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iPad im Praxistest (Teil 3)

Freitag, April 23rd, 2010

Das #iPad als eReader

Viel geschrieben wurde auch schon über das iPad als eReader. Meine Einschätzung: Lesen kann man die eBooks bestens. Sowohl iBooks wie Kindle für iPad bieten gute Funktionalitäten zum Blättern, zeigen die Texte und Bilder (in iBooks) brilliant an. Die Animationen zum Blättern sind wirklich hübsch. Auch im Freien kann man gut lesen, wobei der Bildschirm bei grellem Sonnenlicht an seine Grenzen stößt. Unterwegs im Zug oder Flugzeug wird das ein großes Vergnügen sein. Aber wer es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich macht, um ein Buch zu lesen, wird dafür bestimmt ein gedrucktes Buch bevorzugen.

Apples Plattform für die eBooks soll ja die Applikation iBooks sein. Diese und den damit verbundenen Bookstore gibt es momentan erst in den USA. Ich konnte die App trotzdem schon testen. Mein Fazit: iBooks ist als geschlossenes System eher einfach ein Verkaufsinstrument für den Bookstore. Anders als bei iTunes, das seinerzeit zunächst als reine Rip- und Verwaltungssoftware für digitalisierte CDs eingeführt worden war, steht bei iBooks zum Vornherein der Verkauf im Vordergrund. Ich kann keine eigenen Dokumente laden. Es gibt im Bookstore zwar auch kostenlose Klassiker, aber der Weg führt immer über den Store. Das sieht, wie schon gesagt, hübsch aus, ist aber ein klassischer Fall von Vendor-Lockin. Nur so zur Erinnerung: iTunes war seiner Zeit als Software zur Verwaltung der eigenen CDs und zum Rippen eingeführt worden, der iTunes Store kam erst viel später. iBooks bietet nur den Store. Eigene Dokumente schaffen es nicht via iBooks auf das iPad. Achtung, Korrektur: offenbar kann man doch eigene eBooks im EPUB-Format aufs iPad laden. Es heißt im App Store: “You can also drag any ePub files from other sources into your iTunes Library and sync your iPad with your computer.” (Nachtrag vom 8.5.2010)

Screenshot: das mitgelieferte eBook Winnie-the-Pooh in der App iBooks

Das Gleiche muss man von der App Kindle sagen. Auch hier kann ich zwar die im Kindle-Store gekauften eBooks wunderbar lesen – allerdings nur schwarz/weiss – aber andere Inhalte lassen sich damit nicht darstellen.

Nur über Stanza kann ich eigene eBooks im Format EPUB aufs iPad laden. Man kann in den gekauften Büchern tatsächlich keine Textpassagen kopieren, nur highlighten oder kommentieren. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Kindle App. Bei den kostenlos erhältlichen Büchern im iBookstore ist dann allerdings die Kopierfunktion aktiv. Bei diesen Werken kann man sich also Textpassagen herauskopieren und in ein Textdokument einfügen.

Mit der App Stanza in der iPhone-Version geht das Kopieren und Einfügen in ein Textdokument (in Pages) in jedem Fall. Anschliessend wiederum kann das Dokument über iWork (www.iwork.com – eine Plattform von Apple) synchronisiert werden. Es lässt sich als Word oder PDF exportieren und auch per Mail austauschen. Dabei kann man das Dokument für eine andere Person frei geben, die es dann im gewünschten Format herunterladen kann.

Ich habe schon früher gesagt, dass ich die Anwendung zum Lesen von Zeitungen und Zeitschriften für entscheidender halte als diejenige für eBooks. Noch stehen keine nennenswerten deutschsprachigen Inhalte zur Verfügung. Ich habe USA Today installiert, und da kommen die Vorzüge des brillanten Bildschirms zum Tragen. Hier wird noch einiges auf uns zukommen. Aber man kann auch einfach die Online-Ausgabe einer Tageszeitung im Browser lesen. Auch das kommt sehr gut zur Geltung, wie der Versucht mit verschiedenen Tageszeitungen zeigt. Kleine Anpassungen im Stylesheet sollten genügen, um die Webseiten voll iPad fähig zu machen….

> weiter zum Teil 4

iPad im Praxistest (Teil 2)

Freitag, April 23rd, 2010

Apps fürs #iPad

Einige Applikationen sind bereits vorinstalliert: Notizen, Kalender, Mail, Safari, Maps, iPod, Videos, Youtube… Aber kein Rechner, keine Uhr, wie beim iPhone – und natürlich auch kein Telefon und SMS.

Es sind schon viele Apps im App Store verfügbar, von denen ich einige installiert und ausprobiert habe: Kindle, Pages, Keynote, Papers, Twitteriffic, Twittelator, iAnnotate PDF, GoodReader, USA Today. Natürlich gibt es bereits viele Spiele, die vom schnellen Prozessor und dem brillanten Bildschirm profitieren. Auch als Musikinstrument steht dem iPad eine rosige Zukunft bevor…

Die Zahl der verfügbaren Apps steigt täglich an, viele gibt es aber erst in der iPhone-Version. Sie laufen zwar auf dem iPad, wirken aber wie eine schwache Emulation und gehen entweder auf dem brillanten Bildschirm fast verloren oder werden bei doppelter Grösse verpixelt. Das kann nur eine Übergangslösung sein für so zentrale Anwendungen wie Facebook, Stanza (!), iDisk (von Apple selbst….), Dropbox, Skype (da stört es noch am wenigsten) und viele andere. Liebe Leute von Lexcycle/Amazon und von Apple: wenn das iPad für die Nutzung von eBooks eingesetzt werden soll, müsst (!) ihr unverzüglich Stanza fürs iPad bringen.

Die Apple-Produkte Pages und Keynote aus der iWork-Suite kosten je 9.99$, sind aber eine wirklich lohnende Anschaffung. Die Möglichkeiten der Interaktion mit der Multitouch-Technologie werden hier sehr gut ausgenutzt. Beide Applikationen bieten praktisch den vollen Funktionsumfang. Wer seine Keynote-Präsentation ab iPad machen will und z.B. den integrierten Laserpointer einsetzen will, braucht allerdings das entsprechende Verbindungskabel. Pages wiederum ist momentan klar das beste Tool, um auf dem iPad Texte zu verfassen, zu formatieren und dann mit seinem PC und/oder mit Kollegen zu teilen.

Fast alle der genannten Apps bieten im Querformat erweiterte Ansichten an, z.T. mit einem zweiten Fenster oder mit einer zusätzlichen Vorschau. Sehr hübsch ist das bei Twittelator gelöst, der in der iPad-Version mein absoluter Favorit bei den Twitter-Clients ist.

Screenshot: Twittelator in der iPad-Version

Eine negative Überraschung ist, dass GoogleDocs nicht im Schreibmodus funktioniert. Man wird auf die mobile Version umgeleitet, die nur den Lesemodus erlaubt. Ich hoffe schwer, dass dies nur eine kurze Übergangsphase ist, denn für die Nutzung der Dokumente unterwegs wäre GoogleDocs absolut zentral. Ich schätze ohnehin, dass das iPad kein Ersatz, sondern eine supermobile Ergänzung zum PC sein wird. Und da ist es entscheidend, dass man die Dokumente in der Wolke ablegen kann. Auch Dropbox ist eine entsprechend wichtige App.
Über das Fehlen von Flash wurde schon viel geschrieben. Konkret bedeutet dies, dass außer mit der App Youtube kaum Videos online angesehen werden können. Auch Dienste wie Blip.fm funktionieren nicht. Erstaunlicherweise wird aber eine Präsentation auf SlideShare angezeigt. Obschon der Newsletter von SlideShare eine Lösung erst für die Zukunft in Aussicht gestellt hat.

> weiter zum Teil 3


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