Archiv für die ‘ E-Books ’ Kategorie
Montag, November 15th, 2010
Josh Hadro hat im Library Journal einen einfacheren Weg vorgestellt, wie DRM-geschützte E-Books auf dem iPad oder iPhone gelesen werden können: How To Get Library Ebooks on the iPad/iPhone, No Sync Required. Bei mir hat es im ersten Anlauf geklappt. Allerdings kommt man nicht um gewisse einmalige Vorbereitungen umhin: man braucht zwingend eine Adobe ID und die App Bluefire Reader auf dem iPhone oder iPad. Dann muss das Gerät aus der App heraus für die Adobe ID registriert werden. Wenn das einmal gemacht ist, geht es kinderleicht: Man kann sich das File per Mail zuschicken, im Mailprogramm auf dem iPad herunterladen und dann “öffnen mit…” der App Bluefire Reader. Et voilà! Diese App bietet einiges besseren Lesekomfort als die im früheren Blogbeitrag vorgestellte App txtr.

Noch ein Nachtrag zum neulich beschriebenen Vorgehen bei E-Books aus der Onleihe: Das elektronisch ausgeliehene Buch war dann nach Ablauf der “Leihfrist” tatsächlich nicht mehr lesbar auf dem iPad. Die Datei ist noch da, aber ohne Leseberechtigung.
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Mittwoch, Oktober 27th, 2010
In zehn Schritten bringt man ein mit dem DRM ADEPT von Adobe geschütztes eBook auf das iPad – via die Plattform und App von txtr – oder Bluefire Reader (siehe Kommentar)
1. Adobe ID einrichten
Zunächst richtet man sich eine Adobe ID ein (mehr Informationen auf http://www.adobe.com/de/products/digitaleditions/features/). Man kann sechs PCs und sechs mobile Geräte aktivieren.
2. Adobe Digital Editions installieren
Mit der Software Adobe Digital Editions kann man seinen PC oder Mac registrieren, bzw. aktivieren und DRM geschützte eBooks am Bildschirm lesen.
3. Account bei txtr einrichten
Dann richtet man sich einen kostenlosen Account bei txtr auf http://txtr.com ein. Nach Abschluss der Registrierung erhält man Zugriff auf die Plattform und auf eine persönliche Inbox. Hier werden eigene elektronische Texte sowie gekaufte eBooks online gespeichert. Ich kann jetzt schon im Store eBooks kaufen (nur mit deutscher Kreditkarte, leider), erfreulicherweise viele Titel in Deutsch.
4. App txtr auf iPad installieren
Nun installieren Sie die App txtr aus dem App Store auf Ihrem iPad oder auf dem iPhone (http://itunes.apple.com/de/app/txtr/id298464404?mt=8).
5. iPad registrieren
Unter dem Menu „Settings“ kann die Verbindung zum txtr-Account hergestellt und das Gerät auf die persönliche Adobe ID registriert werden.
6. txtrSychnronizer installieren
Jetzt fehlt nur noch die Verbindung von ihrer Festplatte zur Inbox auf der txtr-Plattform. Entweder man lädt die eigenen Texte und eBooks über die Upload-Funktion hoch (http://txtr.com/#collection/upload) oder man installiert die Synchronisationssoftware txtrSynchronizer (http://txtr.com/#install/synchronizer).
7. eBooks kaufen
Kaufen Sie ein eBook in einem Online-Store. Fast alle unterstützen das Adobe-System, das mit EPUB und PDF funktioniert (aber nicht mit Mobipocket!). Laden Sie das Dokument auf ihre Festplatte und öffnen sie es mit der Software Digital Editions öffnen. Merken sie sich den Speicherort. In Digital Editions kann dieser über das Menu „Lesen“ und die Option „Info zum Medium“ angezeigt werden.
8. eBook auf txtr-Plattform hochladen
Jetzt kann das eBook auf den zwei Wegen (Upload oder Sychronizer) auf die txtr-Plattform hochgeladen werden.
9. eBook auf iPad herunterladen
Man öffnet die App txtr auf dem iPad oder iPhone und wählt in der Rubrik „Bibliothek“ den Link zum Archiv und weiter den Link zur Inbox. Hier sind alle auf die txtr-Plattform hochgeladenen eBooks und Texte abgelegt. Aus der Inbox kann man das eBook per Knopfdruck aufs mobile Gerät herunterladen.

Screenshots vom iPad: Startbildschirm, Einstellungen und Lesemodus mit der App txtr
10. eBook auf dem iPad lesen
Voilà! Es funktioniert mit eBooks im EPUB- und im PDF-Format, die mit Adobe ADEPT geschützt sind. Der Lesekomfort ist in der txtr-Applikation auf dem iPad weniger gut als in iBooks, auch Annotationen oder Kommentare sind (noch) nicht möglich, aber man will ja nicht rummäkeln.
Das Beste zum Schluss: dieser Weg funktioniert nicht nur bei gekauften eBooks, sondern auch bei über ein Onleihe-System ausgeliehene eBooks. Getestet habe ich das mit dem Anbieter EBL (http://www.eblib.com/) und Ciando (http://www.ciando.com/) mit Hilfe von Testaccounts.
Also: es hat geklappt, wenn auch mit einem komplexen Workaround über txtr. Preisfrage: geht es nicht auch einfacher?

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Mittwoch, Oktober 27th, 2010
Und es geht doch, über die Plattform txtr.com! Und über Bluefire Reader (siehe Kommentar im zweiten Teil des Blogs)!
Doch fangen wir von vorne an: Das Thema wird in Foren heiss diskutiert und ist für manchen ein Grund, vom Kauf eines iPad abzusehen: fast alle DRM geschützten eBooks nutzen das System ADEPT von Adobe (für EPUB und PDF). Auf dem PC und Mac lassen sich diese Bücher mit Hilfe der Software Adobe Digital Editions lesen. Verschiedene E-Book-Reader, wie Sony oder NOOK, bieten integrierte Lösungen, um solche eBooks zu lesen. Dazu müssen die Geräte (übrigens auch der PC oder der Mac) für die eigene persönliche Adobe ID registriert werden. Sony macht Werbung für ihre E-Book-Reader, weil sie sogar die Onleihe, also den temporären Zugriff auf DRM geschützte eBooks, ermöglichen. Nur die Kindle-Familie und das iPad stehen abseits: Kindle nutzt ein eigenes Format (AZW) mit eigenem DRM, das nur auf den Kindle-Readern oder mit Kindle-Apps auf Smartphones und Tablets genutzt werden kann. Apple setzt mit iBooks zwar auf den offenen Standard EPUB, doch kommt das Apple-eigene DRM-System FairPlay zum Einsatz. Entsprechend können im Bookstore von Apple gekaufte eBooks nur auf Apple-Geräten gelesen werden.
Nicht nur für Konsumentinnen und Konsumenten ist das ärgerlich. Auch Bibliotheken verzweifeln fast angesichts der verschiedenen proprietären Ansätze, die sich nicht mit den Lizenzmodellen für Bibliotheken vertragen. Es wäre also von grosser Bedeutung, dass die für Bibliotheken verfügbaren Lizenzmodelle mit den trendigen mobilen Geräten kompatibel wären. Die ETH-Bibliothek prüft zurzeit Möglichkeiten, ihren externen Kunden Zugang zu lizenzierten eBooks zu gewähren. Dafür wäre die Onleihe ein möglicher Ansatz. Alle gängigen Anbieter setzen für die Onleihe auf das Adobe DRM ADEPT. Der Einsatz auf dem iPad ist aber für die ETH-Bibliothek fast schon ein Killerkriterium. Was nutzen ausleihbare eBooks, wenn sie nicht auf dem momentan wichtigsten mobilen Gerät genutzt werden können? In User Foren findet man unterschiedliche Aussagen, auch Abhandlungen darüber, weshalb das iPad und ADEPT prinzipiell unverträglich seien. Aber es gab auch eine heisse Spur, die schliesslich zum Ziel führte: die App txtr ist der Schlüssel oder das Bindeglied zwischen den zwei Welten. Bei txtr handelt es sich um die App zur Plattform von txtr.com. Letztes Jahr als Schaltstelle für den angekündigten (und noch nicht erschienenen) E-Book-Reader txtr gegründet, ist es heute eine selbständige Plattform zum Kaufen und Verwalten von E-Books und anderen elektronischen Texten.
Der Weg vom DRM geschützten eBook auf das iPad ist relativ kompliziert, aber er funktioniert ganz legal. Er wird in zehn Schritten im zweiten Teil des Blogbeitrags beschrieben.
…zum zweiten Teil des Blogbeitrags

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Freitag, September 3rd, 2010
Wer schon immer einmal stolzer Lenker einer eigenen „Fahrbücherei“ sein wollte, für den bietet der französische Hersteller Bookeen ein unschlagbares Angebot: den Cybook Opus für nur 249 CHF bzw. 199,90 €. Leider entpuppt sich das vermeintliche Gefährt dann letztlich doch nicht als Bus oder LKW, sondern als E-Book-Reader, dessen mehrsprachige Verpackungsbeschreibung (und Gebrauchsanleitung!) wohl nicht mehr in allen Teilen Korrektur gelesen wurde. Aber schöner als „digitales Lesegerät“ klingt „Fahrbücherei“ oder „mobile library“ doch allemal…!
Ist diese erste „Enttäuschung“ überwunden, entpuppt sich der Cybook Opus jedoch in der Praxis als ein – in bestimmten Bereichen – recht brauchbarer E-Book-Reader. Nach einem ersten Release im Juli 2009 hat der Hersteller nun im Mai eine überarbeitete Version (verbesserte Firmware etc.) herausgebracht und im Gegensatz zum inzwischen insolventen Interead (COOL-ER) wohl auch eine realistischere Markteinschätzung getroffen, was sich in der Senkung des Preises von 249 auf knapp 200 € ausdrückt.
Mit seinen 150 Gramm und Abmessungen von nur 151 x 108 x 10 mm ist das Gerät äusserst leicht und handlich. Diese Handlichkeit findet ihre Entsprechung in der übersichtlichen Anordnung der Bedientasten auf der Vorderseite, die dadurch gut erreichbar sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die vermutlich aus ergonomischen Gründen vorgenommene Umkehrung der Blätterfunktion (oben=vor, unten=zurück) im Vergleich zum zentralen Navigationsbutton. Das Blättern selbst geht zügig vonstatten. Auch die Navigation in den Ordnerstrukturen und Einstellungsmenüs funktioniert gut und ist in der Regel intuitiv nachvollziehbar. Erwähnenswert ist auch der integrierte G-Sensor für die automatische Ausrichtung des Displays, der jedoch manchmal bei leichter Schräghaltung etwas sensibel reagiert.

Trotz des kleinen E-Ink-Bildschirms von nur 5 Zoll werden die (Text-)Inhalte klar dargestellt (200 dpi), und die Schriftgrössen lassen sich bei „originären“ E-Book-Formaten innerhalb einer Skala von 12 Stufen regulieren. Dies funktioniert zumindest im EPUB-und HTML-Format. Bei der Wiedergabe von PDF-Dokumenten gerät der Cybook Opus jedoch an Grenzen. Wer diese in der Vollansicht (oder zumindest auf zwei Seiten aufgeteilt) lesen möchte, muss schon ein geübter Leser von Robert Walsers Mikrogrammen sein… Der kleine Bildschirm und die Beschränkung auf die Zoom-Funktion lassen das Lesen von PDFs somit zum fortwährenden Sehtest werden. Oder aber (bei vergrösserter Anzeige) zu einem wahrhaften Navigationstraining. Misslich ist auch, dass der Opus nicht bei allen Formaten die Möglichkeit zum Setzen von Lesezeichen zulässt (wiedergeben lassen sich die Formate PDF, EPUB, FB2, TXT, HTML, mobipocket sowie JPEG, GIF und PNG) und auch keine Möglichkeit der Suche bietet. Für den Gebrauch im Kontext des wissenschaftlichen Arbeitens erscheint der Opus somit kaum geeignet.
Fazit: Der in sieben verschiedenen Farben erhältliche Cybook Opus gehört zweifellos zu den besseren eReadern (für den Freizeitbereich), obschon man sich noch die ein oder andere Funktion zusätzlich wünschen würde. Wenn der Preis sich noch von der 200-Euro-Marke entfernen würde, könnte Bookeen sich mit dem Opus in diesem Segment der kompakten, sich auf Kernfunktionen beschränkenden Lesegräte durchaus gegenüber grösseren Konkurrenten etablieren. Dazu gehört allerdings auch ein professionelleres Marketing bzw. kompetente Übersetzer …
Den Testbericht zum Bookeen hat unser Gast von der Humboldt-Uni, Christian Winterhalter verfasst, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei!

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Mittwoch, August 25th, 2010
Das neuste Gerät, das die ETH-Bibliothek einem Praxistest unterzogen hat, ist der bunte COOL-ER. Ein erster Versuch ist daran gescheitert, dass sich im heissen Sommer die Schutzfolio so mit der Rückseite verschmolzen hatte, dass ich beim Entpacken gleich die schöne blaue Farbe und das Logo abriss. Die Ersatzlieferung erfolgte jetzt. Den Test hat unser Gast Christian Winterhalter von der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt. Hier sein Fazit:
Der COOL-ER fällt zunächst durch sein geringes Gewicht auf und liegt gut in der Hand. Die Verarbeitung (billig wirkendes Plastikgehäuse, Haptik der Bedienknöpfe) steht jedoch in einem gewissen Widerspruch zum Preis. Die durch die optische Anlehnung an den iPod suggerierte Benutzerfreundlichkeit wird hingegen in der Praxis nicht eingelöst: die Menüführung ist sehr umständlich und vollzieht sich langsam. Gut ist die Darstellung der Inhalte, die sich leicht in der Grösse (7 Stufen) regulieren lässt. Die Akkukapazität reicht laut Hersteller für 8.000 x Umblättern aus (die Akkuanzeige schwankt jedoch des Öfteren).
Interead hatte unlängst für den Herbst dieses Jahres die Nachfolgemodelle COOL-ER Compact und COOL-ER Connect (mit WiFi) mit mehr Funktionen und zu einem günstigeren Preis angekündigt. Im Juli musste die Firma jedoch Konkurs anmelden, so dass diese nicht mehr auf den Markt kommen werden. Auch das vorgestellte COOL-ER-Modell ist derzeit weder im Direktvertrieb noch über Händler lieferbar.

Eigentlich war das Konzept des COOL-ER ja ganz witzig. Er wirkt frischer als die etablierten E-Book-Reader und ist mit 178 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Allerdings scheint mir der Preis von Fr. 339.- (Listenpreis $ 249.-) viel zu hoch. Die E-Ink-Reader haben meines Erachtens nur eine Chance als preisgünstige Alternative zu den Tablets, was Amazon und Barnes&Noble erkannt haben. Der COOL-ER wirkte leicht und billig, war es aber nicht wirklich. Eine zurückgezogene Grossbestellung soll ihm jetzt zum Verhängnis geworden sein. Auch wenn der COOL-ER ganz vom Markt verschwinden wird, gibt es ihn jetzt im InfoCenter der ETH-Bibliothek zum Testen.
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Dienstag, August 3rd, 2010
An der Ticer Digital Libraries à la carte 2010 in Tilburg habe ich über eReader und ihre Auswirkungen auf Bibliotheken gesprochen. Den Vortrag gibt es auf Englisch via Slideshare:
Es war interessant zu hören, dass sowohl in Dänemark (Royal Library) wie auch in den USA (z.B. an der NCSU) eReader (Kindle, iPad) mit E-Books bestückt und ausgeliehen werden. So wie ich das sehe, wäre das lizenztechnisch gesehen nicht erlaubt. Dieselbe Meinung vertritt auch ein Beitrag im Library Law Blog. Ich bin ja sonst auch für die “just-do-it”-Methode, aber bei lizenzierten E-Books würde ich das nicht wagen. Vielleicht erreichen wir ja in Lizenzverhandlungen mit Verlagen eine Einigung. Aber ich tendiere ohnehin eher darauf, dass wir als Bibliothek die Plattform bieten sollten, damit unsere Benutzer die E-Books in dem von ihnen gewünschten Format auf den E-Reader ihrer Wahl herunterladen können. Und die Vorstellung, dass eReader im Bibliothekssystem katalogisiert werden, finde ich auch etwas gewöhnungsbedürftig…
Und noch etwas zur Zukunft der dedizierten E-Book-Reader. Die massiven Preissenkungen bei Nook, Sony und letzte Woche beim Kindle zeigen, dass ihre Zukunft eher in einem Niedrigpreissektor liegt. Die auf E-Ink basierenden Reader können mit den multimedialen Fähigkeiten der Tablets nicht wirklich mithalten – ausser sie konzentrieren sich auf die Funktion, Bücher unterwegs zu lesen und bieten diese sehr günstig an. Dann müssten aber auch noch die E-Books billiger werden.
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Dienstag, Mai 18th, 2010
In einem Beitrag der NZZ über den iPad-Test an der Universitätsbibliothek Lausanne hiess es, man prüfe, ob man Applikationen fürs iPad entwickeln könne, um die vielen digitalen Inhalte anbieten zu können. Ich habe es andersrum geprüft: inwiefern lassen sich mit den verfügbaren Applikationen die an der ETH-Bibliothek digitalisierten Inhalte anzeigen?
Erste Wahl ist hierbei GoodReader, der bestens mit PDF-Dokumenten umgehen kann.
1. ETH E-Collection: Mit GoodReader lassen sich die PDF-Dokumente vom Dokumentenserver der ETH Zürich einfach herunterladen und anschliessend in Ordnern ablegen. Danach können die Dokumente offline gelesen werden. Alles bestens, also.
2. E-rara.ch: Schon die Webseite sieht mit Safari auf dem iPad wie dafür geschaffen aus. Auch Blättern in den Dokumenten, Darstellen der Thumbnail-Übersicht funktionieren bestens. E-rara.ch bietet zudem die Funktion, komplette PDF-Dokumente herunterzuladen. Auch das klappt mit dem GoodReader so gut, dass man meinen könnte, e-rara sei dafür optimiert worden. Nun kann man offline in den PDF-Dokumenten blättern und über die hohe Auflösung der Digitalisate staunen. Test bestanden!

Screenshot vom iPad: das Webangebot von e-rara.ch mit einer Seite in Detailansicht
3. E-Pics: Die Bilddatenbank E-Pics bietet neben der Funktion für die externe Bildnutzung auch interne Funktionen. Mit der entsprechenden Berechtigung kann man Bilder auch in hoher Auflösung herunterladen. Das hat vom iPad aus bestens funktioniert, wobei das Bild nach dem Download ebenfalls in GoodReader geöffnet wird und von dort in der Fotosammlung abgespeichert werden kann. Hier steht das Bild dann weiteren Applikationen wie Pages oder Keynote zur Verfügung und kann also in Texte oder Präsentationen integriert werden. Tönt nicht schlecht, oder?

Screenshot vom iPad: Seite Bildangaben mit Downloadfunktion
E-Pics leidet aber unter dem fehlenden Flash auf dem iPad: die Zoomfunktion in der Detailansicht funktioniert deshalb nicht. Ein kleiner zusätzlicher Hinweis: wenn man ein Bild im Browser geöffnet hat, kann man etwas länger aufs Bild tippen, dann erscheint der Dialog, ob es in die Fotosammlung aufgenommen werden soll. Geht übrigens auch beim iPhone. So gelangen die unter Creative Commons-Lizenz veröffentlichten Bilder auch aus der Google-Bildsuche aufs iPad oder iPhone. Ohne eigens entwickelte Applikation.
Fazit: die Online-Angebote der ETH-Bibliothek sind durchaus “iPad kompatibel”. Oder ist es wohl eher umgekehrt?

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Montag, Mai 10th, 2010
Und es geht doch! Ich hatte nach meinen ersten Tests den Eindruck, dass sich keine eigenen, also nicht im Apple Bookstore gekauften oder kostenlos bezogenen, E-Books auf das iPad und in die Applikation iBooks laden liessen. Nun hat sich aber herausgestellt, dass es tatsächlich einen ganz offiziellen Weg gibt, um eigene E-Books im Format EPUB in die Applikation iBooks zu laden und auf dem iPad zu lesen. Der Weg führt über die Synchronisierung mit iTunes: ein EPUB kann über das Menü “Datei zur Mediathek hinzufügen” auf iTunes kopiert werden. Dort erscheint ein neuer Folder “Bücher”, in den die E-Books abgelegt werden.

Screenshot: iTunes mit E-Books im EPUB-Format und angeschlossenem iPad
Anschliessend wird das iPad mit iTunes synchronisiert – und die eigenen E-Books lassen sich farbig auf dem Device darstellen. Die eigenen Texte erstrahlen auf der iBooks-Oberfläche in neuem Glanz.

Screenshot vom iPad: eigenes E-Book im EPUB-Format in der Applikation iBooks
Ich habe meine entsprechenden Blog-Beiträge zum iPad jetzt nachträglich korrigiert. Das iPad ist also weniger verschlossen gegenüber fremden (oder eben eigenen) Inhalten, als ich zunächst den Eindruck hatte. Und wer wissen möchte, wie man einen eigenen Text ins Format EPUB umwandeln kann, der findet nähere Informationen in meinem älteren Blogbeitrag zum Thema.

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Dienstag, April 27th, 2010
Das Pdf ist tot, lang lebe das Pdf! Während ich die verschiedenen dedizierten eReader testete, gelangte ich zur Überzeugung, dass als eBook-Format eigentlich nur das EPUB eine Zukunft hat. Die meisten Reader sind für die Anzeige von PDF-Dokumenten zu klein oder bieten zu wenig Funktionen, wie z.B. Vergrössern eines Ausschnitts. Um ein belletristisches Werk auf einem eReader oder einem Smart Phone zu lesen, eignet sich das EPUB eigentlich ideal. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass das EPUB gerade im naturwissenschaftlichen Umfeld auf enge Grenzen stösst, sobald es um die Darstellung von Formeln, Tabellen, farbigen Grafiken und ähnlichem geht.
Und jetzt kommt also das iPad, das sich gegenüber offenem EPUB (noch) verschlossen zeigt, dafür hervorragend mit PDF umgehen kann. Das beginnt bei der Anzeige, dem Rendering des Dokuments beim Zoomen in Ausschnitte, der Darstellung farbiger Inhalte auf dem 9.7-Zoll-Bildschirm, der für ein A4-Pdf wie geschaffen ist. Das geht weiter mit dem Handling der Dateien, für die es schon zu Beginn sehr nützliche Applikationen gibt, wie z.B. den GoodReader. Damit lassen sich PDF-Dokumente von Webseiten herunterladen und verwalten. Mit iAnnotate PDF kann man – zumindest ansatzweise – auch PDF-Dokumente bearbeiten (annotieren, markieren etc.).
Diese Ausgangslage ist in mehrfacher Hinsicht interessant, vor allem für eBooks im wissenschaftlichen Umfeld sowie für Zeitungen.
Use Case wissenschaftliche eBooks: das aktuelle Angebot der Wissenschaftsverlage kam mir mit dem Modell kapitelweiser PDF-Dokumente zum Download aus dem Hochschulnetzwerk ziemlich veraltet vor. Nun zeigt sich, dass genau dies vom iPad bestens unterstützt wird: es ist VPN fähig, wodurch sich wie vom PC im Büro aus auf die mit IP-Range geschützten Inhalte der Verlage zugreifen lässt. Beim PDF entfallen alle Probleme mit Layout, Darstellung von Grafiken, Formeln etc. Ich kann mir parallel (noch besser, wenn das iPad Multitasking unterstützte…) Notizen machen und Textpassagen oder Screenshots in ein Textdokument einfügen. Eindeutiger Vorteil beim PDF gegenüber dem EPUB.

Screenshot: Zugriff auf eBooks von SpringerLink via GoodReader und VPN
Use Case Zeitungen: eigentlich habe ich die ePapers als Auslaufmodell eines digitalen Angebots belächelt. Ich meine, heute hat doch jede Zeitung ein umfassendes Webangebot, das ich auch schnell per iPhone konsultieren kann. Kleiner Wermutstropfen: in der Regel enthält das Webangebot nicht sämtliche Inhalte der gedruckten Zeitung. Als Pendler bin ich darauf angewiesen, dass mir die abonnierte Tageszeitung am Morgen früh nach Hause geliefert wird. Dank dem ePaper und dem iPad wird es mich künftig nicht mehr ärgern, wenn die Zeitung noch nicht im Briefkasten war. Ich verbinde mich mit dem WLAN und lade nach dem Einloggen die 25 MB grosse PDF-Datei auf mein Gerät (am besten via GoodReader, dann bleibt es lokal gespeichert). Und im Zug kann ich durch die Zeitung blättern, Ausschnitte vergrössern – und mir auch schnell einen Screenshot von einer interessanten Seite oder einem Beitrag machen, den ich anschliessend auch per Mail verschicken kann oder mir im Büro auf den PC laden kann. Natürlich sind tägliche Downloads von 25MB nicht gerade ideal, wenn ich keine Flatrate oder keinen Zugriff auf freies öffentliches WLAN habe. Aber für die Anwendung unterwegs – gerade auch, wenn ich im Ausland bin – ist das mehr als eine Notlösung.

Screenshot: die Startseite des Tages-Anzeigers als ePaper
Beim ePaper würde ich mir jetzt einfach noch einen einfacheren Bezug wünschen, so dass mir auf Wunsch die Zeitung ungefragt in den virtuellen Briefkasten gelegt wird und das tägliche Einloggen und Auswahlprozedere entfällt…
Es würde mich interessieren, ob andere diese Einschätzung mit mir teilen – nutzt doch einfach die Kommentarfunktion, falls ihr eure Meinung dazu äussern möchtet. Herzlichen Dank!

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Montag, April 26th, 2010
Hier eine kurze Zusammenfassung der vier Blogbeiträge zum Praxistest des iPads. Die Möglichkeiten der Multitouch-Technologie kennt man mittlerweile vom iPhone. Der 9.7 Zoll grosse Bildschirm wirkt brillant und eignet sich sehr gut zur Darstellung von Webseiten, Videos und vielem mehr (Games habe ich noch keine getestet). Überwältigend ist die Performance beim Aufschalten (in 2.5 Sekunden) und bei der Darstellung grafischer Inhalte.
Als eReader bietet das iPad die Software Kindle für iPad und in den USA die App iBooks von Apple mit der Verbindung zum Bookstore. Eigene Inhalte können als EPUB via iTunes mit iBooks synchronisiert werden. (Korrektur vom 8.5.2010)
Dafür wird eine iPad-Version von Stanza schmerzlich vermisst. Die Darstellung von Buchseiten (auch farbige) und Blätterfunktion sind erwartungsgemäss toll, allerdings nicht bei besonders heller Umgebung. Bei Copyright geschützten eBooks können keine Textstellen herauskopiert werden.
Zum Bearbeiten von Inhalten bietet Apple die Apps Pages (Texte), Keynote (Präsentationen) und Numbers (Tabellen) an, die mit einem neuen Interface überzeugen, das auf die Multitouch-Oberfläche zugeschnitten ist. Inhalte lassen sich über die Apple-Plattform iWork.com mit anderen Nutzern teilen.
Für die Nutzung wissenschaftlicher Inhalte bieten einzelne Applikationen sehr brauchbare Lösungen, allen voran GoodReader. Damit lassen sich Worddokument und Pdf-Files verwalten und teilen. Mit GoodReader kann man Inhalte aus Online-Plattformen wie GoogleDocs, Dropbox oder iDisk bearbeiten.
Fazit: Die oft erwähnten fehlenden Elemente vermisst man tatsächlich: USB-Schnittstelle, Kamera, Flash-Unterstützung. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Abschottung durch Apple gegenüber anderen Plattformen. Mit dem iPad muss man sich zwangläufig im Apple-Universum bewegen. Insgesamt überzeugt das iPad als superschnelles mobiles Zusatzgerät, sei es zum Lesen und Schreiben von Texten unterwegs, zum Lesen von eBooks oder wissenschaftlicher Literatur. Gegenüber allen eReadern hat das iPad entscheidende Vorteile bei der Nutzung von Pdf-Dokumenten, wodurch es beim Einsatz im Hochschulumfeld klar zu bevorzugen ist. Es ist damit zu rechnen, dass ähnlich wie beim iPhone zahlreiche Apps entwickelt werden, die für heute noch nicht vorstellbare zusätzliche Anwendungen sorgen werden.
Und hier findet man die einzelnen Beiträge:

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