Archive for Birding Sites

Tuesday, February 23rd, 2010

Gemmi-Geier

Der Steinadler hat ausgedient, der neue König der Berge ist – der Bartgeier. Natürlich wissen es alle schon lange, nur ich nicht, dass man auf der Gemmi oberhalb Leukerbad freie Sicht auf ihn hat, ihn zudem mit 100prozentiger Sicherheit zu Gesicht bekommt, von der Aussichtsterrasse der Gemmibahn-Bergstation die allerbesten Chancen hat für ein full frame-Bild.

Da fliegt er auf Augenhöhe an einem vorbei, man sieht fast jedes einzelne Barthaar. Er kreist vor der Wand links der Station, schraubt sich in die Höhe, segelt über die Köpfe hinweg nach rechts, verschwindet wieder für ein Weilchen. Und kommt, kaum sitzt man im Bergrestaurant beim Schümlipflümli, um den Vogel zu feiern, wieder hervor, zieht erneut seine Bahn. So ges(ch)ehen am Sonntag, 21.2.

Den ersten Kontakt gab’s schon zum Frühstück im Hotel, Samstag, 20.2., dank Fensterplatz im Speisesaal. Da zeigt sich ein grosser Greifvogel am grauen Himmel über Leukerbad und kein Zweifel, das muss er sein. Am Nachmittag, wieder vom Speisesaal aus, diesmal auf der Rinderalp oberhalb Leukerbad, zieht der Bartli von Tal her in Richtung Gemmi, hoch über Skistation und Touristen, unbemerkt von allen.

Bartgeier von der Gemmi, Foto von Marcel Ruppen

Wednesday, May 6th, 2009

Tessin, zwei volle Tage

1.5. Gerade noch rechtzeitig in Riazzino, 20:20 Uhr. Fernrohr und Feldstecher auspacken, Felsen absuchen. Wo ist der Uhu? Aedu und Pitsch fliegen eiligst ein, und Aedu entdeckt den Vogel, kaum aus dem Auto ausgestiegen schön freisitzend auf einem Ast.

Die Zeit reicht auch noch für einen Abstecher in die Bolle. Von der Verzasca-Seite her, zu Fuss kurzes Stück bis zum Pappelbestand beim ehemaligen Camping. EIne Nachtigall singt freisitzend auf einem Ast. Die Zwergohreule ruft. Wind kommt auf, was für die Nachsuche nicht förderlich ist. Wir kehren im Dunkeln um, und fahren nach Magadino, Hotel Favini, 50 CHF pro Nacht und Nase. Nehmen Bier. Schlummern bald ein…

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Saturday, March 21st, 2009

Bluethroats on ice

OK, wenn ich im Feld rumlatsche, ist Bise. Das ist Naturgesetz. Weil ich DEN Wind nicht ausstehen kann. Weil ich nicht gerne rumfriere. Ich bin ein Birder auf der Sonnenseite. Warum sollte es am 21.3., just Frühlingsanfang, anders sein? Natürlich nicht. Ist 5 Grad minus am Morgen, als ich auf den Bahnhof fahre. Es ist vielleicht drei Grad minus, wie ich in Uznach aus dem Zug steige. Zum Glück ist das den Blaukehlchen wurst. Und anderen Vogelbeobachtern auch. Sie marschieren zahlreicher auf als vermutet. Das erste Blaukehlchen wuselt am Bächlein umher, unter der Baumhecke. Das zweite lässt sich vom Turm aus beobachten, schön freisitzend, auf die Eisschicht hinaushüpfend, die die grosse Lagune bedeckt. Seltsamer Anblick. Und das dritte Blaukehlchen lässt sich am Betonplattenkanal sehen, der vom Besucherzentrum wegfliesst.

Blaukehlchen am Betonkanal

Blaukehlchen am Betonkanal

Anderes war wenig, 18 Kiebitze, 2 Kampfläufer, 15 Brachvögel, 2 Knäkenten auf dem Ententeich. Löffelenten. Alles ein wenig unterkühlt. Zeit, dass sich der Winter verzieht.