Wie Sie Publikationen aus ETH E-Collection in Ihr ORCID-Profil importieren

In einem früheren Blogbeitrag haben wir das Potenzial von ORCID als eindeutigem Identifier für wissenschaftliche Autorinnen und Autoren betrachtet. Anhand eines konkreten Beispiels aus der ETH-Bibliothek verdeutlichen wir in diesem Beitrag die Relevanz des Themas. Es zeigt, wie der Datenaustausch zwischen dem Publikationssystem einer Hochschule und einem ORCID-Profil mittels DOIs aussehen kann.

Die ETH E-Collection ist das Institutional Repository der ETH Zürich. Über diese Open-Access-Plattform können ETH-Angehörige wissenschaftliche Arbeiten einer weltweiten Leserschaft zugänglich machen. Jedes über die ETH E-Collection publizierte Dokument erhält einen Digital Object Identifier (DOI). Dieser stellt den langfristigen Zugriff auf das Dokument sicher und gewährleistet seine Zitierfähigkeit.

Die ETH-Bibliothek führt die DOI-Registrierung für die ETH E-Collection in Zusammenarbeit mit der DOI-Registrierungsagentur DataCite durch. Im Zuge der Registrierung übermitteln wir die Metadaten aller Publikationen, die einen DOI-Namen erhalten, an den sogenannten DataCite Metadata Store. In diesem knapp 3,5 Millionen Datensätze umfassenden Metadatenpool kann der Grossteil aller weltweit via DataCite registrierten DOIs gesucht und gefunden werden.

e-collection_nach_datacite

Möchten Sie nun Ihre über die ETH E-Collection publizierte Dissertation, Ihr Working Paper oder Ihren Konferenzbeitrag in Ihr ORCID-Profil importieren, können Sie dafür den DataCite Metadata Store nutzen: Wählen Sie in Ihrem ORCID-Profil die Option „Link Works“ und klicken anschliessend auf den „DataCite search and link“  Wizard. Hiermit autorisieren Sie DataCite für das Hinzufügen von Publikationen.

link_works

Danach können Sie Ihre Publikation aus der Trefferliste auswählen und zu Ihrem ORCID-Profil hinzufügen.

add_work

Die Referenz erscheint in Ihrem ORCID-Profil in der Rubrik „Works“.

Bei dem beschriebenen Importprozess handelt es sich um eine beispielhafte Anwendung, die mit einigen noch ungelösten Fragen einhergeht. So erlaubt ORCID derzeit das nachträgliche Editieren von importierten Referenzen ausdrücklich nicht (siehe dazu einen Eintrag im ORCID Idea Forum). Auch erfolgt die Suche nach Referenzen im DataCite Metadata Store nur aufgrund des Namens des angemeldeten ORCID-Nutzers – bei häufig vorkommenden Namen muss die Suche also mit bereits vorhandenen Titelangaben von Publikationen präzisiert werden.

Dennoch zeigt diese Verknüpfung von ETH E-Collection und ORCID bereits jetzt sehr anschaulich auf, wie sowohl Bibliotheken als auch Wissenschaftler mithilfe der konsequenten Anwendung von Persistent Identifiers für Publikationen (DOIs) und Personen (ORCID iDs) das Zusammenspiel zwischen voneinander unabhängigen Datenbanken verbessern können. Damit wird letztlich der Aufwand für die Pflege der Daten für wissenschaftliche Autorinnen und Autoren in Zukunft entscheidend verringert. Gleichzeitig wird die Sichtbarkeit ihrer Publikationen weiter erhöht.


Dieses Werk unterliegt einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Public License.

CC-BY-SA

DOI Link: 10.16911/ethz-ib-1613-de

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