August 15th, 2008 by Rudolf Mumenthaler
Im Information Bulletin der Library of Congress (1/2008) wird berichtet, dass die LOC zuammen mit Xerox ein Projekt gestartet hat, um JPEG 2000 als Standard für die Archivierung digitaler Bilder einzusetzen (vgl. www.digitalpreservation.gov) . Kürzlich habe ich erfahren, dass auch in der British Library JPEG 2000 als Archivformat bei ihrer Buchdigitalisierung einsetzen soll. Die prinzipiellen Vorteile von JPEG 2000 gegenüber dem herkömmlichen JPEG sind unbestritten. Die Nachteile in der Benutzung ebenfalls. Hier fällt insbesondere die fehlende Browserunterstützung und die Notwendigkeit von Plug-ins ins Gewicht.
Doch als Archivformat hat JPEG 2000 den prinzipiellen schweren Nachteil, dass es sich um ein komprimiertes Format handelt. Und ich “predige” jeweils im Unterricht meinen Schweizer Studierenden, dass jegliche Komprimierung bei einem Archivformat vermieden werden muss. Auch bei einer verlustfreien Komprimierung gehen Redundanzen verloren, wodurch die Datei prinzipiell anfälliger wird für Datenverlust. Gibt es gute Argumente gegen diese bisherige Lehrmeinung? Für mich ist JPEG 2000 nach wie vor ausschliesslich eine sehr gute Alternative für JPEG in der Anwendung als Benutzungskopie. Oder müssen wir für e-rara ernsthaft JPEG 2000 als Archivformat in Erwägung ziehen?
Ich habe mich etwas umgehört und komme zum Schluss, dass ich meine Meinung wohl revidieren muss. Eine neue Untersuchung von Paolo Buonora und Franco Liberati, die in der Zeitschrift D-Lib veröffentlicht wurde (http://www.dlib.org/dlib/july08/buonora/07buonora.html) weist nach, dass das JPEG 2000 sogar bei der Robustheit gegenüber TIFF Vorteile aufweist! Und aus Benutzersicht stimmt die Meldung zuversichtlich, dass erste Browser JPEG 2000 unterstützen (Safari; Mozilla soll dieses Jahr folgen).
Tags: Archivierung, JPEG 2000
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March 11th, 2008 by Rudolf Mumenthaler
Digitalisierung der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts.
Ein von der DFG gefördertes Projekt an der Bayerischen Staatsbibliothek:
http://www.bsb-muenchen.de/Digitalisierung_der_im_deutsch.1841.0.html
Hier dürften einige Überschneidungen mit dem Projekt e-rara.ch entstehen. Bis 2009 sollen rund 40′000 Bücher digitalisiert und online verfügbar sein. Interessante Aspekte: die Vergabe von URN. Offenbar ist nicht geplant, die Digitalisierung mit anderen Bibliotheken abzusprechen. Das heisst, die anderen müssen entscheiden, ob sie ein Werk aus dem eigenen Bestand digitalisieren wollen, auch wenn es bereits in München online verfügbar ist…
Im Rahmen des Projekts e-rara.ch soll die Zusammenarbeit mit dem VD 16 digital geprüft werden. Die Frage lautet, ob von definierten externen Quellen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, (nur) die Metadaten in e-rara.ch nachgewiesen werden sollen.
Zum DFG-Förderziel Digitalisierung
Tags: 16. Jahrhundert, Digitalisierung, Internationale Projekte, Projektnews, Zusammenarbeit
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March 11th, 2008 by Rudolf Mumenthaler
Der Abgleich mit anderen Digitalisierungsprojekten wird eine der Hauptaufgaben im Projekt e-rara.ch sein. Ein Anknüpfungspunkt wird das Zentrale Verzeichnis Digitalisierter Drucke sein.
Grundsätzlich weist zvdd in einer ersten Projektphase (2005-2007) digitalisierte Druckwerke nach, die in Deutschland digitalisiert worden sind und über das Internet allgemein und frei zugänglich sind. Dabei handelt es sich zu einem großen Teil um wissenschaftliche Erschließungsprojekte aus den Jahren 1996-2006, die mit Mitteln der DFG gefördert worden sind. Zugleich werden aber auch andere digitale Sammlungen berücksichtigt, soweit dies mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglich ist.
In der ersten Projektphase werden Digitalisate auf der Ebene der Sammlungen bzw. Digitalisierungsprojekte und auf der Ebene der Werke (bzw. Ausgaben) nachgewiesen. In der zweiten Phase sollen dann auch Strukturdaten, später auch Volltextdaten durchsuchbar gemacht werden.
In einer zweiten Projektphase (2007-2008) sollen auch Projekte aus Österreich und der Schweiz berücksichtigt werden. Außerdem sollen dann auch verstärkt digitale Sammlungen nachgewiesen werden, die nicht aus einem unmittelbar wissenschaftlichen Kontext oder mit Hilfe von DFG-Fördermitteln entstanden sind.
http://www.zvdd.de/
Tags: Digitalisierung, Internationale Projekte, Portal
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March 6th, 2008 by Rudolf Mumenthaler
Die Tagung vom 15. November 2007 in der Bayerischen Staatsbibliothek hat uns Schweizer Besuchern wieder einmal gezeigt, wie weit wir mittlerweile hinterher hinken. Die Gründe sehe ich vor allem in der wirksamen Förderung von Projekten im Bereich Informationsversorgung durch die DFG. In der Schweiz hat die Schwesterinstitution Nationalfonds meines Wissens noch keinen Franken in den Bereich Digitalisierung gesteckt. Die DFG hat dieses Jahr rund 30 Mio. € in den Bereich Informationsversorgung investiert, in 2008 sollen es 52 Mio. sein. Davon allein 20 Mio. für Digitalisierungsprojekte! Mit dieser Förderung und mit EU-Mitteln wurden seit 1997 die Digitalisierungszentren in Göttingen und München aufgebaut. Hier ist man mittlerweile zur Massendigitalisierung übergegangen. München plant die Digitalisierung der ca. 40′000 Drucke des 16. Jahrhunderts - und lässt parallel dazu eine Million Bücher von Google digitalisieren.
Auch inhaltlich haben die Digitalisierungszentren München und Göttingen, aber auch andere (z.B. Wolfenbüttel) eine höhere Stufe erreicht. Hier verfügt man über Tools, welche den Workflow bei der Digitalisierung wirksam unterstützen. Von der Auswahl durch Restauratoren (Beispiel Wolfenbüttel), über den Arbeitsprozess bei der Digitalisierung, Verarbeitung, Bereitstellung fürs Internet und für die Langzeitarchivierung werden die wichtigsten Schritte über selbst entwickelte Tools (ZEND in München, entsprechende Tools gibt es in Göttingen) abgewickelt. Für das Projket e-rara.ch werden wir solche Tools evaluieren müssen.
Aber nicht nur die deutschen Bibliotheken sind viel weiter als wir, auch unsere Österreicher Kollegen zeichnen sich durch Innovationskraft aus. Der heimliche Star der Tagung war nämlich der ScanRobot von Treventus aus Wien. Dieser Scanner, der pro Stunde ca. 800 Seiten äusserst dokumentschonend in hoher Qualität digitalisiert, wurde zusammen mit der BSB optimiert und wird ab Dezember auf dem Markt sein. Auch dieses Produkt werden wir für das geplante (und im Vergleich zu München bescheidene) Digitalisierungszentrum für e-rara.ch evaluieren.
Fürs Projekt e-rara.ch ziehe ich den Schluss: Nutzen wir die Chancen eines Spätstarters! Wir müssen möglichst eng mit den fortschrittlichen Institutionen zusammenarbeiten und von ihren Erfahrungen profitieren.
Tags: Tagungs- und Reiseberichte
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March 3rd, 2008 by Franziska Geisser
Das Göttinger Digitalisierungszentrum hat eine Workflowsoftware für digitale Bibliotheken entwickelt, die eine orts- und zeitunabhängige Koordination dezentraler Produktionsabläufe ermöglicht.
Informationen zum Projekt Goobi
Tags: Digitalisierung, Internationale Projekte, Software, Zusammenarbeit
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February 29th, 2008 by Franziska Geisser
Am 27. Februar fand in Bern das Kickoff-Meeting für das Projekt e-rara.ch statt. Zum offiziellen Auftakt des Projekts fanden sich 23 der insgesamt über 30 Projektbeteiligten ein. Gegenstand der Sitzung waren Informationen zu den Zielen, Rahmenbedingungen, Vorgehensweisen, Strukturen und Kommunikationsformen im Projekt sowie die Diskussion von grundsätzlichen Fragen. Das Engagement der Teilnehmer und der Wille, in diesem Projekt gemeinsam etwas zu bewegen, kamen an dem Anlass sehr schön zum Ausdruck.
Tags: Projektnews
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February 13th, 2008 by Rudolf Mumenthaler
Der Lenkungsausschuss von E-lib.ch hat beschlossen, dass drei beantragte Projekte in die Projektorganisation von e-rara.ch zu integrieren seien. Es handelt sich dabei um folgende Projekte:
- Bibleikon - Digitalisierung historischer Buchbestände mit umfangreichen Suchfunktionen (Université de Neuchâtel)
- L’illustration anatomique de la Renaissance au siècle des Lumières - Digitalisierung historischer Werke zur Anatomie (Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel)
- Grands livres d’oiseaux illustrés de la Renaissance au XIXe siècle - Digitalisierung historischer Werke zur Vogelkunde (Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel)
Mit den Projektverantwortlichen wird nun geklärt, in welcher Form die Ziele der Projekte im Rahmen von e-rara.ch realisiert werden können. Beim Projekt Bibleikon soll insbesondere die Digitalisierung durch e-rara.ch erfolgen, die wissenschaftliche Bearbeitung der Texte wird aber ausserhalb des Projektes E-Lib.ch realisiert.
Tags: Projektnews
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December 17th, 2007 by Rudolf Mumenthaler
Ab sofort führt der Link www.e-rara.ch nicht mehr ins digitale Niemandsland. Mit Unterstützung der IT-Dienste und der Webmasterin der ETH-Bibliothek (herzlichen Dank!) konnte unter der URL eine einfache Seite aufgeschaltet werden. Sie enthält den Hinweis auf die beteiligten Projektpartner und Kontaktadressen zur Projektleitung.
Die Seite ist gestalterisch an den Auftritt von ww.e-lib.ch angelehnt und soll kein Vorgriff auf die Webseite sein, die im Verlaufe des Projekts entwickelt wird.
Tags: Projektnews
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December 12th, 2007 by Rudolf Mumenthaler
Die CRUS (Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten) hat an ihrer Sitzung vom 6. Dezember auf Empfehlung der Auswahlkommission des Lenkungsausschusses E-lib.ch den Projektantrag positiv beurteilt.
Gegenüber dem Antrag wurde der Beitrag des ETH-Rats (dieser macht ca. 1/4 der Projektsumme aus) um fünf Prozent gekürzt. Zudem wurden einige Auflagen gemacht, deren Einhaltung Bedingung für eine Förderung ist:
- Bei der Beschaffung von Hardware müssen Alternativen evaluiert werden. Die dezentrale Digitalisierung vor Ort muss ermöglicht werden
- Drei kleinere Digitalisierungsprojekte müssen integriert werden. Dafür fliessen 2/3 der für diese Projekte beantragten Mittel ins Projekt e-rara.ch
- Bereits digitalisierte Werke sollen möglichst ebenfalls in die Plattform integriert werden
- Es soll evaluiert werden, ob eine eigenständige Plattform zwingend notwendig ist
- Es soll eine Policy zur Weitergabe qualitativ hochwertiger Bilder an externe Nutzer erarbeitet werden.
Der Antragsteller hat diese Bedingungen bereits akzeptiert.
Es stehen somit insgesamt Fördermittel in der Höhe von Fr. 1′512′600.- zur Verfügung. Die erste Jahrestranche wird im März 08 ausbezahlt.
Tags: Projektnews
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