Archiv für die ‘ Innovation ’ Kategorie
Montag, August 15th, 2011
Darf ich vorstellen: Kindle Cloud Reader, hier kommt die Zukunft! Eigentlich macht ja Amazon nichts anderes als Google mit Google Books schon vorgemacht hat. Es hat seine Plattform für E-Books auf der Basis von HTML 5 für das Lesen im Browser geöffnet. Was soll daran so spektakulär sein? Ich sehe drei Punkte:
- Neues technisches Konzept: Unabhängigkeit von Hardware- und Software
- Neues Geschäftsmodell: Unabhängigkeit von der einen marktdominierenden Firma (Apple)
- Alternative zum Modell der Apps
1. Amazon schafft mit der Loslösung von Einschränkungen durch Hard- und Software einen bewundernswerten Befreiungsschlag. Es ebnet nicht nur den Weg für ein eigenes Tablet, sondern bietet die Grundlage dafür, dass die Kindle E-Books tatsächlich auf jeder Plattform gelesen werden können. Damit geht Amazon noch einen Schritt weiter als bei der Öffnung des Kindle über verschiedene Kindle-Apps und -Softwares. Amazon nutzt dafür (wie Google auch) zwei der Technologien und Konzepte der Zukunft: Daten in der Wolke, Nutzung über Browser in HTML5. Hierhin geht die Reise! Ob die herkömmlichen E-Book-Reader dabei mithalten können, ist allerdings noch offen.
2. Amazon befreit sich aus der Abhängigkeit von Apple und bestraft den neuen Riesen für den Missbrauch seiner marktdominierenden Stellung. Apple beanspruchte mit seiner neuen Regelung für In-App-Verkäufe einen unanständig hohen Anteil an den Verkaufserlösen. Das führte zunächst dazu, dass Amazon die Möglichkeit E-Books zu kaufen aus seiner Kindle-App entfernte. Nun bietet Amazon eine neue integrierte Lösung, ohne dass Apple sich am Verkauf von Kindle E-Books weiterhin ein grosses Stück abschneiden kann. Als Kunde finde ich das toll. Zumal es nun meine freie Wahl ist, auf welchem Gerät ich meine Kindle E-Books lese. Ich kann das auch weiterhin auf dem iPad tun. Dazu speichere ich die Website Kindle Cloud Reader mit entsprechendem Icon auf dem Homescreen des iPad. Und mehr brauche ich nicht!

Screenshot: Abspeichern des Icons zum Webdienst Kindle Cloud Reader auf dem iPad
3. Damit zeigt Amazon auf, dass die Zukunft nicht bei den plattformabhängigen Apps liegt, sondern bei den unabhängigen Webdiensten. Wer braucht denn eine App, wenn man dieselben Funktionen dank HTML5 auch über einen Webdienst kriegt? Der nebst vielen anderen Vorteilen nicht ständig aktualisiert werden muss und nicht von einer Firma kontrolliert werden kann. Ich kann schon heute verraten, dass auch die ETH-Bibliothek bei ihrer in Arbeit befindlichen mobilen Website auf Webdienste setzen wird, und nicht auf eine App. Die Schlüsseltechnologie dahinter heisst jQuery mobile und bietet nichts weniger als die Unabhängigkeit von den verschiedenen mobilen Plattformen. Doch dazu gibt es später mehr…

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Donnerstag, Juni 23rd, 2011
Die Integration von Sharepoint auf dem iPad ist möglich, wenn auch über einige Umwege…
Ich muss vorausschicken, dass wir an der ETH-Bibliothek (und auch in anderen Verwaltungsbereichen der ETH Zürich) SharePoint von Microsoft für die Dokumentenverwaltung und das Intranet einsetzen. Das hat für den Remote-Zugriff auf die Geschäftsunterlagen grosse Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Fileablage. Aber so richtig gut funktioniert das ja nur mit Internet Explorer und auf Windows-Systemen. Oder etwa doch nicht? Im Zusammenhang mit der Frage, inwiefern das iPad auch zum Arbeiten taugt, ist die Integration in SharePoint also zumindest an unserer Hochschule entscheidend.
Mit dem Safari-Browser auf dem iPad kann man direkt auf SharePoint zugreifen, sich einloggen und die gewünschten Dokumente ansehen. So weit, so gut. Ich kann mit einer entsprechenden App (Pages, QuickOffice, DocsToGo u.a.) die Office-Dokumente öffnen und bearbeiten. Interessanterweise übernimmt DocsToGo sogar die spezielle Schrift ETH Light, die ich sonst nicht aufs iPad übertragen kann. Auch das ist so weit in Ordnung. Nun kommt aber erst das eigentliche Problem: Wie kriege ich die bearbeiteten Dokumente wieder auf SharePoint zurück? Möglichst als neue Version des Originaldokuments?
Dazu braucht man nun die App SharePlus Pro. Man kann sehr einfach den Zugang auf die verschiedenen SharePoint-Server einrichten, das Passwort eingeben und hat dann eine mobile Sicht auf dieBibliotheken, Kalender etc. in SharePoint. Die Dateien lassen sich hier auschecken und betrachten, aber nicht inhaltlich verändern. Für die Bearbeitung von Office-Dokumenten braucht man eine der oben genannten App.
Dokument auf SharePoint hochladen
Wer sich ein wenig mit dem iPad und der Speicherung der Dateien auf dem Gerät beschäftigt hat, weiss, dass genau dies der entscheidende Unterschied zur gewohnten PC- oder Mac-Umgebung ist. Man kann nicht einfach eine Datei von der Festplatte hochladen. Was passiert also mit dem via Safari heruntergeladenen Dokument? Wenn das Dokument nach dem Bearbeiten wieder auf SharePoint gespeichert werden soll, ist DocsToGo die App der Wahl.
Zunächst wird das Dokument lokal in der App gespeichert, hier mit dem Befehl „speichern unter…“ im Ordner „/Lokale Dateien/“.

Abb. 1: Menü Speichern unter… in der App DocsToGo
Aber in SharePoint ist damit das Dokument noch nicht… DocsToGo (oder auch Dropbox) bietet nun die Möglichkeit, ein lokal abgelegtes Dokument über die Funktion „Öffnen mit…“ in SharePlus zu öffnen. Der Hinweis auf Dropbox ist insofern wichtig, als von hier aus mit einer beliebigen App bearbeitete Dokumente nach SharePlus übertragen werden können – aber es wäre noch ein Schritt mehr als über DocsToGo.
Beim Öffnen mit SharePlus wird das File in die Ablage „Lokale Dateien“ der App SharePlus kopiert (siehe Abb.2, Nr.1). In einem nächsten Schritt kann das Dokument dann in die gewünschte Dokumentbibliothek oder einen Ordner auf SharePoint hochgeladen werden.
Dazu öffne ich den gewünschten Ordner auf SharePlus (Abb.2, Nr.2) und wähle über den Plus-Button rechts oben die Funktion „Hinzufügen Dokument“ (Abb.2, Nr.3).

Abb. 2: SharePlus auf iPad: 1. Ablage „lokale Dateien“, 2. SharePoint-Seite, 3. Button „Dokument hinzufügen“
Nun kann ich mit „Dokument auswählen“ eine lokale Datei selektieren, sie mit Titel und Eigenschaften (gemäss SharePoint-Umgebung) versehen und in den SharePoint-Ordner hochladen (Abb.3). Nun steht das neue Dokument auf SharePoint zur Verfügung.

Abb.3: Neues Dokument in SharePlus erstellen – Dokument auswählen von lokale Dateien
Angelpunkt für die Bearbeitung der Files – quasi den Ersatz für die fehlende Ordnerstruktur auf dem iPad – bildet also die Funktion Lokale Dateien in SharePlus.
Nochmals, Schritt für Schritt:
Benötigt werden dafür die kostenpflichtigen Apps SharePlus Pro sowie DocsToGo Premium – vermutlich klappt es auch mit der billigeren DocsToGo Office Suite.
- Office-Dokument in DocsToGo öffnen und bearbeiten
- Dokument speichern unter… lokale Daten
- Lokale Daten in DocsToGo wählen, Datei öffnen mit… SharePlus
- Gewünschte Seite/Ordner in SharePlus ansteuern
- „Hinzufügen Dokument“ anklicken, Dokument auswählen aus lokale Dateien
- Dokumenteigenschaften bearbeiten und sichern.
Das Hochladen neuer Dokumente ist aber nur eine der Funktionen, die man beim Arbeiten mit SharePoint regelmässig braucht. Eine andere Anforderung ist das Auschecken bestehender Dokumente, die verändert und dann in einer neuen Version wieder hochgeladen werden sollen.
Checkout von Dokumenten und Erstellen einer neuen Version
In SharePlus kann ein Dokument ausgecheckt werden. Dazu wählt man in der App ein Dokument auf SharePoint aus und geht zur Funktion „Bearbeiten“. Hier können die Eigenschaften bearbeitet (Element bearbeiten) oder das Dokument ausgecheckt werden. Damit während der Bearbeitung niemand anderes das Dokument verändern kann, wird es ausgecheckt. Das Dokument wird anschliessend wie oben beschrieben in DocsToGo geöffnet und bearbeitet. Dann mit speichern unter… lokal gesichert. Dann öffnet man das ursprüngliche Dokument mit SharePlus und wählt im Menü Bearbeiten die Option Element bearbeiten. Nun kann das veränderte Dokument hochgeladen werden und somit die alte Version ersetzt werden. Nachdem das Dokument wieder eingecheckt und mit einem optionalen Kommentar zur Version versehen worden ist, steht es den übrigen SharePoint-Nutzern wieder zur Verfügung.

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Dienstag, Mai 10th, 2011
An der informare! habe ich einen Vortrag zum Thema “machen eReader in Bibliotheken Sinn?” gehalten. Es ging dabei zunächst um eine Einschätzung der zu erwartenden Entwicklung, anschliessend um die voraussichtlichen Konsequenzen für die Bibliotheken. Im englischen Sprachraum ist der Durchbruch der E-Books bereits erfolgt. Im deutschen Sprachraum fehlen noch die aktuellen Angebote, zudem sind sie tendenziell überteuert. Die kürzlich erfolgte Öffnung des Amazon Kindle Stores für Deutschland dürfte aber ein wichtiger Schritt in Richtung eine attraktiven Angebots sein. Bei den Geräten ist auf Seite der E-Ink-Reader nicht allzu viel passiert in jüngster Zeit. Klar ist, dass sich diese dedizierten E-Book-Reader in Richtung Tiefpreissegment bewegen. Bei den multifunktionalen Tablets sind zahlreiche Geräte angekündigt (nun auch ein Android-Tablet von Amazon), aber erst wenige auf dem Markt erschienen. Apple hat mit dem iPad 2 wiederum die Nase vorn, doch dahinter sind mit dem Motorola Xoom und dem Playbook von RIM ernst zu nehmende Konkurrenten aufgetreten. Auch mitdem Samsung Galaxy 10.1 wird zu rechnen sein. Aber der Vorsprung von Apple vor allem im Bereich Apps ist schon sehr gross.
Unter dem Strich können wir aus Bibliothekssicht den sicheren Schluss ziehen, dass unsere Kunden immer häufiger mit mobilen Geräten auf unsere Dienstleistungen und Ressourcen zugreifen werden. Das betrifft also zum einen die Website, zum anderen die elektronischen Ressourcen. Somit müssen sich die Bibliotheken die Frage stellen, ob sie für diese Entwicklung vorbereitet sind. Dies betrifft zum einen den mobilen Zugriff auf ihre Website mit den Rechercheinstrumenten oder auch eigenen Volltextangeboten, zum anderen die Bereitstellung elektronischer Texte – seien es E-Journals oder E-Books. Im letzteren Fall sind die Bibliotheken vom Angebot der Verlage abhängig. Und dieses muss zum heutigen Zeitpunkt klar als kundenunfreundlich kritisiert werden. Bei der Belletristik ist die Auswahl zu gering und zu wenig aktuell, zudem sind die Preise zu hoch. Bei der wissenschaftlichen Literatur ist das momentan vorherrschende Distributionsmodell (freier Zugang aus der IP-Range einer Hochschule auf die lizenzierten Werke, Download allerdings nur als ein PDF-Dokument pro Kapitel) zwar noch bibliotheksfreundlich, aber keineswegs kundenfreundlich. Wünschenswert sind hier alternative Formate, die sich auch für kleinere Reader eignen (also EPUB), komplette Dokumente sowie integrierte Metadaten, damit die E-Books vernünftig organisiert werden können.
Die Bibliotheken selbst können mit gutem Beispiel vorangehen und die Texte, die sie oder die Hochschulangehörigen selbst produzieren, entsprechend aufbereiten. Ganz allgemein sehe ich im Bereich Unterstützung der Hochschulangehörigen beim elektronischen Publizieren (von Open Access über Archivierung und eben auch Bereitstellung verschiedener Dateiformate) eine wichtige Aufgabe für die Hochschulbibliotheken.
Eine besondere Herausforderung stellen die E-Books mit den gängigen Lizenzmodellen für Bibliotheken mit unterschiedlichen Nutzergruppen (Hochschulangehörige und externe Kunden) dar. Momentan werden externe Kunden, die für die ETH-Bibliothek ein sehr wichtiges Segment darstellen, von der elektronischen Informationsversorgung weitgehend abgeschnitten. Hier müssen neue Lösungen gefunden werden. Zwei Ansätze bieten sich an: Erweiterung der Lizenzen auf externe, eingeschriebene Nutzer mit den entsprechenden Authentifizierungs- und Authorisierungsmassnahmen und/oder die zeitlich limitierte zur Verfügungstellung von elektronischen Dokumenten, die sogenannte Onleihe.
Und wie sieht es jetzt mit den eReadern in Bibliotheken aus? Ich gehe davon aus, dass unsere Kunden ihre eigenen Geräte in die Bibliothek mitbringen werden und dafür geeignete Inhalte fordern werden. Bibliotheken müssen also meiner Ansicht nach nicht eReader verkaufen oder ausleihen. Damit die Kunden die neuen Geräte ausprobieren können, macht es aber durchaus Sinn, eine Auswahl an verschiedenen Devices mit Inhalten zur Verfügung zu stellen. Aber die Bestückung von E-Book-Readern mit Kollektionen von E-Books, die katalogisiert werden und dann wie gedruckte Bücher ausgeliehen werden, scheint mir etwas anachronistisch. Abgesehen davon sprechen die Lizenzverträge mit den Verlagen gegen eine solche Nutzung.
Mit dem Ausprobieren der Geräte verbunden werden kann die Nutzung von Tageszeitungen. Warum nicht die Lese-Lounge mit iPads (oder anderen Tablets) ergänzen, auf denen aktuelle Titel elektronisch gelesen werden können? Die ETH-Bibliothek bietet dies mit ausgewählten Tageszeitungen, darunter die nur auf dem iPad angebotene The Daily an. Und zudem werden auch Schulungsangebote für die unterschiedlichen Plattformen durchgeführt.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass sich die Bibliotheken darauf einstellen müssen, dass die Kunden in Zukunft verstärkt mobil auf ihre Inhalte zugreifen wollen. Und dafür müssen sie vorbereitet sein und geeignete Dienstleistungen anbieten. Dies geht allerdings nicht ohne die kommerziellen Anbieter von E-Books.

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Mittwoch, April 20th, 2011
In der Schulungsveranstaltung zum Einsatz des iPad in Studium und Arbeit wurde die Frage gestellt, wie es denn mit Reference Management auf dem iPad aussähe. Ich möchte diesem Thema einen Blogbeitrag widmen, wobei ich bestimmt nicht alle Tiefen des Themas ausloten kann. Natürlich gibt es bereits Informationen dazu im Web.
Grundsätzlich gilt für Reference Management Systeme (RMS), dass man sich auf eines konzentrieren muss und dieses dann konsequent einsetzt. Wer – wie ich – mal das eine und dann wieder das andere System testet, muss am Schluss seine gespeicherten Inhalte und Notizen wieder auf verschiedenen Plattformen zusammensuchen. Die schlechte Nachricht ist deshalb, dass die weitverbreiteten Systeme wie EndNote, RefWorks oder Citavi (noch) keine iPad-Version anbieten. Auch für Zotero gibt es (natürlich) keine iPad-Version, da dieses nützliche Tool nur als Firefox-AddOn läuft. Zum Teil lassen sich webbasierte RMS sehr gut auch vom iPad aus nutzen, wie z.B. CiteULike, Connotea oder Delicious. Für einige wenige RMS gibt es bereits Apps für iPhone und iPad.
Mendeley Lite
Mendeley ist eines der beliebtesten RMS für den Desktop und bietet viele Funktionen für wissenschaftliche Communities. Die iPad-App trägt den Zusatz “Lite”, was bedeutet, dass nur ein Bruchteil der Funktionen des Desktops zur Verfügung stehen. Mendeley Lite bietet die Synchronisation mit der Bibliothek auf dem PC sowie die Möglichkeit, die Dokumente auf dem iPad zu lesen und in einem geeigneten Bearbeitungsprogramm (z.B. GoodReader) zu annotieren. Wer also Mendeley bereits einsetzt, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Aber für alle anderen ist Mendeley Lite kein Grund, das RMS zu wechseln. Wir warten aber gespannt auf eine Vollversion, dann müsste diese Aussage vermutlich widerrufen werden…

Screenshot vom iPad: Mendeley Lite mit geöffnetem Dokument und der Möglichkeit, es in anderen Apps zu bearbeiten
Papers for iPad
Bei Papers handelt sich ursprünglich um ein Reference Management System für den Mac. Entsprechend kommt ein ernsthafter Einsatz nur für diejenigen in Frage, die ihre Referenzen bereits auf einem Mac verwalten. Papers ist eine relativ teure App ($ 9.99, Fr. 17.-), bietet dafür einiges mehr als andere. Mit Papers kann man (nach Einstellung des Proxy) direkt in lizenzierten Datenbanken recherchieren (Web of Science, IEEE, Google Scholar, JSTOR, ACM, ADS, arXiv, PubMed) und die gefundenen Dokumente samt Metadaten und Volltext in die eigene Bibliothek übernehmen. Dann können die Daten ergänzt und in eigenen Collections geordnet werden. Die Dokumente lassen sich in anderen Apps öffnen, mit anderen Usern teilen oder per Mail weiterschicken. Und natürlich kann man die Bibliothek mit derjenigen auf dem Mac synchronisieren.

Screenshot vom iPad: in Papers geöffneter Text mit Metadaten und markierter Textstelle
Sente Viewer for iPad
Auch die Desktop-Version von Sente läuft nur auf dem Mac. ich habe sie bisher noch nicht installiert und ausprobiert. Die Screenshots legen die Vermutung nahe, dass der Funktionsumfang ähnlich wie bei Papers ist. Eine Suche im App-Store zeigt, dass es noch mehr vergleichbarer Anwendungen aus der Mac-Welt gibt. Ich gehe davon aus, dass dies Nischenprodukte bleiben werden.
Diese kurze Übersicht zeigt, dass ein Angebot an Reference Management Systemen fürs iPad am Entstehen ist. Wichtige Mitspieler sind jedoch auf dieser Plattform noch nicht präsent.

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Mittwoch, April 13th, 2011
Neulich habe ich vergeblich versucht, ein in GoodReader auf dem iPad annotiertes PDF-Dokument in Dropbox abzuspeichern. Anders als z.B. bei QuickOffice lässt GoodReader ein Abspeichern auf einem der verbundenen online Speicher (Dropbox, Google Docs, iDisk, Sugarsync) nicht zu. Man kann zwar die Dokumente direkt aus diesen Medien laden, aber nach der Bearbeitung nicht zurückspeichern. Mir schien es doch etwas umständlich, mir jedes Mal die veränderte Datei per E-Mail zuzuschicken. Das müsste doch eleganter gehen – und es gibt tatsächlich einen eleganteren Weg.
Der Weg führt – überraschenderweise – über das Manual zu GoodReader (rtfm…). Man kann also in GoodReader den verbundenen Server (Dropbox, iDisk, Sugarsync oder einen über WebDAV oder FTP verbundenen Server) anwählen. Man tippt den Ordner auf dem Server an, den man synchronisieren will. In der Fusszeile des Dialogfelds erscheint nun der Sync-Button. In einem nächsten Schritt kann der Ordner in GoodReader gewählt werden, mit dem die Dateien künftig abgeglichen werden. Nun erscheint der entsprechende Ordner auf Dropbox oder iDisk im Menu “Web Downloads” unter “Remote Sync” mit einem markanten grünen Sync-Button. Wenn man diesen Button antippt, werden die Daten des Ordners auf GoodReader mit jenem auf dem online Speicher abgeglichen. Diese Prozedur funktioniert allerdings nicht mit GoogleDocs.

Screenshot vom iPad: GoodReader mit synchronisiertem Ordner auf Dropbox (links) und den grünen Sync-Buttons für die Aktualisierung
Die in GoodReader eingefügten Annotationen und Highlights werden übrigens mit übertragen. Man kann also nahtlos mit den Dateien auf dem PC oder Mac weiterarbeiten, ohne dass man den Weg über die Synchronisierung mit iTunes gehen muss.
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Donnerstag, April 7th, 2011
Geobasierte Information ist dank den Smartphones mittlerweile alltäglich geworden. Foursquare ist wohl der bekannteste Dienst, der ortsbezogene Informationen vermittelt, die von Usern oder auch von Institutionen bereitgestellt werden. Die ETH-Bibliothek versucht gerade, eine Foursquare-Seite zu erhalten, um dem bisherigen Ort (“venue”) einen offizielleren Touch zu geben. Sobald wir mehr wissen, wird an dieser Stelle berichtet…
Auf diesen Diensten (Gowalla, Foursquare, Facebook Places, Twitter) baut nun Localmind auf, eine Art Web 2.0-Auskunftsdienst, der durchaus auch für Bibliotheken interessant sein könnte. Mit der entsprechenden App auf dem iPhone kann man Leute in der Nähe suchen, die einem Auskunft erteilen können. Voraussetzung ist, dass man sich über einen der oben genannten geobasierten Dienste an einem Ort eincheckt und die App installiert hat.

Screenshot vom iPhone: Anzeige von Localminds, Anfrage und Meldung einer Antwort
Man kann also dem vor Ort anwesenden User eine Frage stellen. Dieser wird benachrichtigt, dass eine Frage gestellt wurde. Konkret erhält er umgehend eine Direktnachricht auf das iPhone. Die angefragte Person kann dann entscheiden, ob sie antworten kann oder nicht. Die Beantwortung einer Frage wird mit Punkten „belohnt“ – hier kommt der spielerische Aspekt zum Zug. Und der Fragesteller kann ein Feedback geben, ob die Antwort nützlich war. Bei positivem Feedback wird die Glaubwürdigkeit (bzw. der Punktestand) des Antwortgebers erhöht.
Was spricht dagegen, dass sich eine Bibliothek einen Foursquare-Account zulegt und sich bei Localmind anmeldet, damit die Informationsdienste Anfragen auf diesem Kanal entgegennehmen und beantworten können? Eine Schwäche des Dienstes besteht darin, dass prinzipiell keine Spezialisten sondern zufällig an diesem Ort eingecheckte Personen angefragt werden. Auf der Online-Plattform für Kundenfeedback von Localmind ist denn auch der Wunsch bereits formuliert, dass eine Art Expertenstatus möglich sein soll. Dann wüsste der Fragesteller, ob er sich an irgend einen Passanten oder an eine vertrauenswürdige Stelle wendet. Und das wäre dann der virtuelle Auskunftsdienst, oder? Zumindest scheint mir das eine attraktive Ergänzung zu bereits bestehenden Informationskanälen.
Als Grundsatz lässt sich festhalten, dass fast täglich neue Anwendungen auf den Markt kommen, von denen sich zumindest einige durchsetzen werden und in Aufgabenbereiche wirken, die traditionell Bibliotheken zugeschrieben werden. Wir bleiben dran…

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Montag, Februar 7th, 2011
Es soll uns ja nicht langweilig werden. Kaum hat sich die Diskussion von den E-Book-Readern zu den Tablets als eReader der Zukunft verlagert, tritt ein neuer Ansatz auf die Bühne: der Browser als eReader.
Google Books
Google Books gehen bereits in diese Richtung. Google Books bietet eine persönliche Online-Bibliothek, in die ich die von mir gekauften oder kostenlos bezogenen E-Books (My Google eBooks) abspeichere. Wobei vorläufig der Kauf von neuen Titeln erst in den USA möglich ist.

Screenshot von Google Books mit geöffnetem E-Book im EPUB-Format
Ich kann dann im Browser das E-Book öffnen und mit einfachen Navigationselementen blättern. Wie in einem E-Book-Reader stehen die Elemente Inhaltsverzeichnis, Schriftgrösse ändern und Suche zur Verfügung. Auf die Bibliothek habe ich auch mobil Zugriff. Für verschiedenste Plattformen (Android, iPhone, iPad, Nook, Sony) gibt es eine Google Books-App, mit der ich praktisch die gleichen Möglichkeiten wie im Webbrowser habe.
Grundsätzlich sind diese E-Books in der Online-Bibliothek gespeichert, also in der Wolke. Aber Google ist nicht allein mit diesem Ansatz.
Die Plattform Booki.sh
Die australische Firma Inventive Labs (www.inventivelabs.com.au) hat basierend auf HTML5 die Plattform Booki.sh (http://booki.sh) entwickelt, die ebenfalls E-Books in the Cloud anbietet. Das Prinzip ist ganz ähnlich wie bei Google Books. Allerdings lassen sich auf Booki.sh auch eigene, DRM-freie E-Books im EPUB-Format hochladen und dann von überall her mobil nutzen. Bisher ist der australische Bookstore von Readings angebunden, dessen E-Books über die Plattform gekauft und online gespeichert werden. Der Nachteil einer reinen Online-Speicherung liegt auf der Hand: die E-Books könnten eigentlich nur dann gelesen werden, wenn das Device eine Internetverbindung hat. HTML5 soll aber dank der Funktionalität des Offline Caching ermöglichen, dass die E-Books auch ohne aktive Internetverbindung zugänglich sind.
Auch Booki.sh bietet im Browser die für einen eReader üblichen Funktionen an. Blättern, setzen von Bookmarks, Suche, Inhaltsverzeichnis. Die Plattform ist über (fast) jeden Browser bedienbar, der HTML5 unterstützt – der Internet Explorer ist hier noch ungenügend. Aber dafür lässt sich Booki.sh auch vom iPhone und iPad aus einsetzen. Es lässt sich aus dem Browser ein Home-Button generieren, der fast wie eine App aussieht. Das Caching und die offline-Nutzung sind prinzipiell möglich, doch muss das E-Book im Browser geöffnet sein, wenn die Verbindung abbricht. Ohne Internetverbindung lässt sich ein E-Book nicht wieder öffnen.

Screenshot vom iPad mit im Browser geöffnetem E-Book im EPUB-Format samt Navigationselementen
Der Ansatz ist interessant, hat aber noch einige Schwächen. So kann man beispielsweise keine Annotationen machen. Auf dem iPad lassen sich zwar Textstellen kopieren und dann in einer anderen Anwendung bearbeiten, aber mehr liegt nicht drin. Eine weitere Schwäche besteht darin, dass man die E-Books nicht herunterladen kann und somit der Zugriff von der Verfügbarkeit der Plattform abhängig ist. Es wäre also sehr von Vorteil, wenn der Host dieser Cloud zuverlässig und dauerhaft ansprechbar ist. Ich überlege mir aber gerade, ob nicht das eine Aufgabe für eine Bibliothek sein könnte? Wenn wir diese Daten hosten würden, über IP oder Anmeldung unseren Nutzer darauf Zugriff geben könnten?
Bin ich einfach zu altmodisch und habe zu wenig Vertrauen in die Cloud? Bei aller Faszination dieses Ansatzes ist es mir doch lieber, wenn ich die Daten (auch) lokal speichern kann.

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Mittwoch, Dezember 1st, 2010
Oder: die Webseite, die Sie (hoffentlich) nie zu sehen kriegen.
Im Kommunikationskonzept für den Notfall kann Twitter eine wichtige Rolle spielen. Wenn intern alle Stricke reissen und die Server down sind, bleiben die externen Dienste als letzte Möglichkeit, um die Aussenwelt auf dem laufenden zu halten. In einer Bibliothek ist heutzutage der Ausfall der Webserver einer der schlimmsten anzunehmenden Unfälle. Die ETH-Bibliothek hat sich bei der Umstellung auf die neue Homepage und ein neues WebCMS Gedanken gemacht, wie sie sich auf eventuelle Ausfälle vorbereiten kann. Dabei spielt Twitter eine wichtige Rolle. Grundsätzlich werden alle Aktuell-Meldungen auch über Twitter verbreitet. Das bedeutet, dass bei einem Ausfall der Suchmaschine oder wichtiger Dienste die Mitteilung auch über Twitter veröffentlicht wird. Primärer Publikationskanal bleibt jedoch die Homepage. Wenn nun aber der Webserver ausfällt, entfällt dieses Medium. Für diesen Fall wurde eine statische Seite eingerichtet, auf die automatisch umgeleitet wird. Diese Seite wird manchmal durch eine Meldung des Webservers (Service down…) generiert. Besucherinnen und Besucher der Seite bleiben dann in der Regel ratlos zurück.
Die ETH-Bibliothek hat sich für diesen Fall, der bisher erst einmal aufgetreten ist, eine Seite eingerichtet, die keine Fragen offen lässt: grafisch im Design der Homepage gehalten, enthält sie Informationen über den Systemausfall und zusätzlich ein Mashup des Twitterfeeds auf Deutsch und Englisch. Unserer Webmasterin habe ich versprochen, dass ich dieser Seite, die (hoffentlich) nie jemand zu sehen kriegt, einen Blogbeitrag widme, wenn sie die Integration des Twitterfeeds schafft. Und sie hat es getan, mit Hilfe des Profile-Widgets von Twitter (http://twitter.com/about/resources/widgets/widget_profile). Jetzt müssten wir im Notfall nur noch daran denken, unsere Meldungen über den deutschen und englischen Twitter-Account zu publizieren… Und am besten schreibt man sich natürlich bereits jetzt vorsorglich als Follower @ETHBibliothek ein!

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Freitag, September 24th, 2010
Das Wissensportal wird ubiquitär: Die ETH-Bibliothek hat ein Google-Gadget entwickelt, das nach dem Motto “reduce to the max” nichts ausser dem Suchschlitz des Wissensportals enthält. Dieses Widget lässt sich primär in personalisierte iGoogle-Seiten integrieren. Das funktioniert ganz einfach per Knopfdruck von der Google-Gadgets-Seite aus. Damit kann man das Wissensportal in seine iGoogle-Seite integrieren.

Doch das Google-Gadget kann noch viel mehr: es kann in jede beliebige Webseite eingebettet werden. Dazu wählt man auf der Detailseite des Gadgets den Link “dieses Gadget einbetten” und kommt auf eine Seite, auf der man die Grösse des Gadgets und den Rahmen anpassen kann. Anschliessend wird der entsprechende Code generiert, den man auf einer Webseite einfügt. Voilà – das Wissensportal ist von hier aus zugänglich (wie im rechten Frame dieser Seite zu sehen ist). Nach Eingabe eines Suchbegriffs – natürlich in der einfachen Suche – kommt man direkt auf die Trefferliste im Wissensportal und kann dort die Suchergebnisse verfeinern, ansehen, abspeichern und z.B. auf Delicious teilen.
Das Gadget ist somit bestens dazu geeignet, das Wissensportal überall verfügbar zu machen. Dachten wir früher (im Projekt MyLibrary) noch daran, ein eigenes personalisierbares Portal anzubieten, wird diese Vision mit Hilfe des Gadgets ganz neu belebt und umgesetzt. Also, liebe Webmasters, kopiert den Code und fügt unseren Suchschlitz eurer Webseite hinzu – und der Zugriff auf über 28 Millionen Dokumente (für ETH-Angehörige) ist nur noch einen Klick entfernt. Und vergesst nicht, das Gadget zu bewerten!
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Sonntag, Juni 27th, 2010
Die ETH-Bibliothek hat einen neuen Internetauftritt. Das Wissensportal bietet mit moderner Suchmaschinentechnologie einen völlig neuen Zugang zu den vielfältigen Informationsressourcen. Über das in die neue Website integrierte zentrale Suchfeld erhalten Sie direkten Zugriff auf rund 27 Millionen Dokumente: auf Bücher aus dem Bibliotheksverbund NEBIS, auf Volltexte aus der ETH E-Collection, retro.seals.ch oder der Artikeldatenbank DADS, auf lizenzierte E-Books, Bilder aus Bildarchiv Online oder Videos aus dem Multimedia Portal der ETH Zürich.
Ihre Meinung interessiert uns. Hier im Blog können Sie uns mitteilen, was Ihnen gefällt oder was Ihnen nicht gefällt. Vermissen Sie wichtige Funktionen? Auch Ihre Wünsche und Anregungen für die Weiterentwicklung des Wissensportals nehmen wir gerne auf.
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