Jean Claude Richard de Saint-Non: Voyage pittoresque, ou description des royaumes de Naples et de Sicile (Paris, 1781-1786)

Der Pariser Theologe und Jurist Jean Claude Richard Saint-Non (1727-1791) ist vor allem als als Zeichner, Radierer, Kupfer- und Aquatintastecher bekannt. Nachdem er in den Jahren 1759-1761 mit den Malern Jean-Honoré Fragonard und Hubert Robert fast ganz Italien bereist hatte, entstand sein monumentales Hauptwerk Voyage pittoresque, ou description des royaumes de Naples et de Sicile. Das fünfbändige Werk im Folioformat enthält neben einem aufwändigen Titelkupfer für Königin Marie-Antoinette 299 Tafeln und 111 Vignetten, 6 Karten und einen Plan. Es gilt als Meisterleistung der französischen Buchkunst des 18. Jahrhunderts.

Band 1, Seite 208: Ausbruch des Vesuvs vom 8. August 1779

Saint-Non präsentiert eine politische und soziale Geschichte der Königreiche Neapel und Sizilien und Texte über die neuesten archäologischen Funde in Herculaneum und Pompeii. Auch die Geologie des Vesuvs und der Campi Flegrei und deren Fauna und Flora werden eingehend beschrieben. Das späte 18. Jahrhundert war eine fruchtbare Zeit für Bücher über Süditalien.Voyage pittoresque war bei weitem nicht die einzige, gilt aber als eine der besten. Bis weit ins 19. Jahrhundert setzte es einen sehr hohen Standard in der Verständlichkeit und in der Qualität der Bilder und wurde zum viel konsultierten Standardwerk für Enthusiasten der Grand Tour.

Voyage pittoresque ist im Programm der Abendführung vom 7. September vorgesehen. Unter dem Titel Reisen in Büchern – Bücher auf Reisen werden unter anderem auch Autoren wie Homer, Pausanias, Josias Simmler, Thomaso Porcacchi, Antoine de Ulloa, George Juan und William Hamilton vorgestellt. Treffpunkt: 18:15 ETH-Bibliothek, Ausleihschalter. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Links:

Voyage pittoresque im Bibliothekskatalog NEBIS: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=002331347

Die Erstausgabe ist online bei der UB Heidelberg.

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