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16.12.2009

Marc Theodore Bourrit: Description des Alpes Pennines et Rhetiennes (Genève, 1781)

Filed under: Alte Drucke,Geographie und Karten — Tags: , — Meda Diana Hotea @ 7:24

Tome I. Vue du Lac du Kandel Steig

Tome II. Vue du Lac de Chéde et du Mont Blanc

Der Schweizer Reisende, Schriftsteller und Maler Marc Theodore Bourrit (1739 -1819) war Kantor in der Kirche St. Peter in Genf. Zudem verkehrte er als bekannte Persönlichkeit an den europäischen Königshöfen. So gewährte ihm etwa der französische König Louis XVI eine Rente und Kaiser Joseph II nannte ihn den “Geschichtsschreiber der Alpen”. Als überaus produktiver Schriftsteller verfasste Bourrit vier Bücher über die Alpen und trug damit viel zur Erforschung des Alpenraumes bei. Auch die Kupferstiche liefern wichtige Aufschlüsse über die Geschichte der Region.

Jeder Band seiner Description des Alpes enthält vier Tafeln, die von der Stecherin Rose Angélique Moitte nach Zeichnungen des Autors ausgeführt wurden. Angélique Moitte gehörte zur französischen Künstlerfamilie Moitte, die im 18. und 19. Jahrhundert und damit in der Blütezeit des Kupferdrucks tätig war. Moitte hatte das Handwerk von ihrem Vater Pierre Etienne Moitte (1722-1780) gelernt. Beim Kupferdruck, einer Technik die bis ins 15 Jahrhundert zurückgeht und die ursprünglich in der Goldschmiedekunst Verwendung fand, wird die Zeichnung mittels eines Grabstichels (Bourin) in eine Kupfertafel eingraviert. Danach werden die vertieften Stellen mit Druckerschwärze eingerieben und auf einer Kupferdruckpresse gedruckt, was auf dem Papier schliesslich ein Abbild der Zeichnung ergibt.

Links:

Bourrit’s Description des Alpes Pennines et Rhetiennes im Bibliotheekskatalog NEBIS: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=004151174

Informationen zu Pierre Etienne Moitte and Angélique Moitte sind im Allgemeinen Lexikon der bildenden Künste von der Antike bis zur Gegenwart zu finden:

Zum Kupferdruck siehe u.a. Jean Laran, L‘Estampe.

17.06.2009

Von der Kunst farbige Bilder zu drucken

Filed under: Alte Drucke,Kunstgeschichte — Tags: , — Roland Lüthi @ 10:59

Première Planche (S. 137): Palette chargée de couleurs pour peindre selon la pratique méchanique de Le Blon.

Der Maler und Kupferstecher Jacques Christophe Le Blon (geboren am 21.5.1667 in Frankfurt am Main, gestorben am 16.5.1741 in Paris) gilt als Erfinder des Vierfarbendrucks. Sein Handwerk lernte er bei Conrad Meyer in Zürich und bei Carlo Maratti in Rom. Von dort nahm ihn der Maler Bonaventura von Overbeck mit nach Amsterdam, wo Le Blon mit Versuchen des Dreiplattendruckes (Blau, Gelb und Rot) begann, um ölbildähnliche Wirkungen zu erzielen. Er liess das Verfahren mehrfach patentieren und entwickelte es weiter, indem er zu den drei Farbplatten eine schwarze Platte hinzufügte. 1738 erhielt er von Ludwig XV das exklusive Recht zur Herstellung farbiger Reproduktionsdrucke.

1741, nach dem Tod Le Blons beanspruchte sein ehemaliger Mitarbeiter Jacques-Fabien Gautier d’Agoty (1711-1785) das königliche Privileg und noch dazu den Titel als Erfinder des Farbdrucks. Gautier und seine fünf Söhne dominierten danach die Pariser Farbdruckindustrie in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Neben Reproduktionen von Gemälden und historischen oder wissenschaftlichen Serien, stellte das Atelier von Gautier auch Farbdrucke für Zeitschriften her, darunter Observations physiques (1750-1753), Observations sur histoire naturelle, sur la physique et sur la peinture (1752-1756), Observations sur la peinture (1753-1754), und Journal de Monsieur (1776-1777).

Links:

Die 1756 von Antoine Gautier de Montdorge (1700-1768) veröffentlichte  Beschreibung des Verfahrens von Le Blon kann im Bibliothekskatalog NEBIS bestellt und im Lesesaal Spezialsammlungen eingesehen werden: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=000241453

The Creation of Color in Eighteenth-Century Europe: http://www.gutenberg-e.org/lowengard/C_Chap14.html

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