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10.02.2012

Schweizer Skitourenkarten

Filed under: Geographie und Karten,Kartensammlung — Tags: — Markus Appenzeller @ 10:00

Ausschnitt Skitourenkarte

Ausschnitt Skitourenkarte Safiental

Skitourenbeschreibung

Ausschnitt Skitourenführer Nordbünden

Im Beitrag vom 20.1.2011 wurde über  Skikarten aus den Anfängen des Skisports berichtet. In den letzten Jahren hat das Skitourenfahren in der Schweiz einen richtigen Boom erlebt. In früheren Jahren wurden vor allem im Frühjahr, wenn die Schneedecke verfestigt und die Lawinengefahr am Vormittag klein war, die hohen Berge mit Skis bestiegen. Dank modernem Material und verbesserter Skitechnik sind Skitourenfahrer und Schneeschuhläufer heute auch im Früh- und Hochwinter im lockeren Pulverschnee (oder häufig leider auch im „Bruchharscht“) unterwegs. Mit den Skitourenkarten 1:50 000, den Landeskarten 1:25 000, beide vom Bundesamt für Landestopografie, den Skitourenführern vom Schweizer Alpen-Club (SAC) , dem Lawinenbulletin, das übers Internet (www.slf.ch) abgerufen werden kann,  sowie mit den aktuellen Wetterprognosen, können die Skitouren gut vorbereitet werden.

Im gezeigten Ausschnitt der aktuellen Skitourenkarte (Nr. 275 S, Safiental) sind die vorgeschlagenen Routen rot eingezeichnet. Sie stellen eine Auswahl dar und zeigen nur den ungefähren Routenverlauf. Die Nummer neben der Route verweist auf eine detaillierte Beschreibung im Skitourenführer (Skitouren Nordbünden:  Prätigau, Surselva, Rheinwald  von Vital Eggenberger, Bern 2008). Wenn sich die Tour auch für Snowboarder eignet, erscheint ein kleines Symbol neben der Routennummer. Routenabschnitte, die gepunktet sind, können nur zu Fuss begangen werden. Steilhänge mit Hangneigungen ab 30° sind rot eingefärbt. In diesen Gebieten herrscht bei ungünstigen Verhältnissen erhöhte Gefahr von Schneebrettlawinen. Unser Kartenausschnitt aus dem Safiental zeigt sanft geneigte Hänge Richtung Südost, die ausgezeichnet fürs Skitourenfahren geeignet sind, sowie steil abfallende rot gefärbte Hänge gegen Nordwest, die nur bei sicheren Verhältnissen befahren werden sollten. Gebiete, die im Winter nicht oder nur entlang den eingezeichneten Routen betreten werden dürfen, sind gelb umrandet. Es handelt sich um Schutzgebiete, in die sich Wildtiere im Winter zurückziehen. Änderungen an bestehenden oder neue Schutzgebiete, die in der Skitourenkarte noch nicht eingezeichnet werden konnten, sind im Webportal  www.respektiere-deine-grenzen.ch  oder www.wildruhezonen.ch einsehbar.
Für Skitourenfahrer, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, sind die gelb eingezeichnete n Postautorouten mit den roten Punkten für die Haltestellen nützlich.

Auf der Rückseite der Skitourenkarten hat es weitere Informationen: Zeichenerklärung, Zeit- und Schwierigkeitsangaben zu den Routen, Informationen über Anreise, Schutzgebiete und Wildtiere, Lawinen, Gebirgsrettung, Checkliste, nützliche Telefonnummern und Internetadressen sowie themenbezogene Literatur.

Die Skitourenkarten decken praktisch das gesamte schweizerische Alpengebiet ab und werden auch aktualisiert. Eine Lücke im Grenzgebiet zu Italien wurde in diesem Winter mit dem Blatt Valle Antigorio Nr. 275 S geschlossen.

Sämtliche aktuellen Skitourenkarten der Schweiz mit den dazugehörigen Skitourenführern sowie die Landeskarten 1:25 000 für die Detailplanung sind im Lesesaal Spezialsammlungen in der Freihandbibliothek der Kartensammlung aufgestellt. Sie sind nicht ausleihbar, Ausschnitte von Karten  und Tourenführer dürfen  für Privatzwecke kopiert  werden.

20.01.2012

Skikarten aus den Anfängen des Skisports

Filed under: Kartensammlung — Tags: , — Susanne Hofacker @ 8:00

 

Winter-Relief-Karte der Braunwaldberge, 1923 

 Ausschnitt aus der Winter-Relief-Karte der Braunwaldberge, 1923 

 Hofer’s Winter-Relief-Karte der Schwyzer Skiberge, 1927 

 Skitourenkarte Oberengadin und Bernina, ca. 1923 

Skitouren-Karte von Davos und Umgebung, ca. 1920

 

Der heute sehr beliebte alpine Wintersport etablierte sich in der Schweiz erst vor gut 100 Jahren. Davor erfreuten sich die Ferien- und Kurgäste fast ausschliesslich in den Sommermonaten des gesunden Höhenklimas und der fantastischen Landschaft in den Bergen.

Zu den ersten Wintersportorten zählten St. Moritz und Davos. Gäste aus Skandinavien, wo Skier in der Winterzeit zu den üblichen Fortbewegungsmitteln gehörten, brachten die ersten Bretter bereits in den 1870er Jahren nach Davos. Nach und nach breitete sich der Wintertourismus in weiteren alpinen Regionen aus, so auch in der Zentralschweiz, wie einem „Führer durch die Wintersportplätze und Winterkurorte der Schweiz“ von 1921/22* zu entnehmen ist:  „Wer luxuriösen Komfort und fashionable Gesellschaft aufsucht, der kommt auch im Gebiete der Zentralschweiz, und besonders in Engelberg, vollkommen auf seine Rechnung.“

In den Anfängen des Wintertourismus vergnügten sich die Gäste noch mehrheitlich auf dem Eis oder beim Schlitteln. Gefördert durch den Bau von Bergbahnen und Skiliften erlebte der alpine Skisport in den 1920er und 1930er Jahren einen kräftigen Aufschwung und entwickelte sich zum Breitensport.

Mit zunehmender Beliebtheit des Tourenskilaufs stieg auch der Bedarf an Ski(touren)karten. Es handelte sich in der Regel um topographische Karten mit rot markierten Routen für die Skitouren. Als Kontrast zu den in gelblicher Farbe gehaltenen Wanderkarten für die Sommersaison erschienen die Skitourenkarten teils in winterlichem Blau.

Die Karten mit den Signaturen  K 888005 (Braunwald), K 691107 (Schwyz), K 680523: 3 (Oberengadin) und K 680523: 1 (Davos) können in der Kartensammlung der ETH-Bibliothek eingesehen werden.

Quellen: *Winter in der Schweiz: Führer durch die Wintersportplätze und Winterkurorte der Schweiz. Hrsg. unter dem Patronat der Schweizerischen Verkehrszentrale, 1921/22. Signatur ETH-Bibliothek: 56489

20.01.2011

Schweizer Wintersportort als jährlicher Treffpunkt der Wirtschafts- und Politikelite

Filed under: Bildarchiv,Wirtschaft, Recht und Politik — Tags: — Nicole Graf @ 19:13

Davos-Platz, Luftbild, April 1982, Dia 9,5 x 12 cm (Com_FC09-7270-019)

Wyss, Max A.: Davos, Kongresshaus, 1988, Dia 36 mm (Com_LC923-2-2-2)

 

Ehrenbold, M.: Davos, Parsennbahn, vor 1935, Postkarte (Fel_006661-AL-RE)

Vom 26. bis 30. Januar 2011 findet das 41. World Economic Forum (WEF) in Davos statt. Das WEF wurde 1971 von Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab gegründet. Bei den jährlichen Treffen in Davos kommen international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Journalisten zusammen, um über die dringlichsten Fragen der Welt wie Wirtschafts-, Gesundheits- und Umweltfragen zu diskutieren. Seit Ende der 1990er-Jahre gerieten das WEF, der G8-Gipfel, die Weltbank, die WTO und der IWF unter die massive Kritik von Globalisierungsgegnern, deren Meinung nach Kapitalismus und Globalisierung die Armut verstärken und die Umwelt zerstören.

Grund genug für das Bildarchiv, einige Ansichten vom verschneiten Davos vorzustellen, das sich je nach Fokus als Winterparadies präsentiert, wenn es um Wintertourismus und -sport geht, oder als Kongressstadt, wenn es um Anlässe wie das WEF geht.

Die Bilder sind Bestandteil des Archivs der Fotoagentur Comet Photo und der Postkartensammlung Feller. Sie sind in digitaler Form über das Wissensportal oder das Bildarchiv online öffentlich zugänglich.

18.06.2010

Port Elizabeth: Das zweite Spiel für die Schweiz

Filed under: Bestände,Geographie und Karten,Kartensammlung — Tags: — Carol Ribi @ 8:05

Ausschnitt aus der Karte “Port Elizabeth Streetplan 1:21 000″ (1991)

Port Elizabeth ist eine am Indischen Ozean gelegene Stadt Südafrikas. Sie befindet sich 770 Kilometer östlich von Kapstadt. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre weitläufigen weissen Sandstrände, den grossen Handels-Hafen und die prosperierende Autoindustrie.

Das neue Wahrzeichen der Stadt ist das architektonisch herausragende Fussballstadion Nelson-Mandela-Bay, welches anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika erbaut wurde. Das Architektenbüro Gerkan-Marg aus Hamburg hat das Stadion konzipiert. Es befindet sich am North End Lake inmitten des Prince Alfreds Park und beherbergte das Spiel Schweiz-gegen-Chile am 21. Juni.

Auf der obigen Karte sieht man die Stadtansicht noch vor dem Bau des Stadions. Der Prince Alfreds Park neben dem North End Lake ist noch unbebaut. Die grau eingefärbten Siedlungen markieren das Industriegebiet von Port Elizabeth: Im Norden befinden sich viele Fabrikanlagen und Hafendepots.

Die Karte gibt ausserdem Auskunft über verschiedene touristische Sehenswürdigkeiten sowie wichtige öffentliche Einrichtungen. Auf der Kartenrückseite befindet sich ein Strassen- und Vorstatdverzeichnis. Herausgegeben wurde die Karte 1991 vom Map Studio Johannesburg. In der Kartensammlung der ETH-Bibliothek ist sie unter der Signatur K 610 827 zu finden.

31.10.2008

Eidgenössisches Turnfest 1963

Filed under: Bestände,Bildarchiv — Tags: — Nicole Graf @ 15:05

Turnfest

Luzern (Kanton Luzern). Eidgenössisches Turnfest 1963. Schwarz-weiss Fotonegativ 13 x 18 cm. 63/1047

Das Luftbild zeigt die Allgemeine Übung am 66. Eidgenössischen Turnfest in Luzern vom 27.–30. Juni 1963. Die Allgemeinen Übungen waren bis 1984 das Massenereignis der Eidgenössischen Turnfeste. Ursprünglich turnte ein Vorturner ad hoc Übungen vor, freiwillig wurde mehr schlecht als recht nachgeturnt. Ab 1865 wurde zu Musik geturnt, damals waren nur gerade 250 Turner daran beteiligt, im Jubiläumsjahr 1932 waren es bereits 16‘000. Seit 1991 sind Grossraumvorführungen an die Stelle der Allgemeinen Übungen getreten.

Am 66. Eidgenössischen Turnfest haben rund 31‘500 Turner teilgenommen, am Frauenturntag 17‘000 Frauen. Wegen Regenschauer musste die Allgemeine Übung der Frauen abgesagt werden, die Männer hatten eine Woche später besseres Wetter. Das Turnfest findet alle sechs Jahre statt, das 75. Turnfest ist geplant für 2013 in Biel.

Die Wurzeln der nationalen Turnfeste und des Schweizerischen Turnvereins liegen bei den Akademien in Zürich, Bern sowie der Universität Basel, die ab 1816 Turnvereine gründeten. Diese Turnvereine standen allmählich auch Nichtakademikern offen. Die 1830er-Jahre waren eine Zeit nationalstaatlicher Ideen und nationaler Vereinigungen: so fand 1832 das erste Schweizerische Turnfest in Aarau statt, ein Jahr später wurde der Schweizerische Turnverein gegründet.

Eidgenössische Turnfeste waren, wie alle Eidgenössischen im 19. Jahrhundert, Feste des männlichen liberalen Bürgertums. Seit 1932 wurden die Schweizerischen Frauenturntage jeweils eine Woche vor dem Fest der Männer abgehalten, dies blieb bis 1991 so. Während die Männer damals die Frauen in ihr Fest integrieren wollten, forderten die Frauen mit „Rücksicht auf die Psyche der Frauen“ ein eigenes Fest. Ein Jahr nach Einführung des Frauenstimmrechts (1972) kam es zum „Experiment mit Wettkämpfen“ bei den Frauen: Erstmals gab es nämlich bei Gymnastik, Spielen, Stafettenläufen und Leichtathletik auch Ranglisten und Preise.

Das Luftbild ist Bestandteil des Archivs der Fotoagentur Comet Photo des Bildarchivs der ETH-Bibliothek. Es ist – wie andere Bilder der Comet Photo AG – in digitaler Form über Bildarchiv online öffentlich zugänglich.

Das abgebildete Luftbild ist unter der Signatur Com_F63-01047 zu finden.

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