Fallstudie zu „Curation Gap“ zwischen Forschungs- und Bibliothekspraxis

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Forschung mehr und mehr zu einem digitalen Unterfangen entwickelt. Das hat neue Herausforderungen für den Erhalt und die Pflege von Forschungsdaten mit sich gebracht.

Towards narrowing the curation gap

Obwohl die letzten Jahrzehnte erhebliche Fortschritte hin zu robusten Erhaltungstools und Strategien sahen, besteht immer noch eine Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen der Forschenden und den Angeboten der digitalen Datenerhaltung.

Ein kürzlich veröffentlichter Artikel, verfasst in Zusammenarbeit von Prof. Andreas Fischlin (D-USYS), Matthias Töwe und Ana Sesartic (ETH-Bibliothek, Digitaler Datenerhalt), diskutiert diese Kluft zwischen den Bedürfnissen und Aktivitäten auf Seiten der Forschenden und Kuratoren.

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Abbildung 1: Hinter den Kulissen: Work-in-progress Impression während der Arbeit am Artikel

Argumentation

Die Autoren argumentieren im Artikel, dass diese Kluft überbrückt werden kann, indem

  • einerseits Kuratoren konstruktive Unterstützung für die Bedürfnisse der Forschenden bieten
  • und indem anderseits die Forschenden ihre Ergebnisse von Beginn des Datenlebenszyklus an konsequent gemäss allgemeingültiger Konzepte organisieren.

Sie zeigen anhand einer Fallstudie, wie solche Konzepte dazu beigetragen haben, eine pragmatische Forschungspraxis umzusetzen, die nachhaltiges, selbsterhaltendes Archivieren seit 1989 ermöglicht hat. Dieser Ansatz macht die Fallstudie besonders: er basiert auf langjähriger Praxis im Forscheralltag.

Ergebnis

Der Fokus des Artikels liegt auf klaren Konzepten, die mit relativ wenigen und einfachen Tools umgesetzt werden können. Anstatt die Aufgaben an komplexe Software zu delegieren, möchte der Artikel die Forschenden dazu ermutigen, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten und entsprechend zu handeln. Die Autoren sind sich dabei bewusst, dass der gleiche Ansatz bei unterschiedlichen Nutzern entsprechend ihren Bedürfnissen zu ganz unterschiedlichen Lösungen führen kann, obwohl die grundlegenden Prinzipien die gleichen bleiben.

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Abbildung 2: Das Flowchart verdeutlicht Prozesse beim Literaturmanagement. Es enthält einfache Regeln, denen ein Forschender x folgen kann, um neue wissenschaftliche Arbeiten zu dem von den Autoren vorgeschlagenen System hinzuzufügen (weitere Informationen im Artikel).

Wo finde ich den Artikel?

Der Artikel Towards Narrowing the Curation Gap—Theoretical Considerations and Lessons Learned from Decades of Practice ist frei verfügbar im International Journal of Geo-Information (Sesartić, A.; Fischlin, A.; Töwe, M. Towards Narrowing the Curation Gap—Theoretical Considerations and Lessons Learned from Decades of Practice. ISPRS Int. J. Geo-Inf. 2016, 5, 91. http://doi.org/10.3390/ijgi5060091).

Weitere Fragen?

Wenn Sie mehr über Datenmanagement und digitalen Datenerhalt erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an die Fachstelle Digitaler Datenerhalt.


Dieses Werk unterliegt einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Public License.

CC-BY-SA

DOI Link: 10.16911/ethz-ib-2544-de

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