Endlich eine neue Nachricht von mir!
Endlich, endlich, endlich, hab ich’s geschafft, wieder einmal etwas in meinen Blog zu schreiben. Musste mir ja schon ein paar doofe Sprüche anhören. Und dann hiess es jeweils: “Aber lueg em Sämi sin Blog ah, de schribd jede Tag und es isch uh lustig!” (Für alle die seinen Blog noch nicht kennen: www.1983.ch und er ist wirklich lustig!)
Also, wo soll ich anfangen? Vielleicht da wo ich das letzte Mal aufgehört haber. Hmm, das wäre glaube ich vor dem ersten April Wochenende. Da habe ich Besuch von Marko und Klaudia bekommen. War richtig nett mit den zweien. Wir haben viel angeschaut: Tour Montparnasse, Eiffelturm, kleine Freiheitsstatue, Louvre und die Ausstellung über Phönizier im Institut du Monde Arabe. Am Sonntag wollten wir noch die Katakomben besichtigen, aber sie waren leider geschlossen. Ich hoffe, dass Claudia mittlerweile darüber hinweg ist, die arme war so enttäuscht, da sie sich so gefreut hatte!
Die Woche darauf habe ich an einem super Recruiting-Anlass teilgenommen: Einem Golfturnier organisiert von einer Beratungsfirma. Ich habe es richtig genossen, wieder ein bisschen in der Natur zu sein und Golf zu spielen. (Hier nochmals einen Dank an B&M&C fürs Golfzeug packen und nach Paris schleppen.) Nach dieser kleinen Übungsrunde könnte man also denken, dass ich gut vorbereitet gewesen für das darauf folgende Wochenende. Da fand nämlich ein zweitägiges Turnier organisiert von einer anderen Uni (Dauphine) statt. Gespielt wurde in einer Zweier-Mannschaft, ich mit einem deutschen Austauschstudent aus Bielefeld. War sehr nett und wir hattens lustig zusammen. Am ersten Tag haben wir auch noch gut gespielt, über den zweiten schweige ich! Das Turnier fand in der Normandie statt, wunderschön ist es da! Aber im April noch kalt und windig. Am Sonntag musste das Turnier abgebrochen werden, da es so stark hagelte, dass der ganze Golfplatz weiss war. Wir hatten jedoch Glück, denn kaum waren wir fertig, hat’s erst so richtig angefangen zu stürmen.
… (ich schreib ein andermal weiter)
Ostern einmal anders
Für einmal durfte ich diese Ostern keine Eier suchen und auch nicht nach Sedrun fahren. Trotzdem habe ich aber ein paar interessante Sachen erlebt. Adrienne, eine amerikanische Austauschstudentin mit der ich viel unternehme, und ich haben beschlossen, ein Wochenende Ferien in Paris zu machen. Das hört sich ein bisschen komisch an, aber ich muss dazu sagen, dass wenn man so in Paris wohnt, man immer aktiv sein muss um irgendwas zu erleben und bei so vielen Möglichkeiten es manchmal schwer ist sich zu entscheiden. Nun haben wir zwei also beschlossen, “den Ostersamstag”, gibt’s zwar nicht, aber egal, ihr wisst was ich meine, in der arabischen Welt von Paris zu verbringen. Am Nachmittag besuchten wir das Museum des Institut du Monde Arabe, was sehr interessant war. Was mir persönlich aber am besten gefallen hat, ist das Gebäude selber. Die zur Sonne zugewandte Seite des modernen Gebäudes ist mit einer Fenster-Konstruktion versehen, die je nach Jahreszeit mehr oder weniger geöffnet ist und so die im Innern ausgestellten Schätze vor direktem Sonnenlicht schützt. Das liess mein Maschinenbauerherz natürlich höher schlagen! Nach dem Rundgang im Museum haben wir uns noch einen Thé à la menthe und ein feines lybisches Gebäck im Panorama-Restaurant auf dem Dach gegönnt. Die Aussicht war irrsinnig und die Stimmung imposant. Das Sacre-Coeur war kurz von der Sonne welche doch noch einen Weg durch die Wolken gefunden hat erleuchtet. Leider war ich vor lauter Staunen zu langsam mit dem Zücken meines Fotoapparates. Darum müsst ihr euch mit der coolen Konstruktion der Fenster und Adrienne und mir begnügen.
Anschliessend wollten wir es uns im Hammam gut gehen lassen. Mit der Vorstellung eines gemütlichen und ruhigen Hammambesuches lagen unsere Vorstellungen jedoch jenseits der Realität. Wer erwartet was anderes als ein pumpsvolles Hammam an einem Samstagabend bei strömendem Regen! Anfangs ein bisschen angeekelt von den vielen nackten Frauen, konnten wir uns aber im hintersten und heissesten Raum doch noch ein bisschen entspannen und mit der Zeit mässigte sich auch die Besucheranzahl. Leider war dieser Hammambesuch aber weit entfernt von einem im Zürcher Niederdörfli. Da lohnt sich der doppelte Eintrittspreis in Zürich allemal. Kurz: Das war wohl unser letzter Hammambesuch in Paris!
Der Ostersonntag verbrachten wir ganz christlich und besuchten die Messe im Notre Dame. Wenn ich ehrlich bin, habe eigentlich nicht viel verstanden, habe auch nicht so richtig zugehört, sondern mehr einfach die Atmosphäre in dieser riesigen Kirche genossen. Ich weiss jetzt auch, warum ich nicht katholisch bin. War aber in schönes Erlebnis, so an einem Ostersonntag. Anschliessend spazierten wir ein bisschen im Viertel von St. Germain und mussten uns anschliessend mit einer heissen Schoggi im Café de Flores, eines der ältesten Cafés in Paris, wieder aufwärmen (Danke an Ommi).
Nicht nur das Osterwochenende ging multikulti zu und her, sondern schon die Tage davor: Am Donnerstag ein Besuch im Museum d’Orsay, Französisches Znacht (Moules) und anschliessender Besuch des Rex Club (Super Electrosound). Freitag: Nach einem Apéro in einer Tapasbar, Chinesisches Essen, Konzertbesuch mit schwer zu beschreibender Musikrichtung (Jazz,Ska??), nachdem Konzert legte ein DJ Reggea und Ragga auf. Meiner Meinung nach zu wenig Ragga, darum wechselten wir nach zwei Stunden in den benachbarten Elektroclub “Flèche d’Or” (Steffi und Küse, der Club würde euch gefallen)
So, das wär so das neueste meinerseits. Ansonsten bin ich fleissig am Motor simulieren und programmieren. Und mich mit den französischen Beweisen am abkämpfen!
Ich konnte es doch nicht lassen, keine Eier zu färben, hier mein Werk:
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Weitere zwei Wochen in Paris
Eigentlich wollte ich euch ein paar Fotos von meinem riesigen Zimmer zeigen, aber irgendwie hat das Speichern nicht geklappt und jetzt sind sie weg. Nun müsst ihr euch noch ein wenig gedulden!
Dafür erzähle ich euch etwas über meine Schule: Mir gerade mal 400 Schlülern, läuft hier alles ein bisschen anders als an der ETH. Man kann zum Beispiel einfach an alle Schüler Mails schreiben, deshalb wird man auch immer schön vollgespamt. Jeder hat ein kleines Kästchen in der Schule, sozusagen einen Briefkasten, indem man zum Beispiel auch die Skripte vor den Vorlesungen ausgeteilt bekommt. Bei so wenigen Schülern, ist das ja kein Problem. Der Hausmeister, oder besser das Mädchen für alle Studentenbelange, teilt diese aus und wenn man keines bekommen hat, geht er schnell in den “Skriptraum”, wo alle bis zur Decke hoch gelagert werden. Fand ich irgendwie amüsant.
Das Wort Vorlesung passt bei höchstens 30 Schüler (ich habe ja nur Wahlfächer) nicht so ganz, in Traitement du signal sind wir sogar nur zwölf. Meine beiden Fächer (Traitement numérique du signal und Optimisation) unterscheiden sich schon im Skriptstil. Bei Optimisation siehts ähnlich wie bei uns aus, übersichtliches Latex-Skript mit Übungen im Anhang und der Vorlesungsverlauf folgt dem Skript. Anders ist dies jedoch bei TndS, das Skript ist ein Gemisch aus Skript-Kopien, Handgeschriebenem und Zeitungsartikeln, französisch und englisch gemischt, alles nicht so ganz gerade kopiert, ein Verzeichnis fehlt und die Seitenzahlen wurden vor dem Kopieren von Hand eingezeichnet. Dementsprechend unstrukturiert ist auch die Vorlesung, der Prof erzählt mal was darüber, dann wieder was anderes und so weiter. Was er an der Prüfung in 2 Wochen bringt, weiss es selber noch nicht. Alles sehr intressant!
Ausserdem muss ich zweimal in der Woche zwei Stunden in den cours de français langue étrangère. Die Lehrerin ist didaktisch äusserst kompetent (lässt die Leute selten ausreden, macht sich über unsere Fehler lustig…), trotzdem sind die Stunden immer wieder amüsant. Wir sind ein Haufen zusammengewürfelter Ausländer: Russen, Chinesen, Schweden, Südamerikaner, Amerikaner, Inder, Simeon (Deutscher, der mit mir an der ETH studiert) und ich.
Ansonsten bin unter der Woche fleissig am arbeiten und am Wochenende spaziere ich durch Paris. Heute war ich mit Caroline, sie schreibt ihre Diplomarbeit am gleichen Institut wie ich, im Musée Picasso. War sehr intressant, leider nicht so persönlich wie das in Luzern, aber wir sahen einen spannenden Film über Picasso selber und seine Verschiedenen künstlerischen Gaben.
Ich freu mich schon riesig aufs nächste Wochenende, wenn ich für ein paar Tage in die Schweiz komme. Bis dann!
Wer kommt mich besuchen?
Ich hab unter folgender Adresse:
http://www.doodle.ch/7awhdzpbbyrhue3a
ein Doodle eingerichtet, wo ihr euch eintragen könnt, wann ihr mich besuchen kommt. Damit das Gesamte ein bisschen organisiert ist und nicht alle aufs Mal kommen!
Meine erste Woche in Paris
Nun bin ich schon über eine Woche im schönen Paris. So gut es ging, habe ich mich schon eingelebt. Ich habe mein riesiges Zimmer eingeräumt, Internet installiert und mich an der Schule eingeschrieben, jedoch schon wieder mein Passwort vergessen, da ich ein bisschen Mühe hatte mit der französischen Tastatur!
Während den ersten paar Tagen waren Eva und Lara zu Besuch, was ich unheimlich geschätzt habe. So fühlte ich mich nicht so alleine in dieser grossen Stadt. Zusammen haben wir die Krypta, das Sacré Coeur und das Quartier Montmartre, die Gärten der Tuileries und das Musée de la mode et textile besucht.
Ansonsten bin ich fleissig am Französisch lernen, ich habe diese und nächste Woche jeden Nachmittag Unterricht. Morgen habe ich die erste Besprechung mit dem Assistenten für meine Bachelor Arbeit, hoffentlich werde ich einigermassen verstehen, was er von mir verlangt.
Desweiteren habe ich am Freitag mit Mami’s Göttibueb und seinen Freunden dem Louvre und der Mona Lisa einen Besuch abgestattet, um anschliessend die vorzügliche Französische Küche zu geniessen.