Jobs, das mit zwei Buchstaben auf die Frage antwortet, ob es Tethering für das iPad gebe: “NO”.
Deshalb: es lohnt sich, auf die Variante mit 3G zu warten. Oder sich nach Alternativen umzusehen… Wobei die Preismodelle für die benötigten Telecom-Dienste noch nicht bekannt sind.

Wer nicht bis Ende Mai warten mag, kann das iPad auf verschiedenen Kanälen in den USA besorgen. In der Schweiz hat Digitec einige Geräte als Grauimport für einen stolzen Preis angeboten 799 Fr. für die 16GB-Variante. Ich habe mein iPad über den Dienst usunlocked direkt in den USA gekauft. Allerdings versucht Apple diese Weiterverkäufe zu unterbinden, und gemäß neustem Blogeintrag von usunlocked wurden diese Bestellungen jetzt von Apple storniert. Dann bliebe wohl nur der Weg über einen Bekannten in den USA, der das iPad selber kauft und dann nach Europa schickt…

Die virtuelle Tastatur ist besonders im Querformat erstaunlich gross, und sie passt sich der Umgebung an. Doch mit Zehnfingersystem ist nichts auf der virtuellen Tastatur des iPad. Es fehlen die Auflagefläche zum Abstützen der Handballen und die Rückmeldung der Tastatur. Zudem ist die Tastatur sehr sensibel, was beim Blindschreiben zu vielen Vertippern führt. Man kann relativ fehlerfrei mit zwei Fingern schreiben, das klappt ganz gut. Es ist Ehrensache, dass dieser gesamte Blogbeitrag auf dem iPad geschrieben wurde (in Pages und dann WordPress).
Diesen Text habe ich problemlos bei direkter Sonneneinstrahlung draußen auf Pages getippt. Es blendet zwar schon recht stark, aber der Text ist trotzdem gut zu lesen.
Ich sitze mit überschlagenen Beinen lässig im Garten das iPad im Querformat auf den Oberschenkeln. So stimmt der Winkel, und das iPad liegt ruhig ohne zu rutschen. Im Zug, bei beengten Platzverhältnissen, ist das schon etwas schwieriger. Man braucht einfach einen freien Platz neben und einen gegenüber sich…

Perfekt ist das iPad bei weitem nicht, das habe ich auch nicht erwartet. Die Mängelliste ist erstaunlich lang. Es fehlen für den produktiven Einsatz sehr zentrale und bewährte Schnittstellen und Funktionen. Hier meine Mängel- und gleichzeitig Wunschliste an Apple:
USB-Anschluss: weshalb macht man uns das Laden und den Transfer von Dokumenten nicht so einfach wie im normalen Leben? Alternative wäre die konsequente Integration in die Wolke, aber das ist mit dem proprietären Dienst von iWork.com erst im Ansatz angedeutet. Klar, hier ist Potential für viele clevere Apps. GoogleDocs, bitte kommen! Würde das iPad mit USB-Schnittstelle die MacBooks zu stark konkurrenzieren?
Flash: mich interessiert die Diskussion, ob Flash unsauber programmiert oder proprietär sei, ehrlich gesagt überhaupt nicht. Tatsache ist, dass viele nützliche Dienste und Websites ohne Flash nicht funktionieren. Und das nervt.
Kamera: für Video-Chat wäre das iPad wie geschaffen. Das Fehlen der Kamera in Version 1 entspricht bestimmt der Marketingstrategie von Apple. Schließlich sollen auch Käufer der erste dann die verbesserte zweite Version kaufen….

> weiter zum Teil 2

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iRex Digital Reader im Praxistest

Mittwoch, März 24th, 2010

Er ist nicht gerade taufrisch, der iRex Digital Reader 1000S. Er fristete bei uns an der ETH-Bibliothek ein Mauerblümchendasein, bis ich ihm die gebührende Beachtung schenkte. Er kam seinerzeit als Lieferantengeschenk zu uns und weigerte sich hartnäckig, sich in Betrieb nehmen zu lassen. Eine gewisse Störrigkeit lässt sich dem an und für sich beeindruckenden Gerät tatsächlich nicht absprechen.
Die technischen Daten sowie gewisse Funktionalitäten sprechen durchaus für den iRex Digital Reader 1000S: Er verfügt über das momentan grösste Display mit 10.2 Zoll und 1024×1280 pixeln bei 16 Graustufen. Zudem bietet die Wacom-Penabled-Technologie die Möglichkeit, auf dem Touchscreen per Stift handschriftliche Notizen zu machen. Diese wiederum lassen sich anschliessend mit Hilfe der iRex Companion Software ins PDF integrieren (“mergen”). Das PDF-Dokument mit intergrierten Notizen lässt sich dann auf den PC übertragen. Damit hat der iRex bezüglich Funktionalität die Nase (immer noch) vorn. Einschränkungen gibt es bezüglich der unterstützten Formate: der iRex unterstützt das EPUB-Format nicht, sondern setzt auf PDF und Mobipocket. Wobei ich ein im Kindle-Store gekauftes Buch nicht auf den iRex laden konnte. Die Auswahl der Titel ist somit stark eingeschränkt.
Aber eben: der iRex macht es einem nicht gerade leicht, seine Funktionen zu schätzen. Der iRex verhält sich ziemlich divenhaft. Man kann ihn per USB an den PC anschliessen, und in 9 von 10 Fällen passiert gar nichts. Ab und zu gelingt die Verbindung, und die Software wird gestartet. Dann wird der iRex auch von Calibre erkannt und kann mit eBooks bestückt werden.
Nach einigen Versuchen habe ich den Eindruck, dass ein Dokument geöffnet sein muss, wenn der iRex per USB mit dem PC verbunden ist. Dann wird er jeweils erkannt. Der Reset-Button ist eine häufig genutzte Funktion…
Mit dem Stylus und Tochscreen lässt sich ganz ordentlich navigieren. Allerdings gerät man sehr oft aus Versehen auf die Tasten zum Blättern. Zudem sind die Funktionen nicht gerade intuitiv. Das alles führt dazu, dass man nicht so richtig warm wird mit dem iRex. Und wenn man den stolzen Preis von Fr. 899.- (bei digitec) oder 587.- Euro (bei iRex) betrachtet, wird man sich den Kauf wohl nochmals überlegen. In den Userforen liest man zudem häufig davon, dass der Screen sehr empfindlich sei und leicht kaputt gehe. Kaufempfehlung wird deshalb an dieser Stelle keine ausgesprochen…

der iRex mit einem handschriftlich bearbeiteten PDF-Dokument
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Calibre zur Verwaltung von eBooks

Mittwoch, Februar 17th, 2010

Dem Thema Management-Tools für die eBooks habe ich ja schon früher einen Beitrag gewidmet. Mittlerweile habe ich die Software Calibre recht intensiv genutzt und kann sie wirklich empfehlen. Calibre bietet sehr umfangreiche Funktionen zum Management der eBooks. Zentral ist die Funktion zur Konvertierung verschiedener Ausgangsformate (PDF, Word, HTML, TXT) sowohl in EPUB als auch in MOBI-Formate. Weiter kann man die Metadaten der eBooks bearbeiten und so eine Struktur in seine Kollektion bringen. Die auf dem PC (oder Mac) gespeicherten eBooks lassen sich dann sehr einfach auf die verschiedenen eReader übertragen. Das hat mit fast allen getesteten Geräten funktioniert: vom Kindle über die Sony-Modelle bis hin zum nook und dem iRex Digital Reader. Calibre übernimmt also die Funktion des “Hub” für die Synchronisierung der eBooks mit unterschiedlichsten Lesegeräten. Ein Wermutstropfen bleibt: bei DRM geschützten eBooks kann auch Calibre nicht weiterhelfen.
Calibre schafft auch die Synchronisierung mit dem iPhone – gerade im Hinblick auf den iPad sehr interessant. Calibre bietet einen integrierten Webserver an, den man mit der iPhone App Stanza ansteuern kann. Voraussetzung dafür ist, dass der PC und das iPhone am selben WLAN angeschlossen sind. Das war der Grund, weshalb es bei mir zunächst nicht geklappt hat. Am einfachsten ist es, wenn man PC und iPhone an ein Netz ohne Firewall und notwendiger Authentifizierung (auch nicht über VPN) verbindet. In meinem Fall hat es mit dem “public” Netz der Hochschule funktioniert. Stanza erkennt die eBooks im EPUB-Format in Calibre, die sich dann in die Stanza-Bibliothek herunterladen lassen.

Screenshots: Stanza erkennt eine freigegebene Calibre-Bibliothek im Netz. Einzelne oder alle eBooks können aufs iPhone geladen werden.

Mit Calibre lassen sich von einem eBook gleich mehrere unterschiedliche Formate verwalten, wie der Screenshot von der Calibre-Anwendung zeigt.

Screenshot: Links unten sieht man die unterschiedlichen Formate, die Calibre zu einem eBook verwaltet.

Von hier aus kann man dann das gewünschte Format auf den jeweiligen Reader übertragen, also das MOBI auf den Kindle oder den iRex, die EPUB-Version auf den Sony-Reader oder den nook. Ein anderes Kapitel ist dann noch das Umformatieren der eBooks. Dazu später mehr…

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iPad für Hochschulbetrieb? (Update)

Donnerstag, Januar 28th, 2010

Es ist wohl noch etwas Kaffeesatzlesen, wenn man aufgrund der ersten Infos und Vorschauen über die Hochschultauglichkeit des iPad urteilen möchte. Ich habe neulich eine Übersicht über die gängigen eReader gemacht und möchte den iPad, quasi in “Ferndiagnose”, nach denselben Kriterien kurz beleuchten. Interessant ist eine Aussage von Heise.de nach einem kurzen Test des iPad.

“Die E-Book-Anwendung iBook sorgt mit wählbaren Schriftgrößen und -arten für lesefreundliche Darstellung von Büchern und anderen Publikationen. Allerdings war weder eine Suchfunktion zu sehen noch eine Eingabemöglichkeit für Anmerkungen und Fußnoten, wie etwa bei Amazons Kindle. Auch ist das helle, von hinten per LED-beleuchtete LCD-Display des iPad beim langen Lesen eher ermüdend, während der E-Ink-Schirm bei Kindle und anderen Lesegeräte mit seinem papierähnlichem Kontrast- und Leuchtverhältnissen die Augen schont.” 
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apples-iPad-kurz-angetestet-Update-915823.html

Relevant scheint mir die Tatsache, dass entgegen der Gerüchte im Vorfeld keine OLED, sondern die LED-Technologie für den Bildschirm eingesetzt wird. Das bringt Minuspunkte bezüglich Lesefreundlichkeit. Gegenüber den eInk-Readern ist der farbige Bildschirm des iPad ein Vorteil. Gerade im Wissenschaftsbereich sind PDF-Dokumente im A4-Format das zentrale elektronische Textdokument. Diese dürften auf dem iPad gut lesbar sein. Nächster Mangelpunkt: der iPad beherrscht kein Multitasking. Das wäre aber nötig, um beim Lesen eines Textes schnell zu einem geöffneten Textdokument zu wechseln und sich Notizen zu machen oder Zitate einzufügen. Offenbar verfügt die App iBooks zudem über keine Notizfunktion, ein klares Minus gegenüber der Konkurrenz (Update: noch schlimmer: iBooks wird es voraussichtlich zunächst nur in den USA geben! siehe Kommentar unten). Eine fehlende Suchfunktion wäre gerade für den Hochschuleinsatz (Suche nach Begriffen in einem Skript oder über mehrere Skripts) fatal. Das scheint aber mit Spotlight möglich, den Apple schreibt: “It even searches apps you’ve downloaded from the App Store.” http://www.apple.com/ipad/features/ (Update: Zudem sieht man in der Präsentation an der Keynote, dass links oben die Lupe erscheint – dieses Symbol steht bei anderen Apple-Produkten für die Spotlight-Suche.)

Positiv überrascht war ich von der abgespeckten Version von iWork. Damit ist die Textverarbeitung auf dem Gerät verfügbar – und könnte dann wie die App Notes für die Notizen verwendet werden, wenn das nächste OS eventuell Multitasking bringt (entsprechende Gerüchte gibt es auch dafür…).

Was bringt der iBookstore? Für einen Studierenden gar nichts, denn er sollte ja für die Bücher nicht nochmals bezahlen, welche die Hochschulbibliothek für ihn schon lizenziert hat. Wichtig wäre es also, dass man auch eigene eBooks laden kann. Dazu gibt es aber noch keine gesicherten Aussagen.

“Great” ist natürlich, dass alle die netten Apps fürs iPhone auch auf dem iPad laufen – auch wenn sie momentan zum Teil noch etwas gewöhnungsbedürftig aussehen… Da wären dann alle bekannten Apps zum Kauf und Lesen von eBooks. Aber auch die App “Papers”, mit der man wissenschaftliche Texte aus den gängigen Datenbanken lesen und verarbeiten kann.

Die Killeranwendung für den iPad (heisst es eigentlich der oder das?) dürften also nicht Lehrbücher sein, sondern Zeitungen und Zeitschriften. Die Branche lechzt nach einem Tool, das Ihnen den Weg zu bezahlten Inhalten öffnet. Und dafür dürften der iPad und das Geschäftsmodell von Apple schon eher geeignet sein. Die eBooks für den Hochschulbereich kommen dann später… Vielleicht wird dann ja auch iTunes U für die Distribution wissenschaftlicher Texte und eBooks geöffnet? Hallo, Apple: ihr kennt ja meine Adresse…

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Einsatz von eReadern im Hochschulbereich

Dienstag, Januar 26th, 2010

Heute haben Vertreter des Projekts Neptun, das Laptops für Hochschulangehörige in der Schweiz zu günstigen Konditionen anbietet und seinen Sitz an der ETH Zürich hat http://www.neptun.ethz.ch/, und Vertreter der ETH-Bibliothek über den möglichen Einsatz von eReadern an der ETH Zürich gesprochen. Hintergrund ist die Idee, eventuell auch mal einen eReader ins Neptun-Angebot aufzunehmen. Ich habe verschiedene Geräte mit ihren Stärken und Schwächen vorgestellt: Amazon Kindle 2, Amazon Kindle DX, Sony PRS-505, Sony PRS-700, nook, iRex Digital Reader 1000S und den HanLin eReader. Unser Fazit: wenn, dann würde sich am ehesten der Kindle DX für den Hochschuleinsatz eignen. Aber…

Alle gängigen eReader genügen den Ansprüchen einer Anwendung im wissenschaftlichen Kontext nicht. Die fehlende Interaktion scheint mir das Haupthindernis für den Einsatz in Lehre und Forschung. Ich kann bei den Geräten im besten Fall Anmerkungen machen, die ich dann aber kaum in meine normale Arbeitsumgebung übertragen kann. Unmöglich ist das Herauskopieren von Zitaten oder Referenzen, um sie dann in einen eigenen Text zu integrieren.
Beim Display schneiden der iRex sowie der Kindle DX dank ihren grossen Bildschirmen, die auch die Darstellung von A4-Dokumenten im PDF ermöglichen, am besten ab. Vermisst wird jedoch ein farbiges Display, das zum Beispiel für die Darstellung von farbigen Grafiken aus Lehrbüchern nötig wäre. Die Darstellung von PDF ist deshalb besonders wichtig, weil das EPUB- oder Mobipocket-Format bei der Anzeige von Formeln versagen. Wenn hier jemand eine Lösung kennt, wie man Formeln aus PDF- oder Worddokumenten in EPUB oder Mobi umformatieren kann, bin ich froh um einen Hinweis. Ebenfalls ungelöst ist die Darstellung von Fussnoten, die ja beim EPUB und Mobi mit dem Wegfall von Seitenumbrüchen grundsätzlich “in der Luft hängen”. Es kommt erschwerend dazu, dass die Geräte nicht fähig sind, Hyperlinks anzuklicken. Ich glaube, der iRex ist hier eine Ausnahme. Mein Gerät schafft es allerdings momentan nicht einmal, ein normales EPUB-Dokument anzuzeigen. Insofern muss ich mich auf die Funktionsbeschreibung verlassen…
Der Wegfall des Seitenumbruchs verhindert auch, dass ich aus einem EPUB korrekt zitieren kann. Ein weiteres Argument gegen den Einsatz im Wissenschaftsbereich.

Nicht eben wissenschaftsfreundlich sind zudem die mit den jeweiligen Geräten verbundenen Geschäftsmodelle. Noch sehe ich keine Möglichkeit, von der Bibliothek lizenzierte eBooks für die Nutzung auf eReadern bereitzustellen. Auf diesem Feld sehe ich grossen Handlungsbedarf und auch Spielraum für die Bibliotheken. Ich denke, dass ein eReader-Angebot für Studierende erst dann attraktiv ist, wenn wir technisch und rechtlich in der Lage sind, die von uns lizenzierten Inhalte im geeigneten Format kostenlos bereitzustellen. Die heute von den Verlagen angebotenen Produkte – in der Regel kapitelweise als PDF downloadbare Dokumente – sind dafür nicht geeignet. Also, liebe Verlage, wer an einem Pilotversuch mit der ETH-Bibliothek interessiert ist, soll sich doch bitte vertrauensvoll an den Autoren dieses Beitrags wenden…

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#nook im Praxistest

Donnerstag, Januar 14th, 2010

Der nook ist vorläufig nur in den USA erhältlich. Auf eBay gibt es aber Händler, die solche Geräte auch international anbieten. Zu den etwas höheren Kosten als im regulären Shop kommen somit noch beträchtliche Versandkosten hinzu. Doch die Lieferung klappt einwandfrei. Nach dem Lieferengpass anfangs Dezember wird das Gerät Ende Dezember verschickt und trifft anfangs Januar an der ETH in Zürich ein.

Inbetriebnahme
Zum Auspacken braucht man fast die beigelegte Anleitung. Doch diese erste Hürde ist überwunden, und das optisch sehr gefällige Gerät ist ausgepackt. Zunächst kommt es mit dem mitgelieferten USB-Kabel zum Aufladen an den PC – der Stromadapter ist natürlich US-Standard. Der nook wird dann als externes Laufwerk angezeigt, das verschiedene Ordner enthält. Ich kopiere mal einige eBooks unterschiedlichen Formats in den Ordner „my documents“ und hoffe, diese später angezeigt zu sehen.
Beim Aufstarten des nook wird gleich nach einer Registrierung verlangt. Diese ist nötig, damit man Inhalte von Barnes and Noble laden kann.

drahtlose Verbindung
Das geht allerdings nur über WiFi, nicht stationär. In den USA wäre die Verbindung über ein eigenes 3G-Netz möglich, in Europa aber nicht. Hier kann ich mich (theoretisch) mit offenen WiFi-Netzwerken verbinden. Ein erster Versuch scheitert allerdings. Das WPA2-geschützte Netz der ETH wird nicht erkannt. Das Public-WiFi-Netz erscheint zwar in der Auswahl, nimmt kurz die Verbindung auf und steigt dann gleich wieder aus. Ich vermute, dass der Firewall oder die benötigte Authentifizierung den nook scheitern lassen. Ich muss es dann also zu Hause im privaten WLAN versuchen. Die WiFi-Verbindung mit dem privaten Netzwerk (auch WPA2 gesichert) hat dann geklappt.

Nutzung von eBooks
Auch ohne Registrierung kann ich auf die manuell auf den nook geladenen eBooks zugreifen. Zwischen eInk-Display und dem schmalen Touchscreen befindet sich der Home-„Button“, über den man jeweils in die Menuauswahl gelangt, die dann im farbigen Streifen angezeigt wird. Hier wähle ich MyLibrary und erhalte die Auswahl der geladenen eBooks. Ein erstes, kürzeres Dokument im PDF-Format wird korrekt angezeigt. Ein zweites eBook im EPUB-Format, das ich nicht bei B&N gekauft habe, wird nicht geöffnet, da der User nicht registriert sei. Beim Klassiker Don Quijote im EPUB-Format, das ich mir beim Projekt Gutenberg besorgt habe, funktioniert die Anzeige und Formatierung tadellos. Man kann mit Hilfe von Pfeiltasten an den Seitenrändern im Dokument vor- und rückwärts blättern oder über das Navigationsfeld zu einem bestimmten Kapitel oder der zuletzt gelesenen Stelle wechseln. Es lassen sich verschiedene Fonts in unterschiedlicher Grösse einstellen. Die Darstellung auf dem eInk-Display ist ausgezeichnet.

Nach den ersten Versuchen möchte ich andere Bücher auf den nook laden. Nachdem ich das Gerät über USB mit dem PC verbunden habe, kopiere ich weitere eBooks in den Ordner My Documents und lösche diejenigen, die nicht lesbar waren. Nach dem Auswerfen des nook sind aber immer noch die alten Titel in der Auswahl sichtbar. Wurde der nook nicht synchronisiert? Nach einigem Pröbeln versuche ich es mit dem Menu „Check for new content“, den ich eigentlich mit dem Store in Verbindung gebracht habe, und siehe da: die Auswahl wird aktualisiert, die neuen Titel sind sichtbar.

Nach der Registrierung des nook über mein bestehendes Konto bei Barnes and Noble erhalte ich Zugang zum eBook-Shop von B&N und auf die Funktion „the daily“, in der täglich Bücher vorgestellt werden. Als europäischer Anwender steht man im Shop aber leider vor leeren Regalen: nicht einmal die freien Bücher aus dem Google-Projekt können ohne US-Rechnungsadresse bezogen werden. Man muss sich mit Schnuppern an den Previews zufrieden geben und kann nur einzelne Seiten zur Probe herunterladen.

Der 3.5″-Touchscreen
Die Usability der Navigation über das Touchscreen-Display lässt etwas zu wünschen übrig. Es ist nicht immer klar, wohin man gelangt, wenn man den Linkspfeil antippt. Störend wirkt vor allem, dass der Bildschirminhalt des oberen Displays immer gleich ändert, wenn man sich in der Navigation unten bewegt. Wenn ich also am Lesen bin, kann ich nicht auf das Menu MyLibrary wechseln, ohne dass ich den Text oben automatisch verlasse. Aber daran werde ich mich sicher schnell gewöhnen.
Das Spezielle am nook ist ja in erster Linie die Kombination von kleinem 3.5 Zoll-Touchscreen zur Navigation und Eingabe mit einem 6 Zoll-eInk-Display zum Lesen der Inhalte. Wie bewährt sich diese Technologie in der Praxis? Grundsätzlich gewöhnt man sich relativ schnell daran, dass man unten navigieren, auswählen und antippen muss und dass das eInk-Display nicht auf meine Berührungsversuche reagiert. Das Scrollen im schmalen Display unten ist jedoch eher mühsam und nicht immer intuitiv. So teilt sich das Display manchmal in mehrere Sektoren: links erscheint ein Pfeil, mit dem man auf den vorherigen Bildschirm wechselt, dann folgt eine Liste mit einer Menuauswahl (view my documents; view item details, show covers, check for new B&N content), die sich jeweils unterschiedlich verhalten: klicke ich auf „show covers“, erscheint nur im Screen unten eine Ansicht von Buchcovers in Farbe, die ich über ein Symbol (ein x in einem Kreis) schliessen muss – also eine Art Popup. Bei „view item details“ erscheint im eInk-Display eine Zusammenfassung von Titel, Autor, Rating und eine Overview. Auch im Screen unten ändert sich die Anzeige und es erscheint die Menuauswahl „read“, „buy“ und „view overview“. Neben dieser Menuliste gibt es zwei Pfeile zum nach oben oder unten Navigieren in der Titelliste im eInk-Display. Schliesslich gibt es noch ein Feld mit einem kleinen Kreissymbol, durch das man den oben ausgewählten Titel aufrufen kann.


Abbildung: verschiedene Anzeigen des nook: Start, Buchauswahl, Buchseite

Akkulaufzeit
Bezüglich der Akku-Leistung habe ich (noch) keine richtigen Tests gemacht. Aber es fällt auf, dass sich der Ladezustand sehr rasch verringert. Ich gehe davon aus, dass der Stromverbrauch sehr stark von der Nutzung des farbigen Touchscreens abhängt. Gerade bei meinen Versuchen mit der Navigation lese ich weniger in den trägen Texten im eInk-Feld, sondern benutze intensiv den farbigen Bildschirm. Innerhalb von zwei Stunden – mit Pausen dazwischen – hat sich der Ladestand von 60% auf 30% reduziert.

Interaktionsmöglichkeiten und Suchfunktion
Ein wichtiges Kriterium für die Bewertung von eReadern ist für mich die Möglichkeit der Interaktion. Ähnlich wie die Modelle von Kindle und Sony bietet der nook gewisse Annotationsfunktionen. Man kann bei eBooks im EPUB-Format (nicht aber bei PDF-Dokumenten) Notizen einfügen. Bisher ist es mir nicht gelungen, die eingefügten Notizen wieder abzurufen, aber möglicherweise geht das erst nach einer Synchronisation mit dem
Die Suche erfolgt entweder auf übergeordneter Ebene in den Metadaten der vorhandenen Bücher oder dann auf der Ebene des einzelnen Buchs als Volltextsuche. Eine übergreifende Suche im Volltext ist offenbar nicht möglich. Wenn die Suche gewählt wird, erscheint eine kleine qwerty-Tastatur im Touchscreen. Auch Notizen werden über dieses Interface eingegeben. Noch nicht testen konnte ich die Ausleihfunktion, die es erlauben soll, bei B&N gekaufte Bücher mit anderen Geräten zu teilen. Theoretisch sollte man ein eBook auch auf PCs, Macs oder iPhones mit der eReader-Software von B&N schicken und dort für eine limitierte Zeit nutzen können.

Fazit
Der nook ist ein interessantes Gerät. Für Anwender in Europa fällt der fehlende Zugang zu den eBooks von B&N aber zu negativ ins Gewicht. Der Dualscreen ist innovativ, aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Der nook ist deutlich dicker (1.25 cm) als sein Konkurrent, der Kindle 2 (0.9 cm), und auch etwas schwerer (317 gegenüber 289 Gramm). Und jetzt habe ich den nook vermutlich beleidigt, denn er bleibt beim Laden eines neuen eBooks hängen und zeigt seit einigen Minuten nur noch das Dialogfeld „Formatting…“ an.

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Vergleich von iPhone und eInk-eReader

Montag, Dezember 7th, 2009

Zum Abschluss der kleinen Beitragsreihe über das iPhone als eReader möchte ich es mit den gängigen eReadern vergleichen, die auf der eInk-Technologie basieren. Es geht dabei letztlich um die Frage, ob ein multifunktionales Gerät gegenüber dedizierten eReadern das Rennen machen wird. Wobei sich diese Frage natürlich auch auf anderen Gebieten stellt: gerade heute habe ich einen Bericht über das iPhone als Navi gelesen. Und für mich ist klar: ein separates Navigationsgerät hätte ich nie gekauft – aber auf dem iPhone brauche ich die Funktion sehr häufig. Aber hier jetzt der Vergleich in Bezug auf einige wichtige Kriterien:

Angebot an eBooks
Insgesamt ist das Angebot fürs iPhone grösser als für die einzelnen eReader. Die Auswahlmöglichkeit von Büchern im App Store von Apple ist jedoch denkbar schlecht. Hier sind Amazon und Barnes & Noble weit voraus. Damit die eBooks im App Store erfolgreich sein sollen, braucht es mehr als eine ständig wachsende Anzahl. Apple müsste hier auch für Bücher all das bieten, was man im Bereich Musik kennt: neben einer guten Suche gehört sicher die Kategorisierung nach Genres dazu. Fürs iPhone wäre eine separate Applikation nützlich, welche analog zur App iPod für Musik und Video die Nutzung von eBooks auf dem iPhone unterstützen würde.

Verwaltung der eBooks
Auf dem iPhone benötigt man mehrere Applikationen, um alle Angebote nutzen zu können. Je mehr solcher Plattformen man nutzt, desto mehr vermisst man eine zentrale Management-Software für alle eBooks – so wie es sie für Musik bereits gibt. Sony ist mit der eBook Library der einzige Anbieter mit einer zufriedenstellenden Verwaltungssoftware. Auf dem iPhone könnte Stanza eine solche Rolle spielen, vor allem wenn man die verschiedenen Formate in ein einheitliches Format bringen könnte. Wegen der unterschiedlichen DRM scheint das jedoch unmöglich. Beim Kindle fehlt ein solches Verwaltungstool völlig.
Aus meiner Sicht ist das Datenmanagement ein entscheidender Erfolgsfaktor, wie sich vor Jahren bei der Musik gezeigt hat. Am Anfang von Apples Erfolgsmodell stand die Software iTunes zum Rippen von CDs und zur Verwaltung der Musik.

Dateiformate
Das iPhone kann mit Hilfe der unterschiedlichen Applikationen so ziemlich jedes Format lesen. Aber eben, man braucht DocumentsToGo für Textdokumente und PDF, Kindle für Amazons azw-Formate, Stanza für EPUB etc. Die verschiedenen eigenständigen eBooks als Applikationen fürs iPhone können prinzipiell völlig proprietäre Formate sein. Die offene Frage beim iPhone ist aber weniger, welche Formate gelesen werden können, sondern auf welche andere Plattformen die Inhalte transferiert werden können. Momentan ist es so, dass ein fürs iPhone gekauftes eBook tatsächlich nur auf dem iPhone gelesen werden kann. Einzelne Anbieter bieten aber mehrere mögliche Downloadformate, so dass ein gekauftes Werk in mehreren Versionen für die verschiedenen Geräte bezogen werden kann, so z.B. B&N oder Amazon.

Funktionen
Bei den Funktionen zum Blättern und Navigieren hat das iPhone die Nase vorn. Nicht jede Applikation nutzt jedoch wirklich intuitive Formen. Aber das iPhone setzt hier ganz klar Massstäbe, die dazu führen, dass viele Nutzer auch versuchen, den Kindle wie einen Touchscreen zu bedienen und über die bescheidenen Möglichkeiten des Sony Touch enttäuscht sind.

Interaktion
Gerade für die Nutzung im wissenschaftlichen Umfeld wäre es von entscheidender Bedeutung, dass die Texte annotiert werden können, dass Anmerkungen und Zitate in die eigentliche Arbeitsumgebung auf den PC übernommen werden können. Das ist weder beim iPhone noch bei den dedizierten eReadern wirklich der Fall. Beim iPhone ist ein Hindernislauf über verschiedene Funktionen und Applikationen nötig, um eine Anmerkung in ein Word-Dokument zu übertragen. Und bei den eReadern bietet nur der Sony touch (angeblich) eine Synchronisation von Notizen auf dem eReader mit Word auf dem PC. Mir persönlich ist dies bisher aber noch nicht gelungen. Offenbar macht hier das DRM öfters Schwierigkeiten.

Bildschirm
Der kleine Bildschirm ist sicher ein Nachteil des iPhone gegenüber den 5-6-Zoll Bildschirmen von Kindle, Sony und anderen. Dafür ist er beeindruckend gut geeignet, um multimediale Inhalte darzustellen. Im Zeitalter der Medienkonvergenz ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Und umgekehrt ist gerade dies ein möglicherweise entscheidender Negativpunkt für die eInk-Technologie. Auch wenn erste Modelle in Farbe existieren oder Dualbildschirme angekündigt sind (der eDGe von enTourage soll im Februar 10 herauskommen), dürfte es schwierig sein, die relativ träge Technologie für die Darstellung bewegter Inhalte einzusetzen. Momentan dauert ein Seitenaufbau eine halbe Sekunde und ist begleitet von einem Flimmern. Das mag für Bücher noch kein Problem sein. Aber ich gehe davon aus, dass ohnehin die Zeitungsverlage in den nächsten ein bis zwei Jahren dem eReader zum entscheidenden Durchbruch verhelfen werden – wie Hearst mit seinem Skiff und Time Inc. mit einer Studie zu einem Tablet gerade gezeigt haben. Und die Zeitungen folgen ganz klar dem Trend nach Integration multimedialer Inhalte. Sie werden kaum auf eine Technologie setzen, die genau diese Möglichkeit verbaut.

Akku-Laufzeit
Auf der Plusseite der eInk-Technologie ist ganz klar die extrem lange Laufzeit des Akkus, was wiederum ein Hauptmanko des iPhone darstellt. Ich persönlich gehe davon aus, dass sich Apple darüber aber keine allzu grossen Sorgen macht. Die Akkus werden sich laufend verbessern, so dass sich das Thema in den nächsten Jahren von selbst weitgehend entschärft. Genau so hat sich seinerzeit das Problem des grossen Speicherbedarfs gelöst.

Preis
Der Preis der Geräte muss natürlich auch in Erwägung gezogen werden. Die Schmerzgrenze für eReader liegt bei 200 Euro, haben Kundenbefragungen ergeben. Wobei diese Grenze für die verschiedenen Kundensegmente unterschiedlich ist. Aber für den Durchbruch gerade bei jungen Leuten liegt sie wohl doch deutlich unter 200 Euro. Hier liegen die Vorteile klar beim iPhone. Es ist zwar bedeutend teurer, aber man kauft es nicht als eReader, sondern als Mobilphone – oder als mobiles Webdevice – oder als elektronische Agenda – oder als mobile Gamestation und so weiter.

Coolness-Faktor
Last but not least spielt auch der Coolness-Faktor eine wichtige Rolle. Wer den Kindle 1 einmal in Händen gehalten hat, weiss, warum der Kindle eher ein Gerät für ältere Leute ist… Die neuen eReader wie nook oder QUE könnten schon eher an der Vorreiterschaft des iPhone rütteln. Momentan gilt aber das iPhone nach wie vor fast unbestritten als das coolste Gadget der Gegenwart. Am ehesten dürfte wohl Apple selbst an diesen Erfolg anknüpfen können, wenn das gerüchtehalber in der Pipeline befindliche Tablet das Objekt der Begierde wird.

Fazit
Ich gehe davon aus, dass nicht ein dedizierter eReader das Rennen machen wird, sondern ein multifunktionales Gerät, das das Lesen von eBooks in die gewohnte Arbeitsumgebung integriert. Steve Jobs sagte dazu in der New York Times: “But I think the general-purpose devices will win the day. Because I think people just probably aren’t willing to pay for a dedicated device”. Ich gehe davon aus, dass es dabei allerdings weniger um den einmaligen Kauf eines solchen Geräts geht, sondern viel mehr darum, dass man nicht mehrere Geräte mit sich herumtragen und Dokumente auf verschiedenen Plattformen verwalten will. Zudem denke ich, dass das Rennen nicht auf dem Gebiet der eBooks, sondern auf dem Feld der elektronischen Zeitungen und der multimedialen Inhalte entschieden wird. Hier spielt die Musik!

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