Max Frisch auf Reisen

„Warum reisen wir?“, fragte Max Frisch in seinem Tagebuch 1946-1949, und gab selbst eine Antwort: „Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, daß sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – Es ist ohnehin schon wenig genug.“[1]

Max Frisch 1957 in Griechenland

Max Frisch in Griechenland, 1957 (© Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek)

Mit dem Reisen war für Frisch stets ein Neubeginn verbunden. Andere Länder hat er nicht nur besucht, sondern auch in ihnen gelebt. Nicht nur in seiner Heimatstadt Zürich war Frisch zuhause, sondern ebenso in Berlin, Rom oder New York. Auf seinen Reisen um die ganze Welt – bis nach Mexiko, Russland oder Japan – hatte er meistens ein Notizbuch dabei. Neue Orte und Eindrücke dienten ihm oft genug als Material, das er in seinen Texten verarbeitete.

Das Foto zeigt Frisch auf einer Reise durch Griechenland im Mai 1957. In dieser Zeit arbeitete er an seinem Roman Homo faber, der im Oktober 1957 erschien und dessen Schlüsselszene in Griechenland spielt. An seinen Freund Friedrich Dürrenmatt schrieb er damals: „Lieber Fritz, ich reise dem Theater nach, der Welt, dem Licht und den Inseln, um meinen kleinen Roman mit Wirklichkeit zu füttern oder zu vergessen. […] Dein Frisch“.[2]

 

Quellen

[1] Max Frisch: Tagebuch 1946-1949, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1950, S. 32.

[2] Max Frisch an Friedrich Dürrenmatt, Brief vom 2. Mai 1957. Zit. nach Max Frisch/Friedrich Dürrenmatt: Briefwechsel, hrsg. v. Peter Rüedi, Zürich: Diogenes 1998, S. 154.

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