Die Historia Naturale von Ferrante Imperato (Venedig, 1672)

Der Apotheker und Naturwissenschaftler Ferrante Imperato (1550-1625) und sein Sohn Francesco führen hier gleich persönlich zwei Besucher durch ihre umfangreiche naturhistorische Sammlung im Palazzo Gravina in Neapel. Zu sehen sind neben dem Prunkstück, dem umgekehrt an der Decke hängenden Krokodil unzählige Meerestiere wie Muscheln, Schnecken und Seesterne. Eine Unmenge konservierter Fische, Vögel, sowie Knochen, Zähne, Hörner, Fossilien, Mineralien und Medizinalpflanzen sind in Wandschränken und Regalen untergebracht.

Ferrantes Hauptwerk, die Historia Naturale, ist als Katalog der Sammlung angelegt und in 28 Bücher aufgeteilt. Deren neun beschäftigen sich mit der Alchemie. Am Ende des Werks wird ein Index der in der Sammlung vorhandenen Objekte angeboten.

Das Frontispiz der in Neapel erschienenen Erstausgabe der Historia Naturale von 1599 ist eine der ersten Darstellungen einer neuzeitlichen Wunderkammer. Das Buch war ursprünglich als Serie von mehreren Bänden geplant und offenbar so begehrt, dass Giovanni Maria Ferro 1672 in Venedig eine zweite, erweiterte Ausgabe besorgte. Es avancierte schnell zum Standardwerk über Mineralien im 17. Jahrhundert und die hervorragenden Kupferstiche wurden von mehreren Zeitgenossen Imperatos abgekupfert – so auch von Athanasius Kircher in seinem Mundus Subterraneus.

Veranstaltungshinweis

Imperatos Historia Naturale wird an der Abendführung der Sammlung Alte und Seltene Drucke vom 30. Oktober 2012 gezeigt. Unter dem Titel „Von Sammelsurien und Wunderkammern“ figurieren rund 10 weitere Drucke von Conrad Gessner, Ulisse Aldrovandi, Michele Mercati, Athanasius Kircher und weiteren Autoren.  Treffpunkt: ETH-Bibliothek, H-Stock beim Ausleihschalter um 18.15 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Link

Historia Naturale (Venedig, 1672) im Bibliothekskatalog NEBIS

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