Archiv für die ‘ Dienstleistungen ’ Kategorie
Montag, Januar 10th, 2011
Während die Welt über die an der CES angekündigten Tablets diskutiert, widme ich mich den real kaufbaren Geräten. Der Nook Color ist ja schon im Oktober in den USA in den Handel gekommen, nun hat die ETH-Bibliothek ein Gerät angeschafft.
Allgemeine Informationen zum Nook Color
Der Nook Color lässt sich nicht mit dem Vorgängermodell Nook vergleichen. Das E-Ink-Display des ersten Modells ist einem Multitouch-Farbdisplay mit IPS-Technologie gewichen. Und aus dem klassischen E-Book-Reader ist ein Zwischending zwischen eReader und Tablet geworden. Barnes & Noble wagen einen grossen Sprung – und das Resultat ist überraschend gut. Allerdings ist zu bezweifeln, ob das Device im harten Konkurrenzkampf mit eReadern (Kindle und Co.) sowie Tablets ohne klare Positionierung bestehen kann.
Der 7-Zoll-Bildschirm weist mit 1024×600 Pixel eine hohe Auflösung auf, die sowohl beim Lesen von E-Books wie auch beim Browsen im Internet qualitativ überzeugt. Als Betriebssystem wird Android in der leider schon etwas veralteten Version 2.1 eingesetzt. Man erkennt es gut am virtuellen Schieberegler, mit dem man das Gerät startet. Funktional bietet das System aber nur einen Bruchteil der Möglichkeiten. Ausser dem E-Reader und dem Browser werden noch ein paar Spiele und Kontakte geboten. Ein eigener App Store ist aber in Planung. Ob die Entwickler dann bereit sind, auch noch für diese Plattform ihre Apps anzupassen, ist allerdings eine offene Frage.

Das Display sieht im Original viel brillanter aus – der Nook Color wehrt sich gegen das Fotografieren mit Digitalkamera…
Das Gerät ist in Europa noch nicht offiziell erhältlich. Die US-Version funktioniert einwandfrei im WLAN. Ich habe noch selten ein Device gesehen, dass sich so problemlos mit dem drahtlosen Netzwerk verbinden lässt, da ist der Nook Color nah am iPad. Die 3G-Version läuft nur in Nordamerika. Bei den Inhalten des Store ist die Einschränkung auf Nordamerika besonders schmerzlich: Im Online-Store von Barnes & Noble kann nur mit amerikanischer Kreditkarte bezahlt werden. Damit lassen sich die meisten der 2 Millionen E-Books und die E-Paper-Versionen der Zeitschriften leider nicht kaufen. Auch nicht als Probeabo herunterladen.
Funktionen zur Nutzung von E-Books
Hauptfunktion ist das Lesen von E-Books. Eigene Dateien im Format EPUB oder PDF können via USB direkt ins entsprechende Verzeichnis auf dem Device geladen werden. Alternativ kann auch die Software Calibre für die Verwaltung der E-Books genutzt werden. Adobe Digital Editions ist bereits installiert, so dass der Nook mit DRM-geschützten E-Books umgehen kann. Auch die früher hier beschriebenen Onleihe wird entsprechend unterstützt. Das Laden der Bücher sowie die Anzeige sind angenehm schnell. Bei der Anzeige hat der Nook Color nun alle Vor- und Nachteile eines LCD-Displays gegenüber dem E-Ink-Vorgängermodell. Dank der hohen Auflösung sind die Schriften und Bilder sehr scharf. Nur bei grossformatigen PDF-Dokumenten limitiert die Bildschirmgrösse das Lesevergnügen. Der Nook Color bietet eine Funktion, die ich auf anderen Geräten schon vermisst habe: eine Empfehlung oder ein lesenswertes Zitat mit meinen Freunden teilen. Man kann eine Passage markieren und entweder per Mail oder über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter seinen Freunden weiter empfehlen. Im Prinzip, denn bei meinem Test funktionierte dieser Dienst nicht wie gewünscht. Auch das Update auf die neuste Version des Betriebssystems zeitigte keinen Erfolg. Das im User Guide beschriebene „Share a Quote“-Fenster erscheint bei meinem Nook Color leider nicht. Update: mit einem Sample-Buch aus dem B&N-Store klappt es – somit ist auch diese Funktion auf Bücher aus dem hauseigenen Store beschränkt.
Mangels Freunden, die einen Nook mit der Funktion „LendMe Books“ besitzen, und mangels im B&N Store gekauften E-Books konnte ich auch die Ausleihe von E-Books an andere Personen nicht testen. Mit dieser Applikation könnte ich bei B&N gekaufte und entsprechend gekennzeichnete E-Books für 14 Tage an andere Personen mit bei B&N registriertem Nook ausleihen, wobei ich selber dann in dieser Zeit nicht auf das E-Book zugreifen könnte. Es gibt da also einige Einschränkungen…
Gesamturteil
Der Nook Color ist eine gelungene Neuversion, die sich markant vom Vorgängermodell unterscheidet. Er ist halb E-Reader und halb Tablet, wobei nur sehr wenige zusätzliche Funktionen geboten werden. Dafür weist er eine hohe Performance auf, bietet eine sehr gute Darstellungsqualität und ist intuitiv zu bedienen. Die Einstellung des WLAN ist vorbildlich einfach. Seinen vollen Funktionsumfang spielt der Nook Color in Europa leider noch nicht aus. Preislich liegt der Nook Color über dem E-Ink-Modell Nook ($ 149.-), doch mit Fr. 329.- oder US $ 249.- deutlich unter den Tablets.

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Mittwoch, Dezember 1st, 2010
Oder: die Webseite, die Sie (hoffentlich) nie zu sehen kriegen.
Im Kommunikationskonzept für den Notfall kann Twitter eine wichtige Rolle spielen. Wenn intern alle Stricke reissen und die Server down sind, bleiben die externen Dienste als letzte Möglichkeit, um die Aussenwelt auf dem laufenden zu halten. In einer Bibliothek ist heutzutage der Ausfall der Webserver einer der schlimmsten anzunehmenden Unfälle. Die ETH-Bibliothek hat sich bei der Umstellung auf die neue Homepage und ein neues WebCMS Gedanken gemacht, wie sie sich auf eventuelle Ausfälle vorbereiten kann. Dabei spielt Twitter eine wichtige Rolle. Grundsätzlich werden alle Aktuell-Meldungen auch über Twitter verbreitet. Das bedeutet, dass bei einem Ausfall der Suchmaschine oder wichtiger Dienste die Mitteilung auch über Twitter veröffentlicht wird. Primärer Publikationskanal bleibt jedoch die Homepage. Wenn nun aber der Webserver ausfällt, entfällt dieses Medium. Für diesen Fall wurde eine statische Seite eingerichtet, auf die automatisch umgeleitet wird. Diese Seite wird manchmal durch eine Meldung des Webservers (Service down…) generiert. Besucherinnen und Besucher der Seite bleiben dann in der Regel ratlos zurück.
Die ETH-Bibliothek hat sich für diesen Fall, der bisher erst einmal aufgetreten ist, eine Seite eingerichtet, die keine Fragen offen lässt: grafisch im Design der Homepage gehalten, enthält sie Informationen über den Systemausfall und zusätzlich ein Mashup des Twitterfeeds auf Deutsch und Englisch. Unserer Webmasterin habe ich versprochen, dass ich dieser Seite, die (hoffentlich) nie jemand zu sehen kriegt, einen Blogbeitrag widme, wenn sie die Integration des Twitterfeeds schafft. Und sie hat es getan, mit Hilfe des Profile-Widgets von Twitter (http://twitter.com/about/resources/widgets/widget_profile). Jetzt müssten wir im Notfall nur noch daran denken, unsere Meldungen über den deutschen und englischen Twitter-Account zu publizieren… Und am besten schreibt man sich natürlich bereits jetzt vorsorglich als Follower @ETHBibliothek ein!

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Montag, November 15th, 2010
Josh Hadro hat im Library Journal einen einfacheren Weg vorgestellt, wie DRM-geschützte E-Books auf dem iPad oder iPhone gelesen werden können: How To Get Library Ebooks on the iPad/iPhone, No Sync Required. Bei mir hat es im ersten Anlauf geklappt. Allerdings kommt man nicht um gewisse einmalige Vorbereitungen umhin: man braucht zwingend eine Adobe ID und die App Bluefire Reader auf dem iPhone oder iPad. Dann muss das Gerät aus der App heraus für die Adobe ID registriert werden. Wenn das einmal gemacht ist, geht es kinderleicht: Man kann sich das File per Mail zuschicken, im Mailprogramm auf dem iPad herunterladen und dann “öffnen mit…” der App Bluefire Reader. Et voilà! Diese App bietet einiges besseren Lesekomfort als die im früheren Blogbeitrag vorgestellte App txtr.

Noch ein Nachtrag zum neulich beschriebenen Vorgehen bei E-Books aus der Onleihe: Das elektronisch ausgeliehene Buch war dann nach Ablauf der “Leihfrist” tatsächlich nicht mehr lesbar auf dem iPad. Die Datei ist noch da, aber ohne Leseberechtigung.
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Mittwoch, Oktober 27th, 2010
In zehn Schritten bringt man ein mit dem DRM ADEPT von Adobe geschütztes eBook auf das iPad – via die Plattform und App von txtr – oder Bluefire Reader (siehe Kommentar)
1. Adobe ID einrichten
Zunächst richtet man sich eine Adobe ID ein (mehr Informationen auf http://www.adobe.com/de/products/digitaleditions/features/). Man kann sechs PCs und sechs mobile Geräte aktivieren.
2. Adobe Digital Editions installieren
Mit der Software Adobe Digital Editions kann man seinen PC oder Mac registrieren, bzw. aktivieren und DRM geschützte eBooks am Bildschirm lesen.
3. Account bei txtr einrichten
Dann richtet man sich einen kostenlosen Account bei txtr auf http://txtr.com ein. Nach Abschluss der Registrierung erhält man Zugriff auf die Plattform und auf eine persönliche Inbox. Hier werden eigene elektronische Texte sowie gekaufte eBooks online gespeichert. Ich kann jetzt schon im Store eBooks kaufen (nur mit deutscher Kreditkarte, leider), erfreulicherweise viele Titel in Deutsch.
4. App txtr auf iPad installieren
Nun installieren Sie die App txtr aus dem App Store auf Ihrem iPad oder auf dem iPhone (http://itunes.apple.com/de/app/txtr/id298464404?mt=8).
5. iPad registrieren
Unter dem Menu „Settings“ kann die Verbindung zum txtr-Account hergestellt und das Gerät auf die persönliche Adobe ID registriert werden.
6. txtrSychnronizer installieren
Jetzt fehlt nur noch die Verbindung von ihrer Festplatte zur Inbox auf der txtr-Plattform. Entweder man lädt die eigenen Texte und eBooks über die Upload-Funktion hoch (http://txtr.com/#collection/upload) oder man installiert die Synchronisationssoftware txtrSynchronizer (http://txtr.com/#install/synchronizer).
7. eBooks kaufen
Kaufen Sie ein eBook in einem Online-Store. Fast alle unterstützen das Adobe-System, das mit EPUB und PDF funktioniert (aber nicht mit Mobipocket!). Laden Sie das Dokument auf ihre Festplatte und öffnen sie es mit der Software Digital Editions öffnen. Merken sie sich den Speicherort. In Digital Editions kann dieser über das Menu „Lesen“ und die Option „Info zum Medium“ angezeigt werden.
8. eBook auf txtr-Plattform hochladen
Jetzt kann das eBook auf den zwei Wegen (Upload oder Sychronizer) auf die txtr-Plattform hochgeladen werden.
9. eBook auf iPad herunterladen
Man öffnet die App txtr auf dem iPad oder iPhone und wählt in der Rubrik „Bibliothek“ den Link zum Archiv und weiter den Link zur Inbox. Hier sind alle auf die txtr-Plattform hochgeladenen eBooks und Texte abgelegt. Aus der Inbox kann man das eBook per Knopfdruck aufs mobile Gerät herunterladen.

Screenshots vom iPad: Startbildschirm, Einstellungen und Lesemodus mit der App txtr
10. eBook auf dem iPad lesen
Voilà! Es funktioniert mit eBooks im EPUB- und im PDF-Format, die mit Adobe ADEPT geschützt sind. Der Lesekomfort ist in der txtr-Applikation auf dem iPad weniger gut als in iBooks, auch Annotationen oder Kommentare sind (noch) nicht möglich, aber man will ja nicht rummäkeln.
Das Beste zum Schluss: dieser Weg funktioniert nicht nur bei gekauften eBooks, sondern auch bei über ein Onleihe-System ausgeliehene eBooks. Getestet habe ich das mit dem Anbieter EBL (http://www.eblib.com/) und Ciando (http://www.ciando.com/) mit Hilfe von Testaccounts.
Also: es hat geklappt, wenn auch mit einem komplexen Workaround über txtr. Preisfrage: geht es nicht auch einfacher?

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Mittwoch, Oktober 27th, 2010
Und es geht doch, über die Plattform txtr.com! Und über Bluefire Reader (siehe Kommentar im zweiten Teil des Blogs)!
Doch fangen wir von vorne an: Das Thema wird in Foren heiss diskutiert und ist für manchen ein Grund, vom Kauf eines iPad abzusehen: fast alle DRM geschützten eBooks nutzen das System ADEPT von Adobe (für EPUB und PDF). Auf dem PC und Mac lassen sich diese Bücher mit Hilfe der Software Adobe Digital Editions lesen. Verschiedene E-Book-Reader, wie Sony oder NOOK, bieten integrierte Lösungen, um solche eBooks zu lesen. Dazu müssen die Geräte (übrigens auch der PC oder der Mac) für die eigene persönliche Adobe ID registriert werden. Sony macht Werbung für ihre E-Book-Reader, weil sie sogar die Onleihe, also den temporären Zugriff auf DRM geschützte eBooks, ermöglichen. Nur die Kindle-Familie und das iPad stehen abseits: Kindle nutzt ein eigenes Format (AZW) mit eigenem DRM, das nur auf den Kindle-Readern oder mit Kindle-Apps auf Smartphones und Tablets genutzt werden kann. Apple setzt mit iBooks zwar auf den offenen Standard EPUB, doch kommt das Apple-eigene DRM-System FairPlay zum Einsatz. Entsprechend können im Bookstore von Apple gekaufte eBooks nur auf Apple-Geräten gelesen werden.
Nicht nur für Konsumentinnen und Konsumenten ist das ärgerlich. Auch Bibliotheken verzweifeln fast angesichts der verschiedenen proprietären Ansätze, die sich nicht mit den Lizenzmodellen für Bibliotheken vertragen. Es wäre also von grosser Bedeutung, dass die für Bibliotheken verfügbaren Lizenzmodelle mit den trendigen mobilen Geräten kompatibel wären. Die ETH-Bibliothek prüft zurzeit Möglichkeiten, ihren externen Kunden Zugang zu lizenzierten eBooks zu gewähren. Dafür wäre die Onleihe ein möglicher Ansatz. Alle gängigen Anbieter setzen für die Onleihe auf das Adobe DRM ADEPT. Der Einsatz auf dem iPad ist aber für die ETH-Bibliothek fast schon ein Killerkriterium. Was nutzen ausleihbare eBooks, wenn sie nicht auf dem momentan wichtigsten mobilen Gerät genutzt werden können? In User Foren findet man unterschiedliche Aussagen, auch Abhandlungen darüber, weshalb das iPad und ADEPT prinzipiell unverträglich seien. Aber es gab auch eine heisse Spur, die schliesslich zum Ziel führte: die App txtr ist der Schlüssel oder das Bindeglied zwischen den zwei Welten. Bei txtr handelt es sich um die App zur Plattform von txtr.com. Letztes Jahr als Schaltstelle für den angekündigten (und noch nicht erschienenen) E-Book-Reader txtr gegründet, ist es heute eine selbständige Plattform zum Kaufen und Verwalten von E-Books und anderen elektronischen Texten.
Der Weg vom DRM geschützten eBook auf das iPad ist relativ kompliziert, aber er funktioniert ganz legal. Er wird in zehn Schritten im zweiten Teil des Blogbeitrags beschrieben.
…zum zweiten Teil des Blogbeitrags

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Freitag, September 24th, 2010
Das Wissensportal wird ubiquitär: Die ETH-Bibliothek hat ein Google-Gadget entwickelt, das nach dem Motto “reduce to the max” nichts ausser dem Suchschlitz des Wissensportals enthält. Dieses Widget lässt sich primär in personalisierte iGoogle-Seiten integrieren. Das funktioniert ganz einfach per Knopfdruck von der Google-Gadgets-Seite aus. Damit kann man das Wissensportal in seine iGoogle-Seite integrieren.

Doch das Google-Gadget kann noch viel mehr: es kann in jede beliebige Webseite eingebettet werden. Dazu wählt man auf der Detailseite des Gadgets den Link “dieses Gadget einbetten” und kommt auf eine Seite, auf der man die Grösse des Gadgets und den Rahmen anpassen kann. Anschliessend wird der entsprechende Code generiert, den man auf einer Webseite einfügt. Voilà – das Wissensportal ist von hier aus zugänglich (wie im rechten Frame dieser Seite zu sehen ist). Nach Eingabe eines Suchbegriffs – natürlich in der einfachen Suche – kommt man direkt auf die Trefferliste im Wissensportal und kann dort die Suchergebnisse verfeinern, ansehen, abspeichern und z.B. auf Delicious teilen.
Das Gadget ist somit bestens dazu geeignet, das Wissensportal überall verfügbar zu machen. Dachten wir früher (im Projekt MyLibrary) noch daran, ein eigenes personalisierbares Portal anzubieten, wird diese Vision mit Hilfe des Gadgets ganz neu belebt und umgesetzt. Also, liebe Webmasters, kopiert den Code und fügt unseren Suchschlitz eurer Webseite hinzu – und der Zugriff auf über 28 Millionen Dokumente (für ETH-Angehörige) ist nur noch einen Klick entfernt. Und vergesst nicht, das Gadget zu bewerten!
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Freitag, September 3rd, 2010
Wer schon immer einmal stolzer Lenker einer eigenen „Fahrbücherei“ sein wollte, für den bietet der französische Hersteller Bookeen ein unschlagbares Angebot: den Cybook Opus für nur 249 CHF bzw. 199,90 €. Leider entpuppt sich das vermeintliche Gefährt dann letztlich doch nicht als Bus oder LKW, sondern als E-Book-Reader, dessen mehrsprachige Verpackungsbeschreibung (und Gebrauchsanleitung!) wohl nicht mehr in allen Teilen Korrektur gelesen wurde. Aber schöner als „digitales Lesegerät“ klingt „Fahrbücherei“ oder „mobile library“ doch allemal…!
Ist diese erste „Enttäuschung“ überwunden, entpuppt sich der Cybook Opus jedoch in der Praxis als ein – in bestimmten Bereichen – recht brauchbarer E-Book-Reader. Nach einem ersten Release im Juli 2009 hat der Hersteller nun im Mai eine überarbeitete Version (verbesserte Firmware etc.) herausgebracht und im Gegensatz zum inzwischen insolventen Interead (COOL-ER) wohl auch eine realistischere Markteinschätzung getroffen, was sich in der Senkung des Preises von 249 auf knapp 200 € ausdrückt.
Mit seinen 150 Gramm und Abmessungen von nur 151 x 108 x 10 mm ist das Gerät äusserst leicht und handlich. Diese Handlichkeit findet ihre Entsprechung in der übersichtlichen Anordnung der Bedientasten auf der Vorderseite, die dadurch gut erreichbar sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die vermutlich aus ergonomischen Gründen vorgenommene Umkehrung der Blätterfunktion (oben=vor, unten=zurück) im Vergleich zum zentralen Navigationsbutton. Das Blättern selbst geht zügig vonstatten. Auch die Navigation in den Ordnerstrukturen und Einstellungsmenüs funktioniert gut und ist in der Regel intuitiv nachvollziehbar. Erwähnenswert ist auch der integrierte G-Sensor für die automatische Ausrichtung des Displays, der jedoch manchmal bei leichter Schräghaltung etwas sensibel reagiert.

Trotz des kleinen E-Ink-Bildschirms von nur 5 Zoll werden die (Text-)Inhalte klar dargestellt (200 dpi), und die Schriftgrössen lassen sich bei „originären“ E-Book-Formaten innerhalb einer Skala von 12 Stufen regulieren. Dies funktioniert zumindest im EPUB-und HTML-Format. Bei der Wiedergabe von PDF-Dokumenten gerät der Cybook Opus jedoch an Grenzen. Wer diese in der Vollansicht (oder zumindest auf zwei Seiten aufgeteilt) lesen möchte, muss schon ein geübter Leser von Robert Walsers Mikrogrammen sein… Der kleine Bildschirm und die Beschränkung auf die Zoom-Funktion lassen das Lesen von PDFs somit zum fortwährenden Sehtest werden. Oder aber (bei vergrösserter Anzeige) zu einem wahrhaften Navigationstraining. Misslich ist auch, dass der Opus nicht bei allen Formaten die Möglichkeit zum Setzen von Lesezeichen zulässt (wiedergeben lassen sich die Formate PDF, EPUB, FB2, TXT, HTML, mobipocket sowie JPEG, GIF und PNG) und auch keine Möglichkeit der Suche bietet. Für den Gebrauch im Kontext des wissenschaftlichen Arbeitens erscheint der Opus somit kaum geeignet.
Fazit: Der in sieben verschiedenen Farben erhältliche Cybook Opus gehört zweifellos zu den besseren eReadern (für den Freizeitbereich), obschon man sich noch die ein oder andere Funktion zusätzlich wünschen würde. Wenn der Preis sich noch von der 200-Euro-Marke entfernen würde, könnte Bookeen sich mit dem Opus in diesem Segment der kompakten, sich auf Kernfunktionen beschränkenden Lesegräte durchaus gegenüber grösseren Konkurrenten etablieren. Dazu gehört allerdings auch ein professionelleres Marketing bzw. kompetente Übersetzer …
Den Testbericht zum Bookeen hat unser Gast von der Humboldt-Uni, Christian Winterhalter verfasst, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei!

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Mittwoch, August 25th, 2010
Das neuste Gerät, das die ETH-Bibliothek einem Praxistest unterzogen hat, ist der bunte COOL-ER. Ein erster Versuch ist daran gescheitert, dass sich im heissen Sommer die Schutzfolio so mit der Rückseite verschmolzen hatte, dass ich beim Entpacken gleich die schöne blaue Farbe und das Logo abriss. Die Ersatzlieferung erfolgte jetzt. Den Test hat unser Gast Christian Winterhalter von der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt. Hier sein Fazit:
Der COOL-ER fällt zunächst durch sein geringes Gewicht auf und liegt gut in der Hand. Die Verarbeitung (billig wirkendes Plastikgehäuse, Haptik der Bedienknöpfe) steht jedoch in einem gewissen Widerspruch zum Preis. Die durch die optische Anlehnung an den iPod suggerierte Benutzerfreundlichkeit wird hingegen in der Praxis nicht eingelöst: die Menüführung ist sehr umständlich und vollzieht sich langsam. Gut ist die Darstellung der Inhalte, die sich leicht in der Grösse (7 Stufen) regulieren lässt. Die Akkukapazität reicht laut Hersteller für 8.000 x Umblättern aus (die Akkuanzeige schwankt jedoch des Öfteren).
Interead hatte unlängst für den Herbst dieses Jahres die Nachfolgemodelle COOL-ER Compact und COOL-ER Connect (mit WiFi) mit mehr Funktionen und zu einem günstigeren Preis angekündigt. Im Juli musste die Firma jedoch Konkurs anmelden, so dass diese nicht mehr auf den Markt kommen werden. Auch das vorgestellte COOL-ER-Modell ist derzeit weder im Direktvertrieb noch über Händler lieferbar.

Eigentlich war das Konzept des COOL-ER ja ganz witzig. Er wirkt frischer als die etablierten E-Book-Reader und ist mit 178 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Allerdings scheint mir der Preis von Fr. 339.- (Listenpreis $ 249.-) viel zu hoch. Die E-Ink-Reader haben meines Erachtens nur eine Chance als preisgünstige Alternative zu den Tablets, was Amazon und Barnes&Noble erkannt haben. Der COOL-ER wirkte leicht und billig, war es aber nicht wirklich. Eine zurückgezogene Grossbestellung soll ihm jetzt zum Verhängnis geworden sein. Auch wenn der COOL-ER ganz vom Markt verschwinden wird, gibt es ihn jetzt im InfoCenter der ETH-Bibliothek zum Testen.
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Dienstag, August 3rd, 2010
An der Ticer Digital Libraries à la carte 2010 in Tilburg habe ich über eReader und ihre Auswirkungen auf Bibliotheken gesprochen. Den Vortrag gibt es auf Englisch via Slideshare:
Es war interessant zu hören, dass sowohl in Dänemark (Royal Library) wie auch in den USA (z.B. an der NCSU) eReader (Kindle, iPad) mit E-Books bestückt und ausgeliehen werden. So wie ich das sehe, wäre das lizenztechnisch gesehen nicht erlaubt. Dieselbe Meinung vertritt auch ein Beitrag im Library Law Blog. Ich bin ja sonst auch für die “just-do-it”-Methode, aber bei lizenzierten E-Books würde ich das nicht wagen. Vielleicht erreichen wir ja in Lizenzverhandlungen mit Verlagen eine Einigung. Aber ich tendiere ohnehin eher darauf, dass wir als Bibliothek die Plattform bieten sollten, damit unsere Benutzer die E-Books in dem von ihnen gewünschten Format auf den E-Reader ihrer Wahl herunterladen können. Und die Vorstellung, dass eReader im Bibliothekssystem katalogisiert werden, finde ich auch etwas gewöhnungsbedürftig…
Und noch etwas zur Zukunft der dedizierten E-Book-Reader. Die massiven Preissenkungen bei Nook, Sony und letzte Woche beim Kindle zeigen, dass ihre Zukunft eher in einem Niedrigpreissektor liegt. Die auf E-Ink basierenden Reader können mit den multimedialen Fähigkeiten der Tablets nicht wirklich mithalten – ausser sie konzentrieren sich auf die Funktion, Bücher unterwegs zu lesen und bieten diese sehr günstig an. Dann müssten aber auch noch die E-Books billiger werden.
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Montag, Juni 7th, 2010
Neulich habe ich von einer Bibliothek einen Fragenkatalog zum Einsatz von Facebook an der ETH-Bibliothek erhalten. Nachdem ich die Fragen beantwortet hatte, dachte ich, das könnte vielleicht noch andere interessieren. Et voilà. Hier kommen die Fragen und Antworten zu Facebook an der ETH-Bibliothek. Wer weitere Fragen hat, kann die sehr gerne hier im Blog als Kommentar oder auf unserer Facebook-Seite stellen!
1.) Was erwarteten Sie von der Präsenz in Facebook?
Wir hoffen, dass wir die Nutzer dort abholen können, wo sie sich aufhalten. Zudem erhoffen wir uns verstärkten Kontakt und Feedbacks. Nicht zuletzt vermitteln wir dadurch auch das Bild einer modernen Institution.
1.a) Haben Sie vor dem Start das Einverständnis von Unigremien (z.B. Öffentlichkeitsarbeit) eingeholt oder koordinieren Sie die Facebook-Präsenz mit anderen Unieinrichtungen?
An der ETH Zürich wird die Diskussion über den Einsatz sozialer Medien jetzt gerade geführt. Wir hoffen, dass wir unsere durchwegs positiven Erfahrungen in diese Diskussion einbringen können.
2.) Welche Meldungen/Themen kommen auf die Pinnwand?
Auf die Pinnwand kommen Aktuell-Meldungen zu neuen Angeboten, Schulungen, ausserordentlichen Schliessungen etc. Weiter werden mehrere Blogs (Spezialsammlungen Digital, Innovation@ETH-Bibliothek) auf Facebook gespiegelt (via Twitterfeed). Weiter gibt es Veranstaltungen, die im Facebook-Kalender eingetragen werden. Man sieht aufgrund der Reaktionen “gefällt mir”, dass Beiträge über originelle Inhalte am besten ankommen. Aber wir hatten bisher weder euphorische noch besonders kritische Reaktionen. Als Facebook den “I like”-Button einführte, steigerte sich die Interaktion mit den Benutzern spürbar. Die Hemmschwelle zur Reaktion und zum Kommentar ist dadurch stark gesunken.
3.) Wer in der Bibliothek macht in der Praxis die Facebook-Arbeit? Wer schreibt? Einzelperson, ein Team? Wie ist das organisiert?
Momentan macht das eine Person nebenbei. Wir beabsichtigen, die Aufgabe mit der Webredaktion in den allgemeinen Informationsfluss zu integrieren. Momentan werden z.B. die Veranstaltungen in Facebook separat eingetragen, da der Kalender hier mehr Möglichkeiten bietet als eine einfache Ankündigung.
4.) Gibt es Richtlinien für Reaktionen/Antworten auf Kommentare?
Wir haben da eigentlich keine negativen Erfahrungen. Wir würden nur offensichtlich Beleidigendes entfernen. Grundsätzlich versuchen wir auf (die seltenen) Fragen zu antworten, doch muss man die Diskussion nicht ewig weiter führen. Ich würde zum Grundsatz raten, dass man eine Anfrage beantwortet, dann aber weitere Fragen durchaus offen lassen kann. Die Aufmerksamkeit verlagert sich relativ rasch auf neue Themen. Zudem ist es auch opportun, dass Nutzer untereinander weiter diskutieren, ohne dass sich die Institution immer einschaltet.
4.a) Gab es bisher problematische Kommentare?
Nein. Ich hatte nur einmal eine Werbung von einem Unternehmen, das sich als Fan eingetragen hat. Die habe ich dann wie unten beschrieben behandelt…
4.b) Kann man Facebook-Nutzer, die durch Kommentare negativ aufgefallen sind, von der Kommentarfunktion ausschließen?
Technisch kein Problem, man kann die Person aus den Fans löschen und die Berechtigungen so setzen, dass nur Fans Kommentare schreiben können. Dies sollte aber eine absolute Notmassnahme sein. Die sozialen Medien leben vom spontanen Kommentar. Wenn man dies nicht aushält, sollte man es besser ganz bleiben lassen.
5.) Können die Fotos von Fans moderiert werden oder ist das nicht notwendig?
Man kann Fans die Berechtigung geben, Fotos zu posten. Ich nehme ja nicht an, dass Sie meinen, die Bibliothek solle Fotos von Fans moderieren. Ich habe allerdings einmal einen Mitarbeiter gefragt, ob er nicht sein Foto im Facebook-Profil ändern möchte. Er war da mit Drink in der Hand abgebildet und erschien so als Fan auf der Seite der ETH-Bibliothek…
6.) Wie sind die Privatsphäre-Einstellungen für die Organisiation gesetzt? (Falls es das bei “Organisationen” überhaupt gibt bzw. nötig ist…)
Sind nicht nötig. Die Organisation gibt ja nichts Privates preis. Allerdings ist eine Facebook-Seite jeweils an ein privates Profil gehängt, was nicht so toll ist.
Mit dem Veröffentlichen von Fotos sollte man etwas vorsichtig sein, da man so ziemlich alle Rechte an Facebook abtritt. Neulich hat eine Benutzerin darum gebeten, ihr Foto, dessen Publikation sie seinerzeit zugestimmt hatte, wieder zu entfernen. Das haben wir umgehend gemacht.
7.) Werden weitere Funktionen (Chat, … ) genutzt? Wenn ja, welche?
Chat kann man, wenn ich das richtig einschätze, nur als privater Anwender nutzen. Ich chatte also als Privatperson, nicht als ETH-Bibliothek.
8.) Kann man den Arbeitsaufwand abschätzen, der für Facebook notwendig ist?
Es ist nicht so viel. Zunächst muss man sich privat mit dem Tool vertraut machen. Das Einrichten einer Seite ist leicht. Manchmal überrascht Facebook mit neuen Funktionen oder verschwundenen Anwendungen. Der Aufwand beträgt bei uns ein bis zwei Stunden pro Woche, verteilt auf sehr kleine Portionen.
9.) Zum Schluss ganz allgemein: Welche Tipps würden Sie einer Facebook-Neuling-Bibliothek zum Start mit Facebook geben?
Just do it!
Und immer im Hinterkopf behalten, dass Facebook einfach ein Tool von vielen ist, das momentan einfach die grösste Reichweite hat. Man sollte nicht zu viel investieren. Es könnte sein, dass Facebook plötzlich komplett out ist und von einer anderen Plattform abgelöst wird.
Und man sollte Facebook (und Twitter) in die Gesamtkommunikation integrieren. Die sozialen Medien sind ein Kanal unter vielen.

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