Wednesday, May 6th, 2009...20:53
Tessin, zwei volle Tage
1.5. Gerade noch rechtzeitig in Riazzino, 20:20 Uhr. Fernrohr und Feldstecher auspacken, Felsen absuchen. Wo ist der Uhu? Aedu und Pitsch fliegen eiligst ein, und Aedu entdeckt den Vogel, kaum aus dem Auto ausgestiegen schön freisitzend auf einem Ast.
Die Zeit reicht auch noch für einen Abstecher in die Bolle. Von der Verzasca-Seite her, zu Fuss kurzes Stück bis zum Pappelbestand beim ehemaligen Camping. EIne Nachtigall singt freisitzend auf einem Ast. Die Zwergohreule ruft. Wind kommt auf, was für die Nachsuche nicht förderlich ist. Wir kehren im Dunkeln um, und fahren nach Magadino, Hotel Favini, 50 CHF pro Nacht und Nase. Nehmen Bier. Schlummern bald ein…
2.5. Am Morgen erstes Ziel: Stallone, Bolle. Wir fahren am berüchtigten Bauernhof mit den giftigen Kötern vorbei. Nichts bellt, nicht kläfft. Hund tot? Wir stellen Auto in sicherer Entfernung zum Hof ab, birden in Richtung Beringungsstation. Über den Feldern wenig Zug, ausser wenigen Schafstelzen nicht viel los. 14 Trauerseeschwalben ziehen über uns hinweg. 2 Wiesenweihen und 2 Rohrweihen jagen. Eine Wiesenweihe ist ein Männchen 2. KJ, interessanter Vogel. AUf dem Rückweg sitzen Steinschmätzer und Braunkehlchen auf dem Feldweg. Via Felder Tenero weiter nach Gudo auf der Suche nach Steinkauz. Auf einem Acker eine Turteltaube. Beim üblichen Stall ist kein Kauz mehr, dafür dahinter in einer Wiese gegen 10 Braunkehlchen. Treffen wieder Aedu und Pitsch. Sie haben andere Käuze gefunden. Wir suchen einen neuen Ort auf und finden prompt einen Steinkauz, der in einem Fensterloch sitzt.
Bald zurück zum Frühstück ins Hotel, danach zügig ins Val Bavona. In Bolla wie vor 2 Jahren ohne Probleme 2 singende Halsbandschnäpper. Wir fahren noch bis San Carlo, wo allerdings der Winter noch nicht lange abgezogen ist. Die Vegetation ist kaum entwickelt. Es blüht nichts. Vögel sind da, unter anderem 4 Schafstelzen (was machen die in dem Krachen?), Braunkehlchen (1), Berglaubsänger, Gartenrotschwanz.
Rückfahrt mit Mittagessen in einem Grotto. Bei Riveo vermuten wir Blaumerle im Steinbruch direkt an der Strasse. Wir steigen aus dem Auto aus und hören sogleich den Gesang. André findet das Männchen, schön sitzend auf einem Metallring.
Weiter nach Locarno, Chiesa San Antonio, Fahlsegler. Auch hier dauert es nicht sehr lange, bis ein Vogel aus einem der Löcher vis-à-vis des Coiffeurladens fliegt. Nach einer halben Stunde haben wir auch Mauer- und Alpensegler gesehen.
Weiter nach Magadino und über die steile Passstrasse nach Indemini. Ornithologisch nicht mehr ergiebig, Steinadler in weiter Ferne über Berggipfeln, Gartenrotschwanz im Dorf. Nach dem wir die verwinkelten Gässchen und Häuschen besichtigt haben fahren wir zurück nach Magadino, unterwegs tote Aspisviper auf Strasse.
André fährt am Abend nach Winterthur zurück. Wir laden ihn in Cadenazzo am Bahnhof aus und fahren zurück in Bolle. Dort rasch Silberreiher beobachtet, dann erreicht uns Anruf von Aedu, der von einem Rotkopfwürger berichtet. Also wieder nach Gudo, doch Nachsuche bleibt erfolglos.
Nachtessen auf der Piazza in Locarno.
3.5. Am frühen Morgen Spazier in die Bolle bei Magadino. Erster Vogel ist erster Grauschnäpper der Saison. Beim Bootsbauer ruft Wendehals, weiter hinten später ein zweiter und eventuell ein dritter nahe des Hotels. Wir spazieren über den teilweise überfluteten Weg bis zur Beobachtungshütte, beobachten Purpurreiher, Silberreiher, Eisvogel, Hechte bei der Paarung im flachen Wasser. Turteltaube gurrt. Beim Beobachtungsstand hat man normalerweise einen Blick auf das sich bildende Delta des Ticino. Heute ist der Wasserstand zu hoch. Umkehren und Seitenweg in den Wald hinein. Doch weit kommt man da auch nicht. Der Weg steht unter Wasser. So solls sein im Auenwald…
Frühstücken und Packen und dann ins Malcantone nach Vezio. Spaziergang durch Kastanienselve, wenig Vögel ausser Schwarzspecht, dafür aber eine Aspisviper im Ginstergestrüpp am Wegrand.
Danach ein Dorfrundgang in Breno und weiter nach Cademario, wo wir den letzten Spaziergang des Tages zum Monasterio San Bernardo unternehmen. AUch hier wenig Nennenswertes, doch der Schlangenadler, der plötzlich am Himmel zu sehen ist und bald wegzieht, ist unerwartet und der Orni-Höhepunkt.
Gegen 15.15 Uhr treten wir Rückreise an. Statt stauen am Gotthard fahren wir über den San Bernardino – wo sichs auch staut, aber nicht ganz so lange…
Um 19.30 wieder in Winterthur.
