Vom ETH-Professor zum Staatsmann: Gabriel Narutowicz (1865-1922)

Vom ETH-Professor zum Staatsmann: Gabriel Narutowicz (1865-1922)

Sorry, this entry is only available in German.

Vernarbte Landschaft. Mittelholzers Luftaufnahmen von Verdun

Vernarbte Landschaft. Mittelholzers Luftaufnahmen von Verdun

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verdichtet sich in Verdun. Die monatelange Schlacht um die französische Stadt ist Symbol für den äusserst blutigen, aber nicht kriegsentscheidenden Stellungskrieg an der Westfront. Auf einem Flug von London nach Zürich in den 1930er Jahren fotografierte Walter Mittelholzer Erinnerungsorte und Schützengräben bei Verdun aus der Luft.

Read more

From the Trenches to the Lecture Hall: Wounded and POW Students at ETH Zurich in the First World War

From the Trenches to the Lecture Hall: Wounded and POW Students at ETH Zurich in the First World War

Switzerland must have seemed like paradise to him. After one and a half years in POW camp in Germany, Jean Chopin, a twenty-five-year-old French infantryman, was allowed to leave for neutral Switzerland in the spring of 1916. At long last, after a hiatus of almost three years, he could consider to resume his studies in the autumn of 1917.

Chopin_Formular

Application form for POWs looking to study in Switzerland.
(ETH-Library, ETH-Zurich University Archives, Chopins register EZ-REK 1/1/14931)

Chopin resumed his studies in pharmacy, which he had begun at the University of Dijon before the war, at ETH Zurich. He was joined by other POWs, most of whom were from Germany, but also France, Austria-Hungary, Turkey and Great Britain. Around eighty POWs were granted permission to study as diploma students at ETH Zurich during the First World War; more than 1,650 POW students were enrolled at universities throughout Switzerland in all.

Although they were not forbidden from wearing their military uniforms in Zurich, the POW students were subject to military discipline. They were supposed to keep a low profile to avoid any potential hostility on the streets. Strolling along the Limmatquai, Bahnhofstrasse or even standing still was prohibited!

Matrikel_Chopin_bearbeitet

Excerpt from Jean Chopin’s student file. The POW/internment stamp is clearly visible.
(ETH Library, ETH-Zurich University Archives, EZ-REK 1/1/14931)

Only seriously ill or wounded POWs qualified for internment in Switzerland (along with POWs who had more than three children). The reasons for Jean Chopin’s transfer to Switzerland were neurasthenia (nervous disease), a weak heart and kidney problems. His compatriot André Ayçoberry, who had lost an eye during the war, studied mechanical engineering and served as president of the private benefit society ‘Amicale des internés alliés à Zurich’.

Bahnhof_bearbeitetFrench officer POWs were often catered for in Zurich’s railway station restaurant (detail from the heavily processed cover photo of the Schweizer Illustrierte Zeitung, 19.2.1916, No. 8)

The Swiss government’s willingness to take on POWs was primarily based on humanitarian grounds. However, a series of other arguments supported this policy:

  • The POWs were a welcome source of income for the Swiss hotel industry as tourists had tended to stay away since the outbreak of war. Now the home countries paid for their POWs’ sojourns in the holiday regions of Switzerland.
  • The Swiss Federal Council used the presence of POWs in the country as leverage in negotiations with foreign governments over the quantity of food imports.
  • Wounded POWs offered Swiss doctors an opportunity to research the effects of modern weapons and to develop new treatments for war injuries.

Switzerland accepted a total of 70,000 POWs from 1916 to 1918. As many were allowed to return home before the end of the war, however, there were never more than 30,000 POWs in the country at the same time. Chopin and Ayçoberry gave up their studies at ETH Zurich in the summer of 1918 after they had been granted permission to return to their native France.

 

Sources: the student register files for diploma students and the lists of students can be consulted in the ETH-Zurich University Archives.

Roland Gysin: “Und wir möchten helfen. Die Internierung verletzter Soldaten und Offiziere.” In: Kriegs- und Krisenzeit. Zürich während des Ersten Weltkrieges, ed. Erika Hebeisen et al., Zurich 2014, pp. 109-117.

Thomas Bürgisser: “Menschlichkeit aus Staatsräson. Die Internierung ausländischer Kriegsgefangener in der Schweiz im Ersten Weltkrieg.” In: 14/18: die Schweiz und der Grosse Krieg, ed. Roman Rossfeld et al., Zurich 2014, pp. 266-289.

 

Von der ETH auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs, Teil II: Die Professoren

Von der ETH auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs, Teil II: Die Professoren

Eigentlich wollte ETH-Professor Kurt Wiesinger mit seiner Frau und den zwei kleinen Kindern in die wohlverdienten Sommerferien nach Braunwald fahren. Als er aber am 1. August 1914 auf der Zugsfahrt ins Glarnerland an jeder Brücke und jedem Tunneleingang bewaffnete Soldaten bemerkte, kehrte er schnurstracks nach Zürich zurück. Read more

Von der ETH auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Teil I: Die Studenten

Von der ETH auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Teil I: Die Studenten

Die Schweiz ist keine Insel, weder heute noch vor 100 Jahren. Als im Sommer 1914 in Europa der Krieg ausbrach, der als Erster Weltkrieg in die Geschichte eingehen würde, war davon auch die ETH Zürich betroffen. Über 180 ausländische Studenten unterbrachen ihr Studium, um in den Streitkräften ihrer Heimatländer Kriegsdienst zu leisten. Read more

Urlaubsgesuch am Vorabend der deutschen Kriegserklärung 1914

Urlaubsgesuch am Vorabend der deutschen Kriegserklärung 1914

Hierdurch erlaube ich mir, um Urlaub für das Wintersemester 1914/15 zu bitten. Ich gedenke auf Aufforderung von Herrn Geheimrat Haber, dem Leiter des Kaiser Wilhelm Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Dahlem b. Berlin, als wissenschaftlicher Gast in seinem Institut zu arbeiten.

Read more

Die Freiheit verteidigen? Klar, aber welche? Debatte um den Ausschluss des Kriegsdienstverweigerers Max Kleiber aus der ETH im Jahr 1917

Die Freiheit verteidigen? Klar, aber welche? Debatte um den Ausschluss des Kriegsdienstverweigerers Max Kleiber aus der ETH im Jahr 1917

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war für Max Kleiber der Fall klar. Zwar hatte er erst 1913 sein Studium an der Landwirtschaftlichen Schule der ETH abgebrochen und war mit zwei Freunden nach Kanada ausgewandert, um dort eine eigene Farm aufzubauen. Read more

Maturaprüfung abgesagt!

Maturaprüfung abgesagt!

August 1914: Die Juli-Krise auf dem Balkan hat sich zum europäischen Krieg ausgeweitet. Der Schweizerische Bundesrat löst die Generalmobilmachung aus. Zwischen dem 3. und 7. August rücken rund 220‘000 Männer in den aktiven Militärdienst ein. An allen Ecken und Enden fehlen Arbeitskräfte. Auch die Mittelschulen sind vom Fehlen zahlreicher Lehrer betroffen, was insbesondere die Durchführung der Maturitätsprüfungen gefährdet und damit auch den Übertritt potentieller Absolventen an schweizerische Hochschulen. Read more

Flugzeuge fürs Vaterland: Schleppender Start der schweizerischen Fliegertruppen im Ersten Weltkrieg

Flugzeuge fürs Vaterland: Schleppender Start der schweizerischen Fliegertruppen im Ersten Weltkrieg

Die Technisierung der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg machte auch vor dem Luftraum nicht halt. Die grossen europäischen Militärnationen wie Frankreich, Deutschland, Oesterreich-Ungarn und England hatten schon vor 1914 mit dem Aufbau von Luftwaffen begonnen. Mit Kriegsbeginn setzte auch in dieser jungen Truppengattung ein Wettrüsten ein. Die Rüstungsindustrien lieferten sowohl Luftschiffe als auch immer leistungsfähigere Ein- und Doppeldecker, die als Aufklärungsflugzeuge, Jagdflieger oder Bomber eingesetzt wurden. Read more