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Archive for March, 2010


Umfrage zur Nutzung von Web 2.0-Diensten

Wednesday, March 31st, 2010

Der Tipp kam von Mashable. In deren Blog wurden 5 Essential Apps for Your Business’s Facebook Fan Page vorgestellt. Bei einer davon ging es darum, wie eine Facebook-Seite mittels Umfragen oder Wettbewerb besser promotet werden kann. Ich habe nun via Wildfire Promotion Builder eine solche Umfrage erstellt – sinnvollerweise zum Thema Nutzung von Web 2.0-Diensten. Die Anwendung ist nicht kostenlos. Der Preis für die Publikation einer Umfrage oder eines Wettbewerbs richtet sich nach dem Funktionsumfang und der Laufzeit. Unsere Umfrage kostet etwas über 100$.

Natürlich ist es wichtig, den Fragebogen vor der Anwendung des Tools offline zu erarbeiten. In einer Webanwendung lässt sich der Fragebogen zusammenstellen. Geboten werden Module zu persönlichen Angaben (Name, Adresse, E-Mail, Alter, Geschlecht etc.) sowie Vorlagen für verschiedene Frage- und Antworttypen:

  • Textboxen für frei formulierte Antworten
  • Checkboxen zur Auswahl mehrerer Antworten
  • Listen zum Wählen einer Antwort

Screenshot des Wildfire Promotion Builder mit der Auswahl verschiedener Felder

Man kann Pflichtfelder definieren und Zwischentitel setzen. Das Tool selbst ist etwas störrisch, wenn man Fragen mit mehreren möglichen Antworten erstellen will. Nach mehrmaligen Versuchen klappte es am Ende doch. Anschliessend kann die Kampagne publiziert werden – nachdem man bezahlt hat. Der Fragebogen lässt sich als App in die Facebook-Seite integrieren. Bei entsprechender Einstellung gelangen Besucher der Facebook-Seite direkt auf die Umfrage-Seite. Zudem lassen sich der Link auf die Umfrage publizieren und/oder Widgets zur Einbettung in Webseiten generieren.

Am besten, Sie machen gleich bei der Umfrage mit, dann testen Sie die Anwendung unmittelbar aus Nutzersicht… Zur Umfrage

iRex Digital Reader im Praxistest

Wednesday, March 24th, 2010

Er ist nicht gerade taufrisch, der iRex Digital Reader 1000S. Er fristete bei uns an der ETH-Bibliothek ein Mauerblümchendasein, bis ich ihm die gebührende Beachtung schenkte. Er kam seinerzeit als Lieferantengeschenk zu uns und weigerte sich hartnäckig, sich in Betrieb nehmen zu lassen. Eine gewisse Störrigkeit lässt sich dem an und für sich beeindruckenden Gerät tatsächlich nicht absprechen.
Die technischen Daten sowie gewisse Funktionalitäten sprechen durchaus für den iRex Digital Reader 1000S: Er verfügt über das momentan grösste Display mit 10.2 Zoll und 1024×1280 pixeln bei 16 Graustufen. Zudem bietet die Wacom-Penabled-Technologie die Möglichkeit, auf dem Touchscreen per Stift handschriftliche Notizen zu machen. Diese wiederum lassen sich anschliessend mit Hilfe der iRex Companion Software ins PDF integrieren (“mergen”). Das PDF-Dokument mit intergrierten Notizen lässt sich dann auf den PC übertragen. Damit hat der iRex bezüglich Funktionalität die Nase (immer noch) vorn. Einschränkungen gibt es bezüglich der unterstützten Formate: der iRex unterstützt das EPUB-Format nicht, sondern setzt auf PDF und Mobipocket. Wobei ich ein im Kindle-Store gekauftes Buch nicht auf den iRex laden konnte. Die Auswahl der Titel ist somit stark eingeschränkt.
Aber eben: der iRex macht es einem nicht gerade leicht, seine Funktionen zu schätzen. Der iRex verhält sich ziemlich divenhaft. Man kann ihn per USB an den PC anschliessen, und in 9 von 10 Fällen passiert gar nichts. Ab und zu gelingt die Verbindung, und die Software wird gestartet. Dann wird der iRex auch von Calibre erkannt und kann mit eBooks bestückt werden.
Nach einigen Versuchen habe ich den Eindruck, dass ein Dokument geöffnet sein muss, wenn der iRex per USB mit dem PC verbunden ist. Dann wird er jeweils erkannt. Der Reset-Button ist eine häufig genutzte Funktion…
Mit dem Stylus und Tochscreen lässt sich ganz ordentlich navigieren. Allerdings gerät man sehr oft aus Versehen auf die Tasten zum Blättern. Zudem sind die Funktionen nicht gerade intuitiv. Das alles führt dazu, dass man nicht so richtig warm wird mit dem iRex. Und wenn man den stolzen Preis von Fr. 899.- (bei digitec) oder 587.- Euro (bei iRex) betrachtet, wird man sich den Kauf wohl nochmals überlegen. In den Userforen liest man zudem häufig davon, dass der Screen sehr empfindlich sei und leicht kaputt gehe. Kaufempfehlung wird deshalb an dieser Stelle keine ausgesprochen…

der iRex mit einem handschriftlich bearbeiteten PDF-Dokument
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Vom Textdokument zum eBook

Thursday, March 11th, 2010

Zur Herstellung eines eBooks im EPUB- oder MOBI-Format aus einem Textdokument braucht man die beiden Applikationen Calibre und SIGIL. Gehen wir vom einfachsten Fall aus: Sie haben einen Text in MS Word geschrieben und möchten daraus ein eBook herstellen. Zunächst gibt es ein paar Grundsätze zu beachten: Sorgen Sie dafür, dass das Ausgangsdokument möglichst einfach strukturiert und gestaltet ist. Konvertieren Sie Fussnoten zu Endnoten. Anschliessend speichern Sie das Dokument im HTML-Format ab. Noch bessere Ergebnisse erzielt man, wenn das Dokument in einem echten HTML-Editor erfasst wird, aber das ist dann schon eine höhere Stufe…

1. Konvertierung mit Calibre

Jetzt kommt Calibre zum Zug, die aus verschiedenen Ausgangsformaten eBooks in verschiedenen Ausgabeformaten generiert. Ein HTML-Dokument ist als Grundlage am besten geeignet. Calibre bearbeitet zwar auch PDF, doch fehlen da viele notwendige Informationen, während wichtige Funktionalitäten verloren gehen. Calibre lässt sich so konfigurieren, dass z.B. Fusszeilen automatisch entfernt werden. Bei einem HTML-Dokument als Basis erhält man auch ohne solches Feintuning ein durchaus brauchbares Resultat. Eine tolle Überraschung war, als ich feststellen konnte, dass die Endnoten im eBook dynamisch mit dem Endnotenzeichen verlinkt waren. Somit kann man auf fast allen eReadern die Endnoten anklicken/anwählen und wieder zurück zum Text springen. Wer brav mit Überschriften gearbeitet hat, erhält ein automatisch generiertes Inhaltsverzeichnis, das im eReader – je nach Modell mehr oder weniger gut versteckt – aufgerufen werden kann und mit dem Text verlinkt ist.

2. Korrektur mit SIGIL

Aber es erstaunt nicht, dass bei der Konvertierung aus Word ein bisschen gar viele Steuerzeichen und Elemente übernommen wurden. Bei der Darstellung auf dem eReader kann das Lesevergnügen ziemlich getrübt werden, wenn die Einzüge zu stark sind, Überschriften nicht korrekt dargestellt werden oder Grafiken verschwunden sind. Jetzt kommt das Editor-Tool SIGIL auf den Plan. Mit SIGIL wird die Rohfassung bearbeitet und optimiert. Ein wenig HTML-Kenntnisse sind dabei sicher nützlich, da man mit dem WYSWYG-Editor nicht alle Korrekturen vornehmen kann. Mit SIGIL lassen sich Grafiken – zum Beispiel ein Titelbild oder verlorene oder bei der Konversion zu gross geratene Abbildungen – manuell ersetzen. Kapitelumbrüche können ebenso eingefügt werden wie Listen und Nummerierungen. Wenn man in den HTML-Code eingreift, lassen sich Stylesheets anpassen, unnötige Formatierungen entfernen und vieles mehr. Auch nicht korrekt umgesetzte Inhaltsverzeichnisse können repariert werden.

Screenshot der Applikation SIGIL mit unterschiedlichen Bearbeitungsmodi.

Wenn das Ausgangsdokument ein PDF-File war, kann man mit SIGIL auch daraus ein gut lesbares eBook im EPUB-Format erstellen – aber der Aufwand ist gross.  So werden zum Beispiel Fussnoten nicht als solche erkannt, und man müsste sie manuell formatieren und mit dem dazu gehörigen Text verlinken. Auch Zeilen-, Absatz- und Seitenumbrüche erweisen sich als Problemfälle. Je nach Schrifttyp gehen auch Zeichen (z.B. Ligaturen) verloren. Ein für mich ungelöstes Problem sind grosse Tabellen und Formeln.

3. Vom EPUB zum MOBI

Wenn man das eBook nun fertig bearbeitet hat, gibt lädt man es wieder neu in Calibre. Auf Knopfdruck verwandelt es das korrigierte EPUB-Dokument ins Format Mobipocket (und andere). Die verschiedenen Formate verwaltet Calibre nun unter einem Eintrag. Jetzt muss man nur noch den eReader mit dem PC verbinden, in Calibre das eBook anwählen und an den eReader senden. An einen Kindle wird automatisch das Mobi-Format geschickt, an nook und Sony das EPUB. Und mit etwas Glück schaffe ich die Verbindung zum iPhone und kann dort – wie früher beschrieben – das gleiche eBook in die App Stanza übernehmen.

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eBooks und eBooks-Formate

Tuesday, March 9th, 2010

Wer stolzer Besitzer eines eReaders ist, wird früher oder später vor die Frage gestellt, wie seine Texte ideal auf das Gerät gelangen. Ich spreche vorsichtshalber nur von eigenen Texten, denn man könnte ja auch auf die höchst verwerfliche Idee kommen, Dokumente von andern unterwegs lesen zu wollen. Aber diesen Gedanken schieben wir schnell zur Seite. Meine Anleitung darf also auf keinen Fall für die Umwandlung von lizenzpflichtigen eBooks verwendet werden…

1. eBooks-Formate
Wer schon die Formatkriege bei den Videokassetten, den Floppy-Disks, den CDs, den DVDs und anderen miterlebt hat, wundert sich nicht darüber, dass auch bei den eBooks-Formaten (mindestens) zwei Welten aufeinanderprallen: Hier der Platzhirsch unter den eBooks-Anbietern Amazon mit dem Format Mobipocket für seine Kindles (und die iRex-Familie), dort der Rest mit dem Format EPUB. Mittlerweile sind meiner Ansicht nach die Würfel gefallen, und es spricht eigentlich nichts mehr dagegen, dass sich der offene Standard EPUB durchsetzen wird.

Das Format EPUB
EPUB wird von den meisten gängigen Readern (ausser Kindle und iRex) unterstützt. EPUB eignet sich für die Anwendung auf den mobilen Lesegeräten, da es den Text an die Bildschirmgrösse anpasst. Sowohl Satzspiegel wie Seitenumbruch sind fliessend, und die Schriftgrösse kann individuell angepasst werden. Im Gegensatz zum PDF also, das sich durch einen festen Schriftsatz auszeichnet aber dadurch auf kleinen Bildschirmen schlecht lesbar ist.
Der EPUB-Standard wurde 2007 vom International Digital Publishing Forum (IDPF) entwickelt und basiert auf dem freien Standard XML. Es ist eine Zusammenfassung der drei offenen Standards der Open Publication Structure (OPS) für die Formatierung des Inhalts, dem Open Packaging Format (OPF) für die Beschreibung der Struktur der .epub-Dateien in XML und dem OEBPS Container Format (OCF), welches die Dateien zusammenfasst als Zip-Datei.

EPUB kennt verschiedene Formatierungen (Header, Paragraph) und kann somit wie eine Webseite Überschriften in unterschiedlicher Hierarchie erkennen und darstellen. Die Möglichkeiten Text zu formatieren entsprechen mehr oder weniger denen einer Webseite. Wenn man sich ein EPUB-Dokument im Quelltext ansieht, erkennt man die XML-Grundlage und die Ähnlichkeit mit Webpages.


Abb.: Screenshot aus der Anwendung SIGIL

Die Texte können mit Stylesheets gestaltet werden, wobei angesichts der Verwendung mit unterschiedlichen eReadern hier vermutlich eher Zurückhaltung zu empfehlen ist.
Für wissenschaftliche Texte ist zu beachten, dass Fussnoten beim EPUB-Format sinnlos sind, da Zeilenumbrüche wegfallen. In Frage kommen also nur Endnoten, wobei die Verbindung von Endnotenzeichen mit Endnotentext über Hyperlinks möglich ist. Für den Einsatz in naturwissenschaftlichen Publikationen ist ein Nachteil, dass Formeln nur entweder als Text oder als Grafik dargestellt werden können. Ich vermute aber, dass es möglich ist, aus Latex die Formeln in ein HTML-taugliches Format zu exportieren, z.B. mit LaTeX2HTML. Wenn hier jemand Erfahrungen hat, wäre ich für ein Feedback dankbar.

Best Practices für eBooks

Aus der Nutzung verschiedener eBooks im EPUB-Format möchte ich einige Grundsätze für “gute eBooks” ableiten. Ein gutes eBook zeichnet sich aus durch:

  • zurückhaltende Formatierungen (denn die werden individuell vorgenommen)
  • eine sinnvolle Struktur mit Überschriften, die als Header erkannt werden
  • ein aus dieser Struktur generiertes Inhaltsverzeichnis
  • Endnoten, die mit dem Endnotenzeichen verlinkt sind
  • saubere Zeilenumbrüche (keine hart-codierten Zeilenumbrüche und Trennungen)
  • angepasste Grafiken (angepasste oder skalierbare Grösse, darstellbar auch in Graustufen)
  • angepasste oder in Text umgewandelte Tabellen
  • Verzicht auf DRM
  • ein übersichtliches Titelblatt

Soviel zu den Grundsätzen. In der nächsten Folge werde ich zeigen, wie man ein bestehendes Textdokument in ein “gutes” eBook umwandelt.

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