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Kindle Touch im Praxistest

Mittwoch, Januar 18th, 2012

Noch sind die beiden neuen Flagschiffe der Kindle-Flotte, der Kindle Touch und der Kindle Fire in Europa nicht offiziell erhältlich. Wer sich trotzdem in den USA oder über Direktimport einen solchen E-Reader besorgt, muss mit Überraschungen rechnen. Beim Kindle Touch funktioniert alles bestens: Man kann seine gekauften E-Books mit dem Amazon-Account abgleichen, neue E-Books direkt kaufen, eigene E-Books (nach der Konvertierung ins Format Mobipocket) via USB-Verbindung vom PC hochladen etc. Schwierigkeiten macht nur das Firmen-WLAN an der Hochschule. Es ist ein kleiner Schönheitsfehler, dass das iPhone als Hotspot hinhalten muss, um eine Verbindung herstellen zu können.

Der Kindle Touch bietet – wie schon der Nook 2 – eine sehr brauchbare Multitouch-Funktion. Die Mini-Tastatur der Vorgängermodelle ist verschwunden, die nur sehr schwer bedienbar war. Die virtuelle Tastatur, die zur Texteingabe eingeblendet wird, ist für Smartphone-Geübte recht gut benutzbar. Die Darstellung der E-Books erfolgt auf dem 6-Zoll-Bildschirm in ausgezeichneter Qualität. Texte ohne Bild lassen sich so sehr bequem und entspannt lesen. Und das ist denn auch der grosse Vor- und Nachteil der aktuellen E-Ink-Reader-Modelle: sie sind wirklich gut geeignet zum Lesen von E-Books, aber für mehr leider nicht. Schon bei PDF-Dokumenten stösst der kleine Bildschirm an seine Grenzen. Bei einem einspaltigen A4-Dokument sind die Buchstaben entweder zu klein, oder man muss über die Lupenfunktion mühsam auf der Seite von links nach rechts und von oben nach unten scrollen. Und leider lassen sich PDF-Dokumente nicht ohne Weiteres ins E-Book-Format Mobipocket konvertieren (auch nicht in EPUB, wohlgemerkt). Der installierte Webbrowser ist unter der Rubrik Experimental zu finden. Zu überzeugen vermag das Experiment jedoch nicht – ein Webbrowser in Graustufen wird sich nicht durchsetzen können. Toll ist bei den Kindles natürlich die Integration in den Amazon Kindle Store mit mittlerweile gegen 1 Mio. E-Books, davon etwa 56‘000 in deutscher Sprache. In den USA kommt die Ausleihfunktion dazu, wofür man ein Amazon Prime-Abonnement benötigt. Mit 79 $ pro Jahr ist man dabei und kann dann aus mittlerweile auch schon 50‘000 Buchtiteln zur Ausleihe wählen (quasi mit Flatrate) oder auch Videos ausleihen (aber dafür ist der Kindle Touch nicht geeignet…). Bibliotheken spielen mit diesem Modell ganz klar keine Rolle mehr bei der Buchausleihe.

Insgesamt bestätigt sich die Einschätzung, wonach die E-Ink-Reader in Richtung Nische im Tiefpreissegment tendieren. 

Auch wenn der Kindle Touch also offiziell in Europa noch nicht erhältlich ist, kann ein in den USA gekauftes Gerät bestens genutzt werden. Ganz anders verhält es sich mit dem Kindle Fire, dem supergünstigen Tablet aus dem Hause Amazon. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag…

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Nook 2 im Praxistest

Freitag, Juli 8th, 2011

Überraschend klein kommt er daher, der neue Nook. Wobei der Bildschirm nach wie vor – und vergleichbar zum Kindle – 6 Zoll in der Diagonale aufweist. Mit 210 Gramm ist das Device ein absolutes Leichtgewicht, das sehr gut in einer Hand liegt. Das Gerät kommt mit einigen Vorschusslorbeeren, die sich bei den ersten Tests aber durchaus bestätigen.
Herausragend ist der Touchscreen, der noch bei keinem E-Ink-Reader so überzeugend umgesetzt war. Endlich kann auch in vom iPhone verwöhnter Nutzer das Gerät so bedienen, wie er es erwartet. Zwar wird nicht Multitouch unterstützt, aber die Buttons und Links lassen sich einfach durch Berühren des Bildschirms ansteuern. Auch Inhaltsverzeichnis und Endnoten können durch einfaches Antippen des Links angewählt werden. Die Bedienung ist gegenüber dem Nook 1 viel intuitiver.

Einwandfrei funktioniert auch die Integration ins WLAN, was nach erfolglosen Versuchen mit Android-Geräten überraschend einfach klappt. Die Verbindung ist auch nach dem Aufwecken aus dem Sleep-Mode immer noch da. Man kann im Shop von Barnes & Noble einkaufen – wobei ohne US-Kreditkarte und –Rechnungsadresse nur die kostenlosen E-Books zur Verfügung stehen. Eigene oder in anderen Stores gekaufte E-Books können über USB mit dem PC synchronisiert werden. Für die Synchronisation mit Calibre wird die aktuellste Software-Version benötigt. Im ersten Anlauf meldete der Nook bei DRM geschützten E-Books, das Device sei nicht registriert. Nach einmaligem Aufrufen aus Adobe Digital Editions ging dann auch das problemlos. Das bedeutet – ohne es jetzt konkret getestet zu haben -, dass auch die Onleihe via Nook möglich ist. Der Abgleich von E-Books via Calibre erfolgt indirekt: das Gerät wird von Calibre nicht erkannt. Aber die einzelnen E-Books lassen sich via „send to disk“ auf das Gerät, das als Laufwerk erkannt wird, laden.
Die Pearl E-Ink-Anzeige ist brillant. Gegenüber dem Nook 1 soll sie 50% mehr Kontrast bieten. Für belletristische Texte mag der relativ kleine Screen genügen. Für grössere PDF-Dokumente ist er aber nicht geeignet. Man kann Textstellen highlighten oder auch Notizen erfassen. Dazu wird eine virtuelle Tastatur eingeblendet, die der Kindle-Tastatur weit überlegen ist. Auch hier orientiert sich der Nook eher an den Tablets als an bisherigen E-Ink-Readern.
Der Nook weist interessante zusätzliche Funktionen auf: zum einen gibt es die „Lend-Me“-Funktion, zum anderen die Möglichkeit, Informationen über soziale Medien zu teilen. „Lend-Me“ ist nur mit bestimmten im B&N-Store gekauften E-Books möglich. Ein E-Book kann dabei einmal an einen Nook-Freund für 14 Tage ausgeliehen werden. Die Funktion konnte ich nicht testen, da ich keine entsprechenden E-Books kaufen konnte (und auch noch keine Nook-Freunde habe). Die Sharing-Funktion ist auch nur für gekaufte E-Books aus dem B&N-Store verfügbar. Man kann hier Textstellen markieren und dann via verknüpftem Twitter- oder Facebook-Account oder an seine Kontakte (also wieder die Nook-Freund) veröffentlichen. Die Einflussmöglichkeit ist beschränkt, so dass auch schon mal kryptische Tweets den Kreis der Follower verwirren können. Das sieht dann so aus: „I’ve read 3% of Cross Fire (Alex Cross Series #17)(Free Preview: The First 30 Chapters) by James Patterson http://tiny.cc/c0apj #NOOK”. Der Link führt dann übrigens zum E-Book im Store, so dass man es gleich kaufen kann. Da kann also noch etwas optimiert werden…
Fazit: mit dem Nook 2 hat Barnes & Noble ein Gerät vorgelegt, das den Kindle 2 3 (korrigiert am 26.7.) als besten E-Ink-Reader zumindest arg in Bedrängnis bringt. Der Nook punktet bei der Steuerung, beim Handling und bei der Eingabe von Notizen. Jetzt warten wir eigentlich nur noch auf mehr und günstige Inhalte in den E-Book-Stores.

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eReader in Bibliotheken

Dienstag, Mai 10th, 2011

An der informare! habe ich einen Vortrag zum Thema “machen eReader in Bibliotheken Sinn?” gehalten. Es ging dabei zunächst um eine Einschätzung der zu erwartenden Entwicklung, anschliessend um die voraussichtlichen Konsequenzen für die Bibliotheken. Im englischen Sprachraum ist der Durchbruch der E-Books bereits erfolgt. Im deutschen Sprachraum fehlen noch die aktuellen Angebote, zudem sind sie tendenziell überteuert. Die kürzlich erfolgte Öffnung des Amazon Kindle Stores für Deutschland dürfte aber ein wichtiger Schritt in Richtung eine attraktiven Angebots sein. Bei den Geräten ist auf Seite der E-Ink-Reader nicht allzu viel passiert in jüngster Zeit. Klar ist, dass sich diese dedizierten E-Book-Reader in Richtung Tiefpreissegment bewegen. Bei den multifunktionalen Tablets sind zahlreiche Geräte angekündigt (nun auch ein Android-Tablet von Amazon), aber erst wenige auf dem Markt erschienen. Apple hat mit dem iPad 2 wiederum die Nase vorn, doch dahinter sind mit dem Motorola Xoom und dem Playbook von RIM ernst zu nehmende Konkurrenten aufgetreten. Auch mitdem Samsung Galaxy 10.1 wird zu rechnen sein. Aber der Vorsprung von Apple vor allem im Bereich Apps ist schon sehr gross.



Unter dem Strich können wir aus Bibliothekssicht den sicheren Schluss ziehen, dass unsere Kunden immer häufiger mit mobilen Geräten auf unsere Dienstleistungen und Ressourcen zugreifen werden. Das betrifft also zum einen die Website, zum anderen die elektronischen Ressourcen. Somit müssen sich die Bibliotheken die Frage stellen, ob sie für diese Entwicklung vorbereitet sind. Dies betrifft zum einen den mobilen Zugriff auf ihre Website mit den Rechercheinstrumenten oder auch eigenen Volltextangeboten, zum anderen die Bereitstellung elektronischer Texte – seien es E-Journals oder E-Books. Im letzteren Fall sind die Bibliotheken vom Angebot der Verlage abhängig. Und  dieses muss zum heutigen Zeitpunkt klar als kundenunfreundlich kritisiert werden. Bei der Belletristik ist die Auswahl zu gering und zu wenig aktuell, zudem sind die Preise zu hoch. Bei der wissenschaftlichen Literatur ist das momentan vorherrschende Distributionsmodell (freier Zugang aus der IP-Range einer Hochschule auf die lizenzierten Werke, Download allerdings nur als ein PDF-Dokument pro Kapitel) zwar noch bibliotheksfreundlich, aber keineswegs kundenfreundlich. Wünschenswert sind hier alternative Formate, die sich auch für kleinere Reader eignen (also EPUB), komplette Dokumente sowie integrierte Metadaten, damit die E-Books vernünftig organisiert werden können.

Die Bibliotheken selbst können mit gutem Beispiel vorangehen und die Texte, die sie oder die Hochschulangehörigen selbst produzieren, entsprechend aufbereiten. Ganz allgemein sehe ich im Bereich Unterstützung der Hochschulangehörigen beim elektronischen Publizieren (von Open Access über Archivierung und eben auch Bereitstellung verschiedener Dateiformate) eine wichtige Aufgabe für die Hochschulbibliotheken.

Eine besondere Herausforderung stellen die E-Books mit den gängigen Lizenzmodellen für Bibliotheken mit unterschiedlichen Nutzergruppen (Hochschulangehörige und externe Kunden) dar. Momentan werden externe Kunden, die für die ETH-Bibliothek ein sehr wichtiges Segment darstellen, von der elektronischen Informationsversorgung weitgehend abgeschnitten. Hier müssen neue Lösungen gefunden werden. Zwei Ansätze bieten sich an: Erweiterung der Lizenzen auf externe, eingeschriebene Nutzer mit den entsprechenden Authentifizierungs- und Authorisierungsmassnahmen und/oder die zeitlich limitierte zur Verfügungstellung von elektronischen Dokumenten, die sogenannte Onleihe.

Und wie sieht es jetzt mit den eReadern in Bibliotheken aus? Ich gehe davon aus, dass unsere Kunden ihre eigenen Geräte in die Bibliothek mitbringen werden und dafür geeignete Inhalte fordern werden. Bibliotheken müssen also meiner Ansicht nach nicht eReader verkaufen oder ausleihen. Damit die Kunden die neuen Geräte ausprobieren können, macht es aber durchaus Sinn, eine Auswahl an verschiedenen Devices mit Inhalten zur Verfügung  zu stellen. Aber die Bestückung von E-Book-Readern mit Kollektionen von E-Books, die katalogisiert werden und dann wie gedruckte Bücher ausgeliehen werden, scheint mir etwas anachronistisch. Abgesehen davon sprechen die Lizenzverträge mit den Verlagen gegen eine solche Nutzung.

Mit dem Ausprobieren der Geräte verbunden werden kann die Nutzung von Tageszeitungen. Warum nicht die Lese-Lounge mit iPads (oder anderen Tablets) ergänzen, auf denen aktuelle Titel elektronisch gelesen werden können? Die ETH-Bibliothek bietet dies mit ausgewählten Tageszeitungen, darunter die nur auf dem iPad angebotene The Daily an. Und zudem werden auch Schulungsangebote für die unterschiedlichen Plattformen durchgeführt.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass sich die Bibliotheken darauf einstellen müssen, dass die Kunden in Zukunft verstärkt mobil auf ihre Inhalte zugreifen wollen. Und dafür müssen sie vorbereitet sein und geeignete Dienstleistungen anbieten. Dies geht allerdings nicht ohne die kommerziellen Anbieter von E-Books.

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Kindle Public Notes

Mittwoch, Februar 16th, 2011

Amazon bietet für den Kindle 3 die Softwareversion 3.1 als Preview an. Sie bringt die Integration der Notizen, die man in einem Kindle-Buch angelegt hat, in soziale Netzwerke. Damit geht Amazon eines der grössten Hindernisse für den Einsatz des Kindle im akademischen Kontext an. Wird der Kindle nun hörsaaltauglich mit den neuen Funktionen?

Mit der neuen Version wird es möglich, Passagen in Kindle-Büchern zu markieren oder Notizen zu verfassen und diese dann zu teilen (share). Dazu muss man sein Device zuächst auf seinen Amazon-Account registrieren und dann in den Einstellungen die Verbindung zu seinem Twitter- und/oder Facebook-Account eingeben. Nun lassen sich diese markierten Stellen mit einem Kommentar versehen und dann über die Netzwerke verbreiten.

Screenshot der Notiz zu einem im Kindle markierten Text auf der Facebook-Pinnwand

 

Zudem bietet Amazon die Möglichkeit, ein eigenes Profil anzulegen, auf dem dann die Notizen und Highlights veröffentlicht werden.

Screenshot des Kindle-Profils mit Buchempfehlungen und Notizen

Auf dieser persönlichen Profilseite werden die eigenen Notizen abgelegt, auch jene, die man auf dem iPad oder iPhone (natürlich mit der Kindle App) erstellt hat. Die Synchronisation erfolgt fast in Realtime. Man kann hier im Kindle-Profil ein Netzwerk aufbauen , mit dem man diese Notizen teilt. Noch hat man allerdings etwas Mühe, Kollegen zu finden (immerhin tummelt sich auch schon mein Freund Michael Stephens auf dieser Plattform…). Bei den Büchern kann man übrigens bei jedem einzelnen einstellen, ob man die Funktion Public Notes nutzen will oder nicht.

Sind damit die Kindles hörsaaltauglich geworden? Sie sind dem Hörsaal einen grossen Schritt näher gerückt, möchte ich sagen. Noch immer sind einige wichtige Funktionen nicht vorhanden oder ungenügend. Das Schreiben von Notizen auf dem Kindle 3 ist ein Ärgernis. Die Tastatur ist winzig, das Device zu schmal, um mit beiden Händen (und Daumen) zu schreiben – und Querformat ist mit der realen Tastatur nicht möglich. Ich habe mich gerade eben zwei Mal hintereinander “vertippt” – und schon waren die bisher (mühsam) geschriebenen Wörter weg, die Notiz ohne zu speichern geschlossen.

Aber mit der Öffnung der Notizen für Netzwerke ist der Kindle gegenüber dem iPad imVorsprung. Ideal wäre aus meiner Sicht eine Integration der Notizen auch in andere Plattformen, wie z.B. Dropbox oder Evernote. Wer schafft das zuerst?

Der Browser als eReader

Montag, Februar 7th, 2011

Es soll uns ja nicht langweilig werden. Kaum hat sich die Diskussion von den E-Book-Readern zu den Tablets als eReader der Zukunft verlagert, tritt ein neuer Ansatz auf die Bühne: der Browser als eReader.

Google Books

Google Books  gehen bereits in diese Richtung. Google Books bietet eine persönliche Online-Bibliothek, in die ich die von mir gekauften oder kostenlos bezogenen E-Books (My Google eBooks) abspeichere. Wobei vorläufig der Kauf von neuen Titeln erst in den USA möglich ist.

Screenshot von Google Books mit geöffnetem E-Book im EPUB-Format

Ich kann dann im Browser das E-Book  öffnen und mit einfachen Navigationselementen blättern. Wie in einem E-Book-Reader stehen die Elemente Inhaltsverzeichnis, Schriftgrösse ändern und Suche zur Verfügung. Auf die Bibliothek habe ich auch mobil Zugriff. Für verschiedenste Plattformen (Android, iPhone, iPad, Nook, Sony) gibt es eine Google Books-App, mit der ich praktisch die gleichen Möglichkeiten wie im Webbrowser habe.

Grundsätzlich sind diese E-Books in der Online-Bibliothek gespeichert, also in der Wolke. Aber Google ist nicht allein mit diesem Ansatz.

Die Plattform Booki.sh

Die australische Firma Inventive Labs (www.inventivelabs.com.au)  hat basierend auf HTML5 die Plattform Booki.sh (http://booki.sh) entwickelt, die ebenfalls E-Books in the Cloud anbietet. Das Prinzip ist ganz ähnlich wie bei Google Books. Allerdings lassen sich auf Booki.sh auch eigene, DRM-freie E-Books im EPUB-Format hochladen und dann von überall her mobil nutzen. Bisher ist der australische Bookstore von Readings angebunden, dessen E-Books über die Plattform gekauft und online gespeichert werden. Der Nachteil einer reinen Online-Speicherung liegt auf der Hand: die E-Books könnten eigentlich nur dann gelesen werden, wenn das Device eine Internetverbindung hat. HTML5 soll aber dank der Funktionalität des Offline Caching ermöglichen, dass die E-Books auch ohne aktive Internetverbindung zugänglich sind.

Auch Booki.sh bietet im Browser die für einen eReader üblichen Funktionen an. Blättern, setzen von Bookmarks, Suche, Inhaltsverzeichnis. Die Plattform ist über (fast) jeden Browser bedienbar, der HTML5 unterstützt – der Internet Explorer ist hier noch ungenügend. Aber dafür lässt sich Booki.sh auch vom iPhone und iPad aus einsetzen. Es lässt sich aus dem Browser ein Home-Button generieren, der fast wie eine App aussieht. Das Caching und die offline-Nutzung sind prinzipiell möglich, doch muss das E-Book im Browser geöffnet sein, wenn die Verbindung abbricht. Ohne Internetverbindung lässt sich ein E-Book nicht wieder öffnen.

Screenshot vom iPad mit im Browser geöffnetem E-Book im EPUB-Format samt Navigationselementen

Der Ansatz ist interessant, hat aber noch einige Schwächen. So kann man beispielsweise keine Annotationen machen. Auf dem iPad lassen sich zwar Textstellen kopieren und dann in einer anderen Anwendung bearbeiten, aber mehr liegt nicht drin. Eine weitere Schwäche besteht darin, dass man die E-Books nicht herunterladen kann und somit der Zugriff von der Verfügbarkeit der Plattform abhängig ist. Es wäre also sehr von Vorteil, wenn der Host dieser Cloud zuverlässig und dauerhaft ansprechbar ist. Ich überlege mir aber gerade, ob nicht das eine Aufgabe für eine Bibliothek sein könnte? Wenn wir diese Daten hosten würden, über IP oder Anmeldung unseren Nutzer darauf Zugriff geben könnten?

Bin ich einfach zu altmodisch und habe zu wenig Vertrauen in die Cloud? Bei aller Faszination dieses Ansatzes ist es mir doch lieber, wenn ich die Daten (auch) lokal speichern kann.

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Einsatz von eReadern in Studium und Lehre

Donnerstag, Januar 27th, 2011

Gibt es neue Erkenntnisse, was den Einsatz von eReadern im Hochschulbetrieb betrifft? An einer Schulungsveranstaltung der ETH-Bibliothek habe ich (wieder einmal) über das Thema gesprochen. In Bezug auf die Aussagen, die ich im Handbuch Bibliotheken 2.0 gemacht habe, lassen sich folgende neueren Entwicklungen festhalten:

  • Das iPad hat an Verkaufszahlen innerhalb von 9 Monaten alle E-Book-Reader übertroffen. 2010 war also das Jahr des iPads, nicht der E-Book-Reader. Und auch nicht der Tablets, denn die Konkurrenz musste Apple praktisch ein Jahr Vorsprung geben. Nur wenige der anfangs 2010 angekündigten Geräte sind tatsächlich auf den Markt gekommen. Doch 2011 werden einige vielversprechende Tablets versuchen, das iPad 2 herauszufordern.

  • Die auf E-Ink basierenden E-Book-Reader haben vor allem im Tiefpreissegment eine Chance. Kindle und Nook, die mittlerweile für unter 150 $ zu haben sind, haben ein deutliches Zeichen gesetzt.
  • Das Angebot an E-Books ist in Europa noch immer bescheiden. Amazon verkauft mittlerweile die Kindle-Books auch in Europa, aber weiterhin fast ausschliesslich englischsprachige Titel. Barnes&Noble und auch Google bieten ihre Titel überhaupt nur in den USA an. Zudem sind die Preise in Europa zu hoch. Besonders angesichts der Tatsache, dass die Nutzung durch die eingesetzten DRM stark eingeschränkt ist.
  • Auch das Angebot an multimedial angereicherten Lehrbüchern, wie es von CourseSmart online und auf dem iPad zu haben ist, kann leider nur in den USA genutzt werden.
  • Die Verlagsangebote im Wissenschaftsbereich sind nach wie vor benutzerunfreundlich. Zum Lesen auf einem mobilen Gerät sind die kapitelweise herunterzuladenden PDF-Dokumente nicht wirklich geeignet. Nur gerade mit GoodReader auf dem iPad schafft man es mit Mühe. Die Kunden wollen komplette E-Books, wie sie zum Beispiel von Palgrave Connect angeboten werden. Zum Teil sogar als EPUB ohne DRM! Mehr dazu bald in diesem Blog.
  • Von allen eReadern eignet sich nur das iPad zum Einsatz im Studium, wenn auch mit Abstrichen. Voraussetzung sind installierte Apps wie GoodReader (zum Herunterladen, Organisieren, Lesen und Bearbeiten von PDF-Dokumenten), Dropbox (zum online Abspeichern der Dokumente), QuickOffice oder Pages (zum Schreiben und Bearbeiten von Textdokumenten) oder Keynote bzw. QuickOffice zum Bearbeiten und Vorführen von Präsentationen.
  • Modelle zur Onleihe oder E-Lending sind zwar technisch vorhanden. Alle  basieren auf dem DRM Adobe Adept. Das funktiniert zwar mit den meisten Readern (und mit der App BlufireReader auch mit dem iPad), doch sind die Lizenzmodelle und die Inhalte für eine Hochschulbibliothek noch nicht genügend. Gerade wenn eine Bibliothek schon zehntausende E-Book gekauft hat, macht es keinen Sinn, dieselben Titel bei einem Dienstleister für E-Lending nochmals zu lizenzieren. Auch hier sind die Verlage gefordert, die alleine oder mit Aggregatoren ein Paket anbieten müssen, das punkto Preis, Inhalt und Format überzeugt.

Hier sind die Folien zur Präsentation auf Slideshare (danke an Peter Bircher und die ID für die Installation des Plugins):



 

Die Schulungsveranstaltung wird übrigens am 16. März und am 22. Juni 2011 wiederholt.

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eReader im Praxistest: Samsung Galaxy Tab

Freitag, Januar 14th, 2011

Klar, das Samsung Galaxy Tab ist mehr als ein eReader. Es ist der erste ernst zu nehmende iPad-Konkurrent auf dem Markt und somit ein Vorreiter für all die Tablets, die für 2011 angekündigt worden sind oder noch angekündigt werden. Mein Praxistest stellt aber die Möglichkeiten als eReader in den Vordergrund. Vorneweg: mein Sohn (13 jährig) hat sich das Gerät gleich geschnappt (das ist noch mit keinem eReader passiert…) und war begeistert von den Fähigkeiten als Spielkonsole. Die Telefonfunktionen habe ich nicht ausprobiert, da ich keine SIM-Karte kaufen mochte (und ich nur eine Micro-SIM-Karte habe). Im Alltag wird man das Gerät nur mit Headset als Mobiltelefon einsetzen, denn es ist zu gross, um es sich ans Ohr zu halten. Hier zeigt sich ein heikler Punkt bei den 7-Zoll-Geräten: Sie sind zu gross für ein Telefon und eher an der unteren Grenze für einen Reader – besonders für PDF-Dokumente im A4-Format. Dafür ist die Grösse ideal für eine mobile Spielkonsole. Das Galaxy Tab liegt im Hochformat sehr gut in einer Hand – ein klarer Vorteil gegenüber dem Format und Gewicht des iPad, besonders, um im Stehen zu lesen und zu schreiben. Oder um ein Video-Chat zu führen über Skype.

Home-Bildschirm und Inhalt des Ordners “eigene Dokumente”

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des Samsung Galaxy Tab ist nicht gerade einfach. Unplug and play ist nicht wirklich die Devise. Ich will jetzt nicht mit dem iPad vergleichen – aber parallel zum Galaxy Tab habe ich den ebenfalls auf Android basierenden Nook Color getestet. Und da klappt alles auf Anhieb: die Verbindung mit dem WLAN erfolgt problemlos und ist stabil. Das Laden von E-Books denkbar einfach. Vom Auspacken bis zum Lesen eigener E-Books dauerte es nur wenige Minuten. Anders beim Galaxy: die WLAN-Einstellung ist komplex. Eine Verbindung ins WPA2 geschützte Hochschulnetz bringe ich auch nach X-Versuchen nicht zustande. Und über die öffentliche Verbindung mit Authentifizierung auf der Landing Page bricht die Verbindung ständig ab. Das ist kein Vergnügen!

Synchronisierung von Daten und eBooks

Dann musste ich merken, dass ich von der Samsung-Homepage die Software Kies herunterladen muss, mit deren Hilfe ich dann die Daten synchronisieren kann (vergleichbar mit iTunes fürs iPad). Allerdings verstand ich nicht auf Anhieb, dass mit „Kies“ eine Software gemeint ist… Mit diesem Tool lassen sich dann Musik, Fotos und Videos synchronisieren – aber nicht die E-Books. Nach Installation von „Kies“ wird der Galaxy Tab als Device (als Telefon) erkannt, und ich kann den Ordner suchen, in den ich die EPUB-Files kopieren kann (GT-P1000/Phone/ebook/import). Von Calibre wird das Samsung Galaxy Tab übrigens nicht erkannt. Nach einem Absturz (während des Firmware Upgrade) lässt sich Kies nur noch in der chinesischen Sprachvariante öffnen, und ich finde den entsprechenden Menupunkt zur Sprachumstellung nicht mehr. Dadurch ist die Benutzung der Software etwas schwierig geworden. Die User Foren zeigen, dass Kies öfters Anlass zu Beschwerden gibt und von vielen Nutzern gar nicht verwendet wird.

Die kopierten Files finden sich auf dem Gerät dann im Ordner „Eigene Daten“ unter ebook/import wieder – wenn man sie im entsprechenden Folder abgelegt hat. Zum Lesen von PDF ist kein brauchbarer PDF-Reader vorinstalliert. Also besorge ich im Market den kostenlosen Adobe Reader. Damit klappt es dann auch. Gut lesbar ist ein A4-PDF allerdings nur im Querformat – und es muss relativ häufig gescrollt werden.

Bei EPUB-Büchern erfolgt das Kopieren und Herunterladen auf demselben Weg. Im oben erwähnten Ordner kann ich ein E-Book und die Applikation auswählen, mit welcher es geöffnet werden soll. Ich wähle den vorinstallierten E-Book-Reader (eBook), der etwas kryptisch als „ViewerStarterNoTranslucent“ im Dialogfeld erscheint. Das Laden der Bücher dauert etwas gar lange. Auch wenn man die Orientierung des Galaxy von Hoch- auf Querformat ändert, braucht es ein paar Sekunden, bis die Seite neu aufgebaut ist. Auch sind Abbildungen zum Teil nicht zu sehen, die mit der App txtr auf demselben Gerät angezeigt werden. Wenn man die Texte einmal mit der App eBook geöffnet hat, erscheinen sie im virtuellen Bücherregal. Ein DRM-geschütztes E-Book im Format EPUB hat sich auch mit txtr nicht öffnen lassen. Einen zweiten Versuch starte ich mit der App Kalahari Reader, die ich zunächst auf meine Adobe ID registrieren muss. Die App erscheint dann aber nicht im Auswahlfenster der Anwendungen, mit denen ich ein E-Book im EPUB-Format öffnen kann. Nach dem gescheiterten Versuch gebe ich auf.

 Auch die App Kindle für Android lade ich kostenlos im Market. Längere Zeit bin ich unsicher, ob die Installation wirklich läuft, bis nach 2-3 Minuten in der Statuszeile ein Download-Symbol erscheint. Und kurz darauf ist die App installiert. Nach der Registrierung bei Amazon bleibe ich erneut einige Zeit ohne sichtbares Zeichen, dass ich jetzt Zugriff auf meine Inhalte kriege. Die vorinstallierten E-Books wie Pride & Prejudice sind auch auf dem Galaxy gut zu lesen. Schliesslich klappt auch der Abgleich mit dem persönlichen Amazon-Konto und die früher gekauften Kindle E-Books werden geladen.

Menuführung und Bedienung

Zu den Einstellungen gelange ich über das eine Symbol, das im Rahmen unterhalb des Screens als virtueller Button angelegt ist. Dort  befindet sich die eigentliche Menusteuerung mit den Symbolen Lupe, Return, Home und Einstellungen (von rechts nach links). Mit etwas Übung gewöhnt man sich schnell daran. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen diesem ersten Modell von Samsung gegenüber dem iPad. Das Android-Modell braucht eindeutig mehr Zeit, bis man das Gerät insgesamt und dann vor allem die verschiedenen Apps in den Griff bekommt. Ich persönlich habe das Galaxy während der Testphase nicht ausschliesslich benutzt. Im Prinzip hätte ich das iPhone und das iPad und wohl auch mein Notebook zu Hause oder im Büro stehen lassen müssen. Dann hätte ich mich intensiver um die korrekten Einstellungen bei Netzwerk und den einzelnen Apps kümmern müssen. Das zeigt aber auch, dass das Galaxy für AnwenderInnen ist, die sich bewusst für ein Android- und gegen ein Apple-Device entschieden haben.

Einzelne Office-Anwendungen konnte ich bisher nicht im Detail testen. Eine Enttäuschung erlebte ich beim Versuch, Dropbox zu installieren. Diese App ist wohl eine der nützlichsten für den mobilen Nutzer. Die App gibt es (natürlich) auch im Android Market. Die Installation will jedoch auch in mehreren Anläufen nicht klappen. Dropbox meldet, die Uhr auf dem Gerät sei falsch eingestellt. Und es bleibt dabei, auch nachdem Zeitzone und aktuelle Zeit korrekt eingestellt worden sind.

Fazit

So bleibt ein etwas getrübter erster Eindruck. Das Samsung Galaxy Tab zeigt einige vielversprechende Ansätze und gilt zu Recht als erster ernstzunehmender Herausforderer für das iPad. Gleichzeitig zeigt er gegenüber dem Platzhirsch doch noch zu viele Schwächen. Aber beim Galaxy entscheidet der User alleine, welche Apps mit welchen Inhalten auf das Gerät kommen.  Und so dürfte das Device für Pioniere, die ihrer Unabhängigkeit zuliebe gerne einige Umwege in Kauf nehmen, durchaus eine Alternative sein.

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eReader im Praxistest: Nook Color

Montag, Januar 10th, 2011

Während die Welt über die an der CES angekündigten Tablets diskutiert, widme ich mich den real kaufbaren Geräten. Der Nook Color ist ja schon im Oktober in den USA in den Handel gekommen, nun hat die ETH-Bibliothek ein Gerät angeschafft.

Allgemeine Informationen zum Nook Color

Der Nook Color lässt sich nicht mit dem Vorgängermodell Nook vergleichen. Das E-Ink-Display des ersten Modells ist einem Multitouch-Farbdisplay mit IPS-Technologie gewichen. Und aus dem klassischen E-Book-Reader ist ein Zwischending zwischen eReader und Tablet geworden. Barnes & Noble wagen einen grossen Sprung – und das Resultat ist überraschend gut. Allerdings ist zu bezweifeln, ob das Device im harten Konkurrenzkampf mit eReadern (Kindle und Co.) sowie Tablets ohne klare Positionierung bestehen kann.

Der 7-Zoll-Bildschirm weist mit 1024×600 Pixel eine hohe Auflösung auf, die sowohl beim Lesen von E-Books wie auch beim Browsen im Internet qualitativ überzeugt. Als Betriebssystem wird Android in der leider schon etwas veralteten Version 2.1 eingesetzt. Man erkennt es gut am virtuellen Schieberegler, mit dem man das Gerät startet. Funktional bietet das System aber nur einen Bruchteil der Möglichkeiten. Ausser dem E-Reader und dem Browser werden noch ein paar Spiele und Kontakte geboten. Ein eigener App Store ist aber in Planung. Ob die Entwickler dann bereit sind, auch noch für diese Plattform ihre Apps anzupassen, ist allerdings eine offene Frage.

Nook Color - das Display sieht in Natura viel brillanter aus

Das Display sieht im Original viel brillanter aus – der Nook Color wehrt sich gegen das Fotografieren mit Digitalkamera…

Das Gerät ist in Europa noch nicht offiziell erhältlich. Die US-Version funktioniert einwandfrei im WLAN. Ich habe noch selten ein Device gesehen, dass sich so problemlos mit dem drahtlosen Netzwerk verbinden lässt, da ist der Nook Color nah am iPad. Die 3G-Version läuft nur in Nordamerika. Bei den Inhalten des Store ist die Einschränkung auf Nordamerika besonders schmerzlich: Im Online-Store von Barnes & Noble kann nur mit amerikanischer Kreditkarte bezahlt werden. Damit lassen sich die meisten der 2 Millionen E-Books und die E-Paper-Versionen der Zeitschriften leider nicht kaufen. Auch nicht als Probeabo herunterladen.

Funktionen zur Nutzung von E-Books

Hauptfunktion ist das Lesen von E-Books. Eigene Dateien im Format EPUB oder PDF können via USB direkt ins entsprechende Verzeichnis auf dem Device geladen werden. Alternativ kann auch die Software Calibre für die Verwaltung der E-Books genutzt werden. Adobe Digital Editions ist bereits installiert, so dass der Nook mit DRM-geschützten E-Books umgehen kann. Auch die früher hier beschriebenen Onleihe wird entsprechend unterstützt. Das Laden der Bücher sowie die Anzeige sind angenehm schnell. Bei der Anzeige hat der Nook Color nun alle Vor- und Nachteile eines LCD-Displays gegenüber dem E-Ink-Vorgängermodell. Dank der hohen Auflösung sind die Schriften und Bilder sehr scharf. Nur bei grossformatigen PDF-Dokumenten limitiert die Bildschirmgrösse das Lesevergnügen. Der Nook Color bietet eine Funktion, die ich auf anderen Geräten schon vermisst habe: eine Empfehlung oder ein lesenswertes Zitat mit meinen Freunden teilen. Man kann eine Passage markieren und entweder per Mail oder über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter seinen Freunden weiter empfehlen. Im Prinzip, denn bei meinem Test funktionierte dieser Dienst nicht wie gewünscht. Auch das Update auf die neuste Version des Betriebssystems zeitigte keinen Erfolg. Das im User Guide beschriebene „Share a Quote“-Fenster erscheint bei meinem Nook Color leider nicht. Update: mit einem Sample-Buch aus dem B&N-Store klappt es – somit ist auch diese Funktion auf Bücher aus dem hauseigenen Store beschränkt.

Mangels Freunden, die einen Nook mit der Funktion „LendMe Books“ besitzen, und mangels im B&N Store gekauften E-Books konnte ich auch die Ausleihe von E-Books an andere Personen nicht testen. Mit dieser Applikation könnte ich bei B&N gekaufte und entsprechend gekennzeichnete E-Books für 14 Tage an andere Personen mit bei B&N registriertem Nook ausleihen, wobei ich selber dann in dieser Zeit nicht auf das E-Book zugreifen könnte. Es gibt da also einige Einschränkungen…

Gesamturteil

Der Nook Color ist eine gelungene Neuversion, die sich markant vom Vorgängermodell unterscheidet. Er ist halb E-Reader und halb Tablet, wobei nur sehr wenige zusätzliche Funktionen geboten werden. Dafür weist er eine hohe Performance auf, bietet eine sehr gute Darstellungsqualität und ist intuitiv zu bedienen. Die Einstellung des WLAN ist vorbildlich einfach. Seinen vollen Funktionsumfang spielt der Nook Color in Europa leider noch nicht aus. Preislich liegt der Nook Color über dem E-Ink-Modell Nook ($ 149.-), doch mit Fr. 329.- oder US $ 249.- deutlich unter den Tablets.

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E-Book-Reader im Test: Kindle 3

Freitag, September 24th, 2010

Jetzt ist der Kindle 3 also auch in der Schweiz erhältlich. Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Kindle spürbar verbessert wurde und nun zu einem attraktiv tiefen Preis angeboten wird – zumindest in den USA. Dort ist das Modell mit WiFi (ohne 3G-Anbindung) für nur noch $139.- zu haben. In der Schweiz ist das Gerät für Fr. 239.- zu haben, das Modell mit 3G für 299.- (bei Digitec). Mit der massiven Preisreduktion hat Amazon eine Entwicklung eingeläutet, die den e-Ink-Readern neben den Tablets einen Platz sichern sollen.

Auffällige Neuerung ist die Reduktion der Grösse des Readers, ohne dass der Bildschirm kleiner geworden wäre. Damit konnte auch das Gewicht verringert werden (um 40 Gramm), so dass der Reader insgesamt handlicher und praktischer wirkt. Der Bildschirm wirkt tatsächlich brillanter als bei seinem Vorgänger, gemäss Angaben von Amazon ist der Kontrast um 50% erhöht worden. Der gewöhnungsbedürftige Joystick der letzten Kindle-Reihe wurde nun durch ein Pfeilkreuz ersetzt. Doch auch mit dieser neuen Lösung bleibt die Navigation ein Schwachpunkt des Kindle, vor allem im Vergleich mit den Touchscreen- oder gar den Multitouch-Geräten. Alle externen Anschlüsse und der Einschaltknopf sind an die Unterseite gewandert, was sicher kein Nachteil ist. Übersichtlicher sind auch die neuen Buttons für Home, Menu und Back, die rund um das Navigations-Viereck angeordnet sind.

Die verkürzten Ansprechzeiten des Bildschirms fallen nicht wirklich auf. Da bringt die Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell noch zu wenig, denn der Bildschirm flackert nach wie vor bei jedem Umblättern auf. Das mag zwar im Vergleich zu anderen e-Ink-Readern verbessert worden sein, aber wer sich ans iPad gewohnt ist, empfindet das als störend. Die Vorzüge der alten Kindle-Modelle sind natürlich geblieben: sehr gute Lesbarkeit des Bildschirms für Graustufen, kaum Blendeffekt und sehr lange Akkulaufzeiten.

Grössenvergleich Kindle 3 und Kindle 2

Grössenvergleich Kindle 3 und Kindle 2

Insgesamt kann ich mich dem Urteil der meisten Rezensenten anschliessen. Das Upgrade bedeutet eine spürbare Verbesserung bei gleichzeitig deutlich niedrigerem Preis.

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eReader im Test: Bookeen Cybook Opus (2010 Edition)

Freitag, September 3rd, 2010

Wer schon immer einmal stolzer Lenker einer eigenen „Fahrbücherei“ sein wollte, für den bietet der französische Hersteller Bookeen ein unschlagbares Angebot: den Cybook Opus für nur 249 CHF bzw. 199,90 €. Leider entpuppt sich das vermeintliche Gefährt dann letztlich doch nicht als Bus oder LKW, sondern als E-Book-Reader, dessen mehrsprachige Verpackungsbeschreibung (und Gebrauchsanleitung!) wohl nicht mehr in allen Teilen Korrektur gelesen wurde. Aber schöner als „digitales Lesegerät“ klingt „Fahrbücherei“ oder „mobile library“ doch allemal…!
Ist diese erste „Enttäuschung“ überwunden, entpuppt sich der Cybook Opus jedoch in der Praxis als ein – in bestimmten Bereichen – recht brauchbarer E-Book-Reader. Nach einem ersten Release im Juli 2009 hat der Hersteller nun im Mai eine überarbeitete Version (verbesserte Firmware etc.) herausgebracht und im Gegensatz zum inzwischen insolventen Interead (COOL-ER) wohl auch eine realistischere Markteinschätzung getroffen, was sich in der Senkung des Preises von 249 auf knapp 200 € ausdrückt.
Mit seinen 150 Gramm und Abmessungen von nur 151 x 108 x 10 mm ist das Gerät äusserst leicht und handlich. Diese Handlichkeit findet ihre Entsprechung in der übersichtlichen Anordnung der Bedientasten auf der Vorderseite, die dadurch gut erreichbar sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die vermutlich aus ergonomischen Gründen vorgenommene Umkehrung der Blätterfunktion (oben=vor, unten=zurück) im Vergleich zum zentralen Navigationsbutton. Das Blättern selbst geht zügig vonstatten. Auch die Navigation in den Ordnerstrukturen und Einstellungsmenüs funktioniert gut und ist in der Regel intuitiv nachvollziehbar. Erwähnenswert ist auch der integrierte G-Sensor für die automatische Ausrichtung des Displays, der jedoch manchmal bei leichter Schräghaltung etwas sensibel reagiert.


Trotz des kleinen E-Ink-Bildschirms von nur 5 Zoll werden die (Text-)Inhalte klar dargestellt (200 dpi), und die Schriftgrössen lassen sich bei „originären“ E-Book-Formaten innerhalb einer Skala von 12 Stufen regulieren. Dies funktioniert zumindest im EPUB-und HTML-Format. Bei der Wiedergabe von PDF-Dokumenten gerät der Cybook Opus jedoch an Grenzen. Wer diese in der Vollansicht (oder zumindest auf zwei Seiten aufgeteilt) lesen möchte, muss schon ein geübter Leser von Robert Walsers Mikrogrammen sein… Der kleine Bildschirm und die Beschränkung auf die Zoom-Funktion lassen das Lesen von PDFs somit zum fortwährenden Sehtest werden. Oder aber (bei vergrösserter Anzeige) zu einem wahrhaften Navigationstraining. Misslich ist auch, dass der Opus nicht bei allen Formaten die Möglichkeit zum Setzen von Lesezeichen zulässt (wiedergeben lassen sich die Formate PDF, EPUB, FB2, TXT, HTML, mobipocket sowie JPEG, GIF und PNG) und auch keine Möglichkeit der Suche bietet. Für den Gebrauch im Kontext des wissenschaftlichen Arbeitens erscheint der Opus somit kaum geeignet.
Fazit: Der in sieben verschiedenen Farben erhältliche Cybook Opus gehört zweifellos zu den besseren eReadern (für den Freizeitbereich), obschon man sich noch die ein oder andere Funktion zusätzlich wünschen würde. Wenn der Preis sich noch von der 200-Euro-Marke entfernen würde, könnte Bookeen sich mit dem Opus in diesem Segment der kompakten, sich auf Kernfunktionen beschränkenden Lesegräte durchaus gegenüber grösseren Konkurrenten etablieren. Dazu gehört allerdings auch ein professionelleres Marketing bzw. kompetente Übersetzer …

Den Testbericht zum Bookeen hat unser Gast von der Humboldt-Uni, Christian Winterhalter verfasst, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei!

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