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Archive for the ‘ Gadgets ’ Category


LaTeX auf dem iPad – Mit Apps zum mathematischen Formelsatz II

Friday, February 14th, 2014

Logo LaTex Touch TeX Touch

TeX Touch präsentiert sich mit ansprechender Nutzeroberfläche, die eine leichte Orientierung in der App erlaubt. Um in den Arbeitsprozess einzusteigen, ist zunächst das Einloggen in die TeXCloud erforderlich. Zwar arbeitet der TeX-Editor lokal, das Kompilieren hingegen erfolgt via TeXCloud Server und ist somit nur mit bestehender Internetverbindung möglich. Synchronisiert wird über Dropbox, der Formatexport erfolgt in einer .tex- oder .PDF-Datei.

 

TexTouchEditor

[Abbildung 1: TeX Touch Editor, Screenshot]

 

Das Eingeben der .tex-Inhalte über die virtuelle Tatstatur ist angenehm. Viele TeX-Funktionalitäten lassen sich über grafische Icons in den Text einfügen, so dass Syntaxkenntnis von TeX keine Voraussetzung für die App-Nutzung ist.

Pro & Contra

Das Kompilieren via Internetverbindung funktioniert zügig. Bei einfachen Dokumenten sind kaum Verzögerungen im Vergleich zu lokal ausgeführtem TeX-Satz zu bemerken. Die zusätzliche Einbindung eines externen Servers kann als Nachteil gesehen werden, da so die Abhängigkeit von einer Internetverbindung besteht.

Der Fachmann gibt

4Star

 

Logo Texpad Texpad

Nach Download der App kann direkt editiert und lokal kompiliert werden. Mit jeweils einer zusätzlichen Registrierung werden das Kompilieren via Cloud Server „Texpad Connect“ und problemfreies Synchronisieren mit Dropbox möglich. Darüber hinaus können .tex- und .PDF-Dateien via App-interner E-Mail-Anbindung versendet oder via iTunes ausgetauscht werden.

Dank guter grafischer Aufmachung und selbsterklärender Icons gewöhnt man sich schnell an die Texpad-Arbeitsumgebung. Vom TeX-Input kommt man per Knopfdruck direkt zum .PDF-Resultat. Das Tippen auf der virtuellen Tastatur und die Navigation durch TeX-Files läuft nicht immer stolperfrei.

 

TexpadEditorAutocomplete

 

[Abbildung 2: Texpad Editor, Auto-Complete, https://www.texpadapp.com/ios]

 

Pro & Contra

Die App ist ansprechend und nutzerfreundlich gestaltet. Ohne vertieftes Studium einer Bedienungsanleitung kann auch mit elementaren LaTeX-Kenntnissen direkt losgelegt werden. Besonders hilfreich ist die Einblendung möglicher Optionen für den Auto-Input von TeX-Kommandos während des Tippens. Die stationären TeX-Kommandos über der virtuellen Tastatur sind in ihrer Anzahl jedoch so beschränkt, dass für eine weitere  Auswahl oft hin- und her gewischt werden muss, um weitere Befehle angezeigt zu bekommen. Der Arbeitsfluss wird so unterbrochen.

Der Fachmann gibt

4Star

 

Logo VerbTex VerbTex

 

Auf den ersten Blick macht VerbTex einen rudimentären Eindruck. Dieser Eindruck verstärkt sich bei näherer Betrachtung. Die virtuelle Tastatur ist nicht auf LaTeX-Bedürfnisse angepasst. Das Eingeben der Quelltexte ist eher umständlich, da keine benutzerdefinierten Toolbars mit TeX-spezifischen Eingabebefehlen hinterlegt werden können. Dadurch muss die virtuelle Tastatur teilweise mehrmals umgeschaltet werden, bis ein TeX-Befehl eingegeben werden kann. Das Kompilieren erfolgt ausschliesslich über einen Cloud Server. Dazu ist eine Registrierung beim Hersteller nötig.

VerbTeX Editor, Screenshot

[Abbildung 3: VerbTeX Editor, Screenshot]

 

Pro & Contra

Das Kompilieren über das Internet geht zügig und die Qualität der .PDF-Dateienist gut. Jedoch ist das Editieren selbst recht mühsam, da zum einen die Tastatur nicht auf LaTeX-Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zum anderen gibt es keine Möglichkeiten ergänzender Benutzereinstellungen.

Der Fachmann gibt

2 Sterne

 

Autoren: Maximiliane Okonnek, Dr. Alfred Gautschy

 

LaTeX auf dem iPad – Mit Apps zum mathematischen Formelsatz I

Wednesday, February 5th, 2014

Wozu eigentlich LateX mobil? – Die Frage nach dem Sinn und Zweck mobiler LaTeX-Programmierung steht schnell im Raum. Für uns sprechen drei gute Gründen für eine Annäherung an das Thema:

  1. LaTeX ist nach wie vor die beste Textsatz-Software auf dem Markt. Sie bietet wertvolle Unterstützung bei der Erstellung naturwissenschaftlich-technischer Dokumente, indem sie die typografisch erstklassige Darstellung mathematischer Formelsätze erlaubt.
    [Abbildung 1: Textsatz ohne und mit LaTex]
    [Abbildung 1: Textsatz mit/ohne LaTex]
  2.  

  3. Mobile Endgeräte sind unterdessen weit verbreitet. Das belegen eine Vielzahl an Studien zur mobilen Webnutzung, Verkaufszahlen von Tablets und nicht zuletzt unsere eigenen Beobachtungen an den Studentenarbeitsplätzen der ETH-Bibliothek.
  4. Das Interesse unserer Nutzerinnen und Nutzer an LaTeX-Applikationen zeigt sich oft anhand von Fragen in unserer Schulung iPad für Studium und Arbeit.

Die in diesem und dem folgenden Blogbeitrag bewerteten LaTeX-Applikationen für das iPad wurden von Alfred Gautschy – Fachreferent für Physik und Astronomie und unser Spezialist bei Fragen zu LaTeX, BibTeX und JabRef – getestet. Mit entsprechenden Apps für Android wird sich ein späterer Beitrag befassen.

Grundsätzlich gilt für das “TeX-en” auf dem iPad: Durch die im Moment noch bestehende Hardware-Limitierung im Vergleich zu Desktop-Computern gibt es Einschränkungen. LaTeX-Compiler, die lokal auf dem iPad laufen, sind oft stark abgespeckt. Nicht alle Applikationen bieten zum Ausgleich dieses Mankos Paketerweiterungen, die zusätzlich in die App integriert werden können.

tex_k  TeX Writer

Der Tex Writer ist LaTeX-Editor und -Compiler. Seine reduzierte Nutzeroberfläche ermöglicht eine leichte Orientierung. Der optische Eindruck wird dominiert von einem Editorenfenster ohne wesentliche Einstell- oder Benutzerhilfen. Für die Nutzung der Applikation ist eine Registrierung oder das Einrichten eines Benutzerkontos nicht nötig. Nach dem Download kann direkt “ge-TeX-t” werden.

Der TeX Writer ist auch mit elementarem TeX-Wissen direkt verwendbar. Im Editor wird mit einer modifizierten Onscreen-Tastatur gearbeitet, die bereits wichtige TeX-Funktionalitäten enthält. Werden Tech-Zeichen häufig gebraucht, die umständlicher einzugeben sind, können zwei zusätzliche “assistant keyboards” individuell bestückt und ohne Umschalten verwendet werden. Vom fertigen TeX-Input kommt man abschliessend mit einem Knopfdruck direkt zum .PDF-Resultat.

Dateien werden in den Formaten  .tex bzw. wenn kompiliert in .PDF exportiert. Der Export erfolgt via E-Mail oder Datensynchronisierung mit Dropbox. Eine andere Form der Datensynchronisierung ist aktuell nicht möglich.

 

Tex Writer Editor, Quelle: http://www.texwriterapp.com/

[Abbildung 2: Tex Writer Editor, Quelle: http://www.texwriterapp.com/]

 

Pro & Contra

Der TeX Writer ist ein schnörkelloses Arbeitspferd, das über die Möglichkeiten der “assistant keyboards” auf die eigene Arbeitsweise angepasst werden kann. Das Tippen auf der virtuellen Tatstatur und Navigieren durch das TeX-File sind nicht immer stolperfrei. Die Dokumentation zur Nutzung der Applikation ist etwas zu knapp gehalten.

 

Der Fachmann gibt

4Star

 

LogoTeX Expert TeX Expert

Auch TEX Expert ist ein “ready-to-use”-Editor und -Compiler.  Die Arbeitsumgebung wirkt spartanisch und sauber. Die Bedienung erfolgt mittels weniger Icons, die nicht detailliert beschrieben, aber nach kurzer Benutzung in ihrem Funktionsumfang schnell geläufig werden. Auch hier unterstützen zwei “assistant keyboards” beim Editieren, indem sie umständlich einzugebende TeX-Zeichen ohne Umschalten nutzbar machen. Darüber hinaus lässt sich ein zusätzlicher “command bar” mit Schnellkommandos für den Editiermodus benutzerdefiniert bestücken.

 

[Abbildung 2: TeX Expert Editor, Screenshot]

[Abbildung 3: TeX Expert Editor, Screenshot]

Aus der App können .tex-Formate oder das prozessierte .PDF-Endprodukt exportiert werden. Die Synchronisierung mit Dropbox funktioniert nach einmaliger Benutzeridentifizierung problemlos.

 

Pro & Contra

Positiv sind der schnelle Compiler und die Möglichkeit, benutzerdefinierte Toolbars zu erstellen. Mit nur einem readme.tex, das auch gleich als Übung kompiliert werden kann, ist die Benutzerführung allerdings etwas mager. Darüber hinaus erscheinen .PDF-Inhalte unscharf auf dem Display, da offenbar keine Vektorfonts verwendet werden.

 

Der Fachmann gibt

3Star

 

Weitere Applikationen, wie z. B. TeX Touch und VerbTeX, werden im nächsten Blogbeitrag vorgestellt.
 
Autoren: Maximiliane Okonnek, Dr. Alfred Gautschy

 

Kindle Fire im Praxistest

Wednesday, February 29th, 2012

Der Kindle Fire ist offiziell in Europa noch nicht erhältlich. Die Verlockung ist jedoch gross, das sehr günstige Tablet aus dem Hause Amazon in den USA oder über Direktimport zu kaufen. Die Nutzung ist dann jedoch stark eingeschränkt. Es lassen sich nur einige wenige Apps installieren – wie Audible, Weather oder Pandora. Doch wenn man im Amazon Appstore eine andere kostenlose App beziehen will, erscheint die Meldung: „The Amazon Appstore is not yet available in your region.“ Aufgrund der Liste der beliebtesten Downloads wird immerhin klar, dass mit dem Kindle Fire vor allem gespielt wird – und Videos angesehen werden, denn die App von Netflix steht auf Rang 3 der kostenlosen Apps. Ansonsten befinden sich unter den TopTen auschliesslich Games, sowohl bei den kostenlosen wie bei den kostenpflichtigen Apps. Ein gewisses Mysterium sind die Apps, die man trotzdem laden kann. Mit der Zeit haben sich immer mehr Anwendungen unter dem entsprechenden Tab „eingefunden“. So konnte ich eine E-Mail-App oder auch QuickOffice (in einer Light-Version) in Betrieb nehmen, letzteres sogar mit meiner Dropbox verbinden.

Klar ist jedoch, dass sich das Bedienungskonzept des Kindle Fire von den klassischen Kindle-E-Readern unterscheidet. Es handelt hierbei sich um eine abgespeckte Android-Variante. Man hat direkte Links auf die Rubriken Newsstand, Books, Music, Video, Docs, Apps und Web. Hinter letzterem verbirgt sich ein schlanker Browser, mit dem ich mich über die Landingpage der Hochschule mit dem öffentlichen WLAN verbinden konnte. Im Vergleich zu anderen Tablets (iPad, Samsung Galaxy, HTC Flyer) wirkt der Browser etwas rucklig beim Vergrössern von Inhalten.

Aussen vor bleibt man in Europa bei den Videos. Man stellt aber fest, dass Amazon in den USA ein konkurrenzfähiges Angebot bereitstellt. Mit dem Amazon Prime-Abonnement ($ 79 pro Jahr) kann man tausende von Videos und auch E-Books ohne weitere Kosten ausleihen.

Der Kindle Fire ist direkt mit der Amazon-Cloud verbunden. So gibt es auch bei den Büchern zwei Tabs, einen für Bücher auf dem Gerät, einen für jene in der Cloud. Bei Bedarf werden die gewünschten Titel aus der Cloud auf das Gerät heruntergeladen. Eigene Dokumente kann man über eine eigene E-Mail-Adresse auf das Gerät schicken. Dafür muss die Absender-Adresse jedoch in den Einstellungen des Amazons-Konto registriert werden. Ein Word-Dokument mit Tabellen und Grafiken wird allerdings etwas verzerrt dargestellt. Der Viewer ist eher für PDF-Dokumente geeignet.

Das Lesen von Büchern ist vergleichbar mit allen anderen 6/7-Zoll-Tablets mit einer Kindle-App. Es lassen sich Markierungen und Notizen anlegen, die dann auf der persönlichen Kindle-Seite (https://kindle.amazon.com/) über den Browser vom PC aus zugänglich sind und veröffentlicht werden können. Wie bei den anderen Tablets fallen beim Kindle Fire die Vorteile der E-Ink weg. Zum Lesen und Annotieren von PDF-Dokumenten ist die Grösse des Bildschirms nicht ideal. Wer mit dem Tablet arbeiten will, ist mit einem 10-Zoll-Bildschirm besser bedient.

Eine Alternative, die ich so nicht unbedingt empfehlen kann und auf keinen Fall darf: Ein Kollege hat kurzerhand seinen Kindle Fire gerootet, also das Betriebssystem Android 4 installiert – und erfreut sich jetzt am günstigsten Tablet weit und breit auf dem Markt. Wer zu diesem Schritt nicht bereit ist, dem wird empfohlen mit dem Kauf des Kindle Fire noch zu warten, bis er offiziell in unseren Landen erhältlich ist. Erst dann wird man die Funktionen des Kindle Fire wirklich nutzen können.

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Kindle Touch im Praxistest

Wednesday, January 18th, 2012

Noch sind die beiden neuen Flagschiffe der Kindle-Flotte, der Kindle Touch und der Kindle Fire in Europa nicht offiziell erhältlich. Wer sich trotzdem in den USA oder über Direktimport einen solchen E-Reader besorgt, muss mit Überraschungen rechnen. Beim Kindle Touch funktioniert alles bestens: Man kann seine gekauften E-Books mit dem Amazon-Account abgleichen, neue E-Books direkt kaufen, eigene E-Books (nach der Konvertierung ins Format Mobipocket) via USB-Verbindung vom PC hochladen etc. Schwierigkeiten macht nur das Firmen-WLAN an der Hochschule. Es ist ein kleiner Schönheitsfehler, dass das iPhone als Hotspot hinhalten muss, um eine Verbindung herstellen zu können.

Der Kindle Touch bietet – wie schon der Nook 2 – eine sehr brauchbare Multitouch-Funktion. Die Mini-Tastatur der Vorgängermodelle ist verschwunden, die nur sehr schwer bedienbar war. Die virtuelle Tastatur, die zur Texteingabe eingeblendet wird, ist für Smartphone-Geübte recht gut benutzbar. Die Darstellung der E-Books erfolgt auf dem 6-Zoll-Bildschirm in ausgezeichneter Qualität. Texte ohne Bild lassen sich so sehr bequem und entspannt lesen. Und das ist denn auch der grosse Vor- und Nachteil der aktuellen E-Ink-Reader-Modelle: sie sind wirklich gut geeignet zum Lesen von E-Books, aber für mehr leider nicht. Schon bei PDF-Dokumenten stösst der kleine Bildschirm an seine Grenzen. Bei einem einspaltigen A4-Dokument sind die Buchstaben entweder zu klein, oder man muss über die Lupenfunktion mühsam auf der Seite von links nach rechts und von oben nach unten scrollen. Und leider lassen sich PDF-Dokumente nicht ohne Weiteres ins E-Book-Format Mobipocket konvertieren (auch nicht in EPUB, wohlgemerkt). Der installierte Webbrowser ist unter der Rubrik Experimental zu finden. Zu überzeugen vermag das Experiment jedoch nicht – ein Webbrowser in Graustufen wird sich nicht durchsetzen können. Toll ist bei den Kindles natürlich die Integration in den Amazon Kindle Store mit mittlerweile gegen 1 Mio. E-Books, davon etwa 56‘000 in deutscher Sprache. In den USA kommt die Ausleihfunktion dazu, wofür man ein Amazon Prime-Abonnement benötigt. Mit 79 $ pro Jahr ist man dabei und kann dann aus mittlerweile auch schon 50‘000 Buchtiteln zur Ausleihe wählen (quasi mit Flatrate) oder auch Videos ausleihen (aber dafür ist der Kindle Touch nicht geeignet…). Bibliotheken spielen mit diesem Modell ganz klar keine Rolle mehr bei der Buchausleihe.

Insgesamt bestätigt sich die Einschätzung, wonach die E-Ink-Reader in Richtung Nische im Tiefpreissegment tendieren. 

Auch wenn der Kindle Touch also offiziell in Europa noch nicht erhältlich ist, kann ein in den USA gekauftes Gerät bestens genutzt werden. Ganz anders verhält es sich mit dem Kindle Fire, dem supergünstigen Tablet aus dem Hause Amazon. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag…

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Samsung Galaxy Tab 10.1 im Praxistest

Friday, September 2nd, 2011

Das Samsung Galaxy Tab 10.1 wird der erste ernstzunehmende Herausforderer für das iPad. Ich halte es für das beste Android-Tablet, das zur Zeit auf dem Markt ist (sofern es denn angesichts des Patentstreits mit Apple im EU-Raum verkauft werden darf). Und es ist auch klar, weshalb sich Apple gerade auf das Samsung-Tablet eingeschossen hat: Es ist sehr schön verarbeitet, liegt gut in der Hand, ist leicht (565 g – verglichen mit 613 g beim iPad2) und schnell.

 

Screenshot: das Samsung Galaxy Tab 10.1 mit dem Social Hub

Der Bildschirm ist von hoher Qualität. Allerdings irritieren gewisse temporäre Druckstellen, die unter der Oberfläche entstehen können und das Bild trüben. Der iPad-Bildschirm ist in dieser Beziehung robuster. Die Auflösung beim Samsung beträgt 800×1280 Pixel (gegenüber 1024×768 beim iPad2) und ist vorwiegend auf das Querformat ausgerichtet. Natürlich kann das Samsung auch im Hochformat genutzt werden, doch werden die Seiten dann ungewohnt lang.

Der grosse Vorteil gegenüber dem iPad liegt in der Offenheit des Betriebssystems Android 3.1 sowie der offenen USB-Schnittstelle. Über diese lassen sich Daten beliebig via Ordnerstruktur vom PC auf das Tablet kopieren. Das hat z.B. mit E-Books im Format EPUB bestens geklappt. Über den entsprechenden Import-Ordner gelangen die Dateien aufs Tablet und können dort mit der vorinstallierten App “ebook” aufgerufen und gelesen werden. Mit dieser App, die weniger elegant als iBooks erscheint, können die Texte annotiert und markiert werden. Diese Notizen und Markierungen können allerdings nicht exportiert werden. Aber im Amazon oder Google App Store finden sich sicher noch weitere Apps zum Bücherlesen. Auch eine Kindle-App ist verfügbar, mit der jedoch wie üblich nur E-Books aus dem Kindle-Store von Amazon genutzt werden können. Natürlich ebenfalls plattformübergreifend. Für DRM-geschützte EPUB-Bücher kann der Bluefire Reader installiert werden.

Zum Bearbeiten von Text und Office-Dokumenten wird die App PolarisOffice mitgeliefert. Auf den ersten Blick kann man damit gut arbeiten, wobei zum Teil die Designs von Dokumenten verändert werden, gerade bei der Verwendung von Spezialschriften. Ein kleiner Nachteil ist der eher schmale Bildschirm im Querformat, wenn die virtuelle Tastatur eingeblendet ist. Sie deckt mehr als die Hälfte des Bildschirms ab. Integriert ist als Online-Speicher der Dienst box.net. Man kann (natürlich) auch die Dropbox-App installieren und dann die Dateien aus dieser Anwendung öffnen. Office-Dokumente werden in PolarisOffice geöffnet und können dort bearbeitet und wieder auf Dropbox abgespeichert werden. Zunächst wird das Dokument aber im internen Speicher des Tablets (/Root/dropbox/) gesichert und muss dann von dort aus an Dropbox gesendet werden.

Einwandfrei und unkompliziert klappt ebenfalls die Einrichtung verschiedener E-Mail-Konten, auch über Exchange.

Samsung bietet mit dem Social Hub oder dem Music Hub eine Bündelung verschiedener Funktionen zu diesen Themen. Beim Social Hub hat man seine sozialen Netzwerke auf einen Blick auf dem Bildschirm. Die angezeigten Elemente lassen sich über die Einstellungen definieren. Im Newsfeed lassen sich Twitter, Facebook und LinkedIn sowie E-Mail in einem Widget anzeigen.

Für die Verbindung mit einem externen Monitor braucht man wohl das Multi-Media-Dock von Samsung ($35), dann kann das Tablet via HDMI an das heimische Media-Center angeschlossen werden. Die “leichte” Variante, um das Tablet direkt an einen VGA-Beamer anzuschliessen, habe ich noch nicht gefunden.

Das Samsung Galaxy Tab verfügt mit Anyconnect von Cisco (kostenlos im Android-Market erhältlich) über einen einfachen VPN-Client. Damit ist mein altes Problem gelöst, dass ich jeweils mit Android-Tablets keinen Zugang zum Firmen-WLAN der Hochschule hatte. Die Installation von Anyconnect ist einfach, und danach erfolgt der Zugriff auf die lizenzierten elektronischen Ressourcen problemlos.

Ein bekannter Mangel des iPad ist die fehlende Unterstützung von Flash. Auf das Samsung Galaxy Tab mit Android 3.1 kann zwar Adobe FlashPlayer geladen werden. Flash-Videos (z.B. auf der Seite des Schweizer Fernsehens sf.tv) oder auf Flash basierte Anwendungen (wie die Zoom-Funktion im Bildarchiv Online der ETH-Bibliothek) werden jedoch nicht angezeigt.

Fazit: das Samsung Galaxy Tab 10.1 ist eine echte Konkurrenz fürs iPad. Das Gerät überzeugt durch seine technischen Leistungsmerkmale und die saubere Verarbeitung. Seine Vorteile liegen bei der Offenheit des Betriebssystems und der Schnittstellen. Der grosse Konkurrent iPad punktet im Vergleich zum Samsung durch die Zahl der Apps und einige “Killer-Apps” wie GoodReader und Flipboard, die es (noch) nicht für Android 3 gibt.

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