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Blackberry Playbook im Test


Das 7-Zoll-Tablet Playbook ist ein handliches Device, klar für die Nutzung im Querformat ausgerichtet. Der erste Eindruck ist durchaus positiv, wenn man sich mit einer Grundfunktion des Touchscreens vertraut gemacht hat: Um zum Hauptmenü zu gelangen, muss man jeweils mit dem Finger vom unteren Rand nach oben fahren. Das Playbook überrascht durch sehr schnelle Reaktion. Auch Multitasking beherrscht das BlackBerry Tablet OS bestens.

Aber umso schneller merkt man auch, dass das Gerät eindeutig zu früh auf den Markt geworfen wurde. Es gibt erst wenige Apps, und für viele wichtige Anwendungsfälle fehlt ein entsprechendes Tool. Ich nutze selbst kein Blackberry, kann also die Integration in diese Umgebung und die Synchronisation mit den wichtigsten Diensten nicht beurteilen. Ich verweise dazu auf den Bericht von Chip.de, welche diese Synchronisation getestet und gelobt haben. Die Daten sind auf dem Playbook nur solange verfügbar, wie das Smartphone daran gekoppelt ist. Aus Sicherheitsgründen verschwinden die Daten dann wieder auf dem Tablet. Das stelle ich mir allerdings sehr unpraktisch vor… Das bedeutet ja, dass ich das Playbook ohne verbundenes Blackberry nicht vernünftig nutzen kann. Dieses „Feature“ wäre nichts für mich…

Ein Besucher am Stand der Zukunftswerkstatt am Bibliothekartag versuchte die Synchronisation mit seinem Blackberry, gab mir das Gerät aber nach einiger Zeit entnervt zurück… Er fand sich offenbar mit den unterschiedlichen Bedienkonzepten von Smartphone und Tablet nicht zurecht.

Das Hauptproblem des BlackBerry Playbook ist die magere Ausstattung der AppWorld. Ich finde auf dem Device keine brauchbare Agenda, nur verschiedene Mail-Clients (Hotmail, GMail), die auf den Webbrowser verweisen und keine vernünftige Software, um E-Books zu lesen. Installiert sind ein PDF-Reader und die Apps Word To Go, Sheet To Go und Slideshow To Go. Mit BlueBox steht eine Anwendung für Dropbox zur Verfügung. Der Versuch, eine Präsentation von Dropbox zu starten, misslang jedoch.

Ein Rätsel gibt der Akku auf: Laden dauert eine gefühlte Ewigkeit, egal ob man dafür das Ladegerät oder die USB-Verbindung zum PC nutzt. Dafür leert sich der Akku überraschend schnell, vor allem im ausgeschalteten Zustand bzw. im SleepMode. Zudem entwickelt das Device recht grosse Hitze beim Ladevorgang. Angeblich soll das Tablet eine Akkulaufzeit von über 5 Stunden aufweisen.

Für die ETH-Bibliothek sind diese Devices ja vor allem im Hinblick auf die Frage interessant, wie gut sie sich zum Lesen und Bearbeiten von Texten und E-Books eignen. In der Blackberry AppWorld findet man nur den Kobo-Reader. Man kann also nur E-Books aus diesem Store kaufen und auf dem Gerät lesen. Eigene EPUB-Dokumente erkennt das Device nicht, auch wenn sie über BlueBox aus Dropbox geladen werden. PDF-Dokumente können mit dem vorinstallierten Acrobat Reader gelesen, aber nicht bearbeitet werden.

Es ist unklar, welche Zielgruppe RIM mit dem Blackberry Playbook ansprechen will. Die User ihrer Smartphones aus dem Business-Bereich dürften sich mit diesem Gerät kaum anfreunden. Dafür ist es zu wenig praktisch und zu wenig gut in die Arbeitsumgebung integriert. Für alle anderen bietet es zu wenig Inhalte, um eine Alternative zum iPad oder den Android-Tablets darzustellen. Deshalb sage ich dem Gerät keine glorreiche Zukunft voraus… Ach ja, auch der Name des Device hält ja nicht gerade, was er verspricht: wenig zum Spielen, wenig Bücher zum Lesen…

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3 Responses to “Blackberry Playbook im Test”

  1. Test: Blackberry Playbook « OnleiheVerbundHessen Says:

    [...] Innovation@ETH-Bibliothek | Blackberry Playbook im Test. [...]

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  2. Patrick G. Says:

    Wenn man keine Ahnung hatte, sollte man solche Testberichte lassen. Was hier steht läuft schon unter Rufmord. Aber lassen wir das, will ja nicht als Fanboy darstehen. Aber wenn man nicht versteht, was für ein Produkt das PB ist, dann sollte man auch nicht einen derartigen Text schreiben…

    beste Grüsse

    p.s. nächstes mal genauer hinschauen und sich informieren.

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  3. Rudolf Mumenthaler Says:

    Lieber P.
    Ich bin offen für Gegenargumente. Mein Fokus richtet sich auf die Anwendung als mobiles Gerät zum Lesen von E-Books sowie zum Arbeiten im Kontext von Hochschulen. Und dafür bietet meiner Ansicht nach das Blackberry zu wenig.
    Beste Grüsse
    Rudolf Mumenthaler

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