August Wilhelm Zachariae: Die Elemente der Luftschwimmkunst (Wittenberg, 1807)

August Wilhelm Zachariae (1769-1823) war ein deutscher Aviatiker der ersten Stunde, der heute eher etwas in Vergessenheit geraten ist. Wie der Titel seines Büchleins andeutet, ging Zachariae davon aus, dass Fluggeräte schwingende Flügel haben sollten, um sich in der Luft fortbewegen zu können. Diese sogenannten Ornithopter (Griechisch „ornithos pteron“, Deutsch „Schwingflügel-Flugzeug“ und Englisch „wing-flapping craft“) imitieren den Vogelflug, indem die Flügel durch Muskelkraft bewegt werden. Allerdings waren Ornithopter nicht wirklich flugtauglich. Erst spätere Fluggeräte, die anstatt der schwingenden starre Flügel erhielten, hoben erfolgreich ab. Erste bemannte Flüge von Gleitern mit starren Flügeln fanden rund hundert Jahre nach Zachariaes Publikation statt. Es waren dies die Flugpioniere Otto Lilienthal (1891) und Gebrüder Wright (1903).

Jacob Degens Flugmaschine

Die Abbildung von Jacob Degens Ornithopter wurde laut Bibliothekskatalog vermutlich von einem Vorbesitzer in das Buch eingeklebt. Jacob Degen war ein Schweizer Uhrmacher, der um 1800 in Wien lebte. 1809 machte Degen geltend, erfolgreich mit seiner Flugmaschine geflogen zu sein. Allerdings war er bei diesem Versuch an einem grossen Heissluftballon befestigt. Degen benutzte seine Flügel, um gerade soviel Auftrieb zu bekommen, damit er vom Ballon in die Höhe getragen wurde. Zwischen 1806 und 1817 wiederholte er dieselbe Vorführung mehrere Male in Paris und Wien.

Ornithopter haben auch Eingang in die Science-Fiction-Literatur gefunden, so etwa in Frank Herberts Romanzyklus Dune.

Links:

 Die Elemente der Luftschwimmkunst im Bibliothekskatalog NEBIS

Die Abbildung von Jacob Degens Flugmaschine in E-Pics

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