Archiv für Mai, 2010
Mittwoch, Mai 19th, 2010
Kai Jauslin, Mitarbeiter des Bereichs Prozesse und IT der ETH-Bibliothek, hat für seinen Primo SOLR Adapter für die Websuche den zweiten Preis bei der von Ex Libris ausgeschriebenen Elympics erreicht. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurden bis März 2010 45 Code Erweiterungen auf der kollaborativen Plattform von Ex Libris veröffentlicht. Die Jury um Marshall Breeding, Sebastian Hammer, Andrew MacFarlane und Yohanan Spruch erkor als Gewinner des ersten Preises Maccabee Levine von der University of Wisconsin für sein “Related Items Bookshelf”, einer Erweiterung des Voyager Systems.
Auf den zweiten Rang kam Kai Jauslin. Sein Websuche-Adapter für Primo löst das Problem, dass Primo inhaltsbezogene Webseiten weder absuchen noch verwalten kann und deshalb jede Bibliothek wichtige Bibliotheksinhalte zusätzlich in einem Web-Content Management System ablegt. Der Adapter baut eine Brücke zwischen Primo und inhaltsbezogenen externen CMS, welche sich mit Solr absuchen lassen. Dadurch können die Benutzer wichtige Inhalte wie z.B. Öffnungszeiten, Standorte etc. auch mit Primo finden. Eine seperate Web-Suche (Normalfall für alle CMS) entfällt. Des Weiteren öffnet der Adapter die Möglichkeit, strukturell nicht anders integrierbare Inhalte (Bsp. zur geographischen Suche mit Solr+Erweiterungen) auf sehr einfache Weise in Primo zu integrieren.
Mit dieser Erweiterung kann im Wissensportal der ETH-Bibliothek (und natürlich auch anderen Primo-Anwendungen) künftig auch innerhalb von Webseiten gesucht werden. Auf dem Weg zum integrierten Wissensportal war dies natürlich eine wichtige Erweiterung. Die User werden also neben Treffern aus den über Pipes angeschlossenen Ressourcen (Bildarchiv Online, Videoportal Replay, Zeitschriftenplattform retro.seals.ch) auch einzelne Webseiten aufrufen können. Eine Suche nach Albert Einstein ergibt somit auch Treffer von der Online-Edition von Dokumenten Albert Einsteins (Einstein Online) oder vom Porträt des Monats über Albert Einstein.

Screenshot vom Wissensportal (Aufschaltung am 25. Juni 2010) mit den Treffern aus der Websuche zu Albert Einstein
Mehr Informationen findet man in der Pressemitteilung von Ex Libris und im Wiki über den Primo CMS Solr Websearch Adaptor.
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Dienstag, Mai 18th, 2010
In einem Beitrag der NZZ über den iPad-Test an der Universitätsbibliothek Lausanne hiess es, man prüfe, ob man Applikationen fürs iPad entwickeln könne, um die vielen digitalen Inhalte anbieten zu können. Ich habe es andersrum geprüft: inwiefern lassen sich mit den verfügbaren Applikationen die an der ETH-Bibliothek digitalisierten Inhalte anzeigen?
Erste Wahl ist hierbei GoodReader, der bestens mit PDF-Dokumenten umgehen kann.
1. ETH E-Collection: Mit GoodReader lassen sich die PDF-Dokumente vom Dokumentenserver der ETH Zürich einfach herunterladen und anschliessend in Ordnern ablegen. Danach können die Dokumente offline gelesen werden. Alles bestens, also.
2. E-rara.ch: Schon die Webseite sieht mit Safari auf dem iPad wie dafür geschaffen aus. Auch Blättern in den Dokumenten, Darstellen der Thumbnail-Übersicht funktionieren bestens. E-rara.ch bietet zudem die Funktion, komplette PDF-Dokumente herunterzuladen. Auch das klappt mit dem GoodReader so gut, dass man meinen könnte, e-rara sei dafür optimiert worden. Nun kann man offline in den PDF-Dokumenten blättern und über die hohe Auflösung der Digitalisate staunen. Test bestanden!

Screenshot vom iPad: das Webangebot von e-rara.ch mit einer Seite in Detailansicht
3. E-Pics: Die Bilddatenbank E-Pics bietet neben der Funktion für die externe Bildnutzung auch interne Funktionen. Mit der entsprechenden Berechtigung kann man Bilder auch in hoher Auflösung herunterladen. Das hat vom iPad aus bestens funktioniert, wobei das Bild nach dem Download ebenfalls in GoodReader geöffnet wird und von dort in der Fotosammlung abgespeichert werden kann. Hier steht das Bild dann weiteren Applikationen wie Pages oder Keynote zur Verfügung und kann also in Texte oder Präsentationen integriert werden. Tönt nicht schlecht, oder?

Screenshot vom iPad: Seite Bildangaben mit Downloadfunktion
E-Pics leidet aber unter dem fehlenden Flash auf dem iPad: die Zoomfunktion in der Detailansicht funktioniert deshalb nicht. Ein kleiner zusätzlicher Hinweis: wenn man ein Bild im Browser geöffnet hat, kann man etwas länger aufs Bild tippen, dann erscheint der Dialog, ob es in die Fotosammlung aufgenommen werden soll. Geht übrigens auch beim iPhone. So gelangen die unter Creative Commons-Lizenz veröffentlichten Bilder auch aus der Google-Bildsuche aufs iPad oder iPhone. Ohne eigens entwickelte Applikation.
Fazit: die Online-Angebote der ETH-Bibliothek sind durchaus “iPad kompatibel”. Oder ist es wohl eher umgekehrt?

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Montag, Mai 10th, 2010
Und es geht doch! Ich hatte nach meinen ersten Tests den Eindruck, dass sich keine eigenen, also nicht im Apple Bookstore gekauften oder kostenlos bezogenen, E-Books auf das iPad und in die Applikation iBooks laden liessen. Nun hat sich aber herausgestellt, dass es tatsächlich einen ganz offiziellen Weg gibt, um eigene E-Books im Format EPUB in die Applikation iBooks zu laden und auf dem iPad zu lesen. Der Weg führt über die Synchronisierung mit iTunes: ein EPUB kann über das Menü “Datei zur Mediathek hinzufügen” auf iTunes kopiert werden. Dort erscheint ein neuer Folder “Bücher”, in den die E-Books abgelegt werden.

Screenshot: iTunes mit E-Books im EPUB-Format und angeschlossenem iPad
Anschliessend wird das iPad mit iTunes synchronisiert – und die eigenen E-Books lassen sich farbig auf dem Device darstellen. Die eigenen Texte erstrahlen auf der iBooks-Oberfläche in neuem Glanz.

Screenshot vom iPad: eigenes E-Book im EPUB-Format in der Applikation iBooks
Ich habe meine entsprechenden Blog-Beiträge zum iPad jetzt nachträglich korrigiert. Das iPad ist also weniger verschlossen gegenüber fremden (oder eben eigenen) Inhalten, als ich zunächst den Eindruck hatte. Und wer wissen möchte, wie man einen eigenen Text ins Format EPUB umwandeln kann, der findet nähere Informationen in meinem älteren Blogbeitrag zum Thema.

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