Mit der Ankunft in Peach Springs betraten wir Indianischen Boden und damit war auch dem Alkoholkonsum ein Riegel geschoben. 
Nach einer kurzen Nacht (wieder einmal mehr) in einem gemütlichen Motel starteten wir früh Morgens Richtung Supai. Wobei man nur bis auf ca. 15km heran fahren kann. Danach ging es zu Fuss ca. 400 Höhenmeter die Canyon Wand hinunter und dann alles gerade aus bis zum Indianer Dorf Supai. Schon erschreckend in welchem Saupuff diese Indianer dort leben. Überall liegen kleider, Möbel und sonstige Waren im Dreck und Pferdemist um die Häuser der Indianer. Aber das scheint niemanden zu stören dort. Ca. 3 weitere Kilometer das Tal hinunter findet man wohl einige der schönsten Wasserfälle in ganz Amerika. Unter anderem den Havasu Fall.

Havasu falls
Dieser Ort ist ideal für einen Camping Ausflug. Man kann die 16km bis zum Campingplatz laufen, mit dem Heli fliegen, per Pferd reiten oder einfach nur das Gepäck transportieren lassen. Ich würde es aber nicht empfehlen das ganze als Dayhike zu machen, wie es wir taten.

Das Problem ist einfach die Hitze und der Wassermangel nach dem Dorf beim Rückweg, weill dort kein Fluss existiert. Wir konnten den Hinweg im Schatten gemütlich hinter uns bringen, doch den Rückweg waren wir in der prallen Mittagssonne. Da ich noch ein Schwumm im Pool des Havasufalles geniessen mochte, machten sich meine Eltern schon vorzeitig ohni mich auf. Ich startete dann gut eine Stunde später mit 5 Litern Wasser im Gepäck. Da ich den Auto Schlüssel hatte, rannte ich mehr als ich lief und die 5 Liter Wasser wurden bald mal knapp und ich musste mein Wasser rationieren. Es ist schon ein spezielles gefühl bei über 48°C durch ein staubtrockenes Tal zu marschieren, wo es keine andere Ausweichroute gibt.

Havasu Canyon
Obendrauf kam noch dazu, dass das schlimmste Stuck ganz am Schluss kam, nämlich der Aufstieg durch die Canyonwand zum Parkplatz hinauf. So kam ich ziemlich verausgabt und durstig beim Auto an und wunderte mich, dass ich meine Eltern nicht einzuholen vermochte. Doch beim Auto war weit und breit niemanden zu sehen und ich begann mir Sorgen zu machen, da ja für mich diese Strecke auch nicht gerade ein Zuckerschleck war. Also füllte ich meine Wasserreserven wieder auf und machte mich mit einem Rucksack voller Wasser wieder auf den Hinweg den Canyon hinunter. Doch glücklicher Weise traf ich dann in der Talsohle meine Eltern an und die Aufregung war umsonst. Sie hatten sogar noch gefrorenes Wasser von einem Indianershop organisiert und waren besser gerüstet als ich. So durfte ich den Aufstieg zum zweiten Mal in Angriff nehmen und hatte somit meine tägliche Sport Ration auch getan. Auf dem Weg nach oben konnte ich dann noch einem jungen Paar mein Gepack in Form von Wasser reduzieren, da sie keins mehr hatten. Ich habe, glaube ich, noch nie so glückliche Gesichter gesehen, nur weil ich jemandem Wasser gebe. Ironischerweise begann es dann in strömen zu regnen, als wir beim Auto waren.