Panorama des Ober-Engadins von 1833

Auf das wunderbare Panorama von E. E. Schaffner Bezug nehmend, verfassen Arnold Escher von der Linth und Bernhard Studer in der Einleitung ihres Berichts zur  ‘Geologische Beschreibung von Mittel-Bündten‘ um 1830 folgenden Abschnitt:

Es fühlt sich der Reisende, der, aus den heissen Seitenthälern der Lombardie, die Höhe der Engadinerpässe erreicht, wunderbar ergriffen, wenn hier, wo er nur die schmale Scheidecke zwischen zwei Abhängen zu überschreiten gedachte, sogleich nun die Hochebene des Oberengadins vor ihm sich ausbreitet, mit ihrer Reihe von See’n, ihren Wiesen mit alpinischer Flora bewachsen, ihren städtischen, von Reichthum und Luxus zeugenden Dörfern; und er das schöne Thal umschlossen sieht von Gebirgen, an denen der sparsame Wald nur wenig sich über den Thalboden zu erheben vermag, und nicht weit unter den Schneelehnen der höheren Felsgräte zurückbleibt.

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 Abb. Ausschnitt aus: Panorama des Inn-Thales, Ober-Engadin / nach der Natur gezeichnet auf der Höhe Muottas des Mittelberges bey Samaden von E. E. Schaffner, 1833

In der Tat ist der Betrachter überwältigt vom Anblick der lieblichen Landschaft und des stattlichen Dorfs Samedan inmitten des grossartigen Bergpanoramas – und erschrickt sogleich, wenn er sich vorstellt, wie sich die Landschaft, von Muottas Muragl aus gesehen, heute präsentiert. Durch Anklicken des Bildes lässt sich das vollständige Panorama mit seiner 360 Grad Rundumsicht auf e-rara, der Plattform für digitalisierte Schweizer Drucke des 15. bis 19. Jahrhunderts der Schweizer Bibliotheken, betrachten.

Mit ihrem Detailreichtum sind Panoramen eindrückliche Zeugen der Veränderung unseres Siedlungsraumes und unserer Kulturlandschaft. Das Kartenzentrum Zürich lädt am 6. Mai 2014 zu einer Abendführung zum Thema Panoramen ein. Lassen Sie sich überraschen und tauchen Sie ein in die Welt dieses faszinierenden Mediums.

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