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Archiv für September, 2010


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E-Book-Reader im Test: Kindle 3

Freitag, September 24th, 2010

Jetzt ist der Kindle 3 also auch in der Schweiz erhältlich. Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Kindle spürbar verbessert wurde und nun zu einem attraktiv tiefen Preis angeboten wird – zumindest in den USA. Dort ist das Modell mit WiFi (ohne 3G-Anbindung) für nur noch $139.- zu haben. In der Schweiz ist das Gerät für Fr. 239.- zu haben, das Modell mit 3G für 299.- (bei Digitec). Mit der massiven Preisreduktion hat Amazon eine Entwicklung eingeläutet, die den e-Ink-Readern neben den Tablets einen Platz sichern sollen.

Auffällige Neuerung ist die Reduktion der Grösse des Readers, ohne dass der Bildschirm kleiner geworden wäre. Damit konnte auch das Gewicht verringert werden (um 40 Gramm), so dass der Reader insgesamt handlicher und praktischer wirkt. Der Bildschirm wirkt tatsächlich brillanter als bei seinem Vorgänger, gemäss Angaben von Amazon ist der Kontrast um 50% erhöht worden. Der gewöhnungsbedürftige Joystick der letzten Kindle-Reihe wurde nun durch ein Pfeilkreuz ersetzt. Doch auch mit dieser neuen Lösung bleibt die Navigation ein Schwachpunkt des Kindle, vor allem im Vergleich mit den Touchscreen- oder gar den Multitouch-Geräten. Alle externen Anschlüsse und der Einschaltknopf sind an die Unterseite gewandert, was sicher kein Nachteil ist. Übersichtlicher sind auch die neuen Buttons für Home, Menu und Back, die rund um das Navigations-Viereck angeordnet sind.

Die verkürzten Ansprechzeiten des Bildschirms fallen nicht wirklich auf. Da bringt die Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell noch zu wenig, denn der Bildschirm flackert nach wie vor bei jedem Umblättern auf. Das mag zwar im Vergleich zu anderen e-Ink-Readern verbessert worden sein, aber wer sich ans iPad gewohnt ist, empfindet das als störend. Die Vorzüge der alten Kindle-Modelle sind natürlich geblieben: sehr gute Lesbarkeit des Bildschirms für Graustufen, kaum Blendeffekt und sehr lange Akkulaufzeiten.

Grössenvergleich Kindle 3 und Kindle 2

Grössenvergleich Kindle 3 und Kindle 2

Insgesamt kann ich mich dem Urteil der meisten Rezensenten anschliessen. Das Upgrade bedeutet eine spürbare Verbesserung bei gleichzeitig deutlich niedrigerem Preis.

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Google-Gadget der ETH-Bibliothek

Freitag, September 24th, 2010

Das Wissensportal wird ubiquitär: Die ETH-Bibliothek hat ein Google-Gadget entwickelt, das nach dem Motto “reduce to the max” nichts ausser dem Suchschlitz des Wissensportals enthält. Dieses Widget lässt sich primär in personalisierte iGoogle-Seiten integrieren. Das funktioniert ganz einfach per Knopfdruck von der Google-Gadgets-Seite aus. Damit kann man das Wissensportal in seine iGoogle-Seite integrieren.

Doch das Google-Gadget kann noch viel mehr: es kann in jede beliebige Webseite eingebettet werden. Dazu wählt man auf der Detailseite des Gadgets den Link “dieses Gadget einbetten” und kommt auf eine Seite, auf der man die Grösse des Gadgets und den Rahmen anpassen kann. Anschliessend wird der entsprechende Code generiert, den man auf einer Webseite einfügt. Voilà – das Wissensportal ist von hier aus zugänglich (wie im rechten Frame dieser Seite zu sehen ist). Nach Eingabe eines Suchbegriffs – natürlich in der einfachen Suche – kommt man direkt auf die Trefferliste im Wissensportal und kann dort die Suchergebnisse verfeinern, ansehen, abspeichern und z.B. auf Delicious teilen.

Das Gadget ist somit bestens dazu geeignet, das Wissensportal überall verfügbar zu machen. Dachten wir früher (im Projekt MyLibrary) noch daran, ein eigenes personalisierbares Portal anzubieten, wird diese Vision mit Hilfe des Gadgets ganz neu belebt und umgesetzt. Also, liebe Webmasters, kopiert den Code und fügt unseren Suchschlitz eurer Webseite hinzu – und der Zugriff auf über 28 Millionen Dokumente (für ETH-Angehörige) ist nur noch einen Klick entfernt. Und vergesst nicht, das Gadget zu bewerten!

eReader im Test: Bookeen Cybook Opus (2010 Edition)

Freitag, September 3rd, 2010

Wer schon immer einmal stolzer Lenker einer eigenen „Fahrbücherei“ sein wollte, für den bietet der französische Hersteller Bookeen ein unschlagbares Angebot: den Cybook Opus für nur 249 CHF bzw. 199,90 €. Leider entpuppt sich das vermeintliche Gefährt dann letztlich doch nicht als Bus oder LKW, sondern als E-Book-Reader, dessen mehrsprachige Verpackungsbeschreibung (und Gebrauchsanleitung!) wohl nicht mehr in allen Teilen Korrektur gelesen wurde. Aber schöner als „digitales Lesegerät“ klingt „Fahrbücherei“ oder „mobile library“ doch allemal…!
Ist diese erste „Enttäuschung“ überwunden, entpuppt sich der Cybook Opus jedoch in der Praxis als ein – in bestimmten Bereichen – recht brauchbarer E-Book-Reader. Nach einem ersten Release im Juli 2009 hat der Hersteller nun im Mai eine überarbeitete Version (verbesserte Firmware etc.) herausgebracht und im Gegensatz zum inzwischen insolventen Interead (COOL-ER) wohl auch eine realistischere Markteinschätzung getroffen, was sich in der Senkung des Preises von 249 auf knapp 200 € ausdrückt.
Mit seinen 150 Gramm und Abmessungen von nur 151 x 108 x 10 mm ist das Gerät äusserst leicht und handlich. Diese Handlichkeit findet ihre Entsprechung in der übersichtlichen Anordnung der Bedientasten auf der Vorderseite, die dadurch gut erreichbar sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die vermutlich aus ergonomischen Gründen vorgenommene Umkehrung der Blätterfunktion (oben=vor, unten=zurück) im Vergleich zum zentralen Navigationsbutton. Das Blättern selbst geht zügig vonstatten. Auch die Navigation in den Ordnerstrukturen und Einstellungsmenüs funktioniert gut und ist in der Regel intuitiv nachvollziehbar. Erwähnenswert ist auch der integrierte G-Sensor für die automatische Ausrichtung des Displays, der jedoch manchmal bei leichter Schräghaltung etwas sensibel reagiert.


Trotz des kleinen E-Ink-Bildschirms von nur 5 Zoll werden die (Text-)Inhalte klar dargestellt (200 dpi), und die Schriftgrössen lassen sich bei „originären“ E-Book-Formaten innerhalb einer Skala von 12 Stufen regulieren. Dies funktioniert zumindest im EPUB-und HTML-Format. Bei der Wiedergabe von PDF-Dokumenten gerät der Cybook Opus jedoch an Grenzen. Wer diese in der Vollansicht (oder zumindest auf zwei Seiten aufgeteilt) lesen möchte, muss schon ein geübter Leser von Robert Walsers Mikrogrammen sein… Der kleine Bildschirm und die Beschränkung auf die Zoom-Funktion lassen das Lesen von PDFs somit zum fortwährenden Sehtest werden. Oder aber (bei vergrösserter Anzeige) zu einem wahrhaften Navigationstraining. Misslich ist auch, dass der Opus nicht bei allen Formaten die Möglichkeit zum Setzen von Lesezeichen zulässt (wiedergeben lassen sich die Formate PDF, EPUB, FB2, TXT, HTML, mobipocket sowie JPEG, GIF und PNG) und auch keine Möglichkeit der Suche bietet. Für den Gebrauch im Kontext des wissenschaftlichen Arbeitens erscheint der Opus somit kaum geeignet.
Fazit: Der in sieben verschiedenen Farben erhältliche Cybook Opus gehört zweifellos zu den besseren eReadern (für den Freizeitbereich), obschon man sich noch die ein oder andere Funktion zusätzlich wünschen würde. Wenn der Preis sich noch von der 200-Euro-Marke entfernen würde, könnte Bookeen sich mit dem Opus in diesem Segment der kompakten, sich auf Kernfunktionen beschränkenden Lesegräte durchaus gegenüber grösseren Konkurrenten etablieren. Dazu gehört allerdings auch ein professionelleres Marketing bzw. kompetente Übersetzer …

Den Testbericht zum Bookeen hat unser Gast von der Humboldt-Uni, Christian Winterhalter verfasst, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei!

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