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09.12.2011

Leuchtendes Beispiel – 111 Jahre elektrisches Licht in der ETH-Bibliothek

Filed under: Archive und Nachlässe,Bestände,Geschichte,Ingenieurwissenschaften — Tags: , — Yvonne Voegeli @ 7:00

 

Werbekarte für die Nernst-Expresslampe aus Professor Walter Wysslings Sammlung von Werbeprospekten und Preislisten zur Elektrotechnik (ETH-Bibliothek, Archive, 48291 (Hs):59, Fasc. 22/I e.) 

Der zündende Funke war eine massive Kostenüberschreitung gewesen. Seit 1898 wurde die unter Raumnot leidende Bibliothek des Polytechnikums umgebaut und in der Südwestecke des Hauptgebäudes, am heutigen Standort der Graphischen Sammlung, erweitert. Alte Baumängel in den Räumen strapazierten dabei das Budget derart, dass Schulratspräsident Hermann Bleuler am 17. November 1899 das Eidgenössische Departement des Innern um einen happigen Nachtragskredit anging. Bei der Gelegenheit beantragte er gleich noch einen Extrazuschlag zur Einrichtung einer bisher nicht vorgesehenen elektrischen Beleuchtung.

Die eidgenössischen Räte, die über das Begehren zu befinden hatten, verschoben jedoch vorsichtshalber die Entscheidung auf den Abschluss der Bautätigkeit, wenn die gesamte Kostenüberschreitung bekannt sein würde. Bleuler schrieb daraufhin am 9. Dezember 1899 nochmals nach Bern, ob nicht doch im Hinblick auf den später zu gewährenden Nachtragskredit die elektrische Beleuchtung noch während der laufenden Bauarbeiten installiert werden dürfe:

„Eine neue Einrichtung für Beleuchtung in den Räumen der Bibliothek muss unter allen Umständen ausgeführt werden und wird für Gas nicht weniger kosten als für Elektrizität. […] Wollte man nun […] zu warten, […] würde später die Ausführung einer endgültigen Einrichtung mehr Mühe, Kosten und Ungelegenheiten aller Art verursachen, als wenn jetzt gleich noch mit der Vollendung der neuen Einrichtung der Bibliotheksräume dieselbe vorgenommen werden kann.“

Diese Argumentation leuchtete den vorgesetzten Behörden ein. So kam es, dass die erweiterte Bibliothek bei der Eröffnung am 26. April 1900 mehr als eineinhalb Jahre früher als das gesamte Hauptgebäude in elektrischem Licht erstrahlte mit Strom aus dem soeben in der Nachbarschaft fertiggestellten Maschinenlabor. Die Zürcher Bibliotheksfachleute waren von der „Musterbibliothek“ nicht zuletzt auch wegen der neuartigen Erhellung der Räume begeistert. Hermann Escher, späterer Direktor der Zentralbibliothek, beschloss seine Lobeshymne über den geglückten Erweiterungsbau mit den Worten:

„Die jüngste der drei hiesigen Bibliotheken ist den anderen mit leuchtendem Beispiel vorangegangen.”

Am Polytechnikum war die Freude dagegen etwas gedämpft. Bibliotheksdirektor Ferdinand Rudio beklagte in seinem Bibliotheksbericht für das Jahr 1900 „unvorhergesehene Ausgaben, zum Teil auch solche, die eigentlich auf das Baubudget hätten gesetzt werden sollen“. Das Loch in der Kasse war vielleicht ein Grund, dass kein Fotograf zur Ablichtung der neuen Räumlichkeiten engagiert wurde. Jedenfalls finden sich in den Beständen der heutigen ETH-Bibliothek keine Bilder von damals.

Ähnliches wiederholte sich nach der Elektrifizierung des gesamten Hauptgebäudes. Die Schulleitung war erleichtert, als Planung und Ausführung nach der Gewährung eines ausserordentlichen Kredits durch die eidgenössischen Räte endlich abgeschlossen waren. Im Jahresbericht 1901 hielt sie fest:

„Die neue Beleuchtung ist nun seit Mitte Dezember im Gange und hat sich bis jetzt gut bewährt und sich gegenüber der bisherigen in den schlecht ventilierten Räumen die Luft verderbenden, blendenden Gasbeleuchtung auch in hygienischer Beziehung als wohltätig erwiesen.“

Auch diesmal blieb anscheinend nichts übrig, um das neu ausgeleuchtete Hauptgebäude zu fotografieren. Dabei wäre in Gestalt von Johannes Barbieri, Titularprofessor für Photographie, sogar ein hauseigener Fachmann zur Verfügung gestanden.  In den Akten fehlen zudem nähere Details zu den gewählten Beleuchtungstypen.

Als Ersatz für zeitgenössische Bilder dient daher die Werbekarte eines Beleuchtungsmittels aus der umfangreichen Dokumentation von Walter Wyssling, Professor für angewandte Elektrotechnik, der damals die Elektrifizierung der Bibliothek und des gesamten Hauptgebäudes geplant hatte. Nernstlampen wurden ab 1897 produziert, waren langlebiger und somit kostengünstiger als Glühlampen mit Kohlefaden, erbrachten aber erst nach Erwärmung des Glühkörpers die volle Leistung. Die abgebildete Expresslampe wurde um das Jahr 1904 entwickelt. Sie kombinierte die Nernstlampe mit der herkömmlichen Kohlefadenlampe zur Erwärmung des Glühkörpers und sorgte damit gleich beim Einschalten noch während der Aufwärmphase für Helligkeit.

Anmerkungen

Kopien der Schreiben von Schulratspräsident Bleuler an das eidgenössische Departement des Innern 17. November und 9. Dezember 1899 in den Missiven (ETH-Bibliothek, Archive, SR1: 1899, Nr. 481 und Nr. 516)  

Theodor Vetter, Eine Musterbibliothek, in: Züricher Post, No. 105, Sonntag 6. Mai 1900, Frontseite

Hermann Escher, Die neuen Bibliotheksräume im Polytechnikum, Beilage zu Neue Zürcher Zeitung, Nr. 128, Mittwoch 9. Mai 1900

Ferdinand Rudio, Bibliotheksbericht für das Jahr 1900 (ETH-Bibliothek, Archive, SR3:1901 No. 38)

Entwurf “Bericht des Eidgenössischen Polytechnikums über das Jahr 1901″, S. 21/22 in: ETH-Bibliothek Archive, SR2 Schulratsprotokolle 1902, Sitzung Nr. 2 vom 27.02.1902, Traktandum 42, S. 33/34

Literatur

BLÄTTERN & BROWSEN – 150 Jahre ETH-Bibliothek, Hrsg. ETH-Bibliothek Zürich, 2005 

11.11.2011

Der Schuss aus dem Chemiegebäude – Mysteriöser Kriminalfall am Eidgenössischen Polytechnikum

 

 

Brief von Rudolf Wolf an Hermann Bleuler, Sternwarte Zürich, 12. Oktober 1891

(ETH-Bibliothek, Archive, SR3 1891, Nr. 470)

Als Professor Rudolf Wolf am zweiten Oktoberwochenende 1891 an die Sempersche Sternwarte heimkehrte, wo er ab 1864 zunächst mit Mutter und Schwester in der direktorialen Dienstwohnung im gesamten ersten Obergeschoss des Hauptbaus residiert hatte und seit dem Tod der Schwester vor zehn Jahren alleine hauste, erwartete ihn im Wohnzimmer eine üble Überraschung. Nachdem er sich wieder gefasst, die Situation analysiert, das weitere Vorgehen überdacht hatte, griff er zur Feder und schrieb an Hermann Bleuler, Präsident des Schweizerischen Schulrates:

Hochgeehrter Herr Präsident. 

So eben nach Zürich zurückgekehrt, erfahre ich dass letzten Freitag auf Samstag in ein Fenster meines Wohnzimmers geschossen wurde. Das Vorfenster zeigt ein kleines, das innere Fenster ein grosses Loch, und die durch die beiden Löcher bestimmte Schussrichtung weist unzweifelhaft auf das oberste Stockwerk des Chemie-Gebäudes als Absende-Ort.

Glücklicher Weise befand sich Niemand in dem Zimmer, sonst hätte leicht eine Verwundung eintreten können, da die Glassplitter durch das ganze Zimmer zerstreut wurden.

Da ich mir denken muss, es wäre Ihnen unangenehm eine gewissermassen im Innern des Polytechnikums, durch Angestellte desselben oder deren Familien-Angehörige, verübte, strafbare Handlung an die Öffentlichkeit gebracht zu sehen, so glaube ich von einer Anzeige an die Polizei Umgang nehmen zu sollen, und ersuche Sie diesen Vorfall in Ihnen geeignet scheinender Weise untersuchen zu lassen, – den Thäter aber jedenfalls gehörig ins Gebet zu nehmen.

Die Fenster werde ich vorerst nicht reparieren lassen, damit Sie die wünschbare Controle vornehmen lassen können, das kleine Geschoss kann ebenfalls vorgewiesen werden.

 Ihr Hochachtungsvollst Ergebenster

 Sternwarte Zürich 1891 X 12.                 Prof. R. Wolf

Für Professor Wolf, Astronom, Mathematiker und Geodät, der die angehenden Ingenieure in Vermessungskunde unterrichtete, und in seiner anderen Funktion als Oberbibliothekar den Bücherschatz der Mathematisch-Militärischen Gesellschaft Zürichs inklusive Werke zur Ballistik und Artillerie anno 1880 ans Polytechnikum geholt hatte, war es ein leichtes, Einschusswinkel und Herkunftsort des Geschosses zu bestimmen.

  

Abbildung 1: Zürich, Stadtansicht mit Hochschulviertel. Links die Sternwarte mit Kuppelturm, rechts das Chemiegebäude mit hohem Kamin, um 1890 (ETH-Bibliothek, Bildarchiv, Ans_00331-F)

Im obersten Stockwerk des Chemiegebäudes, in Sicht- und offenbar auch Schussweite der Sternwarte und umgekehrt (Abbildung 1), war in der Mitte die technologisch-chemische Sammlung untergebracht, „ein stets zur öffentlichen Benutzung, insbesondere natürlich zum Studium der Schüler dienendes […] Museum“ ohne permanente „Bedienung und Überwachung“.  An beiden Schmalseiten befanden sich Wohnungen für die Hauswarte und deren Familien.

   

Abbildung 2: ETH Zürich, Chemiegebäude, rechts im Hintergrund die Sternwarte, um 1889 (ETH-Bibliothek, Bildarchiv, Ans_00382) 

Wolfs Wohnzimmer im ersten Obergeschoss der Sternwarte lag exakt südlich dem Kuppelturm gegenüber mit je einem Fenster auf drei Seiten, eines davon sichtbar vom Chemiegebäude her. Über dem Wohnzimmer lag ein Rechnungssaal für die Auswertung astronomischer Messungen zusammen mit dem Büro der Schweizerischen Meteorologischen Centralanstalt. Bei genauer Betrachtung von Abbildung 2 mit dem Chemiegebäude in der Mitte und der Sternwarte rechts daneben im Hintergrund ist ersichtlich (Vergrösserungsmöglichkeit  hier), dass vor den Fenstern der Sternwarte teilweise die Storen geschlossen sind zum Schutz vor der Nachmittagssonne.

Möglicherweise hatten Wolf oder seine Mitarbeiter im Stockwerk darüber vor dem Verlassen der Sternwarte an besagtem Wochenende keinen Anlass zum Herunterkurbeln der Sonnenstoren gehabt. Wenn irgendwann danach die Sonne in die Fenster schien, wurden vielleicht Personen im Chemiegebäude geblendet. Es ist daher denkbar, dass dann der „Thäter“ dem Spuk mit einem Schuss in die Richtung des grellen Scheins ein Ende bereiten wollte. Es sei denn, er (oder sie?) habe wirklich aus welchem Anlass auch immer in die dunkle Nacht hinausgeschossen, wie Wolfs zeitliche Annahme von „Freitag auf Samstag“ nahelegt.

Leider wurde die Angelegenheit tatsächlich diskret behandelt. Weder in den Verwaltungsakten der ETH, noch in überlieferten privaten Unterlagen der Beteiligten konnten bisher weitere Hinweise auf den Fall aufgespürt werden.

Anmerkungen

Zitate zum Chemiegebäude auf Seiten 31/32 in: Die chemischen Laboratorien des Eidgenössischen Polytechnikums in Zürich, Hgg. F. Bluntschli, G. Lasius, G. Lunge, Zürich 1889

Zur Sternwarte Seite 360 in: Gottfried Semper 1803-1879. Architektur und Wissenschaft, Hgg. Winfried Nerdinger, Werner Oechslin, Zürich 2003

09.09.2011

Die Basler Rheinhäfen um 1920


Abb. 1: Uebersichtskarte von Basel mit den bestehenden & projektierten Hafen & Bahnanlagen
, 1917
(alle Karten und Fotos  können per Mausklick vergrössert werden)


Abb. 2a: Übersichtsplan der Basler Rheinhafenanlagen, 1924,  linker Teil


Abb. 2b: Übersichtsplan der Basler Rheinhafenanlagen, 1924,  rechter Teil


Abb. 3: Foto Rheinhafen St. Johann (Ans_05521-008-AL ), Alfred Kugler, 1919


Abb. 4: Ausschnitt aus Postkarte Rheinhafen Kleinhüningen (Fel_004412-RE ), Poststempel 4.9.1924

Über die drei Rheinhäfen der Stadt und Region  Basel werden heute ca. 10 Prozent des gesamten mengenmässigen Aussenhandels der Schweiz abgewickelt. Rund 30 bis 40 Prozent des Mineralöls gelangt über die Rheinhäfen in die Schweiz (Wikipedia, 2011). Die vorgestellten Karten, Pläne, Fotos und Postkarten dokumentieren den Zeitraum von 1917 bis 1926, während dem in Basel Hafenanlagen genutzt, projektiert, erbaut und erweitert wurden.

Die Uebersichtskarte von Basel mit den bestehenden & projektierten Hafen & Bahnanlagen  von 1917 (Abb. 1)  dokumentiert den Planungsprozess für den Bau der Basler Hafenanlagen Kleinhüningen und Birsfelden. Die Karte erschien als Beilage zum Ratschlag Nr. 2081 (Staatsarchiv Basel-Stadt). Die Areale für projektierte Hafenanlagen sind darin mit gelber Farbe markiert.  Auf dem Übersichtsplan der Basler Rheinhafenanlagen  des Schiffahrtsamtes des Kantons Basel-Stadt von 1924 (Abb. 2)  sind die Häfen St. Johann und Kleinhüningen abgebildet. Die detailreiche Karte beinhaltet die Standorte der Hafenkrane, Bahngeleise und Lagerhäuser und gibt Aufschluss über die Art der umgeschlagenen Güter.

Der Basler Hafen St. Johann (Abb. 3) wurde bereits zwischen 1906 und 1911 erbaut. In diesem Hafen wurden vor allem Getreide und Trockengüter umgeschlagen und gelagert. 2010 wurde mit dem  Abbruch des Hafens begonnen, um Platz für den Novartis Campus zu schaffen.

Das Hafenbecken I des Hafens Kleinhüningen (Abb. 4 und 5) wurde 1922  eröffnet und bis 1924 mit Krananlagen und Gebäude für die Reedereien erweitert. Die Botschaft auf der Postkarte (Abb. 4) lautet : “[...] Schon am Rauch siehst Du dass unser Seehafen von grosser Bedeutung ist, denn ohne Rauch kein (Hafen)Feuer. [...]“.

Das Hafenbecken II des Hafens Kleinhüningen wurde von 1936 bis 1939 erstellt. Fast im gleichen Zeitraum, nämlich von 1937 bis 1940, wurde der Rheinhafen Birsfelden, für den bereits im Plan von 1917 eine grosse Fläche ausgeschieden ist, erstellt und danach mehrfach erweitert. Dieser Hafen ist heute auf den Umschlag und die Lagerung von flüssigen Treib- und Brennstoffen und Trockengütern ausgerichtet. In Kleinhüningen werden neben Containern hauptsächlich Trockengüter wie Stahl, Aluminium, Buntmetalle und flüssige Stoffe umgeschlagen

Der Übersichtsplan der Basler Rheinhafenanlagen des Schiffahrtsamtes ist 30 x 93 cm gross und hat die Signatur K 402063. Die Uebersichtskarte von Basel mit den bestehenden & projektierten Hafen & Bahnanlagen  ist 47 x 36 cm gross und hat die Signatur K 481020. Beide Karten gehören zum Bestand der Kartensammlung und  können im Lesesaal  Spezialsammlungen eingesehen werden. Das Foto und die Postkarten sind im Bildarchiv online nachgewiesen.

Quellen:
Staatsarchiv Basel, http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=499302
Schweizerische Rheinhäfen, in: Wikipedia, zitiert 2.9.2011


12.05.2011

Baustellen in Zürich? Zum Beispiel 1950 im Bereich der Bahnhofbrücke

Filed under: Architektur,Bildarchiv,Eisenbahnwesen,Ingenieurwissenschaften — Nicole Graf @ 10:50

 Zürich, Umbau Bahnhofbrücke, Taucher in Taucheranzug, ca. 1950. Comet Photo AG, Zürich. Negativ 10 x 12,5 cm (Com_M01-0193B-0013)

Zürich, Umbau Bahnhofbrücke, Abbau der Holzbrücke, im Hintergrund: Globus, ca. 1950. Comet Photo AG, Zürich. Negativ 6 x 8 cm (Com_M01-0193B-0111)

Zürich, Umbau Bahnhofbrücke, Abbruch Globus, ca. 1950. Comet Photo AG, Zürich. Negativ 10 x 12,5 cm (Com_M01-0193B-0006)

Zürich, Umbau Bahnhofbrücke/Central, Blick vom Hauptbahnhof, ca. 1950. Comet Photo AG, Zürich. Negativ 10 x 12,5 cm (Com_M01-0193A-0019)

Zürich, Umbau Bahnhofbrücke/Central, Neue Gleisanlage Limmatquai fertiggestellt, neue Gleisanlage Central Bahnhofbrücke im Bau, Globus bereits abgebrochen. Ce 2/2 231 + C 56 der Einsatzlinie E alter VBZ Turmwagen vorne links, ca. 1951. Comet Photo AG, Zürich. Negativ 10 x 12,5 cm (Com_M01-0193A-0006)

Die weitgehende Umgestaltung des Limmatraumes im Bereich der Bahnhofbrücke um 1950 hinterliess auch am Bahnhofquai ihre Spuren. Das Warenhaus Globus an der Bahnhofbrücke und die angrenzende gedeckte Holzbrücke wurden abgerissen. Der einstige und trocken gelegte Limmatarm wurde in die noch heute existierende Strassenunterführung beim Bahnhofquai umfunktioniert. Um diese bauen zu können, verschob man das Tramtrassee während der Bauzeit unmittelbar vor die Gebäudefront des Hauptbahnhofes, und vor der Bahnhofbrücke mussten die Tramgleise auf Hilfsbrücken über die Baugruben gelegt werden.

Eigentlich wollte die Firma Globus auf dem durch den Abriss frei gewordenen Warenhausareal ein neues Warenhaus erbauen. Das Vorhaben gelangte 1951 vor das Zürcher Stimmvolk und wurde abgelehnt. Um dem Warenhaus Globus den Bau eines neuen Warenhauses in aller Ruhe zu ermöglichen, einigte man sich darauf, am bisherigen Standort ein Verkaufsprovisorium zu erstellen. Das bis heute bekannte “Globus-Provisorium” war entstanden und wurde auch bis 1967 durch die Firma Globus benutzt. Spätere Nutzer und Mieter des Gebäudes waren u.a. die Eidgenössische Technische Hochschule und heute das Warenhaus Coop.

Die Bilder sind Bestandteil des Archivs der Fotoagentur Comet Photo AG. Sie sind in digitaler Form über das Wissensportal oder das Bildarchiv online öffentlich zugänglich.

29.10.2010

Die ersten 3‘000 Swissairbilder sind online

 

 

 

Meteorologe bei Wetterbeobachtung, nach 1932 (LBS_SR01-00375)

Der Meterologe steht auf dem Dach des sogenannten Aufnahmegebäudes in Dübendorf, zur Wetterbeobachtung stehen ihm ein Winkelmessinstrument und der Ballon zur Messung der Höhenwinde zur Verfügung.

In Unterlagen des Swissair-Marketings finden sich ausführlichere Beschreibungen zu ausgewählten Bildern und den darauf abgebildeten Tätigkeiten. So lautet die zeitgenössische Bildlegende zu diesem Bild folgendermassen. “Flugwetterwarte: Für die Messung von Windstärke und Windrichtung in den verschiedenen Höhenlagen, welches das Flugzeug auf seiner Reise aufsuchen wird, lässt man einen Ballon mit genau bekannter Steiggeschwindigkeit hochfliegen. In regelmässigen Zeitabständen werden Neigung und Richtung des Theodoliten abgelesen. Diese Messergebnisse dienen zur Errechnung der sogenannten Höhenwinde.”

In der Bilddatenbank Bildarchiv Online sind jetzt die ersten 3‘000 digitalisierten Bilder aus dem Fotoarchiv der Swissair online zugänglich. Sie dokumentieren den Aufbau der Swissair in Dübendorf von 1931 bis 1948 und illustrieren den Flugbetrieb der ehemaligen nationalen Fluggesellschaft. Das Angebot wird sukzessive erweitert und ist auch über das Wissensportal zugänglich. Die Bilder können auch als hochwertige Ausdrucke bestellt werden. Ein zoombares Bild ist im BildarchivOnline verfügbar.

15.10.2010

Tunneldurchstich am Gotthard

Filed under: Archive und Nachlässe,Bestände,Ingenieurwissenschaften — Tags: — Michael Gasser @ 8:00

Schlicht “Grosser Gotthardtunnel” hiess der 1880 durchstochene Scheiteltunnel zwischen Göschenen und Airolo. Im Unterschied zum neuen Gotthard-Basistunnel lag damit die Betonung auf der Länge des Bauwerks und nicht auf der Streckenführung. (ETH-Bibliothek, Archive und Nachlässe, 3999:12/31 Hs, Ausschnitt)

Anlässlich des Durchstichs des neuen Gotthard-Basistunnels lohnt sich ein vergleichender Blick auf den Durchstich des Eisenbahntunnels zwischen Göschenen und Airolo vom 29. Februar 1880. Der heutige Gotthard-Basistunnel hat eine lange und bewegte Planungs- und Realisierungsphase hinter sich. Auf politischer Ebene mussten Volksabstimmungen und Budgetdebatten gewonnen werden. Beim Bau galt es, komplexe technische und geologische Probleme erfolgreich zu überwinden. Zu Recht wird deshalb der Durchstich des mit 57 km Länge nunmehr längsten Tunnels der Welt gebührend als herausragende technische Errungenschaft und zentrales Element des nationalen Grossprojekts NEAT gefeiert, das bald die Strecke Luzern – Bellinzona auf Pendlerdistanz verkürzen wird.

Der alte Eisenbahntunnel Göschen-Airolo ist dagegen mit 14,9 km vergleichsweise kurz. Bezüglich Pathos und Elend, die seine Baugeschichte begleiteten und prägten, überragt er aber den neuen Basistunnel deutlich. Einerseits war der Scheiteltunnel als Teil der neuen Nord-Süd-Verbindung mit Anschluss an das deutsche bzw. italienische Eisenbahnnetz eine technische Pioniertat. Nur dank dem Einsatz und der Weiterentwicklung damals modernster Tunnelbaumethoden wie pneumatischen Bohrmaschinen und Sprengungen mittels Dynamit konnte der Tunnel überhaupt in der kurzen Bauzeit von acht Jahren fertig gestellt werden. Andererseits zeigten zahlreiche tödliche Unfälle, ein blutig niedergeschlagener Streik, Untersuchungen über die bedenklichen hygienischen und sozialen Arbeitsbedingungen der überwiegend aus Italien stammenden Mineure, der plötzliche Tod des verantwortlichen Ingenieurs Louis Favre, eine erst in letzter Minute zustande gekommene Zusatzfinanzierung und anhaltender Zwist zwischen Betreiber- und Baugesellschaft immer wieder neue Schattenseiten dieses Grossprojekts auf.

Anlässlich des Durchstichs überwog aber klar die Euphorie. Von einem gewonnen “Krieg und Kampf mit dem Berg” war nun die Rede und von einem eigentlichen Triumph der Ingenieurbaukunst. “Der Glaube vermag keine Berge mehr zu versetzen, aber die Wissenschaft durchbohrt sie”, schrieb etwa die Zürcher Post anlässlich der Feierlichkeiten zum Durchstich. Negativschlagzeilen wurden vermieden und Alfred Escher, der zwar als mächtiger Politiker und reicher Unternehmer den Bau der Gotthardlinie erst ermöglicht hatte, dann aber als Präsident der Gotthardbahngesellschaft in Ungnade fiel, wurde zu den Feierlichkeiten gar nicht erst eingeladen. Da ergeht es nun Bundesrat Moritz Leuenberger besser. Er nutzt die Möglichkeit, den Festakt zum Durchstich des Gotthard-Basistunnels bewusst als Schlusspunkt seiner Regierungszeit zu bestimmen.

Link:
Verzeichnis der Gotthardbahnakten in den Archiven und Nachlässen der ETH-Bibliothek

17.09.2010

Die peinliche Befragung – Prüfungen an der ETH

 

“Prüefigsfrage” aus: V.OCT.MCMLXIII.,

Hg. Mitarbeitende des Institutes für Spezielle Botanik ETH Zürich,

in: Ernst Gäumann, Biographische Sammlung. Archive und Nachlässe ETH-Bibliothek Zürich

 

 

Vor rund zwei Wochen – die sommerliche Prüfungssaison kaum zu Ende, die Resultate noch nicht bekannt, knapp vor dem neuen Herbstsemester – war in der Presse zum Schrecken der Geprüften und der erwartungsvollen Neulinge zu lesen, dass an der ETH Zürich ein Drittel der Studierenden das erste Jahr nicht überstehe. Diesmal wurde die Meldung im Zusammenhang mit dem Ansturm schwacher Bachelorabsolventen und -absolventinnen aus dem Ausland auf Schweizer Universitäten verbreitet. Doch waren Abschreckung und strenge Examen seit jeher bewährte Mittel, um die Studierenden auf das gewünschte Leistungsniveau aus- und abzurichten zur Sicherung von Ausbildungsqualität und Ansehen der Lehranstalt.

 

Gefürchtet waren beispielsweise die Prüfungen bei Ernst Gäumann (1893-1963), Professor für Botanik, über den eine kleine Erinnerungsschrift zum 70. Geburtstag berichtet: “Auf Exkursionen ist er flott, doch im Examen – Gnad uns Gott!”. Was Prüflingen bei ihm blühen konnte, hält das abgebildete Gedicht aus der humoristischen Zeitung fest, die seine Institutsangehörigen ihm zur Geburtstagsfeier schrieben. Für Lesende, die der Berner Mundart – Gäumanns Muttersprache – nicht mächtig sind, eine Übersetzung in die Schriftsprache:

 

Prüfungsfragen

 

Wann haben die alten Eidgenossen

das erste Bündnis geschlossen?

Und was haben sie in Stans beschlossen?

Und warum den Gessler denn/dann erschossen?

Was vor der Schlacht bei Sempach gegessen?

Hast du die Tiefe der Aare auch schon gemessen?

Wieso hast du das alles schon vergessen?

Kannst du eigentlich auch Pflanzen pressen?

Wer hat den Lötschbergtunnel konstruiert?

Wer hat den Schatz von Karl dem Kühnen abserviert?

Und wer hat das grosse Moos drainiert?

Hast du Cyperales auch studiert?

Wieso geht (fliesst) die Linth in den Walensee?

Hast du schon einmal eine Lilie gesehen?

Wieso weisst du über diese Familie nicht mehr?

Woher stammt eigentlich der Tee?

Warum gehört Aarau nicht mehr zu Bern?

(Das hört er zwar nicht grauslich [sehr] gern)

Was ist ein rechter Morgenstern?

Wieso haben die Zwetschgen keine Kerne?

Wer ist Niklaus von der Flüe?

Was hat es im Berneroberland für Kühe/welche Kühe gibt es im Berneroberland?

Und warum blühen die Anemonen früh?

Macht solch eine Frage dir Mühe?

 

Der vierzeilige Schlusskommentar aus dem Basler Dialekt übersetzt:

 

Hat er dir fast den Nerv ausgerissen?

Du merkst es bald und kriegst ein unruhig Gewissen,

bei Gäu musst du über Pflanzen auch ein bisschen etwas wissen,

doch ohne Schweizergeschichte bist du einfach beschissen.

 

Gäumann pflegte seine Studierenden und Institutsangehörigen zu duzen, was diese in der Regel als Privileg empfanden und worum sie von Aussenstehenden gelegentlich beneidet wurden. Dass er Kandidatinnen und Kanditaten aus der deutschsprachigen Schweiz tatsächlich in Mundart prüfte statt in der deutschen Unterrichtssprache, ist nirgens erwähnt, obschon durchaus denkbar. Dagegen ist verbürgt, dass Gäumann die Studierenden zu selbständigem Denken und Arbeiten anhielt. Entsprechend ungnädig reagierte er, wenn an Prüfungen bloss auswendig gelernte Vorlesungsinhalte  “wiedergekäut” wurden. Dies dürfte neben Gäumanns Patriotismus auch ein Grund gewesen sein, die Kandidatinnen und Kandidaten mit Fragen ausserhalb des eigentlichen Lernstoffes zu traktieren.

 

Literatur:

 

- V.OCT.MCMLXIII., Hg. Mitarbeitende des Institutes für Spezielle Botanik ETH Zürich. Die Geburtstagszeitung mit dem Prüfungsgedicht findet sich im Dossier Ernst Gäumann der Biographischen Sammlungen, einer Dokumentation mit Zeitungsausschnitten, Nachrufen etc. zu Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Technik sowie über ETH Einrichtungen, in der Spezialsammlung “Archive und Nachlässe” der ETH-Bibliothek

 

- Herrn Professor Dr. Ernst Gäumann zum siebzigsten Geburtstag gewidmet von seinen Schülern und Mitarbeitern, Kollegen und Freunden, Wabern-Bern, 1963

 

 

Link:

Ernst Gäumann

 

20.08.2010

Vom Duell mit der Waffe zum Duell mit der Feder. Georg Herwegh im Streit mit dem Schulratspräsidenten

Filed under: Archive und Nachlässe,Bestände,Ingenieurwissenschaften — Michael Gasser @ 8:00

Matrikel Horace Herwegh, Ausschnitt

Der Stein des Anstosses: Georg Herweghs Sohn Horace wird Ende 1863 “wegen Duell und Unfleiss” mit schlechtem Quartalszeugnis von der Hochschule verwiesen. (ETH-Bibliothek, Archive und Nachlässe, EZ-REK 1/1/647, Ausschnitt)

Kurz vor Weihnachten 1864 wurde der Ingenieurstudent Horace Herwegh vom Eidgenössischen Polytechnikum (heute ETH Zürich) verwiesen. Der Ausschluss erfolgte in zwei Schritten: Im Sommer 1863 hatte sich Herwegh duelliert und damit gegen das Duellverbot der Hochschule verstossen. Angesichts der guten Leistungen des Studenten liess es der Schulratspräsident Johann Karl Kappeler vorerst bei einer strengen Ermahnung bewenden. Als Herwegh dann aber im letzten Quartal 1864 gleich von mehreren Professoren schlechte Noten für Leistung und Betragen erhielt, wurde der sofortige Schulverweis Tatsache.

Das rief den Vater des Studenten, den bekannten sozialistisch-revolutionären deutschen Dichter Georg Herwegh auf den Plan, der 1839 Zuflucht in der Schweiz gefunden hatte. Seine pointierten Beschwerdebriefe an den Schulratspräsidenten wurden kürzlich im Band 6 der kritischen und kommentierten Gesamtausgabe “Georg Herwegh: Werke und Briefe” (hrsg. von Ingrid Pepperle) veröffentlicht.

Interessanterweise protestierte Herwegh nicht gegen den Verweis seines Sohnes wegen Übertretung des Duellverbots. Was er mit spitzer Feder anprangerte, war der Vorwurf des “Unfleisses” und die schlechten Quartalsnoten, hinter denen er ein Racheakt dafür vermutete, dass sein Sohn dem Schuldirektor Pompeius Alexander Bolley nie verriet, mit wem er sich duelliert hatte. Für Herwegh beruhte das Zeugnis auf Unwahrheiten und war Ausdruck eines Machtmissbrauchs:”[…] der Eidg. Schulrat hatte nur die Macht, u. nicht das Recht, alle Grundsätze der Humanität so mit Füssen zu treten, wie er gethan, u. einen Studirenden, der fünfjährige gute Zeugnisse aufzuweisen hat, mit einer solchen Nachrede […] aus der Anstalt zu entlassen.”

Mag sein, dass Herweghs Bekanntheitsgrad und seine Freundschaft mit Gottfried Semper dazu beitrug, dass der Schulratspräsident Herwegh sehr ausführlich antwortete (Archive und Nachlässe, SR 1, 1864, Missive 4; nicht in oben genannter Ausgabe enthalten). Zwar wies Kappeler die Beschwerde mit Nachdruck zurück, rechtfertigte aber jede einzelne ausgestellte schlechte Zeugnisnote. Auch wenn sich dadurch an dem Quartalszeugnis seines Sohnes nichts ändern liess, verfasste Herwegh ein erneutes Schreiben an den Schulratspräsidenten, das im Stile eines politischen Pamphlets endet. Ehrenhaft sei es von seinem Sohn gewesen, schreibt Herwegh, “seinen Gegner im Duell nicht wie ein feiger Schulknabe seinem Schulpascha zu denunzieren.” Und: “Hoffentlich wird es mein Sohn auch künftig allen Bolleys der Welt gegenüber so halten.”

Die schlechten Noten von 1864 verbauten Horace Herweghs berufliche Laufbahn übrigens nicht. Nach dem Verweis vom Polytechnikum ging er als Ingenieur zunächst in die USA und später nach Paris, wo er 1901 starb.

23.07.2010

Abheben wie ein Pelikan? Die Startschwierigkeiten des Flugzeugs SB-2 Pelikan

Die SB-2 Pelikan der Pilatus Flugzeugwerke mit dem Pelikan-Symbol vorne am Bug
(ETH-Bibliothek, Archive, Akz. 2002-2)

Im Zweiten Weltkrieg spannte die Schweizer Landesregierung die ETH aktiv in ihre Pläne zur Förderung einer selbständigen nationalen Flugzeugindustrie in der Schweiz ein. Das Eidgenössische Luftamt (heute Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL) beauftragte den frisch auf den Lehrstuhl für Flugzeugstatik und Flugzeugbau berufenen Professor Eduard Amstutz mit der Entwicklung eines Spezialflugzeugs, das speziell auf die Schweizer Berglandschaft zugeschnitten sein sollte. Am Lehrstuhl wurde daraufhin ein Studienbüro eingerichtet, das vom ETH-Ingenieur Hans Belart geleitet wurde. Er war es auch, der den Entwurf des SB-2 genannten Kleinverkehrsflugzeuges handhabte, Windkanalversuche durchführte und alle mathematischen Berechnungen vornahm. Das Studienbüro wurde 1943 dem Schweizerischen Flugtechnischen Verein angegliedert, der als Bindeglied zwischen ETH-Institut, Bundesbehörden und Industrie diente.

Da die ETH-Mitarbeiter vielfach Aktivdienst leisten mussten, verzögerte sich die Konstruktion des Flugzeuges erheblich. Schliesslich konnte der Entwurf aber doch für 180.000 Fr. an die Pilatus Flugzeugwerke in Stans verkauft werden, die den Bau der SB-2 ausführten. Als Immatrikulation hatte das Eidgenössische Luftamt die Buchstaben HB AEP gewählt, die als Symbol für die Zusammenarbeit zwischen der ETH und der Industrie gedeutet werden können: Hans Belart, Amstutz Eduard, Pilatus.

Die SB-2 verfügte über Langsamflug-Eigenschaften, eine hohe Steigleistung und war als STOL-Flugzeug (Short Take-Off and Landing) gut geeignet für Berggebiete, in denen nur kurze Start- und Landebahnen zur Verfügung standen. Damit konnten Personen- und Frachttransporte sowie Einsätze in der Landwirtschaft durchgeführt werden.

Zeichnungen für 5-Plätzer und 7-Plätzer auf dem Datenblatt der SB-2 Pelikan
(ETH-Bibliothek, Archive, Akz. 2002-2)

Am 30. Mai 1944 fand der erfolgreiche Erstflug statt, die SB-2 erhielt den Namen „Pelikan” (wohl in Anlehnung an den Fieseler Fi  156 „Storch”). Zu einer Serienproduktion kam es jedoch nie, da die Pilatus Flugzeugwerke durch den Bau der P-2 bereits ausgelastet waren. Als die „Pelikan” bei einer Flugschau in Kirchberg bei Bern am 13. Juni 1948 beim Start an einer Rinne hängenblieb und sich überschlug, konnte das Flugzeug nicht mehr repariert werden, Totalschaden.

Das ETH-Institut für Flugzeugstatik und Flugzeugbau arbeitete auch bei anderen Projekten mit der Schweizer Flugzeugindustrie zusammen, so bei der Konstruktion des Pilatus Porter PC-6, den Schulflugzeugen P-2 und P-3, sowie bei den Flugzeugen „Elfe”, „Diamant”, „Bravo” und dem Segelflugzeug B4.

In den Beständen der Archive und Nachlässe der ETH Zürich finden sich Unterlagen des ehemaligen Instituts für Flugzeugstatik und Flugzeugbau und des Schweizerischen Flugtechnischen Vereins, darunter Typenbücher, Konstruktionszeichnungen, Ergebnisse von Windkanal- und Belastungsversuchen, Fotos der Bauphasen und Flugversuche.

Links:

Protokolle der Sitzungen des Schweizerischen Schulrates online zum Thema Schweizerischer Flugtechnischer Verein: http://www.sr.ethbib.ethz.ch/digbib/view?did=c1:180992&p=340

Monika Burri: Die ETH als aerodynamische Denkfabrik.  http://www.ethistory.ethz.ch/besichtigungen/touren/vitrinen/forschungspfade/vitrine52

 

14.07.2009

Beschreibung eines erprobten Instruments wodurch ein Dieb er mag durchs Fenster einsteigen, oder durch eine Wand brechen, allemal entdeckt, wenigstens aber sicher verscheucht wird

Filed under: Alte Drucke,Ingenieurwissenschaften — Tags: — Roland Lüthi @ 8:39

Kupferstich auf Falttafel

“Was helfen aber Schiessgewehre; was helfen Degen und Dolche, wenn der Mensch im ersten Schlafe liegt, und also unfähig ist, sich ihrer zur Gegenwehr zu bedienen.” So sinniert der Herzoglich Mecklenburgisch Schwerinsche Bau-Inspector Ernst Christian August Behrens zu Beginn seines Traktats über eine der ersten Alarmanlagen überhaupt. “Dieses Instrument [...] leistet alles, was man nur von einem Instrumente dieser Art erwarten kann. Es ist für den Dieb äusserst schreckhaft, so wie für die Bewohner eines Hauses desto beruhigender, da es auf die Annärung des Diebes schnell ein Licht anzündet; den Schlafenden nicht allein hiedurch, sondern auch durch eine nahe beim Bette angebrachte Glocke und starken Knall aufwecket, und durch diese unerwaretet Vorkommenheit den beim einsteigen begriffenen Dieb verscheucht”.

Diese 1798 von Joseph Kottnauer in Prag gedruckte Ausgabe wurde nicht wieder aufgelegt und ist äusserst selten: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=000345259 .

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