Management von Forschungsdaten: Start des Projekts „Data Life-Cycle Management“

Forschende an allen Schweizer Hochschulen stehen vor wachsenden Herausforderungen beim Management ihrer Forschungsdaten (siehe auch Blogbeiträge vom 12/5/2014 und 16/12/2013). Dabei geht es nicht einfach darum, immer grössere Datenmengen zu speichern, sondern es sind Lösungen gefragt, die auch die Dokumentation, das Teilen und Publizieren von Daten unterstützen und sie langfristig verfügbar halten. Dafür engagieren sich auch die ETH-Bibliothek und die Informatikdienste der ETH Zürich.

Schweizweites Projekt „Data Life-Cycle Management (DLCM)“

Es ist nicht sinnvoll, dass jede Hochschule eigene Wege geht. Im Auftrag der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) führt swissuniversities darum das Programm SUK P-2 „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“ durch, das insgesamt den Umgang mit wissenschaftlichen Informationen verbessern soll. Als Teil dieses Programms wurde das Projekt „Research Data Life-Cycle Management: From Pilot Implementations to National Services (DLCM)“ am 22. Juni 2015 genehmigt. Es startete im August 2015 und läuft bis Juli 2018.

Nationale Lösungen für das Management von Forschungsdaten

Hauptziel des Projekts ist die Schaffung nachhaltiger und konkreter Lösungen auf nationaler Ebene für das Datenmanagement über den gesamten Lebenszyklus von Forschungsdaten (Research Data Life Cycle-Management) hinweg. Die Herausforderungen reichen von der effizienten Verarbeitung und Speicherung grosser Datenmengen über die zeitnahe Dokumentation von Zusammenhängen und Abhängigkeiten bis zur Veröffentlichung und dauerhaften Archivierung relevanter Daten. Gefragt sind dabei sowohl leistungsfähige technische Lösungen als auch klare und verständliche Vorgaben für Best Practices.

Es gibt in verschiedenen Institutionen erfolgversprechende Lösungen und Ansätze zur Beantwortung dieser Herausforderungen. Das Projekt baut auf diesen Grundlagen auf, um zukünftig tragfähige Dienstleistungen für die gesamte Hochschullandschaft zu schaffen.

2015-09-08_data-life-cicleAbbildung1: Eliane Blumer, Pierre-Yves Burgi: Data Life-Cycle (based on UK Data Archive)

Beteiligung der ETH Zürich

Aus der ETH Zürich sind die Fachstelle Digitaler Datenerhalt der ETH-Bibliothek und die Abteilung ID Scientific IT Services am Projekt beteiligt. Sie entwickeln die Erfahrungen ihrer bisherigen Arbeit im Forschungsdatenmanagement weiter, vertiefen die bereits bestehende Zusammenarbeit und stellen die Resultate auf nationaler Ebene zur Verfügung.
Die Beiträge der Partner folgen grob dem Lebenszyklus der Daten: So baut die ETH-Bibliothek eine Beratung zum Datenmanagement bereits vor Beginn eines Forschungsprojekts auf, wenn es darum geht, Anforderungen der Geldgeber zu berücksichtigen. Während der laufenden Arbeit in einem Forschungsprojekt können Daten z.B. auf der Plattform openBIS verwaltet werden, die die ID Scientific IT Services für das Management von Daten im Forschungsprozess entwickeln und unterstützen, bisher vor allem für die Biologie.

Daten, die nicht mehr weiter bearbeitet werden, können anschliessend im ETH Data Archive der ETH-Bibliothek abgelegt werden. Falls Daten dort zudem öffentlich zugänglich gemacht werden sollen, können sie mit Hilfe eines Digital Object Identifier (DOI) dauerhaft zitiert werden.

Als Teil des Projekts „Data Life-Cycle Management“ sollen diese eigenen Dienste der ETH Zürich noch besser miteinander sowie mit internationalen fachspezifischen Services der wissenschaftlichen Disziplinen verbunden werden. Damit können Forschende von Routineaufgaben im Datenmanagement entlastet werden, die eine zunehmende Herausforderung darstellen.

2015-09-08_digitaler-datenerhalt

Abbildung 2: Webseiten der Beteiligten der ETH Zürich

Beteiligungen anderer Partner

DLCM ist ein Gemeinschaftsprojekt der folgenden Partner:

  • EPF Lausanne
  • ETH Zürich
  • Universitäten Basel, Genève, Lausanne, Zürich
  • Fachhochschule Westschweiz (HEG Genève)
  • SWITCH

Die Projektleitung liegt bei Dr. Pierre-Yves Burgi (Université de Genève), sein Stellvertreter ist Dr. Bernd Rinn, Leiter der Abteilung ID Scientific IT Services der Informatikdienste der ETH Zürich.

Laufzeit und Gesamtbudget

Die Laufzeit des Projekts DLCM beträgt drei Jahre und beginnt im August 2015. Zum Gesamtbudget in Höhe von CHF 10,7 Mio. tragen die SHK 5,7 Mio. und die beteiligten Institutionen 5 Mio. bei. Genehmigt wurde die Finanzierung bis Ende 2016. Die Fortsetzung des Projekts bis Juli 2018 fällt in die nächste Finanzierungsperiode. Die Mittel für 2017 und 2018 wurden unter dem Vorbehalt der Verlängerung des SUK-Programms in der Periode 2017 bis 2020 provisorisch zugesagt.


Dieses Werk unterliegt einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Public License.

CC-BY-SA

DOI Link: 10.16911/ethz-ib-1992-de

No Responses

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.