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15.02.2008

Thomas Pennant: History of Quadrupeds (London, 1781)

Filed under: Alte Drucke,Naturwissenschaften,Zoologie — Tags: — Roland Lüthi @ 11:39

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Hudson’s Bay-, Black- and Grey Squirrel; Vol. II, S. 412

Thomas Pennant (1726-1798) war einer der bedeutensten Britischen Zoologen vor Darwin und Zeitgenosse von Linnaeus und Buffon. In seiner History of Quadrupeds findet sich die Beschreibung eines Eichhörnchen, das einen Fluss überquert:

Ground Squirrel: “… as Pliny justly remarks: lays in a hoard of winter provision, such as nuts, acorns &c.: in summer feeds on buds and young shoots: is particularly fond of those of fir, and the young cones: sits up to eat, and uses its fore-feet as hands: covers itself with its tail: leaps to a surprising distance: when disposed to cross a river, a piece of bark is its boat: its tail the sail …”

Pennant hat die Anekdote von segelnden Eichhörnchen offenbar aus einem literarischen Text von Jean-François Regnard übernommen. Dieser beschreibt in einem Reisebericht über seine Lapplandreise, wie Eichhörnchen in grossen Scharen über Flüsse und Seen übersetzen. Man kann darüber rätseln, was dieser poetische Exkurs in einem zoologischen Werk mit wissenschaftlichem Anspruch zu suchen hat. Eine mögliche Erklärung ist die Entstehungszeit der History of Quadrupeds. In der viktorianischen Zeit musste selbst die wissenschaftliche Literatur einen gewissen Unterhaltungswert aufweisen, um vom breiten Publikum geschätzt zu werden.

Die Erstausgabe von Pennants History of Quadrupeds wird in der Abendführung der Sammlung Alte Drucke vom 19. 2. 2008 vorgestellt.

Literatur:

Oeuvres Complètes de J.F. Regnard

Links:

Die entsprechende Textstelle aus der History of Quadrupeds ist in E-Pics Alte Drucke vorhanden.

13.02.2008

Die Schweiz und die projectirten Eisenbahnen, in: Chemin de fer des Alpes, 1852.

Filed under: Alte Drucke,Eisenbahnwesen — Tags: , — Rudolf Mumenthaler @ 12:09

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Schweiz intensiv über die ideale Route einer Alpenbahn durch die Alpen diskutiert. Dabei spielten die Interessen einzelner Kantone und Regionen sowie der Einfluss der Nachbarstaaten eine wichtige Rolle. Ende der 1840-er Jahre wurden in der ganzen Schweiz zahlreiche Projekte diskutiert wie diese Karte aus dem Jahre 1852 zeigt:

Karte projektierte Eisenbahnen

Ausschnitt aus: Die Schweiz und die projectirten Eisenbahnen, in: Chemin de fer des Alpes, 1852. (Sammlung Alte Drucke, Rar 8956q, Annexe III). Abgebildet sind die Varianten Grimsel (grün), Simplon (grün), Gotthard – mit Schiffverbindung (rot), Lukmanier (blau), San Bernardino (braun) und Splügen (violett).

Bei der Vision einer Eisenbahnverbindung über die Alpen hatten die Bündner die Nase vorn: 1845 legte Richard La Nicca ein erstes Projekt vor und beantragte eine Konzession für den Bau einer Eisenbahn durch den Kanton Graubünden über den Lukmanier. 1847 unterzeichneten die Schweizer Kantone St. Gallen, Graubünden und Tessin einen Staatsvertrag mit dem Königreich Sardinien, der den Bau der Lukmanierbahn zum Ziel hatte. Doch sowohl dieser wie auch allen anderen Bündner Varianten (San Bernardino und Splügen) war kein Erfolg beschieden.

Die sog. Gotthardvereinigung, bestehend aus 14 Kantonen sowie der Zentral- und Nordostbahn, befürwortete die Gotthardlinie. Als sich dann 1866 auch Italien für die Gotthardbahn und die Durchbohrung des Gotthards aussprach, waren die Würfel gefallen. Diesem politischen Gewicht hatten die „Lukmanier-„ und die „Simplonkantone“ wenig entgegenzusetzen.

Link zum Dokument in E-Pics Alte Drucke:

http://ad.e-pics.ethz.ch/link.jsp?id=Rar8956_ANNEXE3.tif&view=preview

 

07.02.2008

Bundessymbolik: Die Prachtausgabe des Polytechnikum-Gesetzes vom 7. Februar 1854

Filed under: Archive und Nachlässe — Tags: — Michael Gasser @ 16:30

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Doppelseite aus der prachtvollen Abschrift des Bundesgesetzes zur Errichtung einer eidgenössischen polytechnischen Schule vom 7. Februar 1854 (ETH-Bibliothek Zürich, Archive und Nachlässe, Hs 226)

Am 7. Februar 1854 verabschiedete der Schweizerische Bundesrat das Bundesgesetz zur Errichtung einer eidgenössischen polytechnischen Schule. Dieser Beschluss markierte das Ende einer langen und intensiv geführten Debatte über die konkrete Umsetzung des Hochschulartikels der Verfassung von 1848, der dem Bund das Recht einräumte, eine Universität und eine polytechnische Schule zu errichten.

Im Brennpunkt dieser von vorberatenden Kommissionen und dem Parlament geführten Hochschuldebatte stand die Frage nach der Gründung einer Universität. Die verschiedenen konfessionellen und politischen Lager wurden sich jedoch nicht einig, an welchem Ort die wissenschaftlichen Kräfte gebündelt und welche Fakultäten eingerichtet werden sollten. Insbesondere gegen den vom einflussreichen Politiker und Unternehmer Alfred Escher unterstützten Plan, die eidgenössische Universität nach Zürich zu holen, regte sich in katholischen Kreisen und in der Westschweiz heftiger Widerstand. An dieser Opposition scheiterte schliesslich die Errichtung einer eidgenössischen Universität vollends. Stattdessen fand im Parlament der Vorschlag eine Mehrheit, sich auf die Schaffung einer auf praktisches Wissen ausgerichteten polytechnischen Hochschule zu beschränken.

Die Gründung des eidgenössischen Polytechnikums in Zürich als Resultat dieses Gesetzes wurde zum wichtigen Symbol für die gesamtschweizerische Bildungspolitik des noch jungen Bundesstaates. Vieles von dieser Symbolkraft spiegelt sich auch in der prächtig gestalteten, eigens für die Eröffnungsfeier des Eidgenössischen Polytechnikums erstellten Abschrift des Bundesgesetzes vom 7. Februar 1854 wieder, die im Archiv der ETH Zürich aufbewahrt wird: Sie enhält den Gesetzestext in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch, trägt die Unterschriften der Präsidenten der beiden parlamentarischen Kammern und des Bundespräsidenten, ist in roten Samt eingebunden und lässt sich mit Bändeln in den Nationalfarben binden. Während dem Festakt wurde dieses symbolhafte Gründungsdokument der nationalen Bildungspolitik vom Bundesrat dem ersten Präsidenten des Schulrates überreicht.

Links:

Bestellung des publizierten Bundesgesetz vom 7.2.1854 über NEBIS

05.02.2008

Franz Griendel von Ach: Micrographia Nova (Nürnberg, 1687)

Filed under: Alte Drucke,Zoologie — Tags: , — Roland Lüthi @ 14:11

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Fig. IV: Pulex (Floh)

Franz Griendel von Ach war ein deutscher Hersteller optischer Geräte, der sich in den 70er Jahren des 17. Jahrhunderts in Nürnberg aufhielt. Über seine Lebensdaten ist sonst wenig bekannt. In seinem Pionierwek über die Mikroskopie, Micrographia Nova, beschreibt Von Ach den Kampf zwischen einem Floh und einer Laus folgendermassen:

In der römischen Antike wurden ja bekanntlich in den Amphitheatern spektakuläre Kämpfe von Menschen und wilden Tieren veranstaltet. Und nun, als ich einen Floh und eine Laus zum Kämpfen unter mein Mikroskop legte, gewissermassen in das Amphitheater der wissenschaftlichen Neugier, da kam es doch in der Tat zu einem derartigen Kampf zwischen diesen beiden stachligen, gepanzerten Insekten, dass man es kaum mit genügender Bewunderung beschreiben kann: mit welcher Wut sie ihre stachligen Füsse und Krallen ineinander schlugen, sich mit ihrem Maul und Rüssel gegenseitig packten und sich mit ungeheurer Wucht in den Körper des Gegners verbissen, wie sie in einer so gewaltigen Aufwallung des Blutes wie in einem stürmischen Gefecht aufeinander losgingen und übereinander herfielen, als ginge es um Sieg oder Niederlage – genauso, wie wenn anstelle der Laus ein Krokodil und anstelle des Flohs ein gepanzertes Rhinozeros kämpften. Wenn diese winzigen Insekten, die aus dem Schweiss der Menschen zu entstehen pflegen, so gross wären, wie sie unter dem Mikroskop erscheinen, würden sie den Zuschauern mit Sicherheit grösseres Vergnügen bereiten als irgendwelche Kämpfe zwischen Bären und Löwen.

Die seltene lateinische Ausgabe der Micrographia Nova (Nürnberg 1687), wird in der Abendführung der Alten Drucke vom 19. Februar 2008 vorgestellt. In der Führung mit dem Titel Von Rhinozerossen und anderen Tieren figurieren auch Autoren wie Conrad Gessner, Ulysses Aldrovandi, Claude Perrault, Carl von Linné, Georges-Louis Leclerc de Buffon und Thomas Pennant.

Literatur:

Doppelmayr, Johann Gabriel: Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis und künstlern. Nürnberg 1730, S. 111-114

Martin, Hubert de: Griendel von Ach. Ein Mikroskopiker der Barockzeit. Wien: Höhere Graphische Bundes- Lehr und Versuchsanstalt 1970

Links:

Hochaufgelöste Bilder aus der Micrographia Nova sind in der Bilddatenbank E-Pics Alte Drucke abrufbar und bestellbar.

Die Micrographia Nova von 1687 online (virtuelle biologische Bibliothek: http://www.biolib.de/)

Informationen und weitere Links zu Franz Griendel von Ach (Astronomie in Nürnberg)

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