Seattle
Wednesday, March 4th, 2009Die Zeit vergeht wie im Flug und die Wochenende, an denen ich was unternehme, ziehen nur so an mir vorbei. An die einen seit Lenherr’s Besuch in LA mag ich mich nur noch wage erinnern. Sie scheinen schon Ewigkeiten her zu sein.
Da war ein Wochenende, an dem ich 2 Tage Fallschirm springen ging. Am ersten Tag sprang ich für ein vermisstes Teammitglied in einer 10er Formation ein, da diese sonst nicht am Plausch-Wettkampf teilnehmen konnte. Und Plausch war wirklich das Motto. Die meisten Springer hatten 10 mal weniger Sprünge als ich und so kam es, dass ich und ein paar andere oft die ganze Zeit im Freifall mit Warten verbrachten, bis alle bei der Formation auftauchten. Aber lustig wars auf alle Fälle, auch ohne einen einzigen Punkt. Am zweiten Tag gings zum ersten Mal nach Skydive Perris, die grösste Drop Zone in Kalifornien. Die betreiben dort drei Super Twin Otter, ein Skyvan und an manchen Tagen sogar eine modifizierte DC-9. Und wer nicht glaubt, dass die dort aus einem Jet springen: Guckst du hier!
Zudem traf ich noch einen alten bekannten, den meine RS Kollegen sicher noch kennen. Als ich am Falten war, stand ploetzlich Verboom vor mir, der nun hier arbeitet.
An einem anderen Wochenende besuchte ich wieder einmal Lenherr in Mountain View und wir genossen das herrliche Nichtstun.
Aber eigentlich wollte ich über das soeben vergangene Wochenede berichten, an welchem ich Christof Gerber in Seattle besuchte. Er verbringt 2 Monate seinens Wahlstudienjahres am Harbor Medical Center in Seattle, welches ein reines Trauma Zentrum ist, das Schwerverletzte von 4 Bundesstaaten zugeteilt bekommt. Er arbeitet dort in der chirurgischen Orthopadie und verbringt somit viel Zeit im Ops und “buetzt” die Schwerstverletzten wieder zusammen.
An diesem Wochenende machten wir mit einem 4×4 SUV die Gegend rund um Seattle unsicher und besichtigten den Mt. St. Helens und Mt. Rainier bei schönem Wetter (eine etwas ausfuehrlichere Version dieses Abstechers könnt ihr hier nachlesen).
Nach dem herrlichen Tag in der Wildnis südlich von Seattle gings dann auf City Tour. Das Wetter meinte es zwar nicht ganz mehr so gut mit uns, aber für Seattle Verhältnisse immernoch sehr schön. Muss wohl an mir liegen…
Einige Impressionen davon könnt ihr, wie immer, in meinem Webalbum sehen.
Zum Schluss gings dann noch nach Everett zur Boeing Fabrik. Dort werden die grossen Flieger in der grössten Halle der Welt rund um die Uhr gefertigt. So stehen 747′s (aka Jumbo Jet), 767, 777 und 787 (aka Dreamliner) in Reih und Glied in einer einzigen Halle (knapp 400000 Grundfläche). Vermutlich sind diese Typen Nummern nicht jedem geläufig, abgesehen vom Jumbo Jet. Der 777 ist momentan das neuste Model von Boeing, welches schon kommerziell operiert wird. Es ist die grösste zweistrahlige Machine auf dem Markt, welche 10-20% weniger Treibstoff verbraucht als ihre Konkurrenten. Um das vielleicht etwas klarer zu machen, kann man das auch in Liter Treibstoff pro 100km und Passagier ausdrücken. Da ja hier in Amerika sowieso pro Auto nur eine Person fortbewegt wird, kann man das ja direkt mit einem Auto vergleichen (Ansonsten wären die Zahlen nicht mehr so schön). Also umgerechnet kommt das dann in den Bereich von 2.5 Liter Treibstoff pro 100km pro Auto.. eh.. Passagier.
Das noch neuere Modell 787 aka Dreamliner, welches in Kürze seinen Jungfernflug machen soll, geht noch einen Schritt weiter. Boenig hat mit jeder Modelreihe die Treibstoff Effizienz durchschnittlich um 15% gesteigert . Um dieses ambiziöse Ziel zu erreichen ersetzen sie zum einen die Aluminium Struktur des Fliegers durch Kohlefaserverbundwerkstoffe (hier Karbon) und zum anderen verwenden sie eine neuartige geschwungene Flügelform. Karbon bringt neben den muehsamen statistischen Schadensanalysen (ja, keiner weiss so genau wie lange das hält, es beruht alles auf “Erfahrung”
) auch einige Vorteile mit sich. Einer, der die Kunden sicher merklich spühren werden, ist das Kabinen Klima. Die neue Struktur lässt einen höheren Kabinen druck zu und auch eine höhere Luftfeuchtigkeit, da die Korrosionsprobleme verschwunden sind. Des weiteren werden die Fenster des Fliegers 50% groesser sein als die bisherigen und “Fensterläden” gibt es auch nicht mehr. Dafür kann man die Scheiben elektronisch bis fast zu Schwarzglas dimmen. Leider durfte man keine elektronische Gerate mit in die Halle nehmen und deshalb kann ich euch auch keine Photographien von Blueprints zeigen, falls ihr einen Flieger nachbauen wolltet…
Kleine Anmerkung: Die komische Formeln im Text sind nur da, weil ich das LaTeX Plugin von WordPress testen wollte.

