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Freitag, September 2nd, 2011
Das Samsung Galaxy Tab 10.1 wird der erste ernstzunehmende Herausforderer für das iPad. Ich halte es für das beste Android-Tablet, das zur Zeit auf dem Markt ist (sofern es denn angesichts des Patentstreits mit Apple im EU-Raum verkauft werden darf). Und es ist auch klar, weshalb sich Apple gerade auf das Samsung-Tablet eingeschossen hat: Es ist sehr schön verarbeitet, liegt gut in der Hand, ist leicht (565 g – verglichen mit 613 g beim iPad2) und schnell.

Screenshot: das Samsung Galaxy Tab 10.1 mit dem Social Hub
Der Bildschirm ist von hoher Qualität. Allerdings irritieren gewisse temporäre Druckstellen, die unter der Oberfläche entstehen können und das Bild trüben. Der iPad-Bildschirm ist in dieser Beziehung robuster. Die Auflösung beim Samsung beträgt 800×1280 Pixel (gegenüber 1024×768 beim iPad2) und ist vorwiegend auf das Querformat ausgerichtet. Natürlich kann das Samsung auch im Hochformat genutzt werden, doch werden die Seiten dann ungewohnt lang.
Der grosse Vorteil gegenüber dem iPad liegt in der Offenheit des Betriebssystems Android 3.1 sowie der offenen USB-Schnittstelle. Über diese lassen sich Daten beliebig via Ordnerstruktur vom PC auf das Tablet kopieren. Das hat z.B. mit E-Books im Format EPUB bestens geklappt. Über den entsprechenden Import-Ordner gelangen die Dateien aufs Tablet und können dort mit der vorinstallierten App “ebook” aufgerufen und gelesen werden. Mit dieser App, die weniger elegant als iBooks erscheint, können die Texte annotiert und markiert werden. Diese Notizen und Markierungen können allerdings nicht exportiert werden. Aber im Amazon oder Google App Store finden sich sicher noch weitere Apps zum Bücherlesen. Auch eine Kindle-App ist verfügbar, mit der jedoch wie üblich nur E-Books aus dem Kindle-Store von Amazon genutzt werden können. Natürlich ebenfalls plattformübergreifend. Für DRM-geschützte EPUB-Bücher kann der Bluefire Reader installiert werden.
Zum Bearbeiten von Text und Office-Dokumenten wird die App PolarisOffice mitgeliefert. Auf den ersten Blick kann man damit gut arbeiten, wobei zum Teil die Designs von Dokumenten verändert werden, gerade bei der Verwendung von Spezialschriften. Ein kleiner Nachteil ist der eher schmale Bildschirm im Querformat, wenn die virtuelle Tastatur eingeblendet ist. Sie deckt mehr als die Hälfte des Bildschirms ab. Integriert ist als Online-Speicher der Dienst box.net. Man kann (natürlich) auch die Dropbox-App installieren und dann die Dateien aus dieser Anwendung öffnen. Office-Dokumente werden in PolarisOffice geöffnet und können dort bearbeitet und wieder auf Dropbox abgespeichert werden. Zunächst wird das Dokument aber im internen Speicher des Tablets (/Root/dropbox/) gesichert und muss dann von dort aus an Dropbox gesendet werden.
Einwandfrei und unkompliziert klappt ebenfalls die Einrichtung verschiedener E-Mail-Konten, auch über Exchange.
Samsung bietet mit dem Social Hub oder dem Music Hub eine Bündelung verschiedener Funktionen zu diesen Themen. Beim Social Hub hat man seine sozialen Netzwerke auf einen Blick auf dem Bildschirm. Die angezeigten Elemente lassen sich über die Einstellungen definieren. Im Newsfeed lassen sich Twitter, Facebook und LinkedIn sowie E-Mail in einem Widget anzeigen.
Für die Verbindung mit einem externen Monitor braucht man wohl das Multi-Media-Dock von Samsung ($35), dann kann das Tablet via HDMI an das heimische Media-Center angeschlossen werden. Die “leichte” Variante, um das Tablet direkt an einen VGA-Beamer anzuschliessen, habe ich noch nicht gefunden.
Das Samsung Galaxy Tab verfügt mit Anyconnect von Cisco (kostenlos im Android-Market erhältlich) über einen einfachen VPN-Client. Damit ist mein altes Problem gelöst, dass ich jeweils mit Android-Tablets keinen Zugang zum Firmen-WLAN der Hochschule hatte. Die Installation von Anyconnect ist einfach, und danach erfolgt der Zugriff auf die lizenzierten elektronischen Ressourcen problemlos.
Ein bekannter Mangel des iPad ist die fehlende Unterstützung von Flash. Auf das Samsung Galaxy Tab mit Android 3.1 kann zwar Adobe FlashPlayer geladen werden. Flash-Videos (z.B. auf der Seite des Schweizer Fernsehens sf.tv) oder auf Flash basierte Anwendungen (wie die Zoom-Funktion im Bildarchiv Online der ETH-Bibliothek) werden jedoch nicht angezeigt.
Fazit: das Samsung Galaxy Tab 10.1 ist eine echte Konkurrenz fürs iPad. Das Gerät überzeugt durch seine technischen Leistungsmerkmale und die saubere Verarbeitung. Seine Vorteile liegen bei der Offenheit des Betriebssystems und der Schnittstellen. Der grosse Konkurrent iPad punktet im Vergleich zum Samsung durch die Zahl der Apps und einige “Killer-Apps” wie GoodReader und Flipboard, die es (noch) nicht für Android 3 gibt.

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Mittwoch, April 20th, 2011
In der Schulungsveranstaltung zum Einsatz des iPad in Studium und Arbeit wurde die Frage gestellt, wie es denn mit Reference Management auf dem iPad aussähe. Ich möchte diesem Thema einen Blogbeitrag widmen, wobei ich bestimmt nicht alle Tiefen des Themas ausloten kann. Natürlich gibt es bereits Informationen dazu im Web.
Grundsätzlich gilt für Reference Management Systeme (RMS), dass man sich auf eines konzentrieren muss und dieses dann konsequent einsetzt. Wer – wie ich – mal das eine und dann wieder das andere System testet, muss am Schluss seine gespeicherten Inhalte und Notizen wieder auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen. Die schlechte Nachricht ist deshalb, dass die weitverbreiteten Systeme wie EndNote, RefWorks oder Citavi (noch) keine iPad-Version anbieten. Auch für Zotero gibt es (natürlich) keine iPad-Version, da dieses nützliche Tool nur als Firefox-AddOn läuft. Zum Teil lassen sich webbasierte RMS sehr gut auch vom iPad aus nutzen, wie z.B. CiteULike, Connotea oder Delicious. Für einige wenige RMS gibt es bereits Apps für iPhone und iPad.
Mendeley Lite
Mendeley ist eines der beliebtesten RMS für den Desktop und bietet viele Funktionen für wissenschaftliche Communities. Die iPad-App trägt den Zusatz “Lite”, was bedeutet, dass nur ein Bruchteil der Funktionen des Desktops zur Verfügung stehen. Mendeley Lite bietet die Synchronisation mit der Bibliothek auf dem PC sowie die Möglichkeit, die Dokumente auf dem iPad zu lesen und in einem geeigneten Bearbeitungsprogramm (z.B. GoodReader) zu annotieren. Wer also Mendeley bereits einsetzt, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Aber für alle anderen ist Mendeley Lite kein Grund, das RMS zu wechseln. Wir warten aber gespannt auf eine Vollversion, dann müsste diese Aussage vermutlich widerrufen werden…

Screenshot vom iPad: Mendeley Lite mit geöffnetem Dokument und der Möglichkeit, es in anderen Apps zu bearbeiten
Papers for iPad
Bei Papers handelt sich ursprünglich um ein Reference Management System für den Mac. Entsprechend kommt ein ernsthafter Einsatz nur für diejenigen in Frage, die ihre Referenzen bereits auf einem Mac verwalten. Papers ist eine relativ teure App ($ 9.99, Fr. 17.-), bietet dafür einiges mehr als andere. Mit Papers kann man (nach Einstellung des Proxy) direkt in lizenzierten Datenbanken recherchieren (Web of Science, IEEE, Google Scholar, JSTOR, ACM, ADS, arXiv, PubMed) und die gefundenen Dokumente samt Metadaten und Volltext in die eigene Bibliothek übernehmen. Dann können die Daten ergänzt und in eigenen Collections geordnet werden. Die Dokumente lassen sich in anderen Apps öffnen, mit anderen Usern teilen oder per Mail weiterschicken. Und natürlich kann man die Bibliothek mit derjenigen auf dem Mac synchronisieren.

Screenshot vom iPad: in Papers geöffneter Text mit Metadaten und markierter Textstelle
Sente Viewer for iPad
Auch die Desktop-Version von Sente läuft nur auf dem Mac. ich habe sie bisher noch nicht installiert und ausprobiert. Die Screenshots legen die Vermutung nahe, dass der Funktionsumfang ähnlich wie bei Papers ist. Eine Suche im App-Store zeigt, dass es noch mehr vergleichbarer Anwendungen aus der Mac-Welt gibt. Ich gehe davon aus, dass dies Nischenprodukte bleiben werden.
Diese kurze Übersicht zeigt, dass ein Angebot an Reference Management Systemen fürs iPad am Entstehen ist. Wichtige Mitspieler sind jedoch auf dieser Plattform noch nicht präsent.

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Dienstag, Februar 15th, 2011
Facebook hat seine Pages überarbeitet und bietet neue Funktionen. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass ein Administrator jetzt auch in die Rolle der eigenen Seite schlüpfen kann. Dadurch kann die Seite selbst mit anderen Seiten oder Usern interagieren. Zum Beispiel kann jetzt die ETH-Bibliothek sagen, dass ihr die Mitteilung der MIT Libraries gefällt. Das eröffnet doch einige neue, interessante Möglichkeiten.

Screenshot: Like-Beitrag der ETH-Bibliothek auf der Seite der MIT Libraries
Diese neue Funktion erleichtert es Administratoren, zwischen den von ihnen betreuten Seiten und ihrem eigenen persönlichen Facebook-Profil zu unterscheiden. Diese Vermischung von persönlichem Profil mit den betreuten Seiten (oder auch Gruppen) war bisher ein Ärgernis. Noch einfacher wäre es gewesen, wenn die Facebook-Seite nicht einem persönlichen Profil zugeordnet werden müsste, denn dieser Umstand bleibt weiterhin bestehen. Eine klare Trennung wäre dann gegeben, wenn auch eine unpersönliche Geschäftsadresse als Inhaber einer Seite gelten könnte. So wird es weiterhin die manchmal lästige Vermischung der Profile und Seiten geben.
Was bringt das Redesign sonst? Die Pages wurden den normalen Profilseiten angegeglichen. So gibt es neu auch den Fotostreifen zum Einstieg. Die Tabs sind verschwunden, die Inhalte sind in die linke Spalte umgezogen. Neu werden Mitteilungen und Kommentare von Fans auf der Unternehmensseite genau gleich angezeigt, wie persönliche Mitteilungen und Kommentare im persönlichen Profil. Neue Fans werden mit demselben Symbol angezeigt wie neue Freunde.

Screenshot: die Facebook-Seite der ETH-Bibliothek im neuen Design
Als Fazit kann ich sagen, dass der neue Identitätswechsel für Administratoren eine nützliche Funktion ist, welche die Interaktionsmöglichkeit der Facebook-Seiten verbessert. Übrigens steht die ETH-Bibliothek gerade vor dem 900. Fan! Herzlichen Dank an alle, die sich für uns und unsere Seite interessieren!
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Donnerstag, Januar 6th, 2011
Es gibt beinahe schon unzählige Möglichkeiten fürs Online-Marketing. Die ETH-Bibliothek hat in jüngster Zeit einige davon ausprobiert: Google AdWords, Google Places und Facebook Ads.
1. Google Places
Ein “kleiner” Vorteil von Google Places gegenüber den beiden anderen Methoden: es ist kostenlos. Google Places wurde im September 2009 gestartet und ersetzt praktisch das Branchen-Telefonbuch. Zunächst fiel uns auf, dass bei einer Suche nach “ETH-Bibliothek” auf Google Maps eine kleine Spezialbibliothek an der ETH Zürich als Treffer erschienen ist. Wir sind dem nachgegangen und haben anschliessend den offiziellen Eintrag für die Hauptbibliothek erstellt. Dieser kann mit Adresse, Kontaktdaten, der Website, mit Bildern und Videos ergänzt werden.

Abb. 1: Eintrag der ETH-Bibliothek in Google Places
Die Zugriffsstatistik für den Monat Dezember 2010 zeigt, dass über diesen Eintrag ca. 3500 Zugriffe auf die Website der ETH-Bibliothek erfolgt sind. Wie gesagt, kostenlos. Und über die mobile App von Google ist Google Places “natürlich” auch in einer mobilen Version zugänglich.
Wertung: *****
2. Google AdWords
Ein weiteres Marketingprodukt aus dem Hause Google. Als Anwender von Google Places hat die ETH-Bibliothek eine Gutschrift für Google AdWords erhalten und hat diese für einen praktischen Test während eines Monats eingesetzt. Es wurden Keywords definiert (wie z.B. Hochschule, Bibliothek, E-Books etc.), bei deren Suche das Kleininserat der ETH-Bibliothek angezeigt werden sollte. Zudem wurde die tägliche Kostenlimite angegeben.

Abb.2: Kampagnenmanager für Google AdWords
Im Ergebnis erzielten wir 345 Klicks, die rund 130 Franken (also grob 100 Euro) kosteten. Die ETH-Bibliothek hat beschlossen, die Kampagne nach Ablauf des Tests zu stoppen, da Kosten und Ertrag in einem zu schlechten Verhältnis stehen.
Wertung: **
3. Facebook Ads
Etwas längere Zeit sammelte die ETH-Bibliothek Erfahrungen mit Facebook Ads. Grundsätzlich bietet Facebook mit dem Tool fürs Management von Werbekampagnen wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten. Man kann die Zielgruppe extrem genau definieren. So schaltete die ETH-Bibliothek eine Anzeige für den Dokumentenserver ETH E-Collection, der nur Angehörigen der ETH Zürich angezeigt wurde. Die Zielgruppen lassen sich nach Alter, Geschlecht, Region, Zugehörigkeit zu Netzwerken etc. eingrenzen. Ein echter Traum für die Werbebranche… Aber: das Resultat war für die ETH-Bibliothek ernüchternd. Eine recht allgemeine Kampagne für das neue Wissensportal wurde immerhin 1 Mio Mal angezeigt (“impressions”). Aber daraus resultierten bloss 277 Klicks. Über alle Kampagnen lässt sich sagen, dass nur etwa eine von 2000 Personen, welche eine Anzeige der ETH-Bibliothek sahen, auch darauf geklickt haben. Man kann angeben, wie viel man maximal pro Tag und pro Klick bezahlen will. Die oben erwähnten 277 Klicks kosteten rund 50 Dollar, also etwa 20 Cent pro Klick.

Abb.3: Facebook Ad für die ETH-Bibliothek mit Einstellung für Zielgruppe
Die ETH-Bibliothek zog aus dem mehrmonatigen Versuch mit Facebook Ads den Schluss, diese Kampagnen zu stoppen. Zum einen stehen – wie bei Googls AdWords – Kosten und Ertrag in einem schlechten Verhältnis. Zum andern ist das Umfeld der Werbung auf Facebook noch weniger attraktiv. Marktforschungen (vlg. die Studie von Innofact (PDF) vom Juli 2010) zeigen, dass die Werbung auf sozialen Netzwerken am wenigsten beachtet wird. Eine Einschätzung, die ich persönlich teile. Oder anders gesagt: Werbung auf Facebook nervt viele. Also ist der Nutzen solcher Werbung für seriöse Unternehmen eher zweifelhaft.
Wertung: *

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Mittwoch, Dezember 1st, 2010
Oder: die Webseite, die Sie (hoffentlich) nie zu sehen kriegen.
Im Kommunikationskonzept für den Notfall kann Twitter eine wichtige Rolle spielen. Wenn intern alle Stricke reissen und die Server down sind, bleiben die externen Dienste als letzte Möglichkeit, um die Aussenwelt auf dem laufenden zu halten. In einer Bibliothek ist heutzutage der Ausfall der Webserver einer der schlimmsten anzunehmenden Unfälle. Die ETH-Bibliothek hat sich bei der Umstellung auf die neue Homepage und ein neues WebCMS Gedanken gemacht, wie sie sich auf eventuelle Ausfälle vorbereiten kann. Dabei spielt Twitter eine wichtige Rolle. Grundsätzlich werden alle Aktuell-Meldungen auch über Twitter verbreitet. Das bedeutet, dass bei einem Ausfall der Suchmaschine oder wichtiger Dienste die Mitteilung auch über Twitter veröffentlicht wird. Primärer Publikationskanal bleibt jedoch die Homepage. Wenn nun aber der Webserver ausfällt, entfällt dieses Medium. Für diesen Fall wurde eine statische Seite eingerichtet, auf die automatisch umgeleitet wird. Diese Seite wird manchmal durch eine Meldung des Webservers (Service down…) generiert. Besucherinnen und Besucher der Seite bleiben dann in der Regel ratlos zurück.
Die ETH-Bibliothek hat sich für diesen Fall, der bisher erst einmal aufgetreten ist, eine Seite eingerichtet, die keine Fragen offen lässt: grafisch im Design der Homepage gehalten, enthält sie Informationen über den Systemausfall und zusätzlich ein Mashup des Twitterfeeds auf Deutsch und Englisch. Unserer Webmasterin habe ich versprochen, dass ich dieser Seite, die (hoffentlich) nie jemand zu sehen kriegt, einen Blogbeitrag widme, wenn sie die Integration des Twitterfeeds schafft. Und sie hat es getan, mit Hilfe des Profile-Widgets von Twitter (http://twitter.com/about/resources/widgets/widget_profile). Jetzt müssten wir im Notfall nur noch daran denken, unsere Meldungen über den deutschen und englischen Twitter-Account zu publizieren… Und am besten schreibt man sich natürlich bereits jetzt vorsorglich als Follower @ETHBibliothek ein!

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Freitag, April 23rd, 2010
Das #iPad als eReader
Viel geschrieben wurde auch schon über das iPad als eReader. Meine Einschätzung: Lesen kann man die eBooks bestens. Sowohl iBooks wie Kindle für iPad bieten gute Funktionalitäten zum Blättern, zeigen die Texte und Bilder (in iBooks) brilliant an. Die Animationen zum Blättern sind wirklich hübsch. Auch im Freien kann man gut lesen, wobei der Bildschirm bei grellem Sonnenlicht an seine Grenzen stößt. Unterwegs im Zug oder Flugzeug wird das ein großes Vergnügen sein. Aber wer es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich macht, um ein Buch zu lesen, wird dafür bestimmt ein gedrucktes Buch bevorzugen.
Apples Plattform für die eBooks soll ja die Applikation iBooks sein. Diese und den damit verbundenen Bookstore gibt es momentan erst in den USA. Ich konnte die App trotzdem schon testen. Mein Fazit: iBooks ist als geschlossenes System eher einfach ein Verkaufsinstrument für den Bookstore. Anders als bei iTunes, das seinerzeit zunächst als reine Rip- und Verwaltungssoftware für digitalisierte CDs eingeführt worden war, steht bei iBooks zum Vornherein der Verkauf im Vordergrund. Ich kann keine eigenen Dokumente laden. Es gibt im Bookstore zwar auch kostenlose Klassiker, aber der Weg führt immer über den Store. Das sieht, wie schon gesagt, hübsch aus, ist aber ein klassischer Fall von Vendor-Lockin. Nur so zur Erinnerung: iTunes war seiner Zeit als Software zur Verwaltung der eigenen CDs und zum Rippen eingeführt worden, der iTunes Store kam erst viel später. iBooks bietet nur den Store. Eigene Dokumente schaffen es nicht via iBooks auf das iPad. Achtung, Korrektur: offenbar kann man doch eigene eBooks im EPUB-Format aufs iPad laden. Es heißt im App Store: “You can also drag any ePub files from other sources into your iTunes Library and sync your iPad with your computer.” (Nachtrag vom 8.5.2010)

Screenshot: das mitgelieferte eBook Winnie-the-Pooh in der App iBooks
Das Gleiche muss man von der App Kindle sagen. Auch hier kann ich zwar die im Kindle-Store gekauften eBooks wunderbar lesen – allerdings nur schwarz/weiss – aber andere Inhalte lassen sich damit nicht darstellen.
Nur über Stanza kann ich eigene eBooks im Format EPUB aufs iPad laden. Man kann in den gekauften Büchern tatsächlich keine Textpassagen kopieren, nur highlighten oder kommentieren. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Kindle App. Bei den kostenlos erhältlichen Büchern im iBookstore ist dann allerdings die Kopierfunktion aktiv. Bei diesen Werken kann man sich also Textpassagen herauskopieren und in ein Textdokument einfügen.
Mit der App Stanza in der iPhone-Version geht das Kopieren und Einfügen in ein Textdokument (in Pages) in jedem Fall. Anschliessend wiederum kann das Dokument über iWork (www.iwork.com – eine Plattform von Apple) synchronisiert werden. Es lässt sich als Word oder PDF exportieren und auch per Mail austauschen. Dabei kann man das Dokument für eine andere Person frei geben, die es dann im gewünschten Format herunterladen kann.
Ich habe schon früher gesagt, dass ich die Anwendung zum Lesen von Zeitungen und Zeitschriften für entscheidender halte als diejenige für eBooks. Noch stehen keine nennenswerten deutschsprachigen Inhalte zur Verfügung. Ich habe USA Today installiert, und da kommen die Vorzüge des brillanten Bildschirms zum Tragen. Hier wird noch einiges auf uns zukommen. Aber man kann auch einfach die Online-Ausgabe einer Tageszeitung im Browser lesen. Auch das kommt sehr gut zur Geltung, wie der Versucht mit verschiedenen Tageszeitungen zeigt. Kleine Anpassungen im Stylesheet sollten genügen, um die Webseiten voll iPad fähig zu machen….
> weiter zum Teil 4
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Donnerstag, November 26th, 2009
Textunes mit Leseproben
Es gibt Applikationen, welche die Schwäche bei der Auswahl von eBooks im iTunes Store (siehe letzten Beitrag) beheben wollen. Textunes ist eine gerade für diesen Zweck sehr nützliche Applikation. Sie bietet eine Auswahl deutschsprachiger eBooks nach Genres und Neuerscheinungen, Inhaltsverzeichnisse und einige Seiten als kostenlose Leseproben an. Es fehlt einzig (wie auch sonst bei den eBooks im iTunes Store) die Angabe der Seitenzahl. Für den Kaufentscheid wäre das aber noch ein wichtiges Argument. Wenn man nach dem Lesen der Leseproben das eBook kauft, bezieht man es wie oben beschrieben direkt im iTunes Store. Im Format entsprechen die Bücher von Textunes auch den beschriebenen eBooks als Applikationen.

screenshot: Auswahl von Büchern in Textunes
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Mittwoch, April 1st, 2009
In den USA ist der Kindle 2 zurzeit ein grosses Thema. Bei uns gibt es aber noch nicht einmal das Vorgängermodell offiziell zu kaufen. Die ETH-Bibliothek hat sich letzten Herbst ein Exemplar beschafft, und ich habe es getestet. Es war nicht gerade Liebe auf den ersten Blick…
Das Handling des Geräts ist furchtbar umständlich. Der Einschaltknopf befindet sich auf der Rückseite, und immer, wenn ich ihn betätige, fällt der Kindle aus dem “schönen” gefütterten Etui. Diese Hülle ist in Verbindung mit der Fixiereinrichtung am Gerät selber die blanke Katastrophe. Punkto Benutzerfreundlichkeit lässt sich der Kindle fast nur noch verbessern: die Knöpfe sind so angebracht, dass ich das Gerät nicht anfassen kann, ohne ungewollt umzublättern. Das Click-Wheel zur Navigation ist nach der ersten Angewöhnung durchaus brauchbar. Die Schrift – wohl das Wichtigste an der Sache – ist sehr gut lesbar. Sie lässt sich mit einem schwer auffindbaren (vor allem, wenn man kurzsichtig ist und die Schrift vergrössern möchte…) Knopf auf der Tastatur vergrössern oder verkleinern. Dadurch verändert man auch den Umbruch der Seiten. Entsprechend wird bei den eBooks keine Seitenzahl angegeben, sondern eine “Location”. Worauf sich die bezieht (Zeile? Absatz?) ist mir nicht klar. Entsprechend schwierig ist die Orientierung in einem längeren Text. Im Gegensatz zum Sony prs-505 erlaubt der Kindle die Volltextsuche in den gespeicherten Dokumenten. Das funktioniert gut und bietet einen direkten Zugriff auf Informationen.
Aber wie kommt denn ein Text ausserhalb der USA überhaupt auf den Kindle? In den USA kann man eine eigenes WLAN “Whispernet” verwenden, um Bücher bei Amazon zu kaufen. Theoretisch sollte man auch über den USB-Anschluss eBooks in den Formaten .txt, .mobi und .prc auf den Kindle laden können. Ich habe das nach einigen erfolglosen Versuchen aufgegeben und danach den Kindle in der Schublade verschwinden lassen. Bis sich ein IT-Mitarbeiter (Danke, Greg!) gemeldet hat, der mir sagte, es müsste gemäss Herstellerangaben möglich sein (read the f*ing manual!). Tatsächlich beschreibt Amazon auf der Hilfe-Seite, wie man vorgehen muss und warnt, dass es auch zu Problemen mit der Netzwerkkennung führen könne. Ich habe in der Folge mehrere Netzlaufwerke getrennt, den PC mit und ohne eingeschaltetem Kindle neu gestartet – Fehlanzeige! Dann habe ich es zu Hause auf dem Mac probiert – und siehe da, es hat funktioniert! So konnte ich einen eigenen Text und im Shop bezogene (kostenlose) Bücher im Mobipocket-Format auf den Kindle laden.
Na ja, die grosse Liebe wird das nicht, zwischen dem Kindle (1) und mir. Aber nach dem Erfolgserlebnis mit den hochgeladenen Texten werde ich es mal mit dem Kindle 2 versuchen und hoffe auf eine benutzerfreundliche Hardware. Aber der grosse Nachteil des in sich geschlossenen proprietären Systems wird auch beim Kindle 2 nicht durch eine verbesserte Usability aufgewogen.
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Montag, März 2nd, 2009
Gegen den im Dezember 08 von der Universitätsbibliothek Würzburg angekündigten neuen Dienst einer digitalen Lehrbuchsammlung geht der Deutsche Börsenverein in einem Musterprozess gerichtlich vor. Infobib berichtet mit Verweis aufs Börsenblatt.
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Donnerstag, Januar 29th, 2009
Der Blog Resource Shelf berichtet, dass Elsevier den Dienst Cite Alert nun offiziell lanciert hat.
Elsevier is pleased to announce the launch of CiteAlert. CiteAlert is a new, free, unique and automated service to notify authors when their articles are cited in an Elsevier journal.
Mehr zu Cite Alert gibt es bei Elsevier. Den Dienst nutzen können Autoren, wenn ihr Artikel bei Scopus registriert sind. Klar, schliesslich geht es bei diesem neuen Dienst darum, Autoren und Abonennten zu gewinnen.
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