Ryhiner’s Python

Der Schweizer Tierfänger Peter Ryhiner (1920-1975) hatte die blauäugige Python auf den Namen Serata (Sanskrit für „Schönheit“) getauft und aus der Umgebung von Kolkata in die USA und später in die Schweiz gebracht. Das Bild wurde von einem Comet Fotografen anlässlich der Eröffnung des Reisebüros Jacky Maeder an der Sihlstrasse 38 in Zürich aufgenommen.

Tierfänger und Tierhändler Peter Rudolf Ryhiner und Jacky Maed

Comet Photo AG: Tierfänger Peter Ryhiner mit weisser Python und Vikki Ryhiner, 3.11.1957 (Com_L06-0240-0002-0009)

Nach dem Auftritt bei Jacky Maeder „… stellte Ryhiner seine weisse Schlange einige Wochen im Café „Tropic“ in Basel bei seinem Freund Paul Seiler aus (Honegger, S. 84).“ Auch in New York hatte Ryhiner zuvor regelrechte „Python Parties“ veranstaltet. So schreibt der New Yorker vom 22. Oktober 1955:

„We went to a cocktail party for a snake the other afternoon, and had an interesting time. The guest of honor was a seven-foot white python, named Serata, that Peter Ryhiner, A Swiss animal collector who operates in India, recently brought to this country from East Bengal. The party was held in the office of Hugo Mayr, general manager of Swissair, in Rockefeller Center, and the snake, accompanied by a fellow- python – an ordinary mottled-brown one – received guests while reclining in an open crate. Its owner, a thirty-five-year-old man with a brown beard, informed us that his pet is unique. „Serata is not an albino,“ he said. „Albinos have pink eyes and are pigmentless. Serata has dark-blue eyes and white pigmentation. I think he’s a male but he’s only five years old, which is too young for a python’s sex to be determined. He’ll grow to at least seventeen feet and live maybe thirty years (S. 33).“

Ryhiner lehnte mehrere Kaufangebote von Zoos für das Tier ab, darunter eines von 7’000 Dollar. Er wollte die Schlange entweder für Werbezwecke brauchen, oder sie für extrem viel Geld an eine verrückte Hollywood-Berühmtheit verkaufen. Ryhiner wusste, dass in der östlichen Mythologie weisse Pythons als reinkarnierte Gottheiten galten:

„… so I had to take him [Serata] out of India in a special way – I won’t say how – to avoid riots. […] I’m a lucky man.“ „He’s not such a lucky python, “ [Frederik] Zeehandelaar said. „He’ll be dead if this keeps up. You ought to sell him (New Yorker, S. 33).“

Serata starb 1961 im Zoo Zürich an hochgradigem Parasitenbefall. Auch Ryhiner fand ein tragisches Ende. Anfang der sechziger Jahre, als neue Wildtiergesetze in Kraft traten und Zoos zunehmend Tiere untereinander austauschten, geriet er in eine Krise. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, zuletzt als Safaribegleiter in Kenia, kehrte er gänzlich verarmt in die Schweiz zurück, wo er sich 1975 in der psychiatrischen Klinik von Préfargier das Leben nahm (vgl. Honegger, S. 84-85).

Literatur:

René E. Honegger und Artur Hinkel: „Serata, der Python mit den blauen Augen – zur Erinnerung an Peter Ryhner (1920-1975)“ in: Sekretär, Supplement III, 2015, S. 80.

 

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