Max Frisch und der Städtebau von morgen

„Es gibt zwei Arten von Zeitgenossen, die sich über die Misere unseres derzeitigen Städtebaus aufregen“, stellte Max Frisch 1953 fest: „die einen, die grosse Mehrzahl und auch sonst die Mächtigeren, sind die Automobilisten, die keinen Parkplatz finden; die andern sind die Intellektuellen, die in unserem derzeitigen Städtebau etwas anderes nicht finden: sie finden keine schöpferische Idee darin, keinen Entwurf in die Zukunft hinaus, keinen Willen, die Schweiz einzurichten in einem veränderten Zeitalter, keinen Ausdruck einer geistigen Zielsetzung – das macht noch nervöser, als wenn man keinen Parkplatz findet.“

Modell einer Etagencity von Max Frisch, 1955 (© Max Frisch-Archiv an der ETH-Bibliothek)

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Und welchen Einfluss haben die Bürger auf die Planung ihrer Stadt? Diese Fragen stehen im Zentrum dreier Schriften, die Max Frisch in den 1950er-Jahren gemeinsam mit Lucius Burckhardt und Markus Kutter verfasste. Ihr Vorschlag, anlässlich der Landesausstellung 1964 eine ganz neue, modellhafte Stadt zu errichten, provozierte eine kontroverse Debatte – weit über die Grenzen der Schweiz hinaus. Auch heute, gut 60 Jahre später, haben ihre Fragen nichts an Brisanz verloren.

achtung: unsre Stadt – Vortrag und Podiumsdiskussion am 15. März 2017

Am Mittwoch, 15. März 2017, 18 Uhr, werden Experten und Entscheidungsträger aus den Bereichen Architektur und Stadtentwicklung an der ETH Zürich über Max Frisch als Ideengeber und den Städtebau von morgen diskutieren:

Grusswort

  •  Dr. Rafael Ball (ETH-Bibliothek, Direktor)

Einführungsvortrag

  • Dr. Angelus Eisinger (Regionalplanung Zürich und Umgebung, Direktor)

Podiumsdiskussion

  • Anna Schindler (Stadtentwicklung Zürich, Direktorin)
  • Charlotte von Moos (Sauter von Moos, Architektin)
  • Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani (ETH Zürich, Professur für Geschichte des Städtebaus)
  • Dr. Angelus Eisinger

Moderation

  •  Palle Petersen (Redaktor Hochparterre)

Anschliessend Apéro

Ort: ETH Zürich, Hauptgebäude, Rämistrasse 101, Hörsaal E5

 

Die Veranstaltung kann am 15. März 2017 ab 18 Uhr auch im Livestream verfolgt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Max Frisch-Archivs.

 

In Kooperation mit dem Triest Verlag für Architektur, Design und Typografie

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