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05.02.2010

Johann Georg Gichtel: Von den drei Prinzipien und Welten im Menschen (S.I., 1736)

Filed under: Alte Drucke,Bestände,Philosophie, Theologie — Tags: — Roland Lüthi @ 7:00

Tafel 1, Theosophia Practica

Der deutsche Advokat, Mystiker und Spiritualist Johann Georg Gichtel (1638-1710) ist in erster Linie als Herausgeber der Werke Jakob Böhmes bekannt. Seine eigene Position ging dann aber weit über diejenige Böhmes hinaus, indem sich Gichtel der “völligen Ertödtung des Fleisches” und des Kampfs gegen Satan verschrieb. Zentral für Gichtel war die Forderung nach strikter Ehelosigkeit und seine wenigen Anhänger wurden deshalb nach Matthäus 22,30 auch “Engelsbrüder” genannt (“In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel”). Anstelle der Ehe trat für die Gichtelianer die geistliche Ehe mit der himmlischen Jungfrau Sophia.

Gichtels Energiezentren des religiösen Menschen in der obigen Abbildung entsprechen weitgehend den sieben Chakras, die vor allem in Indien und bei den Hopis und Mayas bekannt sind. Ganz im Sinne seiner Lehre des sündhaften Fleisches belegt Gichtel die tieferliegenden Chakren mit negativen Bedeutungen: Das Wurzelchakra und das Sexualchakra fallen zusammen in einen Bereich der finsteren Welt, der dunklen Hölle der Triebe.

Links:

Zwei Tafeln aus dem Buch können in E-Pics näher betrachtet werden: http://ad.e-pics.ethz.ch/link.jsp?&id=Rar8204_Taf1-2.tif&view=preview.

Gichtels Drei Prinzipien und Welten im Menschen im Bibliothekskatalog NEBIS: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=002672447

16.01.2009

Pierre Sonnerat: Voyage aux Indes orientales et la Chine: fait par ordre du Roi depuis 1774 jusqu’en 1781 (Paris, 1782)

 

Band 1, Pl. 66, S. 182: Polléar [Ganesha]

Pierre Sonnerat (1748-1814) war ein französischer Naturforscher und Entdecker, der mehrere Reisen nach Südostasien unternahm. Von 1769 bis 1772 bereiste er die Philippinen und Molukken, von 1774 bis 1781 Indien und China. Seine Eindrücke publizierte er in Voyage à la Nouvelle-Guinée (1776) und dem hier vorliegenden zweibändigen Werk Voyage aux Indes orientales et à la Chine (1782). Die zahlreichen darin enthaltenen  Illustrationen von Handwerk, Festlichkeiten, Riten, Götterbildern, Tieren und Pflanzen gehen auf Sonnerats eigene Zeichnungen zurück.

Anders als viele seiner europäischen Zeitgenossen bewunderte und achtete Sonnerat die reiche Kultur der Bewohner Asiens und wendete sich gegen den vorherrschenden Rassismus. Während er dem Niveau der Wissenschaft und Kultur der Chinesen zwar kritisch gegenüberstand, sah er im alten Indien nicht nur den Ursprung der Menschheit und der Kultur, sondern auch die Wiege aller Religionen. In Voyage aux Indes orientales et à la Chine legte Sonnerat einen umfangreichen Abriss der indischen Mythologie vor. In der Vielzahl der hinduistischen Götter sah er den Ausgangspunkt für die spätere Götterwelt der Ägypter, Griechen und Römer.

Die obige Abbildung zeigt den elefantenköpfigen Gott Ganesha. Dieser wird im Hinduismus als Beschützer des Heims und der Ehe verehrt. Er wird auch angebetet, wenn man Glück für den Weg oder eine Unternehmung braucht. Ganesha steht für Beginn und Veränderung, verbunden mit Schutz und Gelassenheit; er verkörpert Weisheit und Intelligenz. Zu seinen Angelegenheiten gehören die Poesie, Musik und Tanz, und er ist der Herr über die Wissenschaften.

Links:

Voyage aux Indes orientales et à la Chine kann im Bibliothekskatalog NEBIS bestellt und im Lesesaal der Spezialsammlungen eingesehen werden.

Wikisource Frankreich listet unter der Suche “Sonnerat Pierre” eine ganze Reihe seiner Werke online: http://fr.wikisource.org/wiki/Sp%C3%A9cial:Recherche?search=Sonnerat+Pierre. Für die Illustrationen aus Voyage aux Indes orientales et à la Chine wird auf Gallica verwiesen: http://fr.wikisource.org/wiki/Pierre_Sonnerat . Leider sind die Illustrationen in Gallica nur schwarzweiss.

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