News and Trends aus der Informationstechnologie und dem Bibliothekswesen
Juni 20th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Das HTC Flyer-Tablet läuft auf dem Betriebssystem Android 2.3.3 mit HTC Sense 2.1. Die Oberfläche ist attraktiv mit mehreren Startbildschirmen, die mit einer Wischbewegung und 3D-Effekt gewechselt werden können. Nach dem eigentlichen Startmenu (mit Zeit, lokalem Wetter und den wichtigsten Anwendungen) folgen Kontakte, News (mit GoogleReader), My Shelf (mit den eBooks), E-Mail und dem FriendStream. Alle Google-Anwendungen sind gut integriert – von Google Mail über Kontakte, Reader bis hin zu Maps und Google Latitude. Der Android Market bietet mittlerweile auch zahlreiche Apps für den täglichen Bedarf: Dropbox, Kindle, Evernote, DocumentsToGo, Skype und viele mehr.
Die äussere Erscheinung: Der Rahmen mit Alubody und weissem Plastik wirkt weniger elegant als Konkurrenzprodukte. Mit einem Gewicht von 420 Gramm liegt der Flyer gut in einer Hand. Das Tablet lässt sich sowohl im Hochformat (mit einer Hand) wie auch im Querformat gut bedienen. Die virtuellen Buttons im Rahmen sind immer an der jeweiligen Unterseite. Sie „wandern“ also je nach Ausrichtung des Geräts – ein überraschendes und nützliches Feature.
Der HTC Flyer lässt sich als externe Festplatte an den PC anschliessen, nachdem ein entsprechender Dialog erschienen und die entsprechende Option gewählt worden ist. Auf diese Weise lassen sich Dateien vom PC auf das Tablet kopieren. Im Vergleich zum geschlossenen System des iPad ist der Transfer von Daten auch nicht viel einfacher. Auch beim HTC Flyer nutze ich Dropbox als virtuelles Laufwerk in der Wolke. Ein USB-Stick lässt sich auch hier nicht einfach so anschliessen.
Als E-Book-Reader ist der Kobo-Reader installiert, der auch die Adobe ID verwaltet. Dadurch erhält man Zugriff auf die über die eigene Adobe ID gekauften Bücher im Store. Das Hochladen eigener eBooks erfolgt über das Kopieren der Files ins Dateisystem in den Ordner Books. Nach der Synchronisierung werden die eigenen E-Books im EPUB-Format auf dem Startbildschirm My Shelf und in der App Reader angezeigt. Die Darstellung auf dem 7-Zoll-Bildschirm ist etwas beengt, die Seite wirkt etwas gar schmal (im Hochformat). Aber insgesamt klappt die Buchanzeige tadellos.

Screenshot (via Evernote) vom Startbildschirm My Shelf auf dem HTC Flyer
Eine der Besonderheiten des HTC Flyer ist der spezielle Stift. Er dient dazu, auf jeder beliebigen Ebene handschriftliche Notizen anzubringen. Nett ist die Synchronisation von Screenshots (ausgelöst durch den Stift) mit der App Evernote. Die handschriftliche Notiz wird als Bild mitgeschickt. Mit dem Stift kann man Textstellen markieren und diese dann als Notiz sichern.
Die virtuelle Tastatur ist natürlich kleiner als bei 10-Zoll-Tablets. Für kurze Texte (Mails, SMS) ist das kein Problem, aber bei umfangreicheren Texten ermüdet man schnell und muss viel korrigieren. Wobei die Korrekturfunktion ziemlich ausgefeilt ist. Bekannte Worte werden vorgeschlagen und neue Wörter können direkt ins Wörterbuch übernommen werden. Bei den 7-Zoll-Tablets stellt sich schon die Grundsatzfrage, ob sie für eine Smartphone zu gross und für ein Arbeitsinstrument zu klein sind. In dem relativ kurzen Text kann ich diese Frage nicht beantworten. Aber es wartet schon das ASUS Eee Pad Transformer, das mit einem 10-Zoll-Bildschirm ausgestattet ist…

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Mai 26th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Welches sind die neuen Herausforderungen für Bibliotheken und wie können sie sich darauf einstellen? Dieser Frage bin ich in einem Vortrag am Springer Library Summit am 20. Mai in Zürich nachgegangen. Und vor lauter Vorträge halten hätte ich beinahe mein Blog vernachlässigt… Hier meine zentralen Gedanken und die Präsentation auf Slideshare dazu.
Mein Fokus liegt – das überrascht wohl niemanden – vor allem auf den technologischen Herausforderungen. Hier sehe ich die mobile Webnutzung als wichtigsten Trend, der grossen Einfluss auf das Nutzerverhalten und damit auch auf die Anforderungen hat, die an Dienstleister wie Bibliotheken herangetragen werden. Die mobile Nutzung mit Smartphones dürfte die stationäre Internetnutzung vom PC aus schon bald überholen. Für das Nutzerverhalten bedeutet dies, dass kleine Informationshäppchen (noch kleinere als heute…) gewünscht werden, die man schnell von unterwegs auch auf kleinen Bildschirmen abrufen kann. Wie beim Fernsehen mit vielen verfügbaren Kanälen wird “gezappt”: man springt schnell von eienr Information zur andern – dafür sind die Hyperlinks schliesslich da… Noch verstärkt wird die Tendenz, dass Informationen für Nutzer nicht existieren, wenn sie nicht elektronisch verfügbar sind. Weiter wirkt sich auch der Siegeszug der sozialen Netzwerke auf das allgemeine Benutzerverhalten und die Erwartungen aus: man will per Knopfdruck mit Freunden teilen, wenn etwas interessiert, man will Empfehlungen abgeben und Kommentare geben können – oder einfach etwas mögen (“liken”). Dann kommt hinzu, dass ich mir meine Informationen immer stärker auf meine persönlichen Bedürfnisse abstimmen kann. Twitter gibt hier den Takt vor. Ich organisiere die Informationen in Listen, speichere Suchabfragen (mit oder ohne Hashtag) ab und lasse mir diese personalisierte Information in meinem sozialen Magazin in Echtzeit anzeigen. Eine Zukunftsvision? Nein, sondern die schon alltägliche Nutzung von Flipboard auf dem iPad.
Ein weiterer Megatrend sind die geobasierten Anwendungen, die sich dank der Smartphones rasend schnell etabliert haben. Meine Freunde und Follower wissen von meiner Begeisterung für Foursquare. Hier werden spielerische Elemente mit nützlichen Informationen zum Ort, wo man sich befindet, kombiniert. Darauf setzen dann weitere Anwendungen wie lokale Auskunftsdienste (Localmind) oder soziale Netze wie Scoville auf. Auch Facebook ist mit Places auf diesen Zug aufgesprungen. Ich habe in diesem Blog schon darauf hingewiesen, dass Localmind eine virtuelle Variante zum klassischen Auskunftsschalter der Bibliothek sein könnte. Es geht noch weiter in Richtung Augmented Reality. Auch hier bieten die Smartphones die Hard- und Software, die für eine rasante Verbreitung solcher Dienste sorgen. In der Schweiz ist die Anwendung Swiss Peaks beliebt, die einem anzeigt, welche Berggipfel man von seinem Standort aus sieht. Ein neuer Dienst ist Junaio, mit dem man sich z.B. die Orte in der Nähe anzeigen lassen kann, die einen Eintrag in Wikipedia haben.

Screenshot ab iPhone mit App Junaio: Blick von der ETH in Richtung Zürcher Altstadt mit eingeblendeten Wikipedia-Einträgen
Und dann sind da – natürlich – noch die E-Books und die E-Reader, die eine grosse Herausforderung für die Bibliotheken (und Verlage) darstellen. Wir sind gefordert, benutzerfreundliche Formate und Anwendungen zu entwickeln, damit wir unseren Kunden die gewünschten Inhalte auch für die mobile Nutzung anbieten können.
So viel für heute. Wie sich die Bibliotheken methodisch und organisatorisch auf diese neuen Herausforderungen einstellen können, wird Thema eines nächsten Blogbeitrags sein. In der Präsentation auf Slideshare gibt es bereits Stichworte dazu.

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Mai 10th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
An der informare! habe ich einen Vortrag zum Thema “machen eReader in Bibliotheken Sinn?” gehalten. Es ging dabei zunächst um eine Einschätzung der zu erwartenden Entwicklung, anschliessend um die voraussichtlichen Konsequenzen für die Bibliotheken. Im englischen Sprachraum ist der Durchbruch der E-Books bereits erfolgt. Im deutschen Sprachraum fehlen noch die aktuellen Angebote, zudem sind sie tendenziell überteuert. Die kürzlich erfolgte Öffnung des Amazon Kindle Stores für Deutschland dürfte aber ein wichtiger Schritt in Richtung eine attraktiven Angebots sein. Bei den Geräten ist auf Seite der E-Ink-Reader nicht allzu viel passiert in jüngster Zeit. Klar ist, dass sich diese dedizierten E-Book-Reader in Richtung Tiefpreissegment bewegen. Bei den multifunktionalen Tablets sind zahlreiche Geräte angekündigt (nun auch ein Android-Tablet von Amazon), aber erst wenige auf dem Markt erschienen. Apple hat mit dem iPad 2 wiederum die Nase vorn, doch dahinter sind mit dem Motorola Xoom und dem Playbook von RIM ernst zu nehmende Konkurrenten aufgetreten. Auch mitdem Samsung Galaxy 10.1 wird zu rechnen sein. Aber der Vorsprung von Apple vor allem im Bereich Apps ist schon sehr gross.
Unter dem Strich können wir aus Bibliothekssicht den sicheren Schluss ziehen, dass unsere Kunden immer häufiger mit mobilen Geräten auf unsere Dienstleistungen und Ressourcen zugreifen werden. Das betrifft also zum einen die Website, zum anderen die elektronischen Ressourcen. Somit müssen sich die Bibliotheken die Frage stellen, ob sie für diese Entwicklung vorbereitet sind. Dies betrifft zum einen den mobilen Zugriff auf ihre Website mit den Rechercheinstrumenten oder auch eigenen Volltextangeboten, zum anderen die Bereitstellung elektronischer Texte – seien es E-Journals oder E-Books. Im letzteren Fall sind die Bibliotheken vom Angebot der Verlage abhängig. Und dieses muss zum heutigen Zeitpunkt klar als kundenunfreundlich kritisiert werden. Bei der Belletristik ist die Auswahl zu gering und zu wenig aktuell, zudem sind die Preise zu hoch. Bei der wissenschaftlichen Literatur ist das momentan vorherrschende Distributionsmodell (freier Zugang aus der IP-Range einer Hochschule auf die lizenzierten Werke, Download allerdings nur als ein PDF-Dokument pro Kapitel) zwar noch bibliotheksfreundlich, aber keineswegs kundenfreundlich. Wünschenswert sind hier alternative Formate, die sich auch für kleinere Reader eignen (also EPUB), komplette Dokumente sowie integrierte Metadaten, damit die E-Books vernünftig organisiert werden können.
Die Bibliotheken selbst können mit gutem Beispiel vorangehen und die Texte, die sie oder die Hochschulangehörigen selbst produzieren, entsprechend aufbereiten. Ganz allgemein sehe ich im Bereich Unterstützung der Hochschulangehörigen beim elektronischen Publizieren (von Open Access über Archivierung und eben auch Bereitstellung verschiedener Dateiformate) eine wichtige Aufgabe für die Hochschulbibliotheken.
Eine besondere Herausforderung stellen die E-Books mit den gängigen Lizenzmodellen für Bibliotheken mit unterschiedlichen Nutzergruppen (Hochschulangehörige und externe Kunden) dar. Momentan werden externe Kunden, die für die ETH-Bibliothek ein sehr wichtiges Segment darstellen, von der elektronischen Informationsversorgung weitgehend abgeschnitten. Hier müssen neue Lösungen gefunden werden. Zwei Ansätze bieten sich an: Erweiterung der Lizenzen auf externe, eingeschriebene Nutzer mit den entsprechenden Authentifizierungs- und Authorisierungsmassnahmen und/oder die zeitlich limitierte zur Verfügungstellung von elektronischen Dokumenten, die sogenannte Onleihe.
Und wie sieht es jetzt mit den eReadern in Bibliotheken aus? Ich gehe davon aus, dass unsere Kunden ihre eigenen Geräte in die Bibliothek mitbringen werden und dafür geeignete Inhalte fordern werden. Bibliotheken müssen also meiner Ansicht nach nicht eReader verkaufen oder ausleihen. Damit die Kunden die neuen Geräte ausprobieren können, macht es aber durchaus Sinn, eine Auswahl an verschiedenen Devices mit Inhalten zur Verfügung zu stellen. Aber die Bestückung von E-Book-Readern mit Kollektionen von E-Books, die katalogisiert werden und dann wie gedruckte Bücher ausgeliehen werden, scheint mir etwas anachronistisch. Abgesehen davon sprechen die Lizenzverträge mit den Verlagen gegen eine solche Nutzung.
Mit dem Ausprobieren der Geräte verbunden werden kann die Nutzung von Tageszeitungen. Warum nicht die Lese-Lounge mit iPads (oder anderen Tablets) ergänzen, auf denen aktuelle Titel elektronisch gelesen werden können? Die ETH-Bibliothek bietet dies mit ausgewählten Tageszeitungen, darunter die nur auf dem iPad angebotene The Daily an. Und zudem werden auch Schulungsangebote für die unterschiedlichen Plattformen durchgeführt.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass sich die Bibliotheken darauf einstellen müssen, dass die Kunden in Zukunft verstärkt mobil auf ihre Inhalte zugreifen wollen. Und dafür müssen sie vorbereitet sein und geeignete Dienstleistungen anbieten. Dies geht allerdings nicht ohne die kommerziellen Anbieter von E-Books.

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April 20th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
In der Schulungsveranstaltung zum Einsatz des iPad in Studium und Arbeit wurde die Frage gestellt, wie es denn mit Reference Management auf dem iPad aussähe. Ich möchte diesem Thema einen Blogbeitrag widmen, wobei ich bestimmt nicht alle Tiefen des Themas ausloten kann. Natürlich gibt es bereits Informationen dazu im Web.
Grundsätzlich gilt für Reference Management Systeme (RMS), dass man sich auf eines konzentrieren muss und dieses dann konsequent einsetzt. Wer – wie ich – mal das eine und dann wieder das andere System testet, muss am Schluss seine gespeicherten Inhalte und Notizen wieder auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen. Die schlechte Nachricht ist deshalb, dass die weitverbreiteten Systeme wie EndNote, RefWorks oder Citavi (noch) keine iPad-Version anbieten. Auch für Zotero gibt es (natürlich) keine iPad-Version, da dieses nützliche Tool nur als Firefox-AddOn läuft. Zum Teil lassen sich webbasierte RMS sehr gut auch vom iPad aus nutzen, wie z.B. CiteULike, Connotea oder Delicious. Für einige wenige RMS gibt es bereits Apps für iPhone und iPad.
Mendeley Lite
Mendeley ist eines der beliebtesten RMS für den Desktop und bietet viele Funktionen für wissenschaftliche Communities. Die iPad-App trägt den Zusatz “Lite”, was bedeutet, dass nur ein Bruchteil der Funktionen des Desktops zur Verfügung stehen. Mendeley Lite bietet die Synchronisation mit der Bibliothek auf dem PC sowie die Möglichkeit, die Dokumente auf dem iPad zu lesen und in einem geeigneten Bearbeitungsprogramm (z.B. GoodReader) zu annotieren. Wer also Mendeley bereits einsetzt, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Aber für alle anderen ist Mendeley Lite kein Grund, das RMS zu wechseln. Wir warten aber gespannt auf eine Vollversion, dann müsste diese Aussage vermutlich widerrufen werden…

Screenshot vom iPad: Mendeley Lite mit geöffnetem Dokument und der Möglichkeit, es in anderen Apps zu bearbeiten
Papers for iPad
Bei Papers handelt sich ursprünglich um ein Reference Management System für den Mac. Entsprechend kommt ein ernsthafter Einsatz nur für diejenigen in Frage, die ihre Referenzen bereits auf einem Mac verwalten. Papers ist eine relativ teure App ($ 9.99, Fr. 17.-), bietet dafür einiges mehr als andere. Mit Papers kann man (nach Einstellung des Proxy) direkt in lizenzierten Datenbanken recherchieren (Web of Science, IEEE, Google Scholar, JSTOR, ACM, ADS, arXiv, PubMed) und die gefundenen Dokumente samt Metadaten und Volltext in die eigene Bibliothek übernehmen. Dann können die Daten ergänzt und in eigenen Collections geordnet werden. Die Dokumente lassen sich in anderen Apps öffnen, mit anderen Usern teilen oder per Mail weiterschicken. Und natürlich kann man die Bibliothek mit derjenigen auf dem Mac synchronisieren.

Screenshot vom iPad: in Papers geöffneter Text mit Metadaten und markierter Textstelle
Sente Viewer for iPad
Auch die Desktop-Version von Sente läuft nur auf dem Mac. ich habe sie bisher noch nicht installiert und ausprobiert. Die Screenshots legen die Vermutung nahe, dass der Funktionsumfang ähnlich wie bei Papers ist. Eine Suche im App-Store zeigt, dass es noch mehr vergleichbarer Anwendungen aus der Mac-Welt gibt. Ich gehe davon aus, dass dies Nischenprodukte bleiben werden.
Diese kurze Übersicht zeigt, dass ein Angebot an Reference Management Systemen fürs iPad am Entstehen ist. Wichtige Mitspieler sind jedoch auf dieser Plattform noch nicht präsent.

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April 13th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Neulich habe ich vergeblich versucht, ein in GoodReader auf dem iPad annotiertes PDF-Dokument in Dropbox abzuspeichern. Anders als z.B. bei QuickOffice lässt GoodReader ein Abspeichern auf einem der verbundenen online Speicher (Dropbox, Google Docs, iDisk, Sugarsync) nicht zu. Man kann zwar die Dokumente direkt aus diesen Medien laden, aber nach der Bearbeitung nicht zurückspeichern. Mir schien es doch etwas umständlich, mir jedes Mal die veränderte Datei per E-Mail zuzuschicken. Das müsste doch eleganter gehen – und es gibt tatsächlich einen eleganteren Weg.
Der Weg führt – überraschenderweise – über das Manual zu GoodReader (rtfm…). Man kann also in GoodReader den verbundenen Server (Dropbox, iDisk, Sugarsync oder einen über WebDAV oder FTP verbundenen Server) anwählen. Man tippt den Ordner auf dem Server an, den man synchronisieren will. In der Fusszeile des Dialogfelds erscheint nun der Sync-Button. In einem nächsten Schritt kann der Ordner in GoodReader gewählt werden, mit dem die Dateien künftig abgeglichen werden. Nun erscheint der entsprechende Ordner auf Dropbox oder iDisk im Menu “Web Downloads” unter “Remote Sync” mit einem markanten grünen Sync-Button. Wenn man diesen Button antippt, werden die Daten des Ordners auf GoodReader mit jenem auf dem online Speicher abgeglichen. Diese Prozedur funktioniert allerdings nicht mit GoogleDocs.

Screenshot vom iPad: GoodReader mit synchronisiertem Ordner auf Dropbox (links) und den grünen Sync-Buttons für die Aktualisierung
Die in GoodReader eingefügten Annotationen und Highlights werden übrigens mit übertragen. Man kann also nahtlos mit den Dateien auf dem PC oder Mac weiterarbeiten, ohne dass man den Weg über die Synchronisierung mit iTunes gehen muss.
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April 7th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Geobasierte Information ist dank den Smartphones mittlerweile alltäglich geworden. Foursquare ist wohl der bekannteste Dienst, der ortsbezogene Informationen vermittelt, die von Usern oder auch von Institutionen bereitgestellt werden. Die ETH-Bibliothek versucht gerade, eine Foursquare-Seite zu erhalten, um dem bisherigen Ort (“venue”) einen offizielleren Touch zu geben. Sobald wir mehr wissen, wird an dieser Stelle berichtet…
Auf diesen Diensten (Gowalla, Foursquare, Facebook Places, Twitter) baut nun Localmind auf, eine Art Web 2.0-Auskunftsdienst, der durchaus auch für Bibliotheken interessant sein könnte. Mit der entsprechenden App auf dem iPhone kann man Leute in der Nähe suchen, die einem Auskunft erteilen können. Voraussetzung ist, dass man sich über einen der oben genannten geobasierten Dienste an einem Ort eincheckt und die App installiert hat.

Screenshot vom iPhone: Anzeige von Localminds, Anfrage und Meldung einer Antwort
Man kann also dem vor Ort anwesenden User eine Frage stellen. Dieser wird benachrichtigt, dass eine Frage gestellt wurde. Konkret erhält er umgehend eine Direktnachricht auf das iPhone. Die angefragte Person kann dann entscheiden, ob sie antworten kann oder nicht. Die Beantwortung einer Frage wird mit Punkten „belohnt“ – hier kommt der spielerische Aspekt zum Zug. Und der Fragesteller kann ein Feedback geben, ob die Antwort nützlich war. Bei positivem Feedback wird die Glaubwürdigkeit (bzw. der Punktestand) des Antwortgebers erhöht.
Was spricht dagegen, dass sich eine Bibliothek einen Foursquare-Account zulegt und sich bei Localmind anmeldet, damit die Informationsdienste Anfragen auf diesem Kanal entgegennehmen und beantworten können? Eine Schwäche des Dienstes besteht darin, dass prinzipiell keine Spezialisten sondern zufällig an diesem Ort eingecheckte Personen angefragt werden. Auf der Online-Plattform für Kundenfeedback von Localmind ist denn auch der Wunsch bereits formuliert, dass eine Art Expertenstatus möglich sein soll. Dann wüsste der Fragesteller, ob er sich an irgend einen Passanten oder an eine vertrauenswürdige Stelle wendet. Und das wäre dann der virtuelle Auskunftsdienst, oder? Zumindest scheint mir das eine attraktive Ergänzung zu bereits bestehenden Informationskanälen.
Als Grundsatz lässt sich festhalten, dass fast täglich neue Anwendungen auf den Markt kommen, von denen sich zumindest einige durchsetzen werden und in Aufgabenbereiche wirken, die traditionell Bibliotheken zugeschrieben werden. Wir bleiben dran…

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März 29th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Kaum hatte ich das neue iPad 2 in den Händen, erlebte es gleich seine Feuertaufe: Bei einer ersten Schulung zum Thema “iPad für Studium und Arbeit” an der ETH-Bibliothek konnte ich das iPad 2 einsetzen und die neue Funktion “Bildschirmsynchronisation” nutzen. Beim iPad 1 konnte nur das Videosignal (Filme, Präsentationen, Diashows) auf einen externen Bildschirm oder Beamer übertragen werden. Vom iPad 2 lassen sich nun alle Inhalte des Bildschirms über einen VGA- oder einen HDMI-Adapter auf externe Screens übertragen. Für den Einsatz im Unterricht genügt die Auflösung des VGA-Ausgangs völlig und man findet in der Regel in den Hörsälen die entsprechende Infrastruktur. Die HDMI-Variante ist dafür eher für den Heimeinsatz am HD-Fernseher geeignet.

Abbildung: iPad 2 mit synchronisiertem Bildschirminhalt auf externem Bildschirm
Tatsächlich ist für mich diese Funktion der entscheidende Vorteil des neuen gegenüber dem alten iPad-Modell. Und sonst? Da wären die beiden Kameras, die sich für Video-Chat eignen. Aber ich muss gestehen, dass ich FaceTime auch bei meinem iPhone bisher nur zum Testen eingesetzt habe. Das dürfte sich auch mit dem iPad nicht ändern. Die Kamera werde ich vermutlich am ehesten für Video-Anrufe auf Skype verwenden.
Sonst bietet das iPad 2 genau dieselben Funktionen wie das iPad erster Generation. Es ist – wie Apple selbst schon das eine oder andere Mal erwähnt hat – leichter (613 gegenüber 730 Gramm), dünner (8.8 gegenüber 13.4 mm) und schneller als das Vorgängermodell. Die höhere Geschwindigkeit ist beim Aufstarten der Apps und bei Ladevorgängen von neuen Seiten gut spürbar. Ich habe aber noch keine rechenintensiven Apps ausprobiert. Bei Games, bei Musik- oder Videoapps dürfte sich die höhere Leistung des Prozessors und der Grafikkarte auszahlen.
Gespannt war ich, wie schnell sich das iPad 2 auf der Grundlage der für ein iPad 1 installierten Anwendungen installieren lässt. Auch wenn mein Setting etwas kompliziert ist (mehrere Geräte, mehrere PCs) war das iPad 2 innert weniger Minuten einsatzbereit. Als nicht nur cool im Aussehen, sondern durchaus nützlich im Einsatz erwies sich das Smart Cover – wobei die helle Oberfläche, die ich gewählt habe, schon fast nach einer Schutzhülle für die Schutzhülle ruft…
Fazit: das iPad 2 bietet einige Verbesserungen, ist schneller und handlicher als das Vorgängermodell. Ein Umstieg lohnt sich aber nur, wer die Kamerafunktion oder die Bildschirmsynchronisation braucht.

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Februar 16th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Amazon bietet für den Kindle 3 die Softwareversion 3.1 als Preview an. Sie bringt die Integration der Notizen, die man in einem Kindle-Buch angelegt hat, in soziale Netzwerke. Damit geht Amazon eines der grössten Hindernisse für den Einsatz des Kindle im akademischen Kontext an. Wird der Kindle nun hörsaaltauglich mit den neuen Funktionen?
Mit der neuen Version wird es möglich, Passagen in Kindle-Büchern zu markieren oder Notizen zu verfassen und diese dann zu teilen (share). Dazu muss man sein Device zuächst auf seinen Amazon-Account registrieren und dann in den Einstellungen die Verbindung zu seinem Twitter- und/oder Facebook-Account eingeben. Nun lassen sich diese markierten Stellen mit einem Kommentar versehen und dann über die Netzwerke verbreiten.

Screenshot der Notiz zu einem im Kindle markierten Text auf der Facebook-Pinnwand
Zudem bietet Amazon die Möglichkeit, ein eigenes Profil anzulegen, auf dem dann die Notizen und Highlights veröffentlicht werden.
Screenshot des Kindle-Profils mit Buchempfehlungen und Notizen
Auf dieser persönlichen Profilseite werden die eigenen Notizen abgelegt, auch jene, die man auf dem iPad oder iPhone (natürlich mit der Kindle App) erstellt hat. Die Synchronisation erfolgt fast in Realtime. Man kann hier im Kindle-Profil ein Netzwerk aufbauen , mit dem man diese Notizen teilt. Noch hat man allerdings etwas Mühe, Kollegen zu finden (immerhin tummelt sich auch schon mein Freund Michael Stephens auf dieser Plattform…). Bei den Büchern kann man übrigens bei jedem einzelnen einstellen, ob man die Funktion Public Notes nutzen will oder nicht.
Sind damit die Kindles hörsaaltauglich geworden? Sie sind dem Hörsaal einen grossen Schritt näher gerückt, möchte ich sagen. Noch immer sind einige wichtige Funktionen nicht vorhanden oder ungenügend. Das Schreiben von Notizen auf dem Kindle 3 ist ein Ärgernis. Die Tastatur ist winzig, das Device zu schmal, um mit beiden Händen (und Daumen) zu schreiben – und Querformat ist mit der realen Tastatur nicht möglich. Ich habe mich gerade eben zwei Mal hintereinander “vertippt” – und schon waren die bisher (mühsam) geschriebenen Wörter weg, die Notiz ohne zu speichern geschlossen.
Aber mit der Öffnung der Notizen für Netzwerke ist der Kindle gegenüber dem iPad imVorsprung. Ideal wäre aus meiner Sicht eine Integration der Notizen auch in andere Plattformen, wie z.B. Dropbox oder Evernote. Wer schafft das zuerst?
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Februar 15th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Facebook hat seine Pages überarbeitet und bietet neue Funktionen. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass ein Administrator jetzt auch in die Rolle der eigenen Seite schlüpfen kann. Dadurch kann die Seite selbst mit anderen Seiten oder Usern interagieren. Zum Beispiel kann jetzt die ETH-Bibliothek sagen, dass ihr die Mitteilung der MIT Libraries gefällt. Das eröffnet doch einige neue, interessante Möglichkeiten.

Screenshot: Like-Beitrag der ETH-Bibliothek auf der Seite der MIT Libraries
Diese neue Funktion erleichtert es Administratoren, zwischen den von ihnen betreuten Seiten und ihrem eigenen persönlichen Facebook-Profil zu unterscheiden. Diese Vermischung von persönlichem Profil mit den betreuten Seiten (oder auch Gruppen) war bisher ein Ärgernis. Noch einfacher wäre es gewesen, wenn die Facebook-Seite nicht einem persönlichen Profil zugeordnet werden müsste, denn dieser Umstand bleibt weiterhin bestehen. Eine klare Trennung wäre dann gegeben, wenn auch eine unpersönliche Geschäftsadresse als Inhaber einer Seite gelten könnte. So wird es weiterhin die manchmal lästige Vermischung der Profile und Seiten geben.
Was bringt das Redesign sonst? Die Pages wurden den normalen Profilseiten angegeglichen. So gibt es neu auch den Fotostreifen zum Einstieg. Die Tabs sind verschwunden, die Inhalte sind in die linke Spalte umgezogen. Neu werden Mitteilungen und Kommentare von Fans auf der Unternehmensseite genau gleich angezeigt, wie persönliche Mitteilungen und Kommentare im persönlichen Profil. Neue Fans werden mit demselben Symbol angezeigt wie neue Freunde.

Screenshot: die Facebook-Seite der ETH-Bibliothek im neuen Design
Als Fazit kann ich sagen, dass der neue Identitätswechsel für Administratoren eine nützliche Funktion ist, welche die Interaktionsmöglichkeit der Facebook-Seiten verbessert. Übrigens steht die ETH-Bibliothek gerade vor dem 900. Fan! Herzlichen Dank an alle, die sich für uns und unsere Seite interessieren!
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Februar 7th, 2011 von Rudolf Mumenthaler
Es soll uns ja nicht langweilig werden. Kaum hat sich die Diskussion von den E-Book-Readern zu den Tablets als eReader der Zukunft verlagert, tritt ein neuer Ansatz auf die Bühne: der Browser als eReader.
Google Books
Google Books gehen bereits in diese Richtung. Google Books bietet eine persönliche Online-Bibliothek, in die ich die von mir gekauften oder kostenlos bezogenen E-Books (My Google eBooks) abspeichere. Wobei vorläufig der Kauf von neuen Titeln erst in den USA möglich ist.

Screenshot von Google Books mit geöffnetem E-Book im EPUB-Format
Ich kann dann im Browser das E-Book öffnen und mit einfachen Navigationselementen blättern. Wie in einem E-Book-Reader stehen die Elemente Inhaltsverzeichnis, Schriftgrösse ändern und Suche zur Verfügung. Auf die Bibliothek habe ich auch mobil Zugriff. Für verschiedenste Plattformen (Android, iPhone, iPad, Nook, Sony) gibt es eine Google Books-App, mit der ich praktisch die gleichen Möglichkeiten wie im Webbrowser habe.
Grundsätzlich sind diese E-Books in der Online-Bibliothek gespeichert, also in der Wolke. Aber Google ist nicht allein mit diesem Ansatz.
Die Plattform Booki.sh
Die australische Firma Inventive Labs (www.inventivelabs.com.au) hat basierend auf HTML5 die Plattform Booki.sh (http://booki.sh) entwickelt, die ebenfalls E-Books in the Cloud anbietet. Das Prinzip ist ganz ähnlich wie bei Google Books. Allerdings lassen sich auf Booki.sh auch eigene, DRM-freie E-Books im EPUB-Format hochladen und dann von überall her mobil nutzen. Bisher ist der australische Bookstore von Readings angebunden, dessen E-Books über die Plattform gekauft und online gespeichert werden. Der Nachteil einer reinen Online-Speicherung liegt auf der Hand: die E-Books könnten eigentlich nur dann gelesen werden, wenn das Device eine Internetverbindung hat. HTML5 soll aber dank der Funktionalität des Offline Caching ermöglichen, dass die E-Books auch ohne aktive Internetverbindung zugänglich sind.
Auch Booki.sh bietet im Browser die für einen eReader üblichen Funktionen an. Blättern, setzen von Bookmarks, Suche, Inhaltsverzeichnis. Die Plattform ist über (fast) jeden Browser bedienbar, der HTML5 unterstützt – der Internet Explorer ist hier noch ungenügend. Aber dafür lässt sich Booki.sh auch vom iPhone und iPad aus einsetzen. Es lässt sich aus dem Browser ein Home-Button generieren, der fast wie eine App aussieht. Das Caching und die offline-Nutzung sind prinzipiell möglich, doch muss das E-Book im Browser geöffnet sein, wenn die Verbindung abbricht. Ohne Internetverbindung lässt sich ein E-Book nicht wieder öffnen.

Screenshot vom iPad mit im Browser geöffnetem E-Book im EPUB-Format samt Navigationselementen
Der Ansatz ist interessant, hat aber noch einige Schwächen. So kann man beispielsweise keine Annotationen machen. Auf dem iPad lassen sich zwar Textstellen kopieren und dann in einer anderen Anwendung bearbeiten, aber mehr liegt nicht drin. Eine weitere Schwäche besteht darin, dass man die E-Books nicht herunterladen kann und somit der Zugriff von der Verfügbarkeit der Plattform abhängig ist. Es wäre also sehr von Vorteil, wenn der Host dieser Cloud zuverlässig und dauerhaft ansprechbar ist. Ich überlege mir aber gerade, ob nicht das eine Aufgabe für eine Bibliothek sein könnte? Wenn wir diese Daten hosten würden, über IP oder Anmeldung unseren Nutzer darauf Zugriff geben könnten?
Bin ich einfach zu altmodisch und habe zu wenig Vertrauen in die Cloud? Bei aller Faszination dieses Ansatzes ist es mir doch lieber, wenn ich die Daten (auch) lokal speichern kann.

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