Archiv für Januar, 2010
Donnerstag, Januar 28th, 2010
Es ist wohl noch etwas Kaffeesatzlesen, wenn man aufgrund der ersten Infos und Vorschauen über die Hochschultauglichkeit des iPad urteilen möchte. Ich habe neulich eine Übersicht über die gängigen eReader gemacht und möchte den iPad, quasi in “Ferndiagnose”, nach denselben Kriterien kurz beleuchten. Interessant ist eine Aussage von Heise.de nach einem kurzen Test des iPad.
“Die E-Book-Anwendung iBook sorgt mit wählbaren Schriftgrößen und -arten für lesefreundliche Darstellung von Büchern und anderen Publikationen. Allerdings war weder eine Suchfunktion zu sehen noch eine Eingabemöglichkeit für Anmerkungen und Fußnoten, wie etwa bei Amazons Kindle. Auch ist das helle, von hinten per LED-beleuchtete LCD-Display des iPad beim langen Lesen eher ermüdend, während der E-Ink-Schirm bei Kindle und anderen Lesegeräte mit seinem papierähnlichem Kontrast- und Leuchtverhältnissen die Augen schont.”
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apples-iPad-kurz-angetestet-Update-915823.html
Relevant scheint mir die Tatsache, dass entgegen der Gerüchte im Vorfeld keine OLED, sondern die LED-Technologie für den Bildschirm eingesetzt wird. Das bringt Minuspunkte bezüglich Lesefreundlichkeit. Gegenüber den eInk-Readern ist der farbige Bildschirm des iPad ein Vorteil. Gerade im Wissenschaftsbereich sind PDF-Dokumente im A4-Format das zentrale elektronische Textdokument. Diese dürften auf dem iPad gut lesbar sein. Nächster Mangelpunkt: der iPad beherrscht kein Multitasking. Das wäre aber nötig, um beim Lesen eines Textes schnell zu einem geöffneten Textdokument zu wechseln und sich Notizen zu machen oder Zitate einzufügen. Offenbar verfügt die App iBooks zudem über keine Notizfunktion, ein klares Minus gegenüber der Konkurrenz (Update: noch schlimmer: iBooks wird es voraussichtlich zunächst nur in den USA geben! siehe Kommentar unten). Eine fehlende Suchfunktion wäre gerade für den Hochschuleinsatz (Suche nach Begriffen in einem Skript oder über mehrere Skripts) fatal. Das scheint aber mit Spotlight möglich, den Apple schreibt: “It even searches apps you’ve downloaded from the App Store.” http://www.apple.com/ipad/features/ (Update: Zudem sieht man in der Präsentation an der Keynote, dass links oben die Lupe erscheint – dieses Symbol steht bei anderen Apple-Produkten für die Spotlight-Suche.)
Positiv überrascht war ich von der abgespeckten Version von iWork. Damit ist die Textverarbeitung auf dem Gerät verfügbar – und könnte dann wie die App Notes für die Notizen verwendet werden, wenn das nächste OS eventuell Multitasking bringt (entsprechende Gerüchte gibt es auch dafür…).
Was bringt der iBookstore? Für einen Studierenden gar nichts, denn er sollte ja für die Bücher nicht nochmals bezahlen, welche die Hochschulbibliothek für ihn schon lizenziert hat. Wichtig wäre es also, dass man auch eigene eBooks laden kann. Dazu gibt es aber noch keine gesicherten Aussagen.
“Great” ist natürlich, dass alle die netten Apps fürs iPhone auch auf dem iPad laufen – auch wenn sie momentan zum Teil noch etwas gewöhnungsbedürftig aussehen… Da wären dann alle bekannten Apps zum Kauf und Lesen von eBooks. Aber auch die App “Papers”, mit der man wissenschaftliche Texte aus den gängigen Datenbanken lesen und verarbeiten kann.
Die Killeranwendung für den iPad (heisst es eigentlich der oder das?) dürften also nicht Lehrbücher sein, sondern Zeitungen und Zeitschriften. Die Branche lechzt nach einem Tool, das Ihnen den Weg zu bezahlten Inhalten öffnet. Und dafür dürften der iPad und das Geschäftsmodell von Apple schon eher geeignet sein. Die eBooks für den Hochschulbereich kommen dann später… Vielleicht wird dann ja auch iTunes U für die Distribution wissenschaftlicher Texte und eBooks geöffnet? Hallo, Apple: ihr kennt ja meine Adresse…

Erstellt in Dienstleistungen, E-Books, Gadgets, Mobilgeräte | 1 Kommentar »
Dienstag, Januar 26th, 2010
Heute haben Vertreter des Projekts Neptun, das Laptops für Hochschulangehörige in der Schweiz zu günstigen Konditionen anbietet und seinen Sitz an der ETH Zürich hat http://www.neptun.ethz.ch/, und Vertreter der ETH-Bibliothek über den möglichen Einsatz von eReadern an der ETH Zürich gesprochen. Hintergrund ist die Idee, eventuell auch mal einen eReader ins Neptun-Angebot aufzunehmen. Ich habe verschiedene Geräte mit ihren Stärken und Schwächen vorgestellt: Amazon Kindle 2, Amazon Kindle DX, Sony PRS-505, Sony PRS-700, nook, iRex Digital Reader 1000S und den HanLin eReader. Unser Fazit: wenn, dann würde sich am ehesten der Kindle DX für den Hochschuleinsatz eignen. Aber…
Alle gängigen eReader genügen den Ansprüchen einer Anwendung im wissenschaftlichen Kontext nicht. Die fehlende Interaktion scheint mir das Haupthindernis für den Einsatz in Lehre und Forschung. Ich kann bei den Geräten im besten Fall Anmerkungen machen, die ich dann aber kaum in meine normale Arbeitsumgebung übertragen kann. Unmöglich ist das Herauskopieren von Zitaten oder Referenzen, um sie dann in einen eigenen Text zu integrieren.
Beim Display schneiden der iRex sowie der Kindle DX dank ihren grossen Bildschirmen, die auch die Darstellung von A4-Dokumenten im PDF ermöglichen, am besten ab. Vermisst wird jedoch ein farbiges Display, das zum Beispiel für die Darstellung von farbigen Grafiken aus Lehrbüchern nötig wäre. Die Darstellung von PDF ist deshalb besonders wichtig, weil das EPUB- oder Mobipocket-Format bei der Anzeige von Formeln versagen. Wenn hier jemand eine Lösung kennt, wie man Formeln aus PDF- oder Worddokumenten in EPUB oder Mobi umformatieren kann, bin ich froh um einen Hinweis. Ebenfalls ungelöst ist die Darstellung von Fussnoten, die ja beim EPUB und Mobi mit dem Wegfall von Seitenumbrüchen grundsätzlich “in der Luft hängen”. Es kommt erschwerend dazu, dass die Geräte nicht fähig sind, Hyperlinks anzuklicken. Ich glaube, der iRex ist hier eine Ausnahme. Mein Gerät schafft es allerdings momentan nicht einmal, ein normales EPUB-Dokument anzuzeigen. Insofern muss ich mich auf die Funktionsbeschreibung verlassen…
Der Wegfall des Seitenumbruchs verhindert auch, dass ich aus einem EPUB korrekt zitieren kann. Ein weiteres Argument gegen den Einsatz im Wissenschaftsbereich.
Nicht eben wissenschaftsfreundlich sind zudem die mit den jeweiligen Geräten verbundenen Geschäftsmodelle. Noch sehe ich keine Möglichkeit, von der Bibliothek lizenzierte eBooks für die Nutzung auf eReadern bereitzustellen. Auf diesem Feld sehe ich grossen Handlungsbedarf und auch Spielraum für die Bibliotheken. Ich denke, dass ein eReader-Angebot für Studierende erst dann attraktiv ist, wenn wir technisch und rechtlich in der Lage sind, die von uns lizenzierten Inhalte im geeigneten Format kostenlos bereitzustellen. Die heute von den Verlagen angebotenen Produkte – in der Regel kapitelweise als PDF downloadbare Dokumente – sind dafür nicht geeignet. Also, liebe Verlage, wer an einem Pilotversuch mit der ETH-Bibliothek interessiert ist, soll sich doch bitte vertrauensvoll an den Autoren dieses Beitrags wenden…

Erstellt in Dienstleistungen, E-Books, Gadgets, Innovation, Mobilgeräte | Keine Kommentare »
Mittwoch, Januar 20th, 2010
Die ETH-Bibliothek hat einen Primo Deep Search (früher: third node) Adapter entwickelt, welcher die Brücke zwischen Exlibris’ Primo und verschiedenen Content Management Systemen schlägt. Auf diese Weise lässt sich direkt mit Primo auch nach Inhalten aus Webseiten der Bibliothek suchen. Der Adapter ist derart gestaltet, dass grundsätzlich alle CMS-Systeme mit Solr Modulen (ezPublish, Drupal, Typo3, WordPress etc.), angebunden werden können (vorkonfiguriert: ezPublish). Ebenso lassen sich alle anderen auf dem Solr-Server basierenden Dienste (z.B. spezialisierte geographische Suchen, Institutional Repositories) einbinden. Die Übernahme von Solr Facetten in Primo wird als experimentelles Feature unterstützt. Die Konfiguration des Adapter besteht in der Individualisierung von Stylesheets in XSLT 2.0 (durch Verwendung von Saxon auch Unterstützung von Regular Expressions). Die Anpassungen können direkt zur Laufzeit vorgenommen werden, ohne Neustarts von Primo. Dadurch eignet sich der Adapter hervorragend zur schnellen Einbindung von einfach strukturierten Datenquellen. Der Adapter ist frei vergügbar inkl. Java Quellcode unter der Open-Source Apache License 2.0. Mit der Veröffentlichung im Rahmen der Exlibris EL Commons Plattform nimmt die ETH-Bibliothek gleichzeitig auch am Elympics Wettbewerb teil.
Mehr Informationen, Screenshots und Download: http://www.exlibrisgroup.org/display/PrimoCC/Primo+CMS+Solr+Websearch+Adaptor
EL Commons ELympics: http://www.exlibrisgroup.com/category/ELympics
eZPublish: http://ez.no/
Apache License 2.0: http://www.apache.org/licenses/LICENSE-2.0.html
Saxon: http://saxon.sourceforge.net/
Erstellt in Innovation, Projekte | 1 Kommentar »
Donnerstag, Januar 14th, 2010
Der nook ist vorläufig nur in den USA erhältlich. Auf eBay gibt es aber Händler, die solche Geräte auch international anbieten. Zu den etwas höheren Kosten als im regulären Shop kommen somit noch beträchtliche Versandkosten hinzu. Doch die Lieferung klappt einwandfrei. Nach dem Lieferengpass anfangs Dezember wird das Gerät Ende Dezember verschickt und trifft anfangs Januar an der ETH in Zürich ein.
Inbetriebnahme
Zum Auspacken braucht man fast die beigelegte Anleitung. Doch diese erste Hürde ist überwunden, und das optisch sehr gefällige Gerät ist ausgepackt. Zunächst kommt es mit dem mitgelieferten USB-Kabel zum Aufladen an den PC – der Stromadapter ist natürlich US-Standard. Der nook wird dann als externes Laufwerk angezeigt, das verschiedene Ordner enthält. Ich kopiere mal einige eBooks unterschiedlichen Formats in den Ordner „my documents“ und hoffe, diese später angezeigt zu sehen.
Beim Aufstarten des nook wird gleich nach einer Registrierung verlangt. Diese ist nötig, damit man Inhalte von Barnes and Noble laden kann.
drahtlose Verbindung
Das geht allerdings nur über WiFi, nicht stationär. In den USA wäre die Verbindung über ein eigenes 3G-Netz möglich, in Europa aber nicht. Hier kann ich mich (theoretisch) mit offenen WiFi-Netzwerken verbinden. Ein erster Versuch scheitert allerdings. Das WPA2-geschützte Netz der ETH wird nicht erkannt. Das Public-WiFi-Netz erscheint zwar in der Auswahl, nimmt kurz die Verbindung auf und steigt dann gleich wieder aus. Ich vermute, dass der Firewall oder die benötigte Authentifizierung den nook scheitern lassen. Ich muss es dann also zu Hause im privaten WLAN versuchen. Die WiFi-Verbindung mit dem privaten Netzwerk (auch WPA2 gesichert) hat dann geklappt.
Nutzung von eBooks
Auch ohne Registrierung kann ich auf die manuell auf den nook geladenen eBooks zugreifen. Zwischen eInk-Display und dem schmalen Touchscreen befindet sich der Home-„Button“, über den man jeweils in die Menuauswahl gelangt, die dann im farbigen Streifen angezeigt wird. Hier wähle ich MyLibrary und erhalte die Auswahl der geladenen eBooks. Ein erstes, kürzeres Dokument im PDF-Format wird korrekt angezeigt. Ein zweites eBook im EPUB-Format, das ich nicht bei B&N gekauft habe, wird nicht geöffnet, da der User nicht registriert sei. Beim Klassiker Don Quijote im EPUB-Format, das ich mir beim Projekt Gutenberg besorgt habe, funktioniert die Anzeige und Formatierung tadellos. Man kann mit Hilfe von Pfeiltasten an den Seitenrändern im Dokument vor- und rückwärts blättern oder über das Navigationsfeld zu einem bestimmten Kapitel oder der zuletzt gelesenen Stelle wechseln. Es lassen sich verschiedene Fonts in unterschiedlicher Grösse einstellen. Die Darstellung auf dem eInk-Display ist ausgezeichnet.
Nach den ersten Versuchen möchte ich andere Bücher auf den nook laden. Nachdem ich das Gerät über USB mit dem PC verbunden habe, kopiere ich weitere eBooks in den Ordner My Documents und lösche diejenigen, die nicht lesbar waren. Nach dem Auswerfen des nook sind aber immer noch die alten Titel in der Auswahl sichtbar. Wurde der nook nicht synchronisiert? Nach einigem Pröbeln versuche ich es mit dem Menu „Check for new content“, den ich eigentlich mit dem Store in Verbindung gebracht habe, und siehe da: die Auswahl wird aktualisiert, die neuen Titel sind sichtbar.
Nach der Registrierung des nook über mein bestehendes Konto bei Barnes and Noble erhalte ich Zugang zum eBook-Shop von B&N und auf die Funktion „the daily“, in der täglich Bücher vorgestellt werden. Als europäischer Anwender steht man im Shop aber leider vor leeren Regalen: nicht einmal die freien Bücher aus dem Google-Projekt können ohne US-Rechnungsadresse bezogen werden. Man muss sich mit Schnuppern an den Previews zufrieden geben und kann nur einzelne Seiten zur Probe herunterladen.
Der 3.5″-Touchscreen
Die Usability der Navigation über das Touchscreen-Display lässt etwas zu wünschen übrig. Es ist nicht immer klar, wohin man gelangt, wenn man den Linkspfeil antippt. Störend wirkt vor allem, dass der Bildschirminhalt des oberen Displays immer gleich ändert, wenn man sich in der Navigation unten bewegt. Wenn ich also am Lesen bin, kann ich nicht auf das Menu MyLibrary wechseln, ohne dass ich den Text oben automatisch verlasse. Aber daran werde ich mich sicher schnell gewöhnen.
Das Spezielle am nook ist ja in erster Linie die Kombination von kleinem 3.5 Zoll-Touchscreen zur Navigation und Eingabe mit einem 6 Zoll-eInk-Display zum Lesen der Inhalte. Wie bewährt sich diese Technologie in der Praxis? Grundsätzlich gewöhnt man sich relativ schnell daran, dass man unten navigieren, auswählen und antippen muss und dass das eInk-Display nicht auf meine Berührungsversuche reagiert. Das Scrollen im schmalen Display unten ist jedoch eher mühsam und nicht immer intuitiv. So teilt sich das Display manchmal in mehrere Sektoren: links erscheint ein Pfeil, mit dem man auf den vorherigen Bildschirm wechselt, dann folgt eine Liste mit einer Menuauswahl (view my documents; view item details, show covers, check for new B&N content), die sich jeweils unterschiedlich verhalten: klicke ich auf „show covers“, erscheint nur im Screen unten eine Ansicht von Buchcovers in Farbe, die ich über ein Symbol (ein x in einem Kreis) schliessen muss – also eine Art Popup. Bei „view item details“ erscheint im eInk-Display eine Zusammenfassung von Titel, Autor, Rating und eine Overview. Auch im Screen unten ändert sich die Anzeige und es erscheint die Menuauswahl „read“, „buy“ und „view overview“. Neben dieser Menuliste gibt es zwei Pfeile zum nach oben oder unten Navigieren in der Titelliste im eInk-Display. Schliesslich gibt es noch ein Feld mit einem kleinen Kreissymbol, durch das man den oben ausgewählten Titel aufrufen kann.



Abbildung: verschiedene Anzeigen des nook: Start, Buchauswahl, Buchseite
Akkulaufzeit
Bezüglich der Akku-Leistung habe ich (noch) keine richtigen Tests gemacht. Aber es fällt auf, dass sich der Ladezustand sehr rasch verringert. Ich gehe davon aus, dass der Stromverbrauch sehr stark von der Nutzung des farbigen Touchscreens abhängt. Gerade bei meinen Versuchen mit der Navigation lese ich weniger in den trägen Texten im eInk-Feld, sondern benutze intensiv den farbigen Bildschirm. Innerhalb von zwei Stunden – mit Pausen dazwischen – hat sich der Ladestand von 60% auf 30% reduziert.
Interaktionsmöglichkeiten und Suchfunktion
Ein wichtiges Kriterium für die Bewertung von eReadern ist für mich die Möglichkeit der Interaktion. Ähnlich wie die Modelle von Kindle und Sony bietet der nook gewisse Annotationsfunktionen. Man kann bei eBooks im EPUB-Format (nicht aber bei PDF-Dokumenten) Notizen einfügen. Bisher ist es mir nicht gelungen, die eingefügten Notizen wieder abzurufen, aber möglicherweise geht das erst nach einer Synchronisation mit dem
Die Suche erfolgt entweder auf übergeordneter Ebene in den Metadaten der vorhandenen Bücher oder dann auf der Ebene des einzelnen Buchs als Volltextsuche. Eine übergreifende Suche im Volltext ist offenbar nicht möglich. Wenn die Suche gewählt wird, erscheint eine kleine qwerty-Tastatur im Touchscreen. Auch Notizen werden über dieses Interface eingegeben. Noch nicht testen konnte ich die Ausleihfunktion, die es erlauben soll, bei B&N gekaufte Bücher mit anderen Geräten zu teilen. Theoretisch sollte man ein eBook auch auf PCs, Macs oder iPhones mit der eReader-Software von B&N schicken und dort für eine limitierte Zeit nutzen können.
Fazit
Der nook ist ein interessantes Gerät. Für Anwender in Europa fällt der fehlende Zugang zu den eBooks von B&N aber zu negativ ins Gewicht. Der Dualscreen ist innovativ, aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Der nook ist deutlich dicker (1.25 cm) als sein Konkurrent, der Kindle 2 (0.9 cm), und auch etwas schwerer (317 gegenüber 289 Gramm). Und jetzt habe ich den nook vermutlich beleidigt, denn er bleibt beim Laden eines neuen eBooks hängen und zeigt seit einigen Minuten nur noch das Dialogfeld „Formatting…“ an.

Erstellt in E-Books, Gadgets, Mobilgeräte | 1 Kommentar »
Mittwoch, Januar 6th, 2010
Alles deutet darauf hin, dass 2010 das Jahr der eReader wird. Verschiedenste Firmen bringen neue Modelle auf den Markt, die den Branchenleader Kindle bedrängen werden. An der Fachmesse CES (Consumer Electronics Show) werden einige Neuheiten präsentiert, andere sind seit kurzem auf dem Markt oder angekündigt:
- der nook von Barnes&Noble ist seit anfangs Dezember erhältlich, hatte aber mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Ein Exemplar ist zu mir unterwegs, so dass ich es hoffentlich in den nächsten Tagen testen kann.
- Plastic Logic wird in Las Vegas den QUE präsentieren. Mit einem biegsamen 10″ Touchscreen Display verspricht er einiges. Aber er muss sich die Aufmerksamkeit mit mehreren Konkurrenten teilen:
- Der Alex eReader mit Dualdisplay wird an der CES ebenfalls vorgestellt. Der stark an den NOOK erinnernde eReader läuft auf Android und kommt mit einer Million Google Books als Inhalt daher (Quelle: Venturebeat und Gizmodo).
- Entourage präsentiert auf der CES seinen eReader enTourage eDGe mit Dual-Screen: mit einem 9.7″ eInk-Display links und einem farbigen 10.1″ LCD-Display rechts.
- Skiff, LLC and Sprint stellen an der CES den Skiff Reader, den ersten für Zeitungen und Zeitschriften optimierten Reader vor. Er verblüfft mit einem 11.5″ (1600 x 1200) “Metal Foil” Touchscreen-Display. (Quelle: Gizmodo).
- Jinke, der Anbieter von BeBook, zeigt an der CES seine neusten Modelle der A6- und A9-Serie.
- Interead kündigte ebenfalls für die CES neue Modelle der COOL-ER Reader Reihe an.
- Hinzu kommt Samsung, das auf der CES seine ersten eReader vorstellt, und zwar als 6″- und 10″-Varianten, ausgestattet mit WLAN, Tastatur und Handschriftenerkennung (update vom 7.1.10).
- Kindle bringt jetzt auch den Kindle DX in einer internationalen Version. Das Gerät muss zwar in den USA gekauft werden (zusätzliche Fracht- und Zollkosten), kann sich aber auch in Europa mit dem Whispernet verbinden (was mein Exemplar leider nicht kann…). Angesichts der Konkurrenz wird Amazon kaum schlafen und bestimmt schon an einer neuen Version arbeiten.- Auch andere Anbieter dürften in diesem Jahr mit neuen Modellen dedizierter eReader auf den Markt kommen.
Technisch dürften 2010 die Farbdisplays bei eInk-Readern ein grosses Thema sein. Mehrere grosse Firmen arbeiten hier mit Hochdruck daran, die bestehenden Prototypen zur Marktreife zu bringen. Die nähere Zukunft wird hier wohl biegsame e-Ink-Farbdisplays bringen. Zudem tut sich einiges auf der Inhaltsseite: es laufen mehrere Initiativen von Verlagshäusern, sich für eine elektronische Plattform zusammenzutun – sei es in den USA rund um den Skiff oder die Time Inc. oder in der Schweiz in einem grossen Joint Venture von Swisscom, TA Media, NZZ, Ringier und Orell-Füssli.
Den dedizierten eReadern erwächst aber neue Konkurrenz durch Smartphones und Tablets.
- Ich bin nicht der einzige, der gespannt auf die Lancierung des iSlate von Apple am 26. Januar wartet. Verschiedene Studien zeigen, wie man sich im Voraus die Nutzung von Büchern (Coursesmart) und Zeitschriften (The Wonderfactory) auf diesem sagenumwobenen Tablet vorstellt. Höher könnten die Erwartungen wohl nicht geschraubt werden…
- Auch Microsoft arbeitet an einem Tablet, dem Microsoft Courier. Studien zeigen hier ein doppelseitiges elektronisches Buch mit einem 7″-Dual-Display (Quelle: Gizmodo). Es soll mehr Arbeitsinstrument als ein Medienkonsumgerät sein. Nach allerneusten Meldungen soll der Courier schon am 7. Januar an der CES vorgestellt werden und somit Apple die Show stehlen… (Quelle: Spiegel online). Update vom 7.1.: der von Microsoft und HP entwickelte Courier wurde von Steve Ballmer tatsächlich präsentiert, doch ist noch nicht bekannt, wann das Gerät auf den Markt kommt.
- Das Notion Ink “Smartpad” ist mit dem innovativen Pixel Qi Display auch an der CES angekündigt. Dieses 10,1″ Multimedia-Tablet soll die Vorteile von eInk und LED zusammenführen.
- Zudem soll die eReader-Plattform Blio an der CES vorgestellt werden. Sie wurde entwickelt von der Kurzweil Company und kann auf PC, MAC und iPhone verwendet werden (Quelle: Singularity).
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – aber sie sollte genügen, um zu verdeutlichen, wie spannend es 2010 im Bereich der eReader werden wird.

Erstellt in E-Books, Gadgets, Innovation, Mobilgeräte, Trends | Keine Kommentare »