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Applikationen zum Kaufen und Nutzen von eBooks fürs #iPhone: eReaderPro

Donnerstag, November 26th, 2009

eReaderPro mit Zugang zum Shop von Barnes & Noble
Mittlerweile sind einige Applikationen im iTunes Store erhältlich, welche die beschriebenen Schwächen der eBooks als einzelne Applikationen beheben wollen. Drittanbieter können in ihren iPhone Apps direkt Produkte verkaufen, ohne Umweg über den App Store. Das nutzen unter anderen Amazon und Barnes & Noble mit einem eigenen Zugang zu ihren grossen eBook Stores aus. Kindle iPhone gibt es bislang erst in den USA, doch ist davon auszugehen, dass mit der Öffnung des Kindle Store für internationale Kunden auch die iPhone Applikation frei erhältlich sein wird. Offizielle Aussagen dazu gibt es nicht, doch wurde das von Amazon-Vertretern auf Anfrage mündlich bestätigt. Für Kunden in Europa werden zurzeit ca. 200‘000 eBooks im Kindle Store angeboten, allerdings nur englischsprachige. Noch grösser ist der Store von B&N, der über 1 Mio elektronischer Bücher, Zeitungen und Zeitschriften enthalten soll. Zwar ist auch hier die Lieferung an Kunden ausserhalb der USA nicht möglich, doch gibt es die Applikation eReaderPro von B&N, die das erlaubt.

Nicht nur die Auswahl und Kaufabwicklung wird durch die Applikation erleichtert. Der eReaderPro verfügt auch über zusätzliche Funktionen zur Darstellung von eBooks und zum Lesen. Über die Einstellungen können die Farbe des Hintergrunds, die Schrift und die Schriftgrösse und vieles mehr verändern. Zum Umblättern kann man nicht nur – wie beim iPhone üblich – über den Bildschirm wischen, sondern auch eine Scrollfunktion aktivieren, wodurch der Text langsam von unten nach oben läuft.


Funktionen des eReaderPro: Metadatenverwaltung und Einstellungen

Bei der Applikation FileMagnet, die zum Lesen aller möglichen Formate und zur Synchronisation mit Dokumenten auf dem PC oder Mac eingesetzt werden kann, reagiert das Scrollen sogar auf die Neigung des iPhone: je stärker man es neigt, desto schneller fliesst der Text über den Bildschirm. Der Phantasie der Entwickler sind hier wenig Grenzen gesetzt. Der Bewegungssensor des iPhone liesse es auch zu, dass man durch Schütteln des Geräts blättert. Je nach Applikation werden unterschiedlichste Methoden zum Blättern geboten: Klicken auf Pfeile, antippen der linken oder rechten Bildschirmhälfte, antippen oben oder unten (je nachdem wird nach vorne oder rückwärts geblättert), Antippen einer Seitenecke, die wie angeknickt dargestellt wird und so weiter und so fort.
Unter dem Strich ist klar, dass punkto Funktionsumfang das iPhone den dezidierten eReadern weit überlegen ist.

Applikationen zum Kaufen und Nutzen von eBooks fürs #iPhone: Textunes

Donnerstag, November 26th, 2009

Textunes mit Leseproben

Es gibt Applikationen, welche die Schwäche bei der Auswahl von eBooks im iTunes Store (siehe letzten Beitrag) beheben wollen. Textunes ist eine gerade für diesen Zweck sehr nützliche Applikation. Sie bietet eine Auswahl deutschsprachiger eBooks nach Genres und Neuerscheinungen, Inhaltsverzeichnisse und einige Seiten als kostenlose Leseproben an. Es fehlt einzig (wie auch sonst bei den eBooks im iTunes Store) die Angabe der Seitenzahl. Für den Kaufentscheid wäre das aber noch ein wichtiges Argument. Wenn man nach dem Lesen der Leseproben das eBook kauft, bezieht man es wie oben beschrieben direkt im iTunes Store. Im Format entsprechen die Bücher von Textunes auch den beschriebenen eBooks als Applikationen.


screenshot: Auswahl von Büchern in Textunes

eBooks als Apps fürs iPhone

Donnerstag, November 19th, 2009

Die im letzten Beitrag erwähnten rasant zunehmenden eBooks im iTunes App Store möchte ich zuerst betrachten. Hier ist jedes eBook eine eigene Applikation mit individuellen Eigenschaften. Theoretisch kann jedes dieser eBooks andere Eigenschaften aufweisen, eigene Funktionen zum Blättern oder für Notizen enthalten. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass die eBooks hier in einem komplett proprietären Format vorliegen und sich auf keine anderen Geräte übertragen lassen. Apple spielt dabei die Rolle des Buchhändlers, der die Werke von Autoren, welche von Verlagen herausgegeben werden, an die Endkunden bringen will. Die Händler neigen dazu, ihre Produkte in einer Form anzubieten, die den Kunden möglichst an den Händler binden (Stichwort: Vendor lock-in).
Apple verfolgte diese Strategie schon bei der Musik solange, bis die Kunden sich mit ihrer Forderung nach offenen Formaten durchsetzten – und bis die Vormachtstellung des Apple-Pakets zementiert war. Die grosse Kunst von Apple ist, dass sich die Kunden dabei äusserst wohl fühlen. Der Schreibende nimmt sich hier nicht aus…

Die kostenlose Software iTunes von Apple für Mac und Windows ist in der Apple-Welt Dreh- und Angelpunkt für alle elektronischen Medien, auch für die Applikationen und somit für die eBooks. Beim durchschlagenden Erfolg im Bereich Musik spielte iTunes eine zentrale Rolle. Die Software war bedeutend besser als die Konkurrenzprodukte und ist immer noch das Mass aller Dinge beim Konsum und Verwaltung von Musik sowie der Synchronisation mit dem mobilen Gerät, dem iPod. Der damit verbundene iTunes Store wiederum ist die weltweit führende Plattform für den Kauf digitaler Musik. Die Software und der Store dienen nun auch als Plattform für die Applikationen fürs iPhone, der nächsten Erfolgsgeschichte von Apple. Die Applikationen sind ein entscheidender Erfolgsfaktor, der das iPhone gegenüber der Konkurrenz abhebt. Bei diesen Applikationen gibt es nun auch eine Rubrik „Bücher“, in der sowohl eBooks als auch Applikationen zum Konsumieren von eBooks angeboten werden. Der Vergleich der Möglichkeiten zur Suche von eBooks im iTunes Store mit denjenigen für Musik zeigt, wie rudimentär jene sind. Man kann wohl eine Suche über Titel und Autor machen und in der Rubrik Bücher nach Neuzugängen und meistgekauft sortieren – aber das wars schon. Es gibt keine Genres oder anderen differenzierten Auswahlmöglichkeiten. Wenn man das mit Amazon vergleicht, ist der iTunes Store noch bei den allerersten Schritten im Hinblick auf einen Buchshop.

Screenshot von iTunes mit dem iTunes Store, Rubrik Bücher
Die Titel können entweder über iTunes auf dem PC oder Mac gekauft und dann mit dem Endgerät (iPhone/iPod touch) synchronisiert oder direkt aus dem App Store – einer Applikation von Apple fürs iPhone – gekauft und online heruntergeladen werden. Die Synchronisation mit der iTunes-Bibliothek findet dann in umgekehrter Richtung beim nächsten Anschliessen des iPhone statt. Die Übertragung auf mehrere registrierte iPods oder iPhones ist möglich.


Screenshots: App Store auf dem iPhone mit der Rubrik Bücher und einem ausgewählten Buch.
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#eReader an der Frankfurter Buchmesse

Freitag, Oktober 16th, 2009

Auch an der diesjährigen Buchmesse #fb09 waren eReader ein präsentes Thema, aber sicherlich kein dominierendes. Es wurde an vielen Orten, auf verschiedenen Foren und Plattformen über die Zukunft des Buches und des elektronischen Publizierens und Lesens diskutiert, aber die Reader standen dabei nicht im Vordergrund.

Viel Aufhebens wurde im Vorfeld um die Lancierung des txtr Reader gemacht. An der Buchmesse wurde nun der Prototyp vorgestellt, der gegen Jahresende für 320 Euro verfügbar sein soll (vgl. dazu den ausführlichen Bericht auf heise.de). Mich persönlich hat die Navigation über einen seitlichen, schmalen Touchpad nicht überzeugt, und auch die Grösse (oder eben die Kleine) des Bildschirms mit 6 Zoll hat mich enttäuscht. Ich zweifle zudem, dass die Kombination mit einem Abo (monatlich 12-15 Euro) bei den Nutzern auf Begeisterung stossen wird. Positiv zu bemerken sind die offenen Schnittstellen. Die Web-Plattform www.txtr.com soll als Schaltstelle für den Bezug und die Verwaltung eigener und gekaufter Texte und eBooks dienen. Grundsätzlich ein interessanter Ansatz.

Zu sehen waren natürlich auch die bereits lieferbaren Geräte von Sony, auch der neue Sony Touch, der in 14 Tagen im Handel erhältlich sein soll. Auch das schon länger verfügbare jetBook von ECTACO (mit 5-Zoll-Display) wurde gezeigt.

Mehrere Anbieter aus Asien stellten ihre zum Teil bekannten, zum Teil neuen Produkte vor, alle mit 6 Zoll-Display und eInk-Technologie:

Nuut mit integriertem Adobe Reader Mobile, der von der schwedischen Firma Royal-Line vertrieben wird. Herausragende Funktion ist hier der Wechsel per Knopfdruck für Linkshänder. Die Steuerung über mehrere aktive kleine Buttons ist aber nicht wirklich intuitiv, und das Gerät ist relativ dick und schwer (300g).

Hanvons WISEreader mit mehreren Modellen, darunter eines (N518) mit Handschriftenerkennung. Die Notizen sind aber an das Gerät gebunden und können nicht weiterverarbeitet werden. Hanvon nutzt hier die Erfahrung  aus der Produktion eigener Grafik-Tablets. Weitere Geräte des grössten chinesischen Herstellers sind geplant, u.a. das Modell WISEreader N520 mit Tastatur, das dem Kindle 2 ähnlich sieht.

Eine neuer Anbieter aus China war für mich Longshine. Der eReader Shinebook ist sehr einfach zu bedienen und läuft entweder mit Adobe oder Mobipocket reader. Das Gerät wirkt etwas gar leicht und zerbrechlich, könnte als günstiger Reader durchaus eine Rolle spielen. Aber dann müsste er für deutlich unter 200 Euro verkauft werden.

Am Stand von Blackbetty, dem Spezialisten für mobile Books, konnte man den Prototypen eines eReaders mit farbiger e-Ink von Fujitsu bewundern. Es handelt sich um den bereits im Frühjahr in Japan lancierten FLEPIa. Dort ist er für rund 775 Euro zu haben.

Fazit: viel Weltbewegendes war nicht zu sehen. Amazons Ankündigung, den Kindle jetzt auch nach Europa zu bringen oder Googles neue Pläne mit Google Editions scheinen mir wichtiger als diese Geräte, die mehr oder weniger auf derselben Technologie basieren.

eBooks-Formate – die Gretchenfrage

Mittwoch, September 30th, 2009

Wie halten Sie’s mit den Formaten? könnte man die Hersteller von eBooks und von eReadern fragen. DRM oder kein DRM? Mobipocket, EPub oder doch PDF? In meinem Blog habe ich schon mehrfach über Schwierigkeiten berichtet, die durch die unterschiedlichen Dateiformate mit oder ohne DRM entstehen. Wie zu Beginn dieser Beitragsreihe angekündigt, möchte ich auch in dieser Frage den Vergleich zur Musikbranche wagen.

Wie war das denn gleich bei der Musik? Die eigentliche Revolution löste hier das Format MP3 aus. Ein offenes Dateiformat, das die proprietären Formate das Fürchten lehrte. MP3 als offenes Format eignete sich vorzüglich für den freien, ja geradezu wilden, Austausch von Dateien. Womit MP3 das Format der Internetuser wurde, aber nicht dasjenige der Musikverlage. Die Verlage und kommerziellen Anbieter versuchten dem MP3 eigene, durch DRM geschützte Formate entgegenzuhalten. Auch Apple wandte sich vom MP3-Format ab, das durch iTunes beim Rippen von CDs durchaus unterstützt wurde, und setzte im iTunes Store ein DRM geschütztes Format (AAC) ein.

DRM geschützte Formate sind bei Kunden grundsätzlich unbeliebt. Man könnte ja mit den Einschränkungen zur Weitergabe der Inhalte irgendwie noch leben. Doch DRM verursachen früher oder später Probleme beim legitimen Käufer der Dateien, sei es bei einer Migration des Betriebssystems, beim Kauf eines neuen PCs oder wenn die Dateien auf mehreren Geräten konsumiert werden sollen. Die Gefahr ist gross, dass man nach einiger Zeit nicht mehr auf die gekauften Inhalte zugreifen kann. Oder es soll vorkommen, dass der Anbieter seine eigene DRM-Lösung nicht mehr unterstützt.

Ähnliches ist mir mit einem eBook im Mobipocket-Format passiert. Ich habe es gekauft, doch unterstützt der Kindle das entsprechende DRM nicht. Nun kann ich die erworbene Datei (und es war kein Schnäppchen) gerade noch auf dem PC mit dem Mobipocket Reader anschauen.

Der Grund für den Einsatz von DRM ist klar. Doch werden mit der Verhinderung der angeblich nicht legalen Weitergabe von Daten auch die legitimen Nutzungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Es hat einige Jahre gedauert, bis sich schliesslich Apple und die Musikverlage dazu durchringen konnten, im iTunes Store auch DRM freie Musik anzubieten. Ich habe bisher aber noch nirgends gelesen, dass dadurch die Verkäufe im Store zurückgegangen seien. Der iTunes Store besticht durch die Grösse der Auswahl (11 Mio. Titel) und der digitalen Files sowie durch seine Funktionen. Dadurch bevorzugen ihn viele Kunden gegenüber dubiosen Quellen aus dem Internet. Das könnte doch ein Fingerzeig an die Buchverlage sein, sich weniger hinter restriktiven Formaten zu verstecken und dafür kundenfreundliche Plattformen zu bieten? Sony ist mit seinem Bekenntnis zum offenen EPub-Format auf dem richtigen Weg.

Alternative Angebote an eBooks

Mittwoch, September 16th, 2009

Im letzten Blogbeitrag habe ich nur die Angebote der grossen Player behandelt. Natürlich gibt es auch alternative Möglichkeiten. Ich habe ja zum Beispiel gar nichts von Google gesagt – wie kommt das? Momentan halte ich das Angebot von Google nicht wirklich dafür geeignet, den eBooks zum Durchbruch zu verhelfen. Es ist ja nett, dass man jetzt Zugriff auf hunderttausende von Büchern hat, die man dank der Kooperation mit Sony und dem Format EPUB auch auf eBook Readern lesen kann. Aber vorläufig – und ich denke noch für eine ganze Weile – beschränkt sich dieses Angebot auf alte Werke, bei denen das Urheberrecht abgelaufen ist. Zum Testen eines Readers – auch fürs iPhone – eignen sich diese Titel durchaus. Aber es ist nicht das, was mich dazu bringt, einen Reader zu kaufen und in meiner Freizeit Texte vorwiegend elektronisch zu konsumieren. Obschon sich hier zwei wichtige Elemente zeigen: grosse Quantität bei der Auswahl und offenes Format.
Dann gibt es noch einige Nischenplayer, die sich auf die Publikation elektronischer Texte aus Kleinverlagen spezialisiert haben. Sozusagen elektronische Samizdats (so hiessen diese subversiven Eigenverlage in der UdSSR…). Eine solche Plattform für kleine Verlage ist Readbox (www.readbox.net). Hier werden vorbildlich verschiedene Formate für unterschiedliche Reader angeboten. Auf http://www.mobipocket.com gibt es ebenfalls eBooks zu unterschiedlichen Themen. Bei den Bestsellers stehen Wörterbücher und medizinische Titel zuoberst. Bei der Belletristik schwingt Perry Rhodan oben aus, was nicht gerade ein Hinweis auf verfügbare Weltliteratur ist. Die Seite von Beam-eBooks ist leider momentan nicht verfügbar, doch habe ich die Situation hier ähnlich in Erinnerung: ein Angebot, das eher auf “Special Interest” ausgerichtet ist – und fürs Stöbern und Neuentdecken durchaus interessant ist. Aber die nationalen und internationalen Bestseller fehlen hier ebenfalls.
Über das iPhone und die verschiedenen Applikationen für eBooks sind Verlage wie Fictionwise (im Besitz von Barnes & Noble). Über die Applikation Stanza fürs iPhone hat man Zugriff auf über eine Million eBooks dieses grössten Anbieters. Diese Applikation der Firma Lexcycle wurde vor einigen Monaten von Amazon übernommen. Damit ist Amazon auch im Hinblick auf eBooks fürs iPhone in einer sehr günstigen Position. Was diese Deals für die Zukunft bedeuten, ist mir nicht klar. Aber man kann daraus schliessen, dass man via iPhone den Zugriff auf die grösste Auswahl hat. In den USA gibt es ja noch die Kindle-Applikation, womit auch der Kindle Store genutzt werden kann.

Wenn man sich fragt, ob Apple den Einstieg ins eBook-Geschäft wagen wird, gibt diese Ausgangslage doch einen interessanten Hinweis: Apple bietet via iPhone und die verschiedenen Applikationen in Kooperation mit verschiedenen Anbietern (u.a. Amazon) bereits heute das grösste Angebot. Ein entsprechendes Gerät, das einen grösseren Bildschirm als das iPhone bietet, wäre also in einer sehr günstigen Ausgangslage…

Das Angebot an eBooks

Dienstag, September 15th, 2009

Meine These lautet, dass für den Durchbruch der eBooks die gesamte Kette vom Vertrieb bis zum Konsum durch ein nutzerfreundliches Angebot geschlossen sein muss. Bei der Musik ist es auch nicht einfach nur das Endgerät, der iPod, der das Erfolgsmodell von Apple ausmacht. Am Anfang der Kette steht aus Sicht der Konsumenten das verfügbare Angebot. Der Blick zur Musikbranche zeigt, dass heute Apples iTunes Store unbestritten das grösste Sortiment aufweist. Nicht einmal die Tauschbörsen bieten eine so grosse Auswahl. Die aktuellen Titel der Hitparaden sind lückenlos vertreten, zum Teil sogar schon im Voraus bestellbar. Dazu bietet iTunes Store aber einen riesigen Fundus an älteren Titeln – mit den Beatles als schmerzlicher Lücke. Hinter diesem riesigen Angebot stehen knallharte Verhandlungen und Vertragsabschlüsse mit den führenden Musik-Labels für die wichtigsten Märkte. Die Schweizer Kunden mussten sich seinerzeit länger gedulden, bis die Lizenzfragen geklärt und der Shop eröffnet wurde. Apple verfügt mit dem iTunes Store über das grösste Musiksortiment weltweit. Für den Kunden bedeutet dies, dass die Trefferquote bei der Suche nach einem neuen Stück im iTunes Store am grössten ist.
Wie sieht das bei den eBooks aus? Weltweit spielt Amazon mit dem Kindle-Store eine vergleichbare Rolle – oder zumindest in den USA. Ausserhalb der USA sind leider keine eBooks für den Kindle erhältlich. Dabei wäre das Angebot an englischsprachiger Literatur – sowohl an Belletristik als auch an Sachbüchern – wirklich riesig. Die Titel der New York Times Bestsellers sind im Sonderangebot erhältlich, ebenso die Neuerscheinungen. Amazon soll im Moment 300’000 eBooks im Angebot haben, Barnes & Noble sogar 700’000. Die Preise sind bei Amazon mit $9.99 deutlich tiefer als für ein gedrucktes Buch. Im deutschsprachigen Raum ist kein auch nur annähernd vergleichbares Sortiment zu finden. Von den zehn aktuellen Bestsellern (Spiegel, September 2009) sind im Bereich Belletristik nur gerade drei als EPUB-Bücher bei Thalia, Libri.de oder Books.ch erhältlich, in der Sparte Sachbücher sogar nur zwei. Die Preise entsprechen denjenigen für die gedruckten Bücher. Da die deutschen und Schweizer Buchhändler die gleichen Titel führen, ist der Schluss naheliegend, dass es nicht an ihnen, sondern an den Verlagen liegt, dass das Angebot so dürftig ist. Die Buchhändler verkaufen die eBooks schon, nur werden leider zu wenig geliefert. Für den Kunden bedeutet dies, dass man momentan die Neuerscheinungen als Hardcover kaufen muss. Es ist nicht sicher, ob ein Titel überhaupt als eBook erscheint.
Was lässt sich daraus auf die nähere Zukunft schliessen? Die europäischen Verlage stehen noch nicht voll hinter der elektronischen Publikation ihrer Titel. Amazon beschränkt sich momentan auf den US-Markt und auf englischsprachige Literatur. Hier hat man es offenbar geschafft, die wichtigsten Verlage ins Boot zu holen. Aber im Unterschied zur Musik ist Literatur viel stärker auf die jeweilige Sprachregion ausgerichtet. Das amerikanische Modell lässt sich nicht einfach so auf Deutschland oder die Schweiz übertragen, denn hier müssen neue Bücher in deutscher Sprache elektronisch publiziert und vermarktet werden. Der Ball liegt so oder so bei den deutschsprachigen Verlagen. Im Gegensatz zur Musikbranche ist der Druck, der auf ihnen liegt, aber nicht so gross. Die Musik-Labels standen unter dem Schock der illegalen Downloads, die ihr Geschäft bedrohten. Bei den Büchern gibt es diese Konkurrenz (noch) nicht. Wer kommt schon auf die Idee, sein Lieblingsbuch zu scannen, mit einigem Aufwand zu bearbeiten und es dann über eine Tauschbörse zu verteilen? Solange also die Dateien noch nicht frei verfügbar sind, ist auch die Bedrohung für die Verlage nicht so gross. Deshalb dürften die Buchverlage mit eBooks weiterhin eher zurückhaltend sein.

Etwas anders sieht es bei den Wissenschaftsverlagen aus. Doch dies ist ein Kapitel für sich…

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Musikbranche als Vorreiter für Bücher und eBooks?

Mittwoch, September 9th, 2009

Was wir für die Zukunft von Büchern und eBooks aus den Entwicklungen in der Musikbranche lernen können (Teil 1)

Die Musikbranche hat in den letzten zehn Jahren einen fundamentalen Wandel durchgemacht. Alles hat sich verändert: wie wir Musik kaufen, wie wir sie aufbewahren, ordnen, tauschen, kopieren und wie wir sie hören. Und natürlich auch, wie Musik aufgenommen, produziert und vermarktet wird. Ich möchte mich bei meinem Vergleich auf den Bereich der Vermittlung von Musik, also nicht mit Aufnahme und Produktion befassen. Ich bin überzeugt, dass die Bücherbranche sehr viel von diesen Entwicklungen lernen kann und lernen muss. Die aktuellen Reaktionen von vielen Mitspielern im Büchermarkt lassen befürchten, dass man dieselben Fehler wiederholen wird, welche die Musikbranche gemacht hat. Aus dem Vergleich mit den Vorgängen im Bereich Musik möchte ich aber auch zeigen, was heute für den Durchbruch von eBooks noch fehlt. Mein Vergleich gliedert sich in mehrere Teile, die ich gesondert betrachten möchte, die jedoch im Zusammenspiel entscheidend sein werden. Meine erste These: nur wenn die Anbieter von eBooks und eBook Readern die gesamte Kette von der Auswahl der Werke bis hin zur mobilen Nutzung mit einem attraktiven Angebot abdecken können, wird der Durchbruch erfolgen. Meine zweite These: Genau dann wird der Durchbruch innerhalb kürzester Zeit erfolgen, und er wird unseren Umgang mit Büchern grundlegend verändern. Es ist naheliegend, dass als Erfolgsmodell im Musikbereich das Apple/iTunes/iPod-Angebot eine zentrale Rolle spielt. Und gerade dieses Modell zeigt, dass die einzelnen Elemente nicht in der logischen zeitlichen Reihenfolge realisiert werden müssen.

In nächster Zeit werde ich im Blog Beiträge zu diesem Thema, die sich explizit als Diskussionsbeiträge verstehen. Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion.

(Fortsetzung folgt)

Wie kommen eBooks auf den Sony prs-505? (update)

Montag, März 16th, 2009

Zur Verwaltung der eBooks und der anderen Dokumente auf dem Sony prs-505 wird die Software eBook Library benötigt. Nach der Installation auf dem PC lassen sich die vorhandenen eBooks (auch Bilder im Tiff-Format und Dokumente im PDF) in der Library verwalten. Das Interface präsentiert sich folgendermassen:


Screenshot eBook Library
Die ersten Fehlermeldungen lassen nicht auf sich warten. Nicht alle auf den PC geladenen PDF-Dokumente lassen sich mit dem Reader öffnen. So z.B. lässt sich ein eBook, das ich über die ETH-Lizenz bei einem Wissenschaftsverlag bezogen habe, nicht in die eBook Library übertragen.

Zum Lesen oder Bearbeiten von E-Books bietet diese Software gegenüber herkömmlichen PDF-Readern keine speziellen Funktionen. Entscheidend ist, dass sie allfällige erworbene Lizenzen aus dem eBook Store verwaltet. Zusätzlich zur Software eBook Library wird auch noch Digital Editions von Adobe benötigt. Die Bücher im Store werden mit DRM im Format EPUB angeboten. Mit meinem Reader aus den USA konnte ich aber noch keine eBooks kaufen. Und momentan sehe ich keinen Weg, wie ich als Schweizer ein eBook auf legalem Weg kaufen und auf den Reader laden kann. Für deutsche Kunden kann man eBooks bei Thalia, Libri.de oder Mayersche kaufen, doch dürfen eBooks nicht in die Schweiz “geliefert” werden. Schöne, neue elektronische Welt!

In der Schweiz kann ich eBooks bei books.ch kaufen. Nur werde ich hier wieder mit einem neuen Format konfrontiert, dem Mobipocket. Ich darf also auch diese Software herunterladen und installieren, bevor ich mein gekauftes eBook downloaden kann. Aber so schnell geht es auch wieder nicht, zuerst muss ich meine Lesegeräte registrieren. Etwas gar lange wird dann der Download “geprüft”. Die Auswahl ist übrigens eher mager. Für mich als Krimiliebhaber gibt es zum Beispiel nur von wenigen Autoren überhaupt eBooks, und dann finde ich die Fr. 15.70 für den nicht gerade neusten Titel zu teuer. Die neusten Hardcover-Ausgaben fehlen ohnehin noch.

Update:
So nach vielen Fehlversuchen hat es zumindest bei Mobipocket mal geklappt. Das Einrichten eines Geräts (PC oder mobiles Device) ist ziemlich kompliziert. So muss man nicht nur in der Software, sondern auch auf der Webseite von Mobipocket das Gerät registrieren. So habe ich das eBook jetzt zwar auf dem PC, aber nicht auf dem Sony! Obschon www.books.ch den Sony prs-505 verkauft und bewirbt, unterstützt die verwendete Mobipocket-Software den Sony nicht als mobiles Device! Für Nachhilfeunterricht oder Tipps wäre ich durchaus dankbar…

eBook-Reader von Plastic Logic (update 2)

Mittwoch, Februar 11th, 2009

Plastic Logic hat auf der Consumer Electronics Show den ultradünnen Prototyp eines neuen eBook-Readers vorgestellt. Er bietet einen grossen Bildschirm (A4). Die Technologie wurde von den Cambridge University Cavendish Laboratory entwickelt und soll 2010 marktreif sein. Sarah berichtet auf elektrolese auch über einen Prototypen von Samsung.

Update vom 27.1.09: Engadget berichtet, dass der e-reader nicht vor 2010 marktreif sei. Man müsse sich schon noch mindestens 12 Monate mit herkömmlichem Papier herumschlagen, bevor das Warten ein Ende habe. Auf der Webseite von InfoWorld gibt es ein Video mit einem Interview und einer Demo des Plastic Logic Document Reader. Allerdings scheint mir die Demo etwas gar statisch und zu sehen ist eher ein Mockup als ein Prototyp in Aktion…

Dem Thema Plastic Logic vs Kindle widmet Engadget eine grössere Story und meint: ist 2009 das Jahr, das das Ende des Prints einläutet?

Update 2 vom 11.2.09: golem.de berichtet, dass Plastic Logic erste Partner vorgestellt hat. Dazu gehören die Financial Times, USA Today, Fictionwise, Ingram Digital, LibreDigital und Zinio.


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