Archiv für die ‘ Web 2.0 ’ Kategorie
Donnerstag, Mai 26th, 2011
Welches sind die neuen Herausforderungen für Bibliotheken und wie können sie sich darauf einstellen? Dieser Frage bin ich in einem Vortrag am Springer Library Summit am 20. Mai in Zürich nachgegangen. Und vor lauter Vorträge halten hätte ich beinahe mein Blog vernachlässigt… Hier meine zentralen Gedanken und die Präsentation auf Slideshare dazu.
Mein Fokus liegt – das überrascht wohl niemanden – vor allem auf den technologischen Herausforderungen. Hier sehe ich die mobile Webnutzung als wichtigsten Trend, der grossen Einfluss auf das Nutzerverhalten und damit auch auf die Anforderungen hat, die an Dienstleister wie Bibliotheken herangetragen werden. Die mobile Nutzung mit Smartphones dürfte die stationäre Internetnutzung vom PC aus schon bald überholen. Für das Nutzerverhalten bedeutet dies, dass kleine Informationshäppchen (noch kleinere als heute…) gewünscht werden, die man schnell von unterwegs auch auf kleinen Bildschirmen abrufen kann. Wie beim Fernsehen mit vielen verfügbaren Kanälen wird “gezappt”: man springt schnell von eienr Information zur andern – dafür sind die Hyperlinks schliesslich da… Noch verstärkt wird die Tendenz, dass Informationen für Nutzer nicht existieren, wenn sie nicht elektronisch verfügbar sind. Weiter wirkt sich auch der Siegeszug der sozialen Netzwerke auf das allgemeine Benutzerverhalten und die Erwartungen aus: man will per Knopfdruck mit Freunden teilen, wenn etwas interessiert, man will Empfehlungen abgeben und Kommentare geben können – oder einfach etwas mögen (“liken”). Dann kommt hinzu, dass ich mir meine Informationen immer stärker auf meine persönlichen Bedürfnisse abstimmen kann. Twitter gibt hier den Takt vor. Ich organisiere die Informationen in Listen, speichere Suchabfragen (mit oder ohne Hashtag) ab und lasse mir diese personalisierte Information in meinem sozialen Magazin in Echtzeit anzeigen. Eine Zukunftsvision? Nein, sondern die schon alltägliche Nutzung von Flipboard auf dem iPad.
Ein weiterer Megatrend sind die geobasierten Anwendungen, die sich dank der Smartphones rasend schnell etabliert haben. Meine Freunde und Follower wissen von meiner Begeisterung für Foursquare. Hier werden spielerische Elemente mit nützlichen Informationen zum Ort, wo man sich befindet, kombiniert. Darauf setzen dann weitere Anwendungen wie lokale Auskunftsdienste (Localmind) oder soziale Netze wie Scoville auf. Auch Facebook ist mit Places auf diesen Zug aufgesprungen. Ich habe in diesem Blog schon darauf hingewiesen, dass Localmind eine virtuelle Variante zum klassischen Auskunftsschalter der Bibliothek sein könnte. Es geht noch weiter in Richtung Augmented Reality. Auch hier bieten die Smartphones die Hard- und Software, die für eine rasante Verbreitung solcher Dienste sorgen. In der Schweiz ist die Anwendung Swiss Peaks beliebt, die einem anzeigt, welche Berggipfel man von seinem Standort aus sieht. Ein neuer Dienst ist Junaio, mit dem man sich z.B. die Orte in der Nähe anzeigen lassen kann, die einen Eintrag in Wikipedia haben.

Screenshot ab iPhone mit App Junaio: Blick von der ETH in Richtung Zürcher Altstadt mit eingeblendeten Wikipedia-Einträgen
Und dann sind da – natürlich – noch die E-Books und die E-Reader, die eine grosse Herausforderung für die Bibliotheken (und Verlage) darstellen. Wir sind gefordert, benutzerfreundliche Formate und Anwendungen zu entwickeln, damit wir unseren Kunden die gewünschten Inhalte auch für die mobile Nutzung anbieten können.
So viel für heute. Wie sich die Bibliotheken methodisch und organisatorisch auf diese neuen Herausforderungen einstellen können, wird Thema eines nächsten Blogbeitrags sein. In der Präsentation auf Slideshare gibt es bereits Stichworte dazu.

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Mittwoch, April 20th, 2011
In der Schulungsveranstaltung zum Einsatz des iPad in Studium und Arbeit wurde die Frage gestellt, wie es denn mit Reference Management auf dem iPad aussähe. Ich möchte diesem Thema einen Blogbeitrag widmen, wobei ich bestimmt nicht alle Tiefen des Themas ausloten kann. Natürlich gibt es bereits Informationen dazu im Web.
Grundsätzlich gilt für Reference Management Systeme (RMS), dass man sich auf eines konzentrieren muss und dieses dann konsequent einsetzt. Wer – wie ich – mal das eine und dann wieder das andere System testet, muss am Schluss seine gespeicherten Inhalte und Notizen wieder auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen. Die schlechte Nachricht ist deshalb, dass die weitverbreiteten Systeme wie EndNote, RefWorks oder Citavi (noch) keine iPad-Version anbieten. Auch für Zotero gibt es (natürlich) keine iPad-Version, da dieses nützliche Tool nur als Firefox-AddOn läuft. Zum Teil lassen sich webbasierte RMS sehr gut auch vom iPad aus nutzen, wie z.B. CiteULike, Connotea oder Delicious. Für einige wenige RMS gibt es bereits Apps für iPhone und iPad.
Mendeley Lite
Mendeley ist eines der beliebtesten RMS für den Desktop und bietet viele Funktionen für wissenschaftliche Communities. Die iPad-App trägt den Zusatz “Lite”, was bedeutet, dass nur ein Bruchteil der Funktionen des Desktops zur Verfügung stehen. Mendeley Lite bietet die Synchronisation mit der Bibliothek auf dem PC sowie die Möglichkeit, die Dokumente auf dem iPad zu lesen und in einem geeigneten Bearbeitungsprogramm (z.B. GoodReader) zu annotieren. Wer also Mendeley bereits einsetzt, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Aber für alle anderen ist Mendeley Lite kein Grund, das RMS zu wechseln. Wir warten aber gespannt auf eine Vollversion, dann müsste diese Aussage vermutlich widerrufen werden…

Screenshot vom iPad: Mendeley Lite mit geöffnetem Dokument und der Möglichkeit, es in anderen Apps zu bearbeiten
Papers for iPad
Bei Papers handelt sich ursprünglich um ein Reference Management System für den Mac. Entsprechend kommt ein ernsthafter Einsatz nur für diejenigen in Frage, die ihre Referenzen bereits auf einem Mac verwalten. Papers ist eine relativ teure App ($ 9.99, Fr. 17.-), bietet dafür einiges mehr als andere. Mit Papers kann man (nach Einstellung des Proxy) direkt in lizenzierten Datenbanken recherchieren (Web of Science, IEEE, Google Scholar, JSTOR, ACM, ADS, arXiv, PubMed) und die gefundenen Dokumente samt Metadaten und Volltext in die eigene Bibliothek übernehmen. Dann können die Daten ergänzt und in eigenen Collections geordnet werden. Die Dokumente lassen sich in anderen Apps öffnen, mit anderen Usern teilen oder per Mail weiterschicken. Und natürlich kann man die Bibliothek mit derjenigen auf dem Mac synchronisieren.

Screenshot vom iPad: in Papers geöffneter Text mit Metadaten und markierter Textstelle
Sente Viewer for iPad
Auch die Desktop-Version von Sente läuft nur auf dem Mac. ich habe sie bisher noch nicht installiert und ausprobiert. Die Screenshots legen die Vermutung nahe, dass der Funktionsumfang ähnlich wie bei Papers ist. Eine Suche im App-Store zeigt, dass es noch mehr vergleichbarer Anwendungen aus der Mac-Welt gibt. Ich gehe davon aus, dass dies Nischenprodukte bleiben werden.
Diese kurze Übersicht zeigt, dass ein Angebot an Reference Management Systemen fürs iPad am Entstehen ist. Wichtige Mitspieler sind jedoch auf dieser Plattform noch nicht präsent.

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Donnerstag, April 7th, 2011
Geobasierte Information ist dank den Smartphones mittlerweile alltäglich geworden. Foursquare ist wohl der bekannteste Dienst, der ortsbezogene Informationen vermittelt, die von Usern oder auch von Institutionen bereitgestellt werden. Die ETH-Bibliothek versucht gerade, eine Foursquare-Seite zu erhalten, um dem bisherigen Ort (“venue”) einen offizielleren Touch zu geben. Sobald wir mehr wissen, wird an dieser Stelle berichtet…
Auf diesen Diensten (Gowalla, Foursquare, Facebook Places, Twitter) baut nun Localmind auf, eine Art Web 2.0-Auskunftsdienst, der durchaus auch für Bibliotheken interessant sein könnte. Mit der entsprechenden App auf dem iPhone kann man Leute in der Nähe suchen, die einem Auskunft erteilen können. Voraussetzung ist, dass man sich über einen der oben genannten geobasierten Dienste an einem Ort eincheckt und die App installiert hat.

Screenshot vom iPhone: Anzeige von Localminds, Anfrage und Meldung einer Antwort
Man kann also dem vor Ort anwesenden User eine Frage stellen. Dieser wird benachrichtigt, dass eine Frage gestellt wurde. Konkret erhält er umgehend eine Direktnachricht auf das iPhone. Die angefragte Person kann dann entscheiden, ob sie antworten kann oder nicht. Die Beantwortung einer Frage wird mit Punkten „belohnt“ – hier kommt der spielerische Aspekt zum Zug. Und der Fragesteller kann ein Feedback geben, ob die Antwort nützlich war. Bei positivem Feedback wird die Glaubwürdigkeit (bzw. der Punktestand) des Antwortgebers erhöht.
Was spricht dagegen, dass sich eine Bibliothek einen Foursquare-Account zulegt und sich bei Localmind anmeldet, damit die Informationsdienste Anfragen auf diesem Kanal entgegennehmen und beantworten können? Eine Schwäche des Dienstes besteht darin, dass prinzipiell keine Spezialisten sondern zufällig an diesem Ort eingecheckte Personen angefragt werden. Auf der Online-Plattform für Kundenfeedback von Localmind ist denn auch der Wunsch bereits formuliert, dass eine Art Expertenstatus möglich sein soll. Dann wüsste der Fragesteller, ob er sich an irgend einen Passanten oder an eine vertrauenswürdige Stelle wendet. Und das wäre dann der virtuelle Auskunftsdienst, oder? Zumindest scheint mir das eine attraktive Ergänzung zu bereits bestehenden Informationskanälen.
Als Grundsatz lässt sich festhalten, dass fast täglich neue Anwendungen auf den Markt kommen, von denen sich zumindest einige durchsetzen werden und in Aufgabenbereiche wirken, die traditionell Bibliotheken zugeschrieben werden. Wir bleiben dran…

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Mittwoch, Februar 16th, 2011
Amazon bietet für den Kindle 3 die Softwareversion 3.1 als Preview an. Sie bringt die Integration der Notizen, die man in einem Kindle-Buch angelegt hat, in soziale Netzwerke. Damit geht Amazon eines der grössten Hindernisse für den Einsatz des Kindle im akademischen Kontext an. Wird der Kindle nun hörsaaltauglich mit den neuen Funktionen?
Mit der neuen Version wird es möglich, Passagen in Kindle-Büchern zu markieren oder Notizen zu verfassen und diese dann zu teilen (share). Dazu muss man sein Device zuächst auf seinen Amazon-Account registrieren und dann in den Einstellungen die Verbindung zu seinem Twitter- und/oder Facebook-Account eingeben. Nun lassen sich diese markierten Stellen mit einem Kommentar versehen und dann über die Netzwerke verbreiten.

Screenshot der Notiz zu einem im Kindle markierten Text auf der Facebook-Pinnwand
Zudem bietet Amazon die Möglichkeit, ein eigenes Profil anzulegen, auf dem dann die Notizen und Highlights veröffentlicht werden.
Screenshot des Kindle-Profils mit Buchempfehlungen und Notizen
Auf dieser persönlichen Profilseite werden die eigenen Notizen abgelegt, auch jene, die man auf dem iPad oder iPhone (natürlich mit der Kindle App) erstellt hat. Die Synchronisation erfolgt fast in Realtime. Man kann hier im Kindle-Profil ein Netzwerk aufbauen , mit dem man diese Notizen teilt. Noch hat man allerdings etwas Mühe, Kollegen zu finden (immerhin tummelt sich auch schon mein Freund Michael Stephens auf dieser Plattform…). Bei den Büchern kann man übrigens bei jedem einzelnen einstellen, ob man die Funktion Public Notes nutzen will oder nicht.
Sind damit die Kindles hörsaaltauglich geworden? Sie sind dem Hörsaal einen grossen Schritt näher gerückt, möchte ich sagen. Noch immer sind einige wichtige Funktionen nicht vorhanden oder ungenügend. Das Schreiben von Notizen auf dem Kindle 3 ist ein Ärgernis. Die Tastatur ist winzig, das Device zu schmal, um mit beiden Händen (und Daumen) zu schreiben – und Querformat ist mit der realen Tastatur nicht möglich. Ich habe mich gerade eben zwei Mal hintereinander “vertippt” – und schon waren die bisher (mühsam) geschriebenen Wörter weg, die Notiz ohne zu speichern geschlossen.
Aber mit der Öffnung der Notizen für Netzwerke ist der Kindle gegenüber dem iPad imVorsprung. Ideal wäre aus meiner Sicht eine Integration der Notizen auch in andere Plattformen, wie z.B. Dropbox oder Evernote. Wer schafft das zuerst?
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Dienstag, Februar 15th, 2011
Facebook hat seine Pages überarbeitet und bietet neue Funktionen. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass ein Administrator jetzt auch in die Rolle der eigenen Seite schlüpfen kann. Dadurch kann die Seite selbst mit anderen Seiten oder Usern interagieren. Zum Beispiel kann jetzt die ETH-Bibliothek sagen, dass ihr die Mitteilung der MIT Libraries gefällt. Das eröffnet doch einige neue, interessante Möglichkeiten.

Screenshot: Like-Beitrag der ETH-Bibliothek auf der Seite der MIT Libraries
Diese neue Funktion erleichtert es Administratoren, zwischen den von ihnen betreuten Seiten und ihrem eigenen persönlichen Facebook-Profil zu unterscheiden. Diese Vermischung von persönlichem Profil mit den betreuten Seiten (oder auch Gruppen) war bisher ein Ärgernis. Noch einfacher wäre es gewesen, wenn die Facebook-Seite nicht einem persönlichen Profil zugeordnet werden müsste, denn dieser Umstand bleibt weiterhin bestehen. Eine klare Trennung wäre dann gegeben, wenn auch eine unpersönliche Geschäftsadresse als Inhaber einer Seite gelten könnte. So wird es weiterhin die manchmal lästige Vermischung der Profile und Seiten geben.
Was bringt das Redesign sonst? Die Pages wurden den normalen Profilseiten angegeglichen. So gibt es neu auch den Fotostreifen zum Einstieg. Die Tabs sind verschwunden, die Inhalte sind in die linke Spalte umgezogen. Neu werden Mitteilungen und Kommentare von Fans auf der Unternehmensseite genau gleich angezeigt, wie persönliche Mitteilungen und Kommentare im persönlichen Profil. Neue Fans werden mit demselben Symbol angezeigt wie neue Freunde.

Screenshot: die Facebook-Seite der ETH-Bibliothek im neuen Design
Als Fazit kann ich sagen, dass der neue Identitätswechsel für Administratoren eine nützliche Funktion ist, welche die Interaktionsmöglichkeit der Facebook-Seiten verbessert. Übrigens steht die ETH-Bibliothek gerade vor dem 900. Fan! Herzlichen Dank an alle, die sich für uns und unsere Seite interessieren!
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Donnerstag, Januar 20th, 2011
Bis heute erschien die ETH-Bibliothek in Facebook Places nicht, wenn man in der ETH Zürich stand und in der mobilen Verson von Facebook “Orte in der Nähe” suchte. Ich habe mich sehr gewundert, dass zwar Privatwohnungen, kleine Büros, Abteilungen des nahegelegenen Spitals usw. erschienen, aber nicht die ETH-Bibliothek. Dabei haben wir doch einen offiziellen Ort eingetragen und nach einigen Anstrengungen endlich auch mit der Facebook Seite verbunden. Ich hatte keine Ahnung, weshalb der Ort, der mit der richtigen Adresse erfasst ist, nicht angezeigt wurde. Nun bin ich dem Problem auf die Spur gekommen. Zunächst sah ich, dass bei der Information auf Facebook in der Karte, die auf Bing basiert, ein falscher Standort angezeigt wird. Dort befand sich die ETH-Bibliothek etwas gar weit weg vom eigentlichen Standort, wie der Screenshot zeigt (real befindet sie sich ausserhalb des Bildes am rechten unteren Rand):

Aber weshalb das so war, war mir schleierhaft. Ich suchte bei Bing und fand heraus, dass dort die Postleitzahl 8092 der ETH Zürich, die eine eigene hat, nicht gefunden wird. Ich habe also die Postleitzahl so geändert, dass sie dem theoretischen Wert (Kreis 6 mit Postleitzahl 8006) entspricht. Und siehe da: nach einigen Minuten war die ETH-Bibliothek tatsächlich dort angzeigt, wo sie sich wirklich befindet. Und auch auf Facebook mobil wird seitdem die ETH-Bibliothek als “Ort in der Nähe” angezeigt, wenn ich mich an der ETH Zürich befinde! Ich hoffe nur, dass jetzt nicht Postsendungen falsch laufen, weil jemand einen Brief an die in Facebook hinterlegte Adresse mit falscher Postleitzahl schickt…
Die Wege sind manchmal unergründlich…
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Freitag, Januar 7th, 2011
Liege ich mit meiner Einschätzung so daneben? Gestern vergebe ich im Blog Facebook Ads die Tiefstnote für Online-Werbung (aus Sicht von Bibliotheken zumindest), heute lese ich, dass Facebook-Werbung nach Ansicht vieler Werbefachleute der Megatrend 2011 sein werde.
Doch ich bleibe dabei: zumindest für ein Nonprofit-Unternehmen wie eine Hochschule oder Bibliothek ist Facebook-Werbung erstens zu teuer und zweitens droht das Risiko der Imageschädigung: Werbung auf Facebook wird entweder nicht wahrgenommen oder nervt. Zudem empfinde nicht nur ich diese Anzeigen als eher unseriös.
Was meint ihr dazu? Teilt ihr meine Einschätzung?
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Donnerstag, Januar 6th, 2011
Es gibt beinahe schon unzählige Möglichkeiten fürs Online-Marketing. Die ETH-Bibliothek hat in jüngster Zeit einige davon ausprobiert: Google AdWords, Google Places und Facebook Ads.
1. Google Places
Ein “kleiner” Vorteil von Google Places gegenüber den beiden anderen Methoden: es ist kostenlos. Google Places wurde im September 2009 gestartet und ersetzt praktisch das Branchen-Telefonbuch. Zunächst fiel uns auf, dass bei einer Suche nach “ETH-Bibliothek” auf Google Maps eine kleine Spezialbibliothek an der ETH Zürich als Treffer erschienen ist. Wir sind dem nachgegangen und haben anschliessend den offiziellen Eintrag für die Hauptbibliothek erstellt. Dieser kann mit Adresse, Kontaktdaten, der Website, mit Bildern und Videos ergänzt werden.

Abb. 1: Eintrag der ETH-Bibliothek in Google Places
Die Zugriffsstatistik für den Monat Dezember 2010 zeigt, dass über diesen Eintrag ca. 3500 Zugriffe auf die Website der ETH-Bibliothek erfolgt sind. Wie gesagt, kostenlos. Und über die mobile App von Google ist Google Places “natürlich” auch in einer mobilen Version zugänglich.
Wertung: *****
2. Google AdWords
Ein weiteres Marketingprodukt aus dem Hause Google. Als Anwender von Google Places hat die ETH-Bibliothek eine Gutschrift für Google AdWords erhalten und hat diese für einen praktischen Test während eines Monats eingesetzt. Es wurden Keywords definiert (wie z.B. Hochschule, Bibliothek, E-Books etc.), bei deren Suche das Kleininserat der ETH-Bibliothek angezeigt werden sollte. Zudem wurde die tägliche Kostenlimite angegeben.

Abb.2: Kampagnenmanager für Google AdWords
Im Ergebnis erzielten wir 345 Klicks, die rund 130 Franken (also grob 100 Euro) kosteten. Die ETH-Bibliothek hat beschlossen, die Kampagne nach Ablauf des Tests zu stoppen, da Kosten und Ertrag in einem zu schlechten Verhältnis stehen.
Wertung: **
3. Facebook Ads
Etwas längere Zeit sammelte die ETH-Bibliothek Erfahrungen mit Facebook Ads. Grundsätzlich bietet Facebook mit dem Tool fürs Management von Werbekampagnen wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten. Man kann die Zielgruppe extrem genau definieren. So schaltete die ETH-Bibliothek eine Anzeige für den Dokumentenserver ETH E-Collection, der nur Angehörigen der ETH Zürich angezeigt wurde. Die Zielgruppen lassen sich nach Alter, Geschlecht, Region, Zugehörigkeit zu Netzwerken etc. eingrenzen. Ein echter Traum für die Werbebranche… Aber: das Resultat war für die ETH-Bibliothek ernüchternd. Eine recht allgemeine Kampagne für das neue Wissensportal wurde immerhin 1 Mio Mal angezeigt (“impressions”). Aber daraus resultierten bloss 277 Klicks. Über alle Kampagnen lässt sich sagen, dass nur etwa eine von 2000 Personen, welche eine Anzeige der ETH-Bibliothek sahen, auch darauf geklickt haben. Man kann angeben, wie viel man maximal pro Tag und pro Klick bezahlen will. Die oben erwähnten 277 Klicks kosteten rund 50 Dollar, also etwa 20 Cent pro Klick.

Abb.3: Facebook Ad für die ETH-Bibliothek mit Einstellung für Zielgruppe
Die ETH-Bibliothek zog aus dem mehrmonatigen Versuch mit Facebook Ads den Schluss, diese Kampagnen zu stoppen. Zum einen stehen – wie bei Googls AdWords – Kosten und Ertrag in einem schlechten Verhältnis. Zum andern ist das Umfeld der Werbung auf Facebook noch weniger attraktiv. Marktforschungen (vlg. die Studie von Innofact (PDF) vom Juli 2010) zeigen, dass die Werbung auf sozialen Netzwerken am wenigsten beachtet wird. Eine Einschätzung, die ich persönlich teile. Oder anders gesagt: Werbung auf Facebook nervt viele. Also ist der Nutzen solcher Werbung für seriöse Unternehmen eher zweifelhaft.
Wertung: *

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Donnerstag, Dezember 2nd, 2010
Mit dem Plugin WPtouch für WordPress ist es tatsächlich ein Kinderspiel, eine mobile Version eines Blogs zu erstellen. Mit ein paar Klicks lässt sich der mobile Auftritt ansprechend konfigurieren. Man kann Farbe und Schrift der Titel und Hintergründe einstellen und das Menu einrichten. Wenn man in der PC-Version der Blogbeiträge jeweils ein Artikelbild definiert, kann dieses als Thumbnail in der Beitragsübersicht angezeigt werden.
Über die Einstellungen kann man steuern, ob die mobile Version automatisch oder nach manueller Eingabe angezeigt wird. Unterstützt werden (nicht getestet) alle gängigen Smartphones (Android, Blackberry, WebOS, iPhone). In jedem Fall findet sich am Schluss der Seiten ein Button, mit dem das “mobile theme” ein- oder ausgeschaltet werden kann. Und die mobile Version bietet noch spezielle Features: so kann man die Beiträge nicht nur kommentieren, sondern aus der Anwendung heraus über Twitter und E-Mail verschicken oder auf Del.icio.us und anderen Plattformen abspeichern.

Screenshots vom iPhone: drei Seiten der mobilen Version, generiert mit WPtouch
Viel Spass mit der mobilen Version des Blogs!
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Mittwoch, Dezember 1st, 2010
Oder: die Webseite, die Sie (hoffentlich) nie zu sehen kriegen.
Im Kommunikationskonzept für den Notfall kann Twitter eine wichtige Rolle spielen. Wenn intern alle Stricke reissen und die Server down sind, bleiben die externen Dienste als letzte Möglichkeit, um die Aussenwelt auf dem laufenden zu halten. In einer Bibliothek ist heutzutage der Ausfall der Webserver einer der schlimmsten anzunehmenden Unfälle. Die ETH-Bibliothek hat sich bei der Umstellung auf die neue Homepage und ein neues WebCMS Gedanken gemacht, wie sie sich auf eventuelle Ausfälle vorbereiten kann. Dabei spielt Twitter eine wichtige Rolle. Grundsätzlich werden alle Aktuell-Meldungen auch über Twitter verbreitet. Das bedeutet, dass bei einem Ausfall der Suchmaschine oder wichtiger Dienste die Mitteilung auch über Twitter veröffentlicht wird. Primärer Publikationskanal bleibt jedoch die Homepage. Wenn nun aber der Webserver ausfällt, entfällt dieses Medium. Für diesen Fall wurde eine statische Seite eingerichtet, auf die automatisch umgeleitet wird. Diese Seite wird manchmal durch eine Meldung des Webservers (Service down…) generiert. Besucherinnen und Besucher der Seite bleiben dann in der Regel ratlos zurück.
Die ETH-Bibliothek hat sich für diesen Fall, der bisher erst einmal aufgetreten ist, eine Seite eingerichtet, die keine Fragen offen lässt: grafisch im Design der Homepage gehalten, enthält sie Informationen über den Systemausfall und zusätzlich ein Mashup des Twitterfeeds auf Deutsch und Englisch. Unserer Webmasterin habe ich versprochen, dass ich dieser Seite, die (hoffentlich) nie jemand zu sehen kriegt, einen Blogbeitrag widme, wenn sie die Integration des Twitterfeeds schafft. Und sie hat es getan, mit Hilfe des Profile-Widgets von Twitter (http://twitter.com/about/resources/widgets/widget_profile). Jetzt müssten wir im Notfall nur noch daran denken, unsere Meldungen über den deutschen und englischen Twitter-Account zu publizieren… Und am besten schreibt man sich natürlich bereits jetzt vorsorglich als Follower @ETHBibliothek ein!

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