News and Trends aus der Informationstechnologie und dem Bibliothekswesen
Februar 4th, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Das Bibliothekssystem NEBIS (Aleph V18) - die grundlegende betriebliche Applikation für die ETH-Bibliothek, die Zentralbibliothek Zürich und den NEBIS-Verbund mit mehr als 90 teilnehmenden Bibliotheken - wurde am 9./10. Januar 2010 in enger Zusammenarbeit mit den zentralen Informatikdiensten der ETH Zürich von einer rein hardwarebasierten Infrastruktur auf eine virtualisierte Redhat-Linux-Infrastruktur auf der Basis von VMWare vSphere 4 migriert. Die darunterliegende Server-HW sind SUN Fire X4600-Maschinen mit 8 DualCore AMD-Prozessoren 2.6 GHz und 64 GB RAM.
Die Migration des Produktions-, des Schulungs- und des Testsystems hat problemlos geklappt. Aufgetretene Performanceprobleme konnten in der Zwischenzeit bereits deutlich abgemildert werden. Der Plattformwechsel bringt deutliche Verbesserungen in den Bereichen Infrastrukturkosten, High Availability, Stabilität und Skalierbarkeit der Lösung für das weitere Wachstum des Bibliothekenverbundes NEBIS. Der Betrieb der virtuellen Plattform inklusive des Betriebssystems RedHat-Linux ist durch ein detailliertes Operational Level Agreement (OLA) zwischen den zentralen Informatikdiensten und der IT der ETH-Bibliothek abgesichert.
Mehr Informationen bei Andreas Kirstein, kirstein@library.ethz.ch, +41 44 632 2674

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Februar 3rd, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Nach der Präsentation des iPad konnte man bezüglich Anwendung im Hochschulumfeld ja erst einmal abwinken. iBooks ist nicht für “uns” gedacht, die Möglichkeiten sind irgendwo zwischen normalem Tablet und eReader - zumindest in den USA. Aber es gibt doch auch vielversprechende Aussichten. Ich habe die Applikation Papers schon auf dem iPhone eingesetzt und war beeindruckt. Papers ist eine Anwendung zur Verwaltung und zur Nutzung wissenschaftlicher Papers für den Mac. Man kann damit gezielt Papers in den wichtigsten Fachdatenbanken suchen, herunterladen und auf seinem Mac verwalten. Quasi iTunes für PDF-Dokumente. Die iPhone App hatte einen Nachteil: die PDF-Dokumente sind auf dem kleinen Screen ziemlich verloren. Hier kommt der iPad ins Spiel: die iPhone App läuft bekanntlich auch auf dem iPad - und hier dürften die A4-Texte dann durchaus gut lesbar sein.
Dann nehmen wir noch Stanza für die eBooks, und schon sind die Perspektiven durchaus rosig. Auch beim iPad wird der grosse Trumpf der App Store sein. Die eReader-Software Kobo ist ebenfalls schon in den Startlöchern, wie der Beitrag im Blog Gadgetlab zeigt.
Wenn jemand Erfahrungen mit dem Einsatz von Papers hat, bin ich um Rückmeldungen froh - einfach die Kommentarfunktion im Blog verwenden….

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Januar 28th, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Es ist wohl noch etwas Kaffeesatzlesen, wenn man aufgrund der ersten Infos und Vorschauen über die Hochschultauglichkeit des iPad urteilen möchte. Ich habe neulich eine Übersicht über die gängigen eReader gemacht und möchte den iPad, quasi in “Ferndiagnose”, nach denselben Kriterien kurz beleuchten. Interessant ist eine Aussage von Heise.de nach einem kurzen Test des iPad.
“Die E-Book-Anwendung iBook sorgt mit wählbaren Schriftgrößen und -arten für lesefreundliche Darstellung von Büchern und anderen Publikationen. Allerdings war weder eine Suchfunktion zu sehen noch eine Eingabemöglichkeit für Anmerkungen und Fußnoten, wie etwa bei Amazons Kindle. Auch ist das helle, von hinten per LED-beleuchtete LCD-Display des iPad beim langen Lesen eher ermüdend, während der E-Ink-Schirm bei Kindle und anderen Lesegeräte mit seinem papierähnlichem Kontrast- und Leuchtverhältnissen die Augen schont.”
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apples-iPad-kurz-angetestet-Update-915823.html
Relevant scheint mir die Tatsache, dass entgegen der Gerüchte im Vorfeld keine OLED, sondern die LED-Technologie für den Bildschirm eingesetzt wird. Das bringt Minuspunkte bezüglich Lesefreundlichkeit. Gegenüber den eInk-Readern ist der farbige Bildschirm des iPad ein Vorteil. Gerade im Wissenschaftsbereich sind PDF-Dokumente im A4-Format das zentrale elektronische Textdokument. Diese dürften auf dem iPad gut lesbar sein. Nächster Mangelpunkt: der iPad beherrscht kein Multitasking. Das wäre aber nötig, um beim Lesen eines Textes schnell zu einem geöffneten Textdokument zu wechseln und sich Notizen zu machen oder Zitate einzufügen. Offenbar verfügt die App iBooks zudem über keine Notizfunktion, ein klares Minus gegenüber der Konkurrenz (Update: noch schlimmer: iBooks wird es voraussichtlich zunächst nur in den USA geben! siehe Kommentar unten). Eine fehlende Suchfunktion wäre gerade für den Hochschuleinsatz (Suche nach Begriffen in einem Skript oder über mehrere Skripts) fatal. Das scheint aber mit Spotlight möglich, den Apple schreibt: “It even searches apps you’ve downloaded from the App Store.” http://www.apple.com/ipad/features/ (Update: Zudem sieht man in der Präsentation an der Keynote, dass links oben die Lupe erscheint - dieses Symbol steht bei anderen Apple-Produkten für die Spotlight-Suche.)
Positiv überrascht war ich von der abgespeckten Version von iWork. Damit ist die Textverarbeitung auf dem Gerät verfügbar - und könnte dann wie die App Notes für die Notizen verwendet werden, wenn das nächste OS eventuell Multitasking bringt (entsprechende Gerüchte gibt es auch dafür…).
Was bringt der iBookstore? Für einen Studierenden gar nichts, denn er sollte ja für die Bücher nicht nochmals bezahlen, welche die Hochschulbibliothek für ihn schon lizenziert hat. Wichtig wäre es also, dass man auch eigene eBooks laden kann. Dazu gibt es aber noch keine gesicherten Aussagen.
“Great” ist natürlich, dass alle die netten Apps fürs iPhone auch auf dem iPad laufen - auch wenn sie momentan zum Teil noch etwas gewöhnungsbedürftig aussehen… Da wären dann alle bekannten Apps zum Kauf und Lesen von eBooks. Aber auch die App “Papers”, mit der man wissenschaftliche Texte aus den gängigen Datenbanken lesen und verarbeiten kann.
Die Killeranwendung für den iPad (heisst es eigentlich der oder das?) dürften also nicht Lehrbücher sein, sondern Zeitungen und Zeitschriften. Die Branche lechzt nach einem Tool, das Ihnen den Weg zu bezahlten Inhalten öffnet. Und dafür dürften der iPad und das Geschäftsmodell von Apple schon eher geeignet sein. Die eBooks für den Hochschulbereich kommen dann später… Vielleicht wird dann ja auch iTunes U für die Distribution wissenschaftlicher Texte und eBooks geöffnet? Hallo, Apple: ihr kennt ja meine Adresse…

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Januar 26th, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Heute haben Vertreter des Projekts Neptun, das Laptops für Hochschulangehörige in der Schweiz zu günstigen Konditionen anbietet und seinen Sitz an der ETH Zürich hat http://www.neptun.ethz.ch/, und Vertreter der ETH-Bibliothek über den möglichen Einsatz von eReadern an der ETH Zürich gesprochen. Hintergrund ist die Idee, eventuell auch mal einen eReader ins Neptun-Angebot aufzunehmen. Ich habe verschiedene Geräte mit ihren Stärken und Schwächen vorgestellt: Amazon Kindle 2, Amazon Kindle DX, Sony PRS-505, Sony PRS-700, nook, iRex Digital Reader 1000S und den HanLin eReader. Unser Fazit: wenn, dann würde sich am ehesten der Kindle DX für den Hochschuleinsatz eignen. Aber…
Alle gängigen eReader genügen den Ansprüchen einer Anwendung im wissenschaftlichen Kontext nicht. Die fehlende Interaktion scheint mir das Haupthindernis für den Einsatz in Lehre und Forschung. Ich kann bei den Geräten im besten Fall Anmerkungen machen, die ich dann aber kaum in meine normale Arbeitsumgebung übertragen kann. Unmöglich ist das Herauskopieren von Zitaten oder Referenzen, um sie dann in einen eigenen Text zu integrieren.
Beim Display schneiden der iRex sowie der Kindle DX dank ihren grossen Bildschirmen, die auch die Darstellung von A4-Dokumenten im PDF ermöglichen, am besten ab. Vermisst wird jedoch ein farbiges Display, das zum Beispiel für die Darstellung von farbigen Grafiken aus Lehrbüchern nötig wäre. Die Darstellung von PDF ist deshalb besonders wichtig, weil das EPUB- oder Mobipocket-Format bei der Anzeige von Formeln versagen. Wenn hier jemand eine Lösung kennt, wie man Formeln aus PDF- oder Worddokumenten in EPUB oder Mobi umformatieren kann, bin ich froh um einen Hinweis. Ebenfalls ungelöst ist die Darstellung von Fussnoten, die ja beim EPUB und Mobi mit dem Wegfall von Seitenumbrüchen grundsätzlich “in der Luft hängen”. Es kommt erschwerend dazu, dass die Geräte nicht fähig sind, Hyperlinks anzuklicken. Ich glaube, der iRex ist hier eine Ausnahme. Mein Gerät schafft es allerdings momentan nicht einmal, ein normales EPUB-Dokument anzuzeigen. Insofern muss ich mich auf die Funktionsbeschreibung verlassen…
Der Wegfall des Seitenumbruchs verhindert auch, dass ich aus einem EPUB korrekt zitieren kann. Ein weiteres Argument gegen den Einsatz im Wissenschaftsbereich.
Nicht eben wissenschaftsfreundlich sind zudem die mit den jeweiligen Geräten verbundenen Geschäftsmodelle. Noch sehe ich keine Möglichkeit, von der Bibliothek lizenzierte eBooks für die Nutzung auf eReadern bereitzustellen. Auf diesem Feld sehe ich grossen Handlungsbedarf und auch Spielraum für die Bibliotheken. Ich denke, dass ein eReader-Angebot für Studierende erst dann attraktiv ist, wenn wir technisch und rechtlich in der Lage sind, die von uns lizenzierten Inhalte im geeigneten Format kostenlos bereitzustellen. Die heute von den Verlagen angebotenen Produkte - in der Regel kapitelweise als PDF downloadbare Dokumente - sind dafür nicht geeignet. Also, liebe Verlage, wer an einem Pilotversuch mit der ETH-Bibliothek interessiert ist, soll sich doch bitte vertrauensvoll an den Autoren dieses Beitrags wenden…

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Januar 20th, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Die ETH-Bibliothek hat einen Primo Deep Search (früher: third node) Adapter entwickelt, welcher die Brücke zwischen Exlibris’ Primo und verschiedenen Content Management Systemen schlägt. Auf diese Weise lässt sich direkt mit Primo auch nach Inhalten aus Webseiten der Bibliothek suchen. Der Adapter ist derart gestaltet, dass grundsätzlich alle CMS-Systeme mit Solr Modulen (ezPublish, Drupal, Typo3, Wordpress etc.), angebunden werden können (vorkonfiguriert: ezPublish). Ebenso lassen sich alle anderen auf dem Solr-Server basierenden Dienste (z.B. spezialisierte geographische Suchen, Institutional Repositories) einbinden. Die Übernahme von Solr Facetten in Primo wird als experimentelles Feature unterstützt. Die Konfiguration des Adapter besteht in der Individualisierung von Stylesheets in XSLT 2.0 (durch Verwendung von Saxon auch Unterstützung von Regular Expressions). Die Anpassungen können direkt zur Laufzeit vorgenommen werden, ohne Neustarts von Primo. Dadurch eignet sich der Adapter hervorragend zur schnellen Einbindung von einfach strukturierten Datenquellen. Der Adapter ist frei vergügbar inkl. Java Quellcode unter der Open-Source Apache License 2.0. Mit der Veröffentlichung im Rahmen der Exlibris EL Commons Plattform nimmt die ETH-Bibliothek gleichzeitig auch am Elympics Wettbewerb teil.
Mehr Informationen, Screenshots und Download: http://www.exlibrisgroup.org/display/PrimoCC/Primo+CMS+Solr+Websearch+Adaptor
EL Commons ELympics: http://www.exlibrisgroup.com/category/ELympics
eZPublish: http://ez.no/
Apache License 2.0: http://www.apache.org/licenses/LICENSE-2.0.html
Saxon: http://saxon.sourceforge.net/
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Januar 14th, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Der nook ist vorläufig nur in den USA erhältlich. Auf eBay gibt es aber Händler, die solche Geräte auch international anbieten. Zu den etwas höheren Kosten als im regulären Shop kommen somit noch beträchtliche Versandkosten hinzu. Doch die Lieferung klappt einwandfrei. Nach dem Lieferengpass anfangs Dezember wird das Gerät Ende Dezember verschickt und trifft anfangs Januar an der ETH in Zürich ein.
Inbetriebnahme
Zum Auspacken braucht man fast die beigelegte Anleitung. Doch diese erste Hürde ist überwunden, und das optisch sehr gefällige Gerät ist ausgepackt. Zunächst kommt es mit dem mitgelieferten USB-Kabel zum Aufladen an den PC – der Stromadapter ist natürlich US-Standard. Der nook wird dann als externes Laufwerk angezeigt, das verschiedene Ordner enthält. Ich kopiere mal einige eBooks unterschiedlichen Formats in den Ordner „my documents“ und hoffe, diese später angezeigt zu sehen.
Beim Aufstarten des nook wird gleich nach einer Registrierung verlangt. Diese ist nötig, damit man Inhalte von Barnes and Noble laden kann.
drahtlose Verbindung
Das geht allerdings nur über WiFi, nicht stationär. In den USA wäre die Verbindung über ein eigenes 3G-Netz möglich, in Europa aber nicht. Hier kann ich mich (theoretisch) mit offenen WiFi-Netzwerken verbinden. Ein erster Versuch scheitert allerdings. Das WPA2-geschützte Netz der ETH wird nicht erkannt. Das Public-WiFi-Netz erscheint zwar in der Auswahl, nimmt kurz die Verbindung auf und steigt dann gleich wieder aus. Ich vermute, dass der Firewall oder die benötigte Authentifizierung den nook scheitern lassen. Ich muss es dann also zu Hause im privaten WLAN versuchen. Die WiFi-Verbindung mit dem privaten Netzwerk (auch WPA2 gesichert) hat dann geklappt.
Nutzung von eBooks
Auch ohne Registrierung kann ich auf die manuell auf den nook geladenen eBooks zugreifen. Zwischen eInk-Display und dem schmalen Touchscreen befindet sich der Home-„Button“, über den man jeweils in die Menuauswahl gelangt, die dann im farbigen Streifen angezeigt wird. Hier wähle ich MyLibrary und erhalte die Auswahl der geladenen eBooks. Ein erstes, kürzeres Dokument im PDF-Format wird korrekt angezeigt. Ein zweites eBook im EPUB-Format, das ich nicht bei B&N gekauft habe, wird nicht geöffnet, da der User nicht registriert sei. Beim Klassiker Don Quijote im EPUB-Format, das ich mir beim Projekt Gutenberg besorgt habe, funktioniert die Anzeige und Formatierung tadellos. Man kann mit Hilfe von Pfeiltasten an den Seitenrändern im Dokument vor- und rückwärts blättern oder über das Navigationsfeld zu einem bestimmten Kapitel oder der zuletzt gelesenen Stelle wechseln. Es lassen sich verschiedene Fonts in unterschiedlicher Grösse einstellen. Die Darstellung auf dem eInk-Display ist ausgezeichnet.
Nach den ersten Versuchen möchte ich andere Bücher auf den nook laden. Nachdem ich das Gerät über USB mit dem PC verbunden habe, kopiere ich weitere eBooks in den Ordner My Documents und lösche diejenigen, die nicht lesbar waren. Nach dem Auswerfen des nook sind aber immer noch die alten Titel in der Auswahl sichtbar. Wurde der nook nicht synchronisiert? Nach einigem Pröbeln versuche ich es mit dem Menu „Check for new content“, den ich eigentlich mit dem Store in Verbindung gebracht habe, und siehe da: die Auswahl wird aktualisiert, die neuen Titel sind sichtbar.
Nach der Registrierung des nook über mein bestehendes Konto bei Barnes and Noble erhalte ich Zugang zum eBook-Shop von B&N und auf die Funktion „the daily“, in der täglich Bücher vorgestellt werden. Als europäischer Anwender steht man im Shop aber leider vor leeren Regalen: nicht einmal die freien Bücher aus dem Google-Projekt können ohne US-Rechnungsadresse bezogen werden. Man muss sich mit Schnuppern an den Previews zufrieden geben und kann nur einzelne Seiten zur Probe herunterladen.
Der 3.5″-Touchscreen
Die Usability der Navigation über das Touchscreen-Display lässt etwas zu wünschen übrig. Es ist nicht immer klar, wohin man gelangt, wenn man den Linkspfeil antippt. Störend wirkt vor allem, dass der Bildschirminhalt des oberen Displays immer gleich ändert, wenn man sich in der Navigation unten bewegt. Wenn ich also am Lesen bin, kann ich nicht auf das Menu MyLibrary wechseln, ohne dass ich den Text oben automatisch verlasse. Aber daran werde ich mich sicher schnell gewöhnen.
Das Spezielle am nook ist ja in erster Linie die Kombination von kleinem 3.5 Zoll-Touchscreen zur Navigation und Eingabe mit einem 6 Zoll-eInk-Display zum Lesen der Inhalte. Wie bewährt sich diese Technologie in der Praxis? Grundsätzlich gewöhnt man sich relativ schnell daran, dass man unten navigieren, auswählen und antippen muss und dass das eInk-Display nicht auf meine Berührungsversuche reagiert. Das Scrollen im schmalen Display unten ist jedoch eher mühsam und nicht immer intuitiv. So teilt sich das Display manchmal in mehrere Sektoren: links erscheint ein Pfeil, mit dem man auf den vorherigen Bildschirm wechselt, dann folgt eine Liste mit einer Menuauswahl (view my documents; view item details, show covers, check for new B&N content), die sich jeweils unterschiedlich verhalten: klicke ich auf „show covers“, erscheint nur im Screen unten eine Ansicht von Buchcovers in Farbe, die ich über ein Symbol (ein x in einem Kreis) schliessen muss – also eine Art Popup. Bei „view item details“ erscheint im eInk-Display eine Zusammenfassung von Titel, Autor, Rating und eine Overview. Auch im Screen unten ändert sich die Anzeige und es erscheint die Menuauswahl „read“, „buy“ und „view overview“. Neben dieser Menuliste gibt es zwei Pfeile zum nach oben oder unten Navigieren in der Titelliste im eInk-Display. Schliesslich gibt es noch ein Feld mit einem kleinen Kreissymbol, durch das man den oben ausgewählten Titel aufrufen kann.



Abbildung: verschiedene Anzeigen des nook: Start, Buchauswahl, Buchseite
Akkulaufzeit
Bezüglich der Akku-Leistung habe ich (noch) keine richtigen Tests gemacht. Aber es fällt auf, dass sich der Ladezustand sehr rasch verringert. Ich gehe davon aus, dass der Stromverbrauch sehr stark von der Nutzung des farbigen Touchscreens abhängt. Gerade bei meinen Versuchen mit der Navigation lese ich weniger in den trägen Texten im eInk-Feld, sondern benutze intensiv den farbigen Bildschirm. Innerhalb von zwei Stunden – mit Pausen dazwischen – hat sich der Ladestand von 60% auf 30% reduziert.
Interaktionsmöglichkeiten und Suchfunktion
Ein wichtiges Kriterium für die Bewertung von eReadern ist für mich die Möglichkeit der Interaktion. Ähnlich wie die Modelle von Kindle und Sony bietet der nook gewisse Annotationsfunktionen. Man kann bei eBooks im EPUB-Format (nicht aber bei PDF-Dokumenten) Notizen einfügen. Bisher ist es mir nicht gelungen, die eingefügten Notizen wieder abzurufen, aber möglicherweise geht das erst nach einer Synchronisation mit dem
Die Suche erfolgt entweder auf übergeordneter Ebene in den Metadaten der vorhandenen Bücher oder dann auf der Ebene des einzelnen Buchs als Volltextsuche. Eine übergreifende Suche im Volltext ist offenbar nicht möglich. Wenn die Suche gewählt wird, erscheint eine kleine qwerty-Tastatur im Touchscreen. Auch Notizen werden über dieses Interface eingegeben. Noch nicht testen konnte ich die Ausleihfunktion, die es erlauben soll, bei B&N gekaufte Bücher mit anderen Geräten zu teilen. Theoretisch sollte man ein eBook auch auf PCs, Macs oder iPhones mit der eReader-Software von B&N schicken und dort für eine limitierte Zeit nutzen können.
Fazit
Der nook ist ein interessantes Gerät. Für Anwender in Europa fällt der fehlende Zugang zu den eBooks von B&N aber zu negativ ins Gewicht. Der Dualscreen ist innovativ, aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Der nook ist deutlich dicker (1.25 cm) als sein Konkurrent, der Kindle 2 (0.9 cm), und auch etwas schwerer (317 gegenüber 289 Gramm). Und jetzt habe ich den nook vermutlich beleidigt, denn er bleibt beim Laden eines neuen eBooks hängen und zeigt seit einigen Minuten nur noch das Dialogfeld „Formatting…“ an.

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Januar 6th, 2010 von Rudolf Mumenthaler
Alles deutet darauf hin, dass 2010 das Jahr der eReader wird. Verschiedenste Firmen bringen neue Modelle auf den Markt, die den Branchenleader Kindle bedrängen werden. An der Fachmesse CES (Consumer Electronics Show) werden einige Neuheiten präsentiert, andere sind seit kurzem auf dem Markt oder angekündigt:
- der nook von Barnes&Noble ist seit anfangs Dezember erhältlich, hatte aber mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Ein Exemplar ist zu mir unterwegs, so dass ich es hoffentlich in den nächsten Tagen testen kann.
- Plastic Logic wird in Las Vegas den QUE präsentieren. Mit einem biegsamen 10″ Touchscreen Display verspricht er einiges. Aber er muss sich die Aufmerksamkeit mit mehreren Konkurrenten teilen:
- Der Alex eReader mit Dualdisplay wird an der CES ebenfalls vorgestellt. Der stark an den NOOK erinnernde eReader läuft auf Android und kommt mit einer Million Google Books als Inhalt daher (Quelle: Venturebeat und Gizmodo).
- Entourage präsentiert auf der CES seinen eReader enTourage eDGe mit Dual-Screen: mit einem 9.7″ eInk-Display links und einem farbigen 10.1″ LCD-Display rechts.
- Skiff, LLC and Sprint stellen an der CES den Skiff Reader, den ersten für Zeitungen und Zeitschriften optimierten Reader vor. Er verblüfft mit einem 11.5″ (1600 x 1200) “Metal Foil” Touchscreen-Display. (Quelle: Gizmodo).
- Jinke, der Anbieter von BeBook, zeigt an der CES seine neusten Modelle der A6- und A9-Serie.
- Interead kündigte ebenfalls für die CES neue Modelle der COOL-ER Reader Reihe an.
- Hinzu kommt Samsung, das auf der CES seine ersten eReader vorstellt, und zwar als 6″- und 10″-Varianten, ausgestattet mit WLAN, Tastatur und Handschriftenerkennung (update vom 7.1.10).
- Kindle bringt jetzt auch den Kindle DX in einer internationalen Version. Das Gerät muss zwar in den USA gekauft werden (zusätzliche Fracht- und Zollkosten), kann sich aber auch in Europa mit dem Whispernet verbinden (was mein Exemplar leider nicht kann…). Angesichts der Konkurrenz wird Amazon kaum schlafen und bestimmt schon an einer neuen Version arbeiten.- Auch andere Anbieter dürften in diesem Jahr mit neuen Modellen dedizierter eReader auf den Markt kommen.
Technisch dürften 2010 die Farbdisplays bei eInk-Readern ein grosses Thema sein. Mehrere grosse Firmen arbeiten hier mit Hochdruck daran, die bestehenden Prototypen zur Marktreife zu bringen. Die nähere Zukunft wird hier wohl biegsame e-Ink-Farbdisplays bringen. Zudem tut sich einiges auf der Inhaltsseite: es laufen mehrere Initiativen von Verlagshäusern, sich für eine elektronische Plattform zusammenzutun - sei es in den USA rund um den Skiff oder die Time Inc. oder in der Schweiz in einem grossen Joint Venture von Swisscom, TA Media, NZZ, Ringier und Orell-Füssli.
Den dedizierten eReadern erwächst aber neue Konkurrenz durch Smartphones und Tablets.
- Ich bin nicht der einzige, der gespannt auf die Lancierung des iSlate von Apple am 26. Januar wartet. Verschiedene Studien zeigen, wie man sich im Voraus die Nutzung von Büchern (Coursesmart) und Zeitschriften (The Wonderfactory) auf diesem sagenumwobenen Tablet vorstellt. Höher könnten die Erwartungen wohl nicht geschraubt werden…
- Auch Microsoft arbeitet an einem Tablet, dem Microsoft Courier. Studien zeigen hier ein doppelseitiges elektronisches Buch mit einem 7″-Dual-Display (Quelle: Gizmodo). Es soll mehr Arbeitsinstrument als ein Medienkonsumgerät sein. Nach allerneusten Meldungen soll der Courier schon am 7. Januar an der CES vorgestellt werden und somit Apple die Show stehlen… (Quelle: Spiegel online). Update vom 7.1.: der von Microsoft und HP entwickelte Courier wurde von Steve Ballmer tatsächlich präsentiert, doch ist noch nicht bekannt, wann das Gerät auf den Markt kommt.
- Das Notion Ink “Smartpad” ist mit dem innovativen Pixel Qi Display auch an der CES angekündigt. Dieses 10,1″ Multimedia-Tablet soll die Vorteile von eInk und LED zusammenführen.
- Zudem soll die eReader-Plattform Blio an der CES vorgestellt werden. Sie wurde entwickelt von der Kurzweil Company und kann auf PC, MAC und iPhone verwendet werden (Quelle: Singularity).
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - aber sie sollte genügen, um zu verdeutlichen, wie spannend es 2010 im Bereich der eReader werden wird.

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Dezember 16th, 2009 von Rudolf Mumenthaler
Die Serie über das iPhone als eReader muss aus aktuellem Anlass ergänzt werden: Amazon bietet nun Kindle for iPhone auch in Europa an. Und ich muss sagen, die nahtlose Integration über Whispernet ist schlicht umwerfend. Zunächst werden einmal alle Bücher (nicht aber abonnierte Zeitungen oder Zeitschriften), die ich im Kindle Store gekauft habe, auf alle meine registrierten Geräte übertragen: sowohl auf den Kindle, wie auch auf Kindle für PC und Kindle fürs iPhone. Ich habe also alle (gekauften) Dokumente jederzeit auf jeder Plattform zur Verfügung.
Wenn ich es richtig verstanden habe, nimmt Whispernet jene Verbindungsart, die gerade zur Verfügung steht: das LAN beim PC, das WLAN oder die Telefonverbindung beim iPhone. Absolut überzeugend ist die Synchronisation der letzten Lesestelle: wenn man im eBook auf dem Kindle für PC gelesen hat, die Anwendung schliesst und dann das iPhone zur Hand nimmt, fragt die Applikation, ob man bei der zuletzt gelesenen Passage (”Location”) weiterlesen möchte. Und umgekehrt erscheint der Dialog auf dem PC, wenn man nach der Lektüre auf dem iPhone wieder Kindle für PC öffnet. Diese nahtlose Intergration ist echt genial. Leider funktioniert sie mit meinem Kindle US-Version nicht, sollte es aber mit der Kindle International Edition.
Noch nicht geklappt hat die Synchronisation der Notizen, die ich auf dem iPhone sehr einfach und intuitiv anbringen kann, oder mit den Bookmarks, die ich sowohl mobil wie auch auf dem PC setzen kann. Wenn man neue Bücher für Kindle for iPhone kaufen will, muss das im Kindle Store ausgeführt werden. Diesen kann man entweder vom PC aus über den Browser aufrufen oder über die zusätzliche iPhone Applikation Amazon.com.

Screenshots: Kindle for iPhone mit Seitenansicht und Dialog für Anzeige der zuletzt gelesenen Stelle

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Dezember 7th, 2009 von Rudolf Mumenthaler
Zum Abschluss der kleinen Beitragsreihe über das iPhone als eReader möchte ich es mit den gängigen eReadern vergleichen, die auf der eInk-Technologie basieren. Es geht dabei letztlich um die Frage, ob ein multifunktionales Gerät gegenüber dedizierten eReadern das Rennen machen wird. Wobei sich diese Frage natürlich auch auf anderen Gebieten stellt: gerade heute habe ich einen Bericht über das iPhone als Navi gelesen. Und für mich ist klar: ein separates Navigationsgerät hätte ich nie gekauft - aber auf dem iPhone brauche ich die Funktion sehr häufig. Aber hier jetzt der Vergleich in Bezug auf einige wichtige Kriterien:
Angebot an eBooks
Insgesamt ist das Angebot fürs iPhone grösser als für die einzelnen eReader. Die Auswahlmöglichkeit von Büchern im App Store von Apple ist jedoch denkbar schlecht. Hier sind Amazon und Barnes & Noble weit voraus. Damit die eBooks im App Store erfolgreich sein sollen, braucht es mehr als eine ständig wachsende Anzahl. Apple müsste hier auch für Bücher all das bieten, was man im Bereich Musik kennt: neben einer guten Suche gehört sicher die Kategorisierung nach Genres dazu. Fürs iPhone wäre eine separate Applikation nützlich, welche analog zur App iPod für Musik und Video die Nutzung von eBooks auf dem iPhone unterstützen würde.
Verwaltung der eBooks
Auf dem iPhone benötigt man mehrere Applikationen, um alle Angebote nutzen zu können. Je mehr solcher Plattformen man nutzt, desto mehr vermisst man eine zentrale Management-Software für alle eBooks – so wie es sie für Musik bereits gibt. Sony ist mit der eBook Library der einzige Anbieter mit einer zufriedenstellenden Verwaltungssoftware. Auf dem iPhone könnte Stanza eine solche Rolle spielen, vor allem wenn man die verschiedenen Formate in ein einheitliches Format bringen könnte. Wegen der unterschiedlichen DRM scheint das jedoch unmöglich. Beim Kindle fehlt ein solches Verwaltungstool völlig.
Aus meiner Sicht ist das Datenmanagement ein entscheidender Erfolgsfaktor, wie sich vor Jahren bei der Musik gezeigt hat. Am Anfang von Apples Erfolgsmodell stand die Software iTunes zum Rippen von CDs und zur Verwaltung der Musik.
Dateiformate
Das iPhone kann mit Hilfe der unterschiedlichen Applikationen so ziemlich jedes Format lesen. Aber eben, man braucht DocumentsToGo für Textdokumente und PDF, Kindle für Amazons azw-Formate, Stanza für EPUB etc. Die verschiedenen eigenständigen eBooks als Applikationen fürs iPhone können prinzipiell völlig proprietäre Formate sein. Die offene Frage beim iPhone ist aber weniger, welche Formate gelesen werden können, sondern auf welche andere Plattformen die Inhalte transferiert werden können. Momentan ist es so, dass ein fürs iPhone gekauftes eBook tatsächlich nur auf dem iPhone gelesen werden kann. Einzelne Anbieter bieten aber mehrere mögliche Downloadformate, so dass ein gekauftes Werk in mehreren Versionen für die verschiedenen Geräte bezogen werden kann, so z.B. B&N oder Amazon.
Funktionen
Bei den Funktionen zum Blättern und Navigieren hat das iPhone die Nase vorn. Nicht jede Applikation nutzt jedoch wirklich intuitive Formen. Aber das iPhone setzt hier ganz klar Massstäbe, die dazu führen, dass viele Nutzer auch versuchen, den Kindle wie einen Touchscreen zu bedienen und über die bescheidenen Möglichkeiten des Sony Touch enttäuscht sind.
Interaktion
Gerade für die Nutzung im wissenschaftlichen Umfeld wäre es von entscheidender Bedeutung, dass die Texte annotiert werden können, dass Anmerkungen und Zitate in die eigentliche Arbeitsumgebung auf den PC übernommen werden können. Das ist weder beim iPhone noch bei den dedizierten eReadern wirklich der Fall. Beim iPhone ist ein Hindernislauf über verschiedene Funktionen und Applikationen nötig, um eine Anmerkung in ein Word-Dokument zu übertragen. Und bei den eReadern bietet nur der Sony touch (angeblich) eine Synchronisation von Notizen auf dem eReader mit Word auf dem PC. Mir persönlich ist dies bisher aber noch nicht gelungen. Offenbar macht hier das DRM öfters Schwierigkeiten.
Bildschirm
Der kleine Bildschirm ist sicher ein Nachteil des iPhone gegenüber den 5-6-Zoll Bildschirmen von Kindle, Sony und anderen. Dafür ist er beeindruckend gut geeignet, um multimediale Inhalte darzustellen. Im Zeitalter der Medienkonvergenz ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Und umgekehrt ist gerade dies ein möglicherweise entscheidender Negativpunkt für die eInk-Technologie. Auch wenn erste Modelle in Farbe existieren oder Dualbildschirme angekündigt sind (der eDGe von enTourage soll im Februar 10 herauskommen), dürfte es schwierig sein, die relativ träge Technologie für die Darstellung bewegter Inhalte einzusetzen. Momentan dauert ein Seitenaufbau eine halbe Sekunde und ist begleitet von einem Flimmern. Das mag für Bücher noch kein Problem sein. Aber ich gehe davon aus, dass ohnehin die Zeitungsverlage in den nächsten ein bis zwei Jahren dem eReader zum entscheidenden Durchbruch verhelfen werden - wie Hearst mit seinem Skiff und Time Inc. mit einer Studie zu einem Tablet gerade gezeigt haben. Und die Zeitungen folgen ganz klar dem Trend nach Integration multimedialer Inhalte. Sie werden kaum auf eine Technologie setzen, die genau diese Möglichkeit verbaut.
Akku-Laufzeit
Auf der Plusseite der eInk-Technologie ist ganz klar die extrem lange Laufzeit des Akkus, was wiederum ein Hauptmanko des iPhone darstellt. Ich persönlich gehe davon aus, dass sich Apple darüber aber keine allzu grossen Sorgen macht. Die Akkus werden sich laufend verbessern, so dass sich das Thema in den nächsten Jahren von selbst weitgehend entschärft. Genau so hat sich seinerzeit das Problem des grossen Speicherbedarfs gelöst.
Preis
Der Preis der Geräte muss natürlich auch in Erwägung gezogen werden. Die Schmerzgrenze für eReader liegt bei 200 Euro, haben Kundenbefragungen ergeben. Wobei diese Grenze für die verschiedenen Kundensegmente unterschiedlich ist. Aber für den Durchbruch gerade bei jungen Leuten liegt sie wohl doch deutlich unter 200 Euro. Hier liegen die Vorteile klar beim iPhone. Es ist zwar bedeutend teurer, aber man kauft es nicht als eReader, sondern als Mobilphone – oder als mobiles Webdevice – oder als elektronische Agenda – oder als mobile Gamestation und so weiter.
Coolness-Faktor
Last but not least spielt auch der Coolness-Faktor eine wichtige Rolle. Wer den Kindle 1 einmal in Händen gehalten hat, weiss, warum der Kindle eher ein Gerät für ältere Leute ist… Die neuen eReader wie nook oder QUE könnten schon eher an der Vorreiterschaft des iPhone rütteln. Momentan gilt aber das iPhone nach wie vor fast unbestritten als das coolste Gadget der Gegenwart. Am ehesten dürfte wohl Apple selbst an diesen Erfolg anknüpfen können, wenn das gerüchtehalber in der Pipeline befindliche Tablet das Objekt der Begierde wird.
Fazit
Ich gehe davon aus, dass nicht ein dedizierter eReader das Rennen machen wird, sondern ein multifunktionales Gerät, das das Lesen von eBooks in die gewohnte Arbeitsumgebung integriert. Steve Jobs sagte dazu in der New York Times: “But I think the general-purpose devices will win the day. Because I think people just probably aren’t willing to pay for a dedicated device”. Ich gehe davon aus, dass es dabei allerdings weniger um den einmaligen Kauf eines solchen Geräts geht, sondern viel mehr darum, dass man nicht mehrere Geräte mit sich herumtragen und Dokumente auf verschiedenen Plattformen verwalten will. Zudem denke ich, dass das Rennen nicht auf dem Gebiet der eBooks, sondern auf dem Feld der elektronischen Zeitungen und der multimedialen Inhalte entschieden wird. Hier spielt die Musik!

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Dezember 3rd, 2009 von Rudolf Mumenthaler
Txtr ist ja in erster Linie als neuer eReader im Gespräch, der dieser Tage bestellt werden kann. Und zu diskutieren gibt auch der Entscheid der Firma, das Gerät nun doch ohne WLAN auszuliefern, um die Kosten auf unter 300 Euro zu senken. Aber txtr ist nicht nur das Gadget, sondern auch eine Plattform, die ich hier etwas näher betrachten möchte.
Gewisse Ansätze für Kollaboration findet man zwar auch bei Stanza (vlg. letzten Beitrag). Weiter ausgebaut wurde dieses Element bei txtr, das eine Plattform zum Bezug und zum Austausch von Texten bietet. Zum einen kann man eine wachsende Zahl von deutschsprachigen eBooks über die Website http://www.txtr.com käuflich erwerben. Txtr hat eine grosse Content-Allianz geschmiedet und führt die Angebote von libri.de, Ciando und Ingram in seinem Programm. Anschliessend kann man die Bücher mit der iPhone-Applikation txtr synchronisieren. Zum andern kann man aber auch eigene Texte über den Upload auf der Website oder ein spezifisches Tool zu seinen Texten hochladen. Funktioniert hat das im Test mit PDF und EPUB-Dokumenten. Der Clou bei der Sache: eigene und freie Texte kann man anschliessend auf der Plattform mit Freunden teilen.

Screenshot: txtr fürs iPhone mit Verwaltung und Download von Texten
Die Kombination eines grossen Angebots an eBooks und eigenen Texten mit der Verbindung zu Funktionen eines sozialen Netzwerks erscheint mir vielversprechend.

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